{"id":64,"date":"2012-09-14T21:03:53","date_gmt":"2012-09-14T19:03:53","guid":{"rendered":"http:\/\/flying-dog.org\/?page_id=64"},"modified":"2019-07-22T10:51:59","modified_gmt":"2019-07-22T08:51:59","slug":"berichte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/flying-dog.org\/?page_id=64","title":{"rendered":"Berichte"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<div>\n<h3>Mit dem Reisemobil nach Coober Pedy 31.05. &#8211; 02.06.2017<\/h3>\n<p>Nun m\u00fcssen wir l\u00e4ngere Distanzen zur\u00fccklegen. Von Port Augusta bis Coober Pedy sind es 540 km. Der Ortsname leitet sich aus der Aboriginal-Sprache ab: \u201eKupa Piti\u201c hei\u00dft \u201ewei\u00dfer Mann im Loch\u201c. Der kleine Bergbauort mit seinen 3.500 Einwohnern ist damit richtig beschrieben. Seit 1915 str\u00f6men Opalsucher nach Coober Pedy. 96 % aller Opale in der Welt kommen aus Australien und 85 % aus Coober Pedy und den benachbarten Feldern in Andamooka und Mintabie. L\u00e4ngere Zeit leben m\u00f6chten wir hier nicht aber der Ort hat schon eine besondere Ausstrahlung, die einen zugleich abst\u00f6\u00dft und anzieht. Vielleicht k\u00f6nnte man ihm einen rauen Charme bescheinigen oder auch etwas chaotisches und abenteuerliches. In jedem Fall ist er anders als alles zuvor in Australien Gesehene. Die kahle Gegend ist extrem trocken und staubig. \u00dcberall sehen wir Krater und Halden aus Abraummaterial. Im australischen Sommer ist es hier extrem hei\u00df und es gibt Millionen von Fliegen, die sich vor allem auf dem Gesicht und in den Augenh\u00f6hlen niederlassen. Augenblicklich ist Winter und damit Hochsaison. Das trockene W\u00fcstenklima h\u00e4lt jetzt gut 20 Grad Celsius am Tage und knapp \u00fcber 0 Grad in der Nacht f\u00fcr uns bereit. Die Einwohner haben \u00fcberirdisch nur die Vorbauten und Eing\u00e4nge ihrer H\u00e4user errichtet. Die Wohnr\u00e4ume sind auch heute noch in den Berg eingearbeitet und bieten dort ein angenehmes und ausgeglichenes Raumklima. Zugleich kann man beim Aush\u00f6hlen des Berges noch einige Opale finden, die dann zur Finanzierung der Bauma\u00dfnahme beitragen. Auch ganze Hotels sind hier unterirdisch angelegt. Gelegentlich werden im Ort Science Fiction Filme gedreht, etwa aus dem Genre: \u201eLeben nach dem Abwurf der Bombe\u201c.<br \/>\nWir erkunden den Ort und besichtigen die unterirdische Kirche \u201eSt. Peter und St. Paul\u201c sowie die beeindruckende \u201eOld Timers Mine\u201c, die die fr\u00fcheren Lebens- und Wohnbedingungen im Bergbau zeigt. Die heutigen unterirdischen Wohnungen in Coober Pedy sind nat\u00fcrlich moderner ausgestattet. Am sp\u00e4ten Nachmittag grillen wir uns ein St\u00fcck K\u00e4nguru-Fleisch zum Dinner und abends besuchen wir die in den Berg eingelassene Hotelbar im Desert Cave Hotel, wo sich schon einige raue Typen zum Biertrinken niedergelassen haben. Zur \u00fcblichen Kleidung an der Bar geh\u00f6ren Arbeitsschuhe und orangene Warnwesten.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag ziehen wir durch die Juwelier-Gesch\u00e4fte des Ortes, in denen die hier gefundenen Opale verkauft werden. Wir wollen 2 bis 3 erschwingliche Opale f\u00fcr uns und als Geschenke sp\u00e4ter mit nach Hause nehmen und bevorzugen dabei monolithische Steine. Alternativ werden uns Dubletten und Tripletten angeboten, die aus zwei oder drei Schichten so laminiert sind, dass sie  deutlich st\u00e4rker funkeln. Unsere Suche ist letztlich erfolgreich und wir freuen uns, in Coober Pedy vern\u00fcnftige Preise nach Verhandlung erzielen zu k\u00f6nnen. Wir hatten  in Sydney und Melbourne entsprechende St\u00fccke teurer angeboten bekommen.<br \/>\nZum Abschluss besuchen wir einen kleinen Privatzoo, in dem verletzte oder verwaiste K\u00e4ngurus gepflegt und Andenken verkauft werden. Wir nehmen an der F\u00fctterung der Tiere teil und kaufen eine von den Aborigines aus Holz gefertigte Eidechse. Coober Pedy empfinden wir als au\u00dfergew\u00f6hnlich und erlebnisreich. Nach 3 Tagen reisen wir weiter auf dem Stuart Highway nordw\u00e4rts, denn wir ahnen, dass viele Reiseerlebnisse noch vor uns liegen. <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<div>\n<h3>Mit dem Reisemobil nach Clare Valley, Flinders Ranges, Port Augusta 22.05. &#8211; 30.05.2017<\/h3>\n<p>Am 22.05. verlassen wir Adelaide und fahren nach Norden ins Weinbaugebiet Clare Valley. Die Region wurde 1842 besiedelt. Ab 1851 bauen die Einwohner trockne Rot- und Wei\u00dfweine an. Die  sanften H\u00fcgel sind hier gro\u00dffl\u00e4chig mit Weinst\u00f6cken bedeckt. Zun\u00e4chst fahren wir in das Dorf Mintaro und besuchen ein romantisches Weinlokal in einem der Cottages. Zum Riesling werden \u00f6rtlich geerntete, gro\u00dfe Oliven an schmackhaft gew\u00fcrztem Oliven\u00f6l und frisches Baguette-Brot gereicht, alternativ eine feine Creme-Suppe. Wir genie\u00dfen den Wein und die kleinen Spezialit\u00e4ten in angenehmer Umgebung. Am sp\u00e4ten Nachmittag fahren wir noch wenige Kilometer weiter zur l\u00e4ndlichen Kleinstadt Clare. Hier finden wir f\u00fcr die Nacht einen Stellplatz und erkunden den Ort. Am n\u00e4chsten Vormittag machen wir eine kleine private Weinprobe in der Tim Adams Kellerei und entscheiden uns schlie\u00dflich zum Kauf einiger Flaschen Merlot, dem dortigen Spitzenprodukt, das uns letztlich am besten schmeckt.<br \/>\nDann machen wir uns auf den Weg zu den Flinders Ranges. Dieser etwa 400 km lange Gebirgszug beginnt bei Port Augusta am Spencer Gulf  und erstreckt sich bis weit in den Norden, wo er in der s\u00fcdaustralischen W\u00fcste ausl\u00e4uft. Die h\u00f6chsten Berge erreichen eine H\u00f6he von 1.000 m. Die trockne Berglandschaft sowie die feuchten Schluchten und Talsenken mit ihrer dichten Vegetation sind heute \u00fcberwiegend in Nationalparks einbezogen. Die wilde Sch\u00f6nheit und die st\u00e4ndig wechselnden Landschaftsbilder bieten unersch\u00f6pfliche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Wanderungen. Kernst\u00fcck der Flinders Ranges ist der ovale Bergkessel bei Wilpena Pound mit 16 km L\u00e4nge und 10 km Breite. Seine Au\u00dfenkante bilden um 500 m steil aufragende Bergh\u00e4nge mit rot leuchtenden Felsen. An den Wasserstellen in den T\u00e4lern siedelten lange ungest\u00f6rt verschiedene Aboriginal-V\u00f6lker. Ab 1858 trafen landhungrige Schafz\u00fcchter ein. Sie veranlassten den Bau einer Eisenbahnlinie von der K\u00fcste bis in die Flinders Ranges und gr\u00fcndeten den Hafenort Port Augusta, um die erzeugte Wolle zu verschiffen.<br \/>\nIn erster Etappe fahren wir bis zum sp\u00e4ten Nachmittag nach Hawker, etwa 40 km vor Wilpena Pound, um dort zu \u00fcbernachten. Es ist sonnig aber die Luft ist deutlich trockener und k\u00fchler als am Abfahrtsort. Wir befinden uns bereits im Hochland. Tags darauf fahren wir weiter, halten aber zun\u00e4chst am Beginn des Wanderweges zum Akaroo Rock. Auf der Wanderung sehen wir erstmalig die roten Felsen der Flinders Ranges aus der N\u00e4he und nehmen die Weite der Landschaft in uns auf. Wir erkunden Felszeichnungen der Aborigines in Felsh\u00f6hlen. Am Nachmittag treffen wir auf dem Campground im Nationalpark Wilpena Pound ein, wo man uns einen Stellplatz im Wald zuweist. Wir lernen dort Roland und Kay kennen. Roland ist geb\u00fcrtiger Deutscher aber schon seit langer Zeit Australier. Er ist Fan einer unverg\u00e4nglichen deutschen Musik-Band, der Amigos. Wir unterhalten uns am Lagerfeuer \u00fcber vergangene und heutige Zeiten und trinken Rotwein.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen wandern wir 3 Stunden zum Wangarra Lookout. Nach anstrengendem Aufstieg zum Lookout genie\u00dfen wir den Ausblick in die Wilpena Pound. Der R\u00fcckweg f\u00fchrt uns  durch Wald und feuchte T\u00e4ler. Dort beobachten wir Emus und Waldk\u00e4ngurus bevor wir abends an unser Lagerfeuer zur\u00fcckkehren. Die Hux und Stocks Lookouts mit ihren beeindruckenden Ausblicken besuchen wir am n\u00e4chsten Vormittag und verlassen dann Wilpena Pound in Richtung der Kleinstadt Quorn. Sie liegt an der nach Port Augusta f\u00fchrenden Eisenbahnlinie. Wir erkunden den ruhigen Ort und sehen eine Reihe alter H\u00e4user, die um 1878 kurz nach der Stadtgr\u00fcndung errichtet wurden. Im dort eingerichteten Stra\u00dfencaf\u00e9 genie\u00dfen wir die Atmosph\u00e4re des Ortes. Wir bleiben \u00fcber Nacht und fahren dann ein letztes Mal zur\u00fcck zur australischen S\u00fcdk\u00fcste. Von den Flinders Ranges direkt nach Norden f\u00fchren nur noch unbefestigte Stra\u00dfen, f\u00fcr die ein allradgetriebenes Fahrzeug erforderlich w\u00e4re. So machen wir noch einen Abstecher nach Cowell, einem kleinen Fischerort am Spencer Gulf und erreichen dann Port Augusta.<br \/>\nIn Port Augusta beginnt der Stuart Highway, der nordw\u00e4rts quer durch den Kontinent bis nach Darwin f\u00fchrt. W\u00e4hrend Port Augusta klimatisch in den gem\u00e4\u00dfigten Breiten liegt, befindet sich Darwin bereits in den Tropen. Dazwischen, in der roten Mitte Australiens liegt die Halbw\u00fcste des Outbacks. Wir sind freudig erregt im Hinblick auf die bevorstehenden Erlebnisse. Das Outback und die Kimberleys sind die wahrhaft authentischen Landschaften Australiens sagen uns australische Bekannte. Wir besuchen noch das beeindruckende multimediale Museum \u201eWadlata\u201c \u00fcber die geologische Geschichte der Flinders Ranges und die Dreamtime, die Mythen der Aborigines; au\u00dferdem den botanischen Garten, in dem die typischen Landschaftsformen Australiens gro\u00dffl\u00e4chig nachgebildet sind. Dann bunkern wir Lebensmittel und Getr\u00e4nke f\u00fcr 250 Australische Dollar, um f\u00fcr das Outback ger\u00fcstet zu sein. <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<div>\n<h3>Mit dem Reisemobil von Port Fairy bis Adelaide 15.05. &#8211; 21.05.2017<\/h3>\n<p>Langsam lassen wir nun die s\u00fcdlichsten und damit  k\u00fchlsten Gebiete Australiens hinter uns. Unser Weg f\u00fchrt jetzt entlang der K\u00fcste nach Nordwesten. Am 15.05. erreichen wir Port Fairy. Wir erkunden das gem\u00fctliche Fischerdorf mit seinem malerischen Hafenbereich an der M\u00fcndung des Moyne River. Auf der vorgelagerten Insel \u201eGriffith Island\u201c h\u00e4lt sich zeitweise eine gro\u00dfe Kolonie Sturmtaucher (Muttonbirds) zum Br\u00fcten auf. Die bis zu 80.000 V\u00f6gel h\u00e4tten wir gern gesehen, doch haben sie die Insel kurz vor unserer Ankunft verlassen, um ihren angestammten Zugrouten in die  Weiten des Pazifiks zu folgen. Erst in einem Jahr werden sie wieder zum Br\u00fcten hierher zur\u00fcckkehren.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen geht es weiter nach Portland. Unser Stellplatz erlaubt den direkten Ausblick auf den Tiefwasserhafen, der wesentlich gr\u00f6\u00dfer und industrieller gepr\u00e4gt ist als der von Port Fairy. Das Caf\u00e9 im Informationszentrum am Hafen gew\u00e4hrt ebenfalls eine gute Aussicht, so dass wir auf unseren professionell zubereiteten Milchkaffee nicht verzichten m\u00fcssen. Portland ist eine kleinere Stadt mit circa 10.000 Einwohnern, von der aus wir einige Ausfl\u00fcge in die Umgebung unternehmen. Bemerkenswert  ist eine Tour zum Cape Bridgewater, wo wir zum versteinerten Wald (Petrified Forest) wandern. In die St\u00e4mme eines vor langer Zeit untergegangenen Waldes sickerte Meeressediment ein, das sp\u00e4ter zu Sandstein komprimiert wurde. So \u00fcberdauerten die Formen der ehemaligen St\u00e4mme die Jahrtausende. Eine andere Wanderung f\u00fchrt uns entlang des landschaftlich reizvollen Seacliff Nature Walk. Hier beobachten wir Fellrobben, die in einigem Abstand vor dem Ufer auf Beutefang gehen.<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Tagen setzen wir unsere Fahrt auf dem Princess Highway fort und besuchen die Orte Robe und Meningie mit kurzem Zwischenstop in Salt Creek. Dort wandern wir in den Coorong Nationalpark mit seinem Schilf und den seichten Gew\u00e4ssern. Die salzhaltige Coorong-Lagune ist ein idealer Lebensraum f\u00fcr Riesenpelikane, Ibisse, Schw\u00e4ne und viele andere Wasserv\u00f6gel. Robe ist ein ehemaliges Fischerdorf, einst gegr\u00fcndet von Walf\u00e4ngern und Seehundj\u00e4gern, das sich heute zu einem beliebten Urlaubsort mit modernen Ferienh\u00e4usern und kleinem Yachthafen weiterentwickelt hat. Der Urlaubsort Meningie liegt am Lake Albert und dient als Ausgangspunkt f\u00fcr Touren in den Coorong Nationalpark. Es wird inzwischen etwas w\u00e4rmer. Wir grillen Fleisch und verzehren es am Tisch im Freien.<br \/>\nAm 19.05. erreichen wir Adelaide, die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia. Hier f\u00fchlen wir uns auf Anhieb wohl. In der Innenstadt finden wir nette Caf\u00e9s und Restaurants oft mit j\u00fcngerem Publikum. In der Stadt haben sich Hochschulen und Universit\u00e4ten angesiedelt. Diverse Museen sind bei freiem Eintritt verf\u00fcgbar. G\u00fcnstig ist auch der Weg vom Campground zum Stadtzentrum, den wir zu Fu\u00df im Laufe von 25 Minuten zur\u00fccklegen. Zudem f\u00fchrt dieser Weg angenehm durch den \u00f6ffentlichen botanischen Garten. Das Wetter ist sonnig und mild. Uns gef\u00e4llt die entspannte Atmosph\u00e4re der Stadt.<br \/>\nIn den Museen interessiert uns stets die Kunst und Kultur der Aborigines. Bei einer kostenfreien F\u00fchrung k\u00f6nnen wir Fragen stellen und erfahren, dass es nicht die Aborigines als einheitliche Gruppe gibt. Es gibt mindestens 300 verschiedene Volksgruppen mit unterschiedlichen Sprachen. Teilweise k\u00f6nnen sich Aborigines aus verschiedenen Regionen nicht einmal untereinander sprachlich verst\u00e4ndigen. Die St\u00e4mme w\u00e4hlen keinen H\u00e4uptling oder gar einen K\u00f6nig, der mehrere St\u00e4mme vertreten k\u00f6nnte. Ihre Kultur ist so alt, dass sie sich urdemokratisch organisieren. Geht die Gruppe auf K\u00e4nguru-Jagd w\u00e4hlen sie f\u00fcr diese Aktion einen daf\u00fcr begabten Anf\u00fchrer, der seine F\u00fchrerschaft nach Abschluss der Jagd zur\u00fcck gibt. F\u00fcr darauf folgende andere Aktivit\u00e4ten werden &#8211; soweit erforderlich &#8211; neue Anf\u00fchrer auf Zeit bestimmt. Die Aborigines entnehmen der Natur nur das, was sie selbst zum Leben ben\u00f6tigen. Sie wirtschaften nachhaltig. Die Kommunikation zwischen der Kultur der Aborigines und der v\u00f6llig unterschiedlichen europ\u00e4ischen Kultur bleibt bis heute schwierig. <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<div>\n<h3>Mit dem Reisemobil von Melbourne bis Warrnambool 12.05. &#8211; 14.05.2017<\/h3>\n<p>Am 12.05. verlassen wir Melbourne und treffen am fr\u00fchen Nachmittag im K\u00fcstenort Lorne ein. Unser Stellplatz liegt unmittelbar am romantischen Erskine River. Im malerischen Br\u00fccken-Caf\u00e9 genie\u00dfen wir einen Capucino und wandern dann entlang des Strandes und durch den Urlaubsort zur\u00fcck zum Campground. In der Saison d\u00fcrfte der Ort mit seinen vielen M\u00f6glichkeiten sicher stark belegt sein.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag unternehmen wir einen Abstecher in das Landesinnere nach Lavers Hill. Zun\u00e4chst halten wir noch einmal an der K\u00fcste, in Apollo Bay, wo wir einen Spaziergang am Hafen zugleich mit sch\u00f6nem Blick auf die umgebende Landschaft machen. Danach geht es weiter zum Rastplatz Maits Rest, wo wir durch den Regenwald wandern. M\u00e4chtige Baumfarne s\u00e4umen den Wanderweg und schlie\u00dflich sehen wir die bis zu 100 m hohen und 300 Jahre alten Baumriesen. Sie sind mit den Eukalyptus B\u00e4umen verwandt. Der Wanderweg f\u00fchrt uns durch einen dichten, feuchten Dschungel. Wir sind sehr beeindruckt. Weiter geht es Richtung Lavers Hill, in dessen N\u00e4he wir den \u201eOtway Fly Tree Top Walk\u201c besuchen.  In etwa 25 m H\u00f6he sind hier Metallstege angelegt, die uns einen Spaziergang in den Baumkronen und eine ganz andere Perspektive auf den Regenwald erm\u00f6glichen. Eine Vielzahl von Schmarotzer-Pflanzen besiedelt die hochgelegenen \u00c4ste der B\u00e4ume. Unten sehen wir die gro\u00dfen Baumfarne aus der Vogelperspektive. Diverse Vogelarten sind zu beweglich und lassen sich nicht fotografieren. Zudem geraten die Stege durch unsere Schritte leicht in Schwingung, was das Fotografieren erschwert. Nachdem es zu regnen beginnt, suchen wir uns am sp\u00e4ten Nachmittag einen Stellplatz an einem \u201eRoad House\u201c bei Lavers Hill. Der Platz bietet uns Stromanschluss, ansonsten ist er eher ungepflegt aber auch preiswert. Zum Dinner gehen wir ins \u201eRoad House\u201c, wo sich die \u00f6rtliche Landbev\u00f6lkerung bereits zum Biertrinken eingefunden hat. Es kommt Stimmung auf. Am derben, hohen Schuhwerk haftet Ihnen noch der Schlamm von Feldern und Schafsweiden. Der \u00fcppige Lammbraten nach \u00f6rtlichem Rezept schmeckt k\u00f6stlich. Auf dem R\u00fcckweg zum Reisemobil regnet es stark und es ist unangenehm k\u00fchl. Wir sind froh, dass wir dank des Stromanschlusses etwas heizen k\u00f6nnen. Der zur\u00fcckliegende Tag war wieder ausgesprochen erlebnisreich.<\/p>\n<p>Tags darauf fahren wir zu einer der eindrucksvollsten K\u00fcstenstra\u00dfen der Welt, der \u201eGreat Ocean Road\u201c. Immer wieder halten wir an Rastpl\u00e4tzen entlang der Stra\u00dfe, die gute Ausblicke auf die Steilk\u00fcste erm\u00f6glichen. Der st\u00e4ndige Seegang h\u00f6hlt den Sandstein aus. Teilweise bleiben dabei  pittoreske Felsnadeln oder Felsabschnitte zur\u00fcck, denen man einpr\u00e4gsame Namen wie Twelve Apostles, London Bridge oder The Grotto gegeben hat. Die Loch Ard Gorge erhielt ihren Namen vom Schoner Loch Ard, der englische Einwanderer nach Australien bringen sollte und hier 1878 in einem Sturm zwischen den Felsen Schutz suchen wollte. Das Schiff lief auf Grund und von 51 Menschen an Bord \u00fcberlebten nur 2 in der starken Brandung. Am Abend erreichen wir den Ort Warrnambool, wo wir einen Stellplatz f\u00fcr die Nacht finden. <\/p>\n<h3>Mit dem Reisemobil von Sydney bis Melbourne 02.05. &#8211; 11.05.2017<\/h3>\n<p>Am 02.05. verlassen wir unser Hotel im Zentrum Sydneys und machen uns auf den Weg zum Stadtrand. Eine gute Woche vorher haben wir uns \u00fcber motorhomerepublic.com ein Reisemobil f\u00fcr Langfahrt, zun\u00e4chst von Sydney nach Alice Springs vermitteln lassen. Die Firma Britz will einen wohnlich ausgebauten Mercedes Sprinter liefern, den wir nun am Stadtrand Sydneys \u00fcbernehmen wollen. Die \u00dcbergabe erfolgt in deutscher Sprache durch eine junge Deutsche, die den Firmenst\u00fctzpunkt in Sydney leitet. Das Fahrzeug steht vollgetankt, sauber und in gutem technischen Zustand bereit. Britz ist nicht der billigste Vermieter in Australien aber sp\u00e4ter, am Ende unserer bevorstehenden Reise \u00fcber 10.000 km durch Australien werden wir feststellen, dass das gemietete Reisemobil stets einwandfrei gelaufen ist. Sicher wird einem jeder Vermieter im Falle von St\u00f6rungen helfen aber man verliert dann oft wertvolle Reisezeit und muss seine Pl\u00e4ne \u00e4ndern. Erste Erfahrungen mit einem kleineren Reisemobil haben wir bereits Anfang 2016 in Neuseeland gesammelt. Auch das war eine sch\u00f6ne und erlebnisreiche Reise aber nun wollen wir uns doch ein Fahrzeug mit durchgehender Stehh\u00f6he und WC g\u00f6nnen. Ein gro\u00dfes Bett m\u00fcssen wir tags\u00fcber nicht abbauen. Im vorderen Wagenteil, hinter den drehbaren Fahrersitzen befindet sich ein kleiner Esstisch. Der 6,36 m lange Sprinter f\u00e4hrt sich vollkommen unproblematisch, fast wie ein PKW. Die australische Verkehrslage au\u00dferhalb gro\u00dfer St\u00e4dte ist \u00fcbersichtlich, der Linksverkehr f\u00fcr uns unproblematisch. Die australischen Jahreszeiten sind den deutschen genau entgegengesetzt. Wir haben jetzt Herbst. Zudem entspricht unsere geplante Fahrtroute nach S\u00fcden bezogen auf europ\u00e4ische Verh\u00e4ltnisse einer Fahrt nach Norden. Die Temperaturen gehen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die australische Ostk\u00fcste ist der am dichtesten besiedelte Bereich des Landes. Zwischen Sydney und Melbourne ist sie sehr malerisch mit romantischen Ortschaften und beschaulichen Bootsh\u00e4fen. D\u00f6rfer und Kleinst\u00e4dte sind hier europ\u00e4isch gepr\u00e4gt. Schnell best\u00fccken wir unser Reisemobil mit Lebensmitteln aus dem Supermarkt und versuchen dann z\u00fcgig den Einzugsbereich Sydneys zu verlassen. Abends unterbrechen wir unsere Fahrt auf einem Rastplatz bei Nowra, in der N\u00e4he des Highways. Der Platz ist f\u00fcr Reisemobile ausgewiesen, kostenlos aber ohne Versorgung mit Strom und Wasser. In der Nacht wird es k\u00fchl. Unsere eingebaute Klimaanlage k\u00f6nnte auch heizen, jedoch nur mit Wechselstrom aus dem Netz. So kuscheln wir uns fr\u00fch ins warme Bettzeug. Tags darauf erreichen wir \u00fcber einen unbefestigten Waldweg Pebbles Beach im Murramarang Nationalpark. Wir stehen allein auf einer Waldlichtung. Kein weiteres Reisemobil in Sicht. Wir m\u00fcssen uns erst einmal an die Einsamkeit gew\u00f6hnen. Die an sich gew\u00fcnschte Abwesenheit anderer Menschen empfinden wir als abenteuerlich. In der N\u00e4he des Strandes und im Wald leben viele K\u00e4ngurus einer kleineren Art. Sie sind sehr zutraulich und springen erst weg, wenn man sie fast schon anfassen m\u00f6chte. Wir wandern am Nachmittag durch den Wald und entlang des Strandes und \u00fcbernachten dann auf unserer Waldlichtung. Die Stille wird hier nur von den Rufen der Waldtiere unterbrochen. In den folgenden Tagen fahren wir weiter zu den malerischen K\u00fcstenorten Eden, Lake Entrance und Paynesville. Immer am Vormittag fahren wir, ab dem fr\u00fchen Nachmittag besichtigen und wandern wir. Wir f\u00fchren ein Reisetagebuch, um nicht den \u00dcberblick \u00fcber die Ortsnamen und die Flut der Erlebnisse zu verlieren. Von Paynesville aus transportiert uns eine F\u00e4hre zur vorgelagerten Insel \u201eRaymond Island\u201c. Hier erwartet uns eine gro\u00dfe Kolonie Koalab\u00e4ren, die faul in den Kronen der Eukalyptus-B\u00e4ume sitzt. Einer bewegt seine entspannt herabh\u00e4ngende Pfote. Wir sind sicher, dass er uns zuwinkt. Abends wird es dann sehr k\u00fchl und es beginnt zu regnen. Von nun an suchen wir \u00fcberwiegend Campgrounds mit \u201epowered Places\u201c auf, die uns nachts den  Betrieb der w\u00e4rmenden Klimaanlage erm\u00f6glichen.<br \/>\nAm 07.05. fahren wir zum Wilsons Promontary Nationalpark. Wieder erwartet uns k\u00fchles und regnerisches Wetter aber die landschaftliche Sch\u00f6nheit und Vielfalt der Tierwelt in diesem  Nationalpark faszinieren uns. Im Bereich des \u201eProm Wildlife Walks\u201c tragen die K\u00e4ngurus bunte und reflektierende Halsb\u00e4nder, um die Tiere davor zu sch\u00fctzen, \u00fcberfahren zu werden. Daneben sehen wir die scheuen Emus und die niedlichen Wombats. Am \u201eSqueake Beach\u201c sehen wir einen eindrucksvollen Strand, hohe Brandung und gro\u00dfe Granitfelsen. \u00dcber eine unangenehm befahrbare Gravel-Road erreichen wir den \u201eFive Mile Road Carpark\u201c und wandern durch eine imposante Flora mit gro\u00dfen australischen Gr\u00e4sern. Dann geht es weiter nach Newhaven auf Phillip Island, wo wir gegen 17.00 h eintreffen. Wir wollen hier vor allem die \u201ePinguin Parade\u201c sehen und erkundigen uns. Schnellstens sollen wir uns auf die Westseite der Insel begeben. Dort sollen erfahrungsgem\u00e4\u00df abends die Pinguine anlanden. Im Grunde ist unser Tagespensum schon ersch\u00f6pft aber f\u00fcr die Pinguine machen wir uns nat\u00fcrlich gleich auf den Weg. Am Ankunftsort erwartet uns ein Empfangsgeb\u00e4ude, das in Stil und Gr\u00f6\u00dfe dem eines kleineren Flughafens gleichkommt. Reisebusse laden Touristen in gro\u00dfen Gruppen ab, die nun von allen Seiten in die Halle str\u00f6men. \u00dcberwiegend handelt es sich um Asiaten. Eine beachtliche Eintrittsgeb\u00fchr ist zu bezahlen. Am Strand sind an verschiedenen Stellen terrassenf\u00f6rmig angeordnete Sitzreihen aufgebaut. Wir nehmen Platz. Die D\u00e4mmerung setzt ein. Es wird k\u00fchl und es beginnt wieder zu regnen. Pl\u00f6tzlich erscheinen die Pinguine und vers\u00f6hnen uns mit allen negativen Begleitumst\u00e4nden. Die Tiere sind aufgerichtet etwa 30 cm gro\u00df. Tags\u00fcber haben sie weit vor der K\u00fcste gejagt und kehren nun zu ihren Bauten und Bruth\u00f6hlen in den D\u00fcnen zur\u00fcck. Um sich vor Raubtieren zu sch\u00fctzen, sammeln sie sich zun\u00e4chst direkt an der Wasserkante in Gruppen von durchschnittlich 15 \u2013 20 Tieren. Droht ihnen voraussichtlich keine Gefahr rennen und h\u00fcpfen die kleinen Pinguine schnellstens \u00fcber den ungesch\u00fctzten, breiten Sandstrand, um anschlie\u00dfend in den D\u00fcnen zu verschwinden. Falls sie Gefahr erkennen, geht es erst einmal zur\u00fcck ins sichere Wasser. Viele hundert Tiere finden so im Laufe von 1 \u00bd Stunden den Weg zu ihren Nistpl\u00e4tzen. Wir sind fasziniert von dem Spektakel und freuen uns an diesen liebenswerten Tieren. Durchgefroren aber gl\u00fccklich fahren wir zur\u00fcck zu unserem Campground. Am Vormittag des n\u00e4chsten Tages erkunden wir Phillip Island. Bei Sonnenschein wandern wir an ausgedehnten Sandstr\u00e4nden und durch eine beeindruckende D\u00fcnenlandschaft. Nachmittags fahren wir dann weiter nach Melbourne. Die Millionenstadt hat sich stark in die Fl\u00e4che ausgedehnt und w\u00e4chst auch heute noch weiter. Wir laufen einen Campground an, der noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig nahe am Zentrum liegt, das bedeutet hier \u00bc Stunde vorlaufen und dann eine \u00be Stunde mit der Stra\u00dfenbahn. Jochen muss sich aber erst einmal einen Tag ins Bett legen. Er hat eine starke Erk\u00e4ltung. Dann besichtigen wir die Innenstadt mit ihren Hochh\u00e4usern und Einkaufsm\u00f6glichkeiten sowie das Kunst- und das Einwanderungsmuseum mit ihren interessanten Ausstellungen. Insgesamt werden wir aber mit Melbourne nicht warm. Die Innenstadt ist uns zu gesch\u00e4ftig und laut. Gem\u00fctlicher und sehr multikulturell soll es in den Zentren der verschiedenen umliegenden Stadtbezirke zugehen, die wir jedoch zu Fu\u00df nicht erreichen k\u00f6nnen. Es ist einfach alles zu ausgedehnt hier. Anders als Sydney erschlie\u00dft sich uns diese Stadt nicht. Vielleicht muss man hier viel mehr Zeit mitbringen und sich einleben. Nach 3 Tagen fahren wir weiter.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<div>\n<h3>Sydney 26.04. &#8211; 02.05.2017<\/h3>\n<p>Am Mittag des 25.04 erreichen wir mit dem Flugzeug Sydney und beziehen Quartier in einem Hotel im Stadtzentrum. Verglichen mit Southport ist die Tagestemperatur hier schon bemerkbar geringer. Dennoch ist fast immer gutes und trockenes Wetter und wir brennen darauf, Sydney zu besichtigen. Gebucht ist eine Aufenthaltsdauer von einer Woche. Von Anfang an gef\u00e4llt uns die Atmosph\u00e4re der Stadt. Wir erleben eine gewisse einladende Eleganz der modernen Stadtgestaltung, ausgedehnte Gr\u00fcnfl\u00e4chen, Museen und in das st\u00e4dtische Leben einbezogene Hafenbereiche. Die um 1920 errichtete und f\u00fcr die damalige Zeit riesige Stahlkonstruktion der Harbour Bridge begr\u00fcndete schon fr\u00fch das moderne Image der Stadt und das einzigartige Opernhaus verleiht ihr das Gesicht einer gl\u00e4nzenden Weltstadt, in der alles m\u00f6glich erscheint. Viele Touristen sind angereist. Einschlie\u00dflich der Au\u00dfenbezirke leben hier etwa 5 Mio. Menschen. Im erweiterten Stadtzentrum k\u00f6nnen wir angenehm alles zu Fu\u00df erreichen. <\/p>\n<p>Unser erster Anlaufpunkt ist der Darling Harbour, ges\u00e4umt von moderner Architektur, Gesch\u00e4ftshochh\u00e4usern, Shops, Restaurants und Bars. Der Anblick ist beeindruckend. Besonders interessiert uns der hier liegende Nachbau der Endeavour, mit der Captain Cook seine erste Entdeckungsreise 1768 \u2013 1771 in den S\u00fcdpazifik unternahm. Wir haben jetzt etwas weniger zu erledigen als noch in Southport und genie\u00dfen es, in Ruhe einen Milchcaf\u00e9 oder ein Glas Wein zu uns zu nehmen.<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Tagen wandern wir durch den Botanischen Garten und den Hyde Park zum Opernhaus. Es wurde vom d\u00e4nischen Architekten J\u00f6rn Utzon entworfen und im Zeitraum von 1959 bis 1973 erbaut. Die Dachfl\u00e4chen sind mit wei\u00dfen Keramikfliesen bekleidet. Pate stand die Form einer Ansammlung von Muschelschalen. Dies ging an die Grenzen der damaligen technischen M\u00f6glichkeiten. Es kam zu Bauverz\u00f6gerungen, Mehrkosten, recht viel Streit und Zerw\u00fcrfnissen. Heute wissen wir, dass es weder vorher noch nachher etwas Vergleichbares gab. Das Opernhaus ist das weltweit unverwechselbare Wahrzeichen Sydneys.<\/p>\n<p>In der Arts Gallery of Newsouthwales interessiert uns vor allem die ausgestellte Kunst der Aborigines. \u00dcber die Darstellung einer Gruppe von herabh\u00e4ngenden Flying Dogs freuen wir uns und dar\u00fcber, dass das gut ausgestattete Kunstmuseum \u2013 wie so oft in Australien \u2013 keinen Eintritt kostet.  Den Fischmarkt besuchen wir zweimal. Schmackhafte Austern, Lobster und frischen Fisch gibt es dort zu vern\u00fcnftigen Preisen. Einen l\u00e4ngeren Rundgang unternehmen wir in Sydneys \u00e4ltestem Stadtteil, \u201eThe Rocks\u201c, der seinen Hafenviertelcharakter noch nicht ganz verloren hat. In einem English Pub trinken wir dort ein Bier. Hier landete im Jahre 1788 die \u201eFirst Fleet\u201c mit Schiffsladungen von Strafgefangenen aus England. Zu diesem Zeitpunkt siedelten dort Ureinwohner, die Aborigines schon seit etwa 40.000 Jahren. Bereits 15 Monate nach der Invasion der neuen Siedler kam es zu einer Pocken-Epidemie bei der 50 \u2013 90 % der Aborigines ums Leben kamen. Wei\u00dfe Siedler \u00fcbernahmen Landst\u00fccke, die den Ureinwohnern zuvor als Nahrungsquelle gedient hatten. Blutige Auseinandersetzungen reduzierten die Zahl der Aborigines weiter. Dennoch haben einige von ihnen \u00fcberlebt. Ihr kulturelles Erbe wird heute von der Stadt geehrt. Die Integration ihrer Nachfahren ist hier jedoch stets ein kontroverses Thema.<\/p>\n<p>Mit einer F\u00e4hre setzen wir \u00fcber nach Manly, einem vorgelagerten Badeort mit Sandstr\u00e4nden, kleineren H\u00e4usern und l\u00e4ngeren Wanderwegen, die wir sogleich nutzen. Der Besuch zeigt uns, wie abwechslungsreich Sydney ist. Andern Tags erreichen wir nach gut einst\u00fcndiger Zugfahrt die Blue Mountains. Wir besuchen die Bergspitzen, die \u201eThree Sisters\u201c genannt werden, erfahren jedoch, dass man das besser nicht am Wochenende tun sollte. Die Touristenstr\u00f6me sind dann immens und tr\u00fcben den Genuss.<br \/>\nUnser Hotel im Stadtzentrum bietet uns gutes Internet und wir buchen ein Wohnmobil, mit dem wir  Australien weitr\u00e4umig erkunden wollen. Wir sind erfolgreich und machen uns am 02.05. auf den Weg zum \u00dcbergabepunkt des Fahrzeugs, der in einem Au\u00dfenbezirk Sydneys liegt. Unsere weitere Reise wird uns nun ca. 10.000 km durch Australien f\u00fchren. <\/p>\n<h3>Southport 15.04. &#8211; 25.04.2017<\/h3>\n<p>Nach Durchzug der tropischen Zyklone Debbie hat sich das Wasser des Burnett River von Schlamm und abgetragenen Erdmassen braun verf\u00e4rbt. Treibgut zieht in Richtung der Flussm\u00fcndung. Jochen leiht sich von befreundeten Seglern einen Freediver. Dieses Ger\u00e4t liefert durch einen Schlauch mit angeschlossenem Mundst\u00fcck Pressluft f\u00fcr Tauchg\u00e4nge in geringer Tiefe. Er reinigt Wasserpass, Unterwasserschiff und vor allem den Faltpropeller von Bewuchs. Keine angenehme Arbeit, denn die Sicht unter Wasser betr\u00e4gt jetzt h\u00f6chstens 20 cm. Die Arbeit ist notwendig, denn der Kaufvertrag sieht die \u00dcberf\u00fchrung der Yacht nach Southport vor, dem Wohnsitz der K\u00e4ufer. Mike und Lyn treffen am 14.04., Karfreitag am Liegeplatz ein. Sie wollen die etwa 300 Seemeilen lange \u00dcberf\u00fchrung begleiten, um das Schiff und seine Bedienung kennen zu lernen. Ihre Pl\u00e4ne sind ambitioniert, denn am 17.04. sollen wir im Southport Yachtclub einlaufen. Bereits f\u00fcr den 18.04. ist dort ihr Gutachter bestellt, der als Voraussetzung der Schiffs\u00fcbergabe noch Kiel, Rumpf und Ruder untersuchen soll. Im Falle erheblicher Besch\u00e4digungen an diesen Teilen ist ein R\u00fccktrittsrecht vom Kaufvertrag vereinbart. Die \u00dcberf\u00fchrung liegt somit noch in unserem Verantwortungsbereich. Wir haben zuvor schon f\u00fcr die mehrt\u00e4gige Fahrt eingekauft und laufen sofort nach der Ankunft der K\u00e4ufer am Vormittag aus. Vanessa, Ian und andere Stegnachbarn verabschieden uns und l\u00f6sen die Festmacherleinen der Flying Dog. Wir werden unsere Freunde wohl nicht mehr wiedersehen.<\/p>\n<p>Seew\u00e4rts, in der Hervey Bay herrschen m\u00e4\u00dfige Winde. Leider k\u00f6nnen wir den gew\u00fcnschten Kurs nach S\u00fcdosten nicht anliegen und m\u00fcssen hoch am Wind kreuzen. Die gro\u00dfe, vorgelagerte Sandinsel Frazer Island sch\u00fctzt die Hervey Bay vor der hohen D\u00fcnung des Pazifiks und wir kommen zun\u00e4chst gut voran. Am Abend erreichen wir die Einfahrt der langen Great Sandy Strait zwischen Frazer Island und dem Festland. Der Wind flaut ab und wir m\u00fcssen die Maschine anwerfen. Des Nachts laufen wir in die Kingfisher Bay innerhalb der Sandy Strait ein und werfen Anker. Die erste Etappe von 65 Seemeilen ist zur\u00fcckgelegt.<\/p>\n<p>Die Great Sandy Strait besitzt zwar \u00fcberwiegend geringe Wassertiefen aber am kommenden Morgen erkennen wir die landschaftliche Sch\u00f6nheit dieses Segelreviers mit verzweigten Fahrwassern und vielen Ankerm\u00f6glichkeiten. Am Morgen verlassen wir unseren Ankerplatz und fahren durch die Sandy Strait in Richtung ihres Ausgangs zum Pazifik am Inskip Point. Vor der M\u00fcndung liegt eine ausgedehnte flache Barre aus hartem Sand \u00fcber der sich die D\u00fcnung des Pazifiks meterhoch auft\u00fcrmt und anschlie\u00dfend bricht. Die Barre kann nur nahe dem Hochwasserzeitpunkt passiert werden und dies nur an Tagen, an denen die D\u00fcnung nicht h\u00f6her als 1,5 &#8211; 2,0 m ist. Bei starken S\u00fcdost-Winden ist die Barre unpassierbar. Steiler Seegang, der \u00fcber Deck zusammenschl\u00e4gt und ins Cockpit einsteigt, kann ein Schiff besch\u00e4digen und die Crew gef\u00e4hrden. Bekommt der Schiffskiel unter diesen Bedingungen im Wellental Grundkontakt, bewirkt das in der Regel den Totalverlust des Schiffes. Wir haben eine Gegenstr\u00f6mung und kommen auf der 30 Seemeilen langen Strecke nicht schnell genug voran. Nachdem wir erkennen, dass die Barre nicht bis sp\u00e4testens 2 Stunden nach Hochwasser erreicht werden kann, gehen wir am  Nachmittag nochmals in der Sandy Strait, diesmal nahe Inskip Point vor Anker. Aufgrund der vorherigen Nachtfahrt legen wir uns fr\u00fch in die Kojen. Tags darauf steuern wir dann am Morgen, nahe dem Hochwasserzeitpunkt die Barre an. Die aktuellen Daten zur Lage der ver\u00e4nderlichen Sandb\u00e4nke, haben wir zuvor telefonisch von der K\u00fcstenwache erhalten und geben entsprechende Wegepunkte in den GPS-Plotter an der Steuers\u00e4ule ein. Die Ausfahrt ist gewunden und erfordert diverse, scharfe Kurskorrekturen. Die Feinabstimmung des Kurses kann nur optisch erfolgen. Wir suchen uns den Weg, auf dem die wenigsten Brecher zu beobachten sind. Die Flying Dog wird dennoch stark durchger\u00fcttelt. Die steilen Brecher dicht neben unserem Schiff fl\u00f6\u00dfen Respekt ein. Wir sind  erleichtert, die Ausfahrt nach 30 Minuten ohne Besch\u00e4digungen gemeistert zu haben, zumal die Schiffs\u00fcbergabe noch nicht erfolgt ist.<\/p>\n<p>Bis zum Abend segeln wir hoch am Wind entlang der K\u00fcste Richtung S\u00fcden. Dann flaut der Wind abermals ab und wir nehmen die Maschine zur Hilfe. Nach l\u00e4ngerer Nachtfahrt erreichen wir morgens um 4 Uhr Morton Island. Die gro\u00dfe Insel ist Brisbane vorgelagert. Gleich am Nordwest-Kap ankern wir und gehen f\u00fcr 2 \u00bd Stunden in die Kojen. Der kurze Schlaf tut uns gut. Nach Sonnenaufgang geht die Fahrt weiter. In der Abdeckung von Morton Island und anderer Inseln laufen wir nun gesch\u00fctzt vor dem Pazifik-Seegang weiter nach S\u00fcden, Richtung Southport durch ein romantisches Segelrevier, das wegen der N\u00e4he zu den gro\u00dfen St\u00e4dten Brisbane und Southport insbesondere am Wochenende stark von Motor- und Segelyachten genutzt wird. Diverse Fahrwasser mit geringen Wassertiefen erfordern unsere Aufmerksamkeit, doch die Str\u00f6mung ist stets mit uns. So laufen wir planm\u00e4\u00dfig am 17.04. gegen 18.00 h im mond\u00e4nen Southport Yachtclub ein, wo Mike und Lyn bereits einen Liegeplatz reserviert haben. Die Schiffs\u00fcberf\u00fchrung ist damit erfolgreich abgeschlossen, die Flying Dog hat sich von ihrer besten Seite pr\u00e4sentiert und die Anspannung f\u00e4llt von uns ab.<\/p>\n<p>Am Morgen des 18.04. steuern wir die Flying Dog in den Lift. Das Boot wird aus dem Wasser gehoben und der Gutachter inspiziert genauestens Rumpf, Kiel, Ruder und Seeventile. Den gesamten Rumpf klopft er mit einem kleinen Hammer ab, um eventuell vorhandene Blasenbildung aufgrund von Osmose auszuschlie\u00dfen. Die Flying Dog besteht alle Tests. Schlie\u00dflich empfiehlt der Gutachter noch, die Kielbolzen leicht nachzuziehen. Und dann sagt er den entscheidenden Satz zu seinem Auftraggeber: \u201eYou get a lot of boat for your money!\u201c. Damit ist der Verkauf perfekt und die \u00dcbergabe kann vollzogen werden. Jetzt k\u00f6nnen wir erstmalig den Verlauf unserer weiteren Reise durch Australien planen.<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Tagen lassen Mike und Lyn noch das Antifouling erneuern, zumal die Yacht ohnehin im Bootsyard aufgebockt ist. Sie laden uns ein, in dieser Zeit bei ihnen zu wohnen. Wir nehmen dankend an aber m\u00fcssen nun schnellstm\u00f6glich unsere Sachen im Schiff zusammen packen. Mitnehmen k\u00f6nnen wir nur 25 kg Fluggep\u00e4ck pro Person zuz\u00fcglich zweimal Handgep\u00e4ck, jeweils 7 kg. Au\u00dferdem senden wir ein Paket von 20 kg per Schiffsfracht nach Deutschland. Auf unserem Schiff befindet sich jedoch ein ganzer Hausstand mit vielen Dingen, die wichtig oder wertvoll sind, oder an denen Erinnerungen h\u00e4ngen. Wir geraten unter Entscheidungsstress. Ein ganzer Lebensabschnitt geht zu Ende und wir verlassen \u00fcberst\u00fcrzt eine treue Kameradin, der wir so oft unser Leben anvertraut haben. Wir haben so viel zu tun, dass uns diese Situation im Grunde gar nicht klar wird und dar\u00fcber k\u00f6nnen wir nur froh sein.<\/p>\n<p>Southport ist ein klimatisch beg\u00fcnstigter Ort. Hier kann im gesamten Jahr gesegelt, gesurft und gebadet werden. Die langen Sandstr\u00e4nde von Southport gen S\u00fcden tragen den Namen \u201eGold Coast\u201c. Der G\u00fcrtel, in dem sich tropische Zyklonen bewegen, endet auf dem Breitengrad Brisbanes.  Southport ist normalerweise nicht mehr betroffen. F\u00fcr den gehobenen Tourismus wurden Hochh\u00e4user mit Ferienwohnungen und Appartements errichtet. Der Ort ist gut versorgt mit schicken Bars, Restaurants und Discotheken. Mit Mike und Lyn gehen wir hervorragend thail\u00e4ndisch essen. Verglichen mit dem l\u00e4ndlichen Bundaberg sp\u00fcren wir hier eine andere Lebensart. Southport bezieht sich stark auf den Wassersport aber gleich im Landesinneren grenzt das Bergland an. Dort sind eindrucksvolle Wanderungen in den Bergw\u00e4ldern m\u00f6glich. Mit Mike und Lyn machen wir einen Ausflug dorthin und kehren auf dem R\u00fcckweg in einem bayerischen Restaurant ein, das hier als \u201edeutsches\u201c Restaurant bezeichnet wird. Wir essen ein J\u00e4gerschnitzel der Schuhgr\u00f6\u00dfe 45 und trinken 2 vergleichbar \u201ekleine\u201c Biere. Ein gelungener Tag.<\/p>\n<p>Die angenehmen Tage im Kreise der Familie bei Mike und Lyn gehen schnell vor\u00fcber. Inzwischen haben wir unsere Sachen gepackt und Fl\u00fcge nach Sydney im Internet gebucht. Am fr\u00fchen Morgen des 25.04. fahren uns Mike und Lyn zum Flughafen. Wir f\u00fchlen, das Schiff in gute H\u00e4nde gegeben zu haben und steigen ins Flugzeug. Die Flying Dog bleibt zur\u00fcck. <\/p>\n<h3>Die Flying Dog zum Zeitpunkt des Verkaufs &#8211; Erfahrungen mit Schiff und Ausr\u00fcstung<\/h3>\n<p>Die Bilderserie dokumentiert den Zustand der Flying Dog zum Zeitpunkt des Verkaufs. Der Schiffstyp Bavaria 42 Cruiser, Baujahr 2005 war in seiner Bauqualit\u00e4t absolut geeignet f\u00fcr unsere 5-j\u00e4hrige Langfahrt auf der Barfu\u00df-Route von Kroatien bis an die Ostk\u00fcste Australiens. Wir kauften die gebrauchte Yacht Ende 2011. Voraussetzung f\u00fcr den zuverl\u00e4ssigen Betrieb ist die regelm\u00e4\u00dfige, qualifizierte Wartung der Yacht, eine gute meteorologische und navigatorische Planung der einzelnen Strecken und eine defensive Fahrweise mit rechtzeitigem Reffen der Segel. Wir hatten keine erw\u00e4hnenswerten Sch\u00e4den. Der traditionelle Schiffsgrundriss erm\u00f6glichte uns gen\u00fcgend Stauraum, einen fest eingebauten, gro\u00dfen Kartentisch und sogar eine frei bleibende G\u00e4stekabine. Allerdings hatten wir in den 5 Jahren unserer Langfahrt nur dreimal Besuch von Freunden und Verwandten. Eine weitere Kabine nutzten wir als zus\u00e4tzlichen Stauraum. Das war f\u00fcr uns ausreichend.<\/p>\n<p>Bei einer Yacht dieser Gr\u00f6\u00dfe ist es immer fraglich, wo das Beiboot an Bord gelagert werden kann. Wir entschieden uns f\u00fcr ein Schlauchboot von 3,06 m Gesamtl\u00e4nge und befestigten es auf dem Vordeck. Bei l\u00e4ngeren \u00dcberfahrten, bei denen das Wetter nicht mehr gen\u00fcgend zuverl\u00e4ssig vorhergesagt werden konnte, lie\u00dfen wir die Luft heraus und brachten das Schlauchboot vor Abfahrt unter Deck. Um das Beiboot aus dem Wasser zu heben, empfehlen wir, das Spifall zu schonen und eine eigens daf\u00fcr in der N\u00e4he der Mastspitze befestigte gro\u00dfe Grundplatte mit starker beweglicher Rolle und gesonderter Leine zu installieren. Wir hatten das nicht und mussten dann auf der Pazifik\u00fcberquerung von Galapagos zu den Marquesas das im Mantel durchgeriebene Spifall austauschen. So etwas sollte man sich ersparen. Um die Beibootman\u00f6ver zu erleichtern, waren wir sp\u00e4ter \u00fcberzeugt, dass f\u00fcr uns auch ein 2,75 m langes Boot ausgereicht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Flying Dog war beim Kauf mit einem senkrecht durchgelatteten Rollgro\u00df ausger\u00fcstet. Beim Reffen und Bergen des Segels mussten wir deshalb nicht an Deck sondern konnten das Man\u00f6ver sicher aus dem Cockpit heraus durchf\u00fchren. Das war sehr komfortabel. Das stufenlose Reffen und Bergen musste jedoch stets mit einer gewissen Pr\u00e4zision durchgef\u00fchrt werden. Die Gro\u00dfschot ist dabei so weit zu fieren, dass der Winddruck aus dem Segel genommen wird. Andererseits darf das Segel nicht zu stark killen und muss deshalb mit dem Unterliekstrecker auf Spannung gehalten und nachgef\u00fchrt werden. Ein \u00fcberm\u00e4\u00dfig killendes Segel bildet beim Einrollen in den Mast Falten. Verbleibt Winddruck im Segel rollt man sich den Segelbauch in den Mast und die Segellatten legen sich spiralf\u00f6rmig um die Spindel. All das macht das aufgerollte Segel dicker in der r\u00e4umlich begrenzten Mastkammer. Mit entsprechendem Kraftaufwand gelingt es zwar immer, das Gro\u00df in den Mast zu drehen, nur am n\u00e4chsten Tag kommt es nicht mehr heraus, da man unkonzentriert gearbeitet hat und sich das dick aufgerollte Segel in der Mastkammer festklemmt. Mit etwas \u00dcbung passiert das vielleicht noch in 1-2% aller F\u00e4lle und nach \u00e4rgerlichen 30 Minuten haben wir das Gro\u00df vor-und-zur\u00fcck immer noch heraus bekommen. Ob man das Rollgro\u00df oder das traditionelle Gro\u00df mit Lazy Jacks und 3 festen Reffstufen bevorzugt, mag also jeder f\u00fcr sich entscheiden.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Segeln im Passat mit lang andauernden Raumschotskursen hatten wir einen Parasailor von 125 m\u00b2 dabei. Wir setzten ihn klassisch mit Spibaum und 2 Leinen. Die Herstellerfirma empfiehlt auch die einfachere Nutzung ohne Spibaum, vergleichbar einem weit ausgestellten und durch den waagerecht integrierten Kite nach au\u00dfen gestreckten Genacker. Bei m\u00e4\u00dfigem Wind hat letztere Konfiguration den Vorteil des einfacheren Aufbaus ohne Spibaum. Der klassische Aufbau mit Spibaum ist wesentlich arbeitsintensiver, erm\u00f6glicht es aber, bei auffrischendem Wind den Parasailor perfekt symmetrisch vor den Bug zu trimmen und ohne anluvenden Effekt auf genauen Vorwind-Kurs zu gehen. So wurden wir einst auf dem Nordatlantik des Nachts von einem Squall \u00fcberrascht, der pl\u00f6tzlich Windgeschwindigkeiten von 27 knoten mitbrachte. F\u00fcr eine \u00fcberraschte 2-Personen-Crew auf einer Einrumpf-Yacht blieb nur wenig Handlungsm\u00f6glichkeit. Wir gingen vor den Wind. Das Schiff hob den Bug leicht aus dem Wasser und beschleunigte durchgehend auf 11 knoten. Erfreulicherweise luvte die Yacht nicht an. Was w\u00e4ren wir jetzt froh gewesen, wenn dieses Segel dort vorne nicht gestanden h\u00e4tte. Nach etwa 20 Minuten ist der Squall durchgezogen, der Wind verringert sich und wir gehen wieder auf unseren urspr\u00fcnglichen Kurs. Der Parasailor hat die Belastung ohne jede Besch\u00e4digung \u00fcberstanden. Aber kann man sich sicher sein, dass Mast und Achterstag dies ebenfalls tun? Von da an, haben wir den Parasailor nicht mehr \u00fcber Nacht durchstehen lassen. Am Tage kann man das heraufziehende schlechte Wetter besser erkennen und das Segel rechtzeitig bergen. Insgesamt hat uns der Parasailor einige gute Etmale geschenkt. Wenn er erst einmal steht, muss er nicht st\u00e4ndig getrimmt werden. Die Selbststeueranlage kann das Schiff steuern. Bis dahin ist aber insbesondere bei Nutzung des Spibaums in der Vorbereitung einige Arbeit zu leisten. Bei kurzen Distanzen, stark wechselnden Kursen und unbest\u00e4ndigem Wetter \u00fcberlegt sich eine 2-Personen-Crew, ob es sich lohnt, nur kurzzeitig den Parsailor zu setzen. Alternativ w\u00fcnschten wir uns vor dem Genua-Vorstag ein gr\u00f6\u00dferes, relativ bauchiges aber noch vom Cockpit aus einrollbares Vorsegel, z.B. einen Code Zero. Wir sind uns sicher, dass wir ein solches Segel viel h\u00e4ufiger genutzt h\u00e4tten auch wenn es sich dabei wie immer um einen Kompromiss handelt.<\/p>\n<p>Sehr lange Distanzen im Passat sind wir allein unter unserer weit \u00fcberlappenden Genua, ohne Gro\u00dfsegel gefahren. Die Genua kann dann frei angestr\u00f6mt werden und f\u00e4llt auch bei tiefen Kursen nahe Vorwind nicht ein. Auf Grund der verringerten Segelfl\u00e4che ist dieses Segeln erst ab 16 knoten Wind m\u00f6glich. Die Passatwinde erreichten jedoch h\u00e4ufig diese oder eine h\u00f6here St\u00e4rke. Die Schiffsgeschwindigkeit betrug dann 6 oder 6,5 knoten. Damit waren wir immer zufrieden. Frischt der Wind wesentlich auf, kann die Segelfl\u00e4che der Genua leicht stufenlos eingerollt werden. Nur unter Genua in die Nacht zu fahren, vermittelte uns immer ein sicheres Gef\u00fchl.<\/p>\n<p>Der Langfahrtsegler liegt mindestens 75 % der Zeit in Ankerbuchten oder H\u00e4fen. Dabei dominieren die Ankerbuchten. Man macht einen Tagesausflug mit dem Mietwagen, unterdessen wird der Ankerplatz von einem Gewitter mit heftigen Windb\u00f6en heimgesucht. Ein gut dimensioniertes Ankergeschirr ist deshalb von \u00fcberragender Bedeutung f\u00fcr die Sicherheit des Schiffes. Die Flying Dog hat ein im Bootsschein eingetragenes Schiffsgewicht (Verdr\u00e4ngung) von 9,2 Tonnen. Mit Langfahrt-Zuladung gingen wir von einem Gesamtgewicht von 10,6 Tonnen aus. Dazu passend fuhren wir einen 25 kg schweren Rocna-Anker in der Bugrolle mit 70 m verzinkter Kette von 10 mm Dicke im Ankerkasten. Dieses Geschirr hat uns nie im Stich gelassen. Nicht gerade bei einem Hurrican aber in allen anderen F\u00e4llen liegt das Schiff recht sicher, wenn eine Kettenl\u00e4nge von 5-facher Berechnungstiefe gesteckt ist. Dabei gehen wir von einem angemessen haltenden Ankergrund aus, am besten feiner Sand. Die Berechnungstiefe ist der senkrechte Abstand vom Meeresgrund bis zur Bugrolle des Schiffes. Damit konnten wir bis zu einer Berechnungstiefe von 14 m sehr sicher liegen. In der S\u00fcdsee werden diese Tiefen h\u00e4ufig erreicht. In der Karibik haben wir in Ankerbuchten oft Berechnungstiefen von nur 10 m angetroffen. F\u00fcr eventuelle Verl\u00e4ngerung des Ankergeschirrs hielten wir noch 30 m lange, 20 mm dicke Polyamid-Leinen (Nylon) mit eingespleissten, hochbelastbaren Edelstahl-Sch\u00e4keln von 12 mm Dicke bereit. Der Einsatz dieser Verl\u00e4ngerungen war jedoch in 5-j\u00e4hriger Reisezeit nur in sehr wenigen Ausnahmef\u00e4llen notwendig. Als Zweitanker hatten wir einen Cobra-Anker von 20 kg dabei, den wir unter Deck stauten. Wir setzten ihn gelegentlich in der S\u00fcdsee als Heckanker ein, wenn in einer gesch\u00fctzten aber eng belegten Hafenbucht mit geringem Schwoje-Raum zu ankern war oder die Yacht aus Komfortgr\u00fcnden exakt gegen den einlaufenden Schwell ausgerichtet werden sollte. Ansonsten stand der Zweitanker nur auf Abruf, falls es am Hauptanker zu Problemen kommt oder man sich gegen einen bevorstehenden Sturm in einer geeigneten Ankerbucht mit 2 V-f\u00f6rmig am Bug seew\u00e4rts ausgebrachten Ankern und 2 langen Heckleinen zum Land verschanzen muss. Erfreulicherweise sind wir nie in diese Situation gekommen. Dennoch geh\u00f6rt ein belastbarer Zweitanker immer zur notwendigen Ausr\u00fcstung einer Yacht.<\/p>\n<p>Elektrische Energie ohne Landanschluss erzeugten wir mit Hilfe zweier Solarpaneele von jeweils 75 Watt und eines Windgenerators von maximal 400 Watt, wobei all diese Werte nur bei g\u00fcnstigsten Bedingungen erreicht wurden. Au\u00dferdem konnten wir die Batterien durch einen tragbaren Benzingenerator von 1000 Watt \/ 220 Volt und \u00fcber den Generator des Schiffsdiesels laden. Am Ankerplatz war der dauernde Betrieb des K\u00fchlschranks der gr\u00f6\u00dfte Stromverbraucher. Auch tropische N\u00e4chte sind sehr warm. Mit dem Windgenerator und den Solarpaneelen konnten wir in der Regel am Ankerplatz eine ausgeglichene Energiebilanz erzielen. Wir ben\u00f6tigten dazu keine fossilen Brennstoffe. In Ausnahmef\u00e4llen mit Regen und wenig Wind musste t\u00e4glich mit dem Benzingenerator nachgeladen werden. Auf Langfahrt unter Segeln war die Energiebilanz regelm\u00e4\u00dfig nicht mehr ausgeglichen, da der Betrieb der elektrischen Selbststeueranlage und der Navigationselektronik hinzu kam. Hier musste mindestens einmal t\u00e4glich der Benzingenerator f\u00fcr eine Stunde eingesetzt werden. Wir empfehlen deshalb, die Kapazit\u00e4t der Energieerzeugung, insbesondere die Fl\u00e4che der ger\u00e4uschlos arbeitenden Solarpaneele deutlich zu erh\u00f6hen. Dies muss jedoch im Rahmen eines Gesamtkonzeptes mit ebenfalls erh\u00f6hter Batteriekapazit\u00e4t erfolgen. Wir hatten au\u00dfer der separaten Starterbatterie eine Batteriekapazit\u00e4t von 420 Ah an Bord. Gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig h\u00e4tten wir uns diesen Wert verdoppelt gew\u00fcnscht. Die Kostenentwicklung bei Lithium-Ionen-Batterien sollte beobachtet werden. Dieser Batterietyp vereinigt hohe Speicherkapazit\u00e4t mit geringem Volumen und h\u00e4lt l\u00e4nger. Die Anschaffungskosten waren jedoch bisher abschreckend hoch.<\/p>\n<p>In Panama kam ein Wassermacher der Herstellerfirma EchoTec mit einer Leistung von 50 Liter\/h an Bord, da wir h\u00f6rten, die Versorgung mit frischem Trinkwasser sei im S\u00fcdpazifik nicht gew\u00e4hrleistet. Letzteres hat sich \u00fcberwiegend nicht best\u00e4tigt. Auch die S\u00fcdsee ist heute nicht mehr aus der Welt und es ist durchaus m\u00f6glich, auch ohne Wassermacher dort auf Langfahrt zu gehen. Das Produkt EchoTec ist ohne Druckr\u00fcckgewinnung etwas einfacher gestaltet und sehr betriebssicher. Wir konnten die Anlage dank guter Beschreibung mit mittlerem handwerklichen Geschick selbst einbauen. Die Anlage hat immer st\u00f6rungsfrei gearbeitet. Voraussetzung ist, dass man genau das tut, was in der Betriebsanleitung steht. Insbesondere muss die Anlage mindestens alle 3-4 Tage benutzt werden, sonst setzt sich die Filtermembran zu. F\u00fcr l\u00e4ngere Stillstandszeiten muss die Anlage konserviert werden. F\u00fcr unsere Bed\u00fcrfnisse h\u00e4tte wohl auch eine Anlage mit 40 Liter\/h ausgereicht. Der Komfortgewinn durch einen Wassermacher ist nat\u00fcrlich erheblich. Alternativ muss man am Ankerplatz liegend 5 St\u00fcck Wasserkanister von gut 20 Litern in das Beiboot laden, zur Wasserzapfstelle an Land fahren, zur\u00fcck am Schiff die Kanister an Bord heben und in die Tanks f\u00fcllen. Bei fast leeren Tanks ist das dreimal auszuf\u00fchren. Das mit dem Wassermacher gewonnene Wasser ist trinkbar, bakterien- und virenfrei und hat einen guten Geschmack.<\/p>\n<p>Die Flying Dog hatte einiges an Navigationselektronik zu bieten. Aus unserer Sicht war das sendef\u00e4hige AIS-Ger\u00e4t ein gro\u00dfer Zugewinn an Sicherheit. Es gew\u00e4hrleistet, dass man am Tage und in der Nacht nicht nur Berufsschiffe und heutzutage auch viele Yachten \u00fcber weite Distanzen sieht sondern vor allem auch von ihnen gesehen wird. Insbesondere werden Kurs und Geschwindigkeit anderer Schiffe unmittelbar und detailliert angezeigt. Bei Ann\u00e4herung ert\u00f6nt ein Alarm. Die Auswertung der genauen Anzeigen erfolgt viel leichter und schneller als dies mit Radar m\u00f6glich w\u00e4re. Mit guten elektronischen Seekarten auf dem GPS-Kartenplotter und einiger Vorsicht kann man durchaus eine Langfahrt auch ohne Radar erfolgreich durchf\u00fchren. Mit einem Radarger\u00e4t kauft man sich aber vor allem des Nachts oder bei Nebel in abgelegenen Gebieten zus\u00e4tzliche Sicherheit. Die GPS-Position stimmt in der Regel, doch die im Kartenplotter sichtbare Seekarte kann auf Grund fehlender technischer M\u00f6glichkeiten in einigen Staaten und Bereichen um mehrere 100 m versetzt oder falsch vermessen sein. Beispielsweise kann dann mit Radar die enge, n\u00e4chtliche Passage zwischen zwei unbeleuchteten Inseln quasi-optisch kontrolliert und Abst\u00e4nde festgestellt werden. Vor der nordafrikanischen K\u00fcste trafen wir auf viele lokale Fischerboote, die weder beleuchtet waren noch \u00fcber ein AIS-Ger\u00e4t verf\u00fcgten. Sie waren des Nachts nur auf dem Radarschirm sichtbar. Weltweite Wetterberichte erhielten wir als kostenlose Grib-Files per E-Mail von NOAA aus den USA. Die Mails gingen \u00fcber unser Iridium Satellitentelefon ein, das wir mit unserem Laptop verbunden hatten. Um die \u00fcbertragene Datenmenge zu reduzieren, konnte das Vorhersage-Gebiet bed\u00fcrfnisgerecht von uns gew\u00e4hlt werden. Der Empfang auf hoher See funktionierte zufriedenstellend. Au\u00dferdem konnten wir so auch unsere privaten Mails versenden. Eine Kurzwellenfunkstelle betrieben wir nicht. Wir hatten lediglich einen KW-Empf\u00e4nger dabei. Eine Kurzwellenfunkstelle haben wir nicht vermisst.<\/p>\n<h3>Schiffsverkauf\u00a0 in Bundaberg\u00a0 15.12.2016 &#8211; 14.04.2017<\/h3>\n<p>Am 15.12. treffen wir wieder in der Bundaberg Port Marina ein. W\u00e4hrend unserer Abwesenheit gab es in Bundaberg erfreulicherweise weder schweren Sturm noch eine tropische Zyklone. Die Flying Dog liegt wohlbehalten am Schwimmsteg. Mittel- und Vordeck sind immer noch mit Planen abgedeckt. Das Schiffsinnere ist v\u00f6llig trocken. Im Schiff herrschen belastende 35 Grad Celsius. Wir entfernen die Planen und \u00f6ffnen alle Luken, um die Temperatur etwas zu verringern. Die Tagestemperatur in Bundaberg betr\u00e4gt jedoch etwa 32 Grad. Wir m\u00fcssen uns anpassen.<\/p>\n<p>In den folgenden Tagen befestigen wir die Ausr\u00fcstung wieder an Deck, ziehen die Genua in das Vorstag ein und bringen alle notwendigen Decksleinen aus. Danach nehmen wir Kontakt mit einem Gutachter und einem Broker auf, die den Schiffswert feststellen bzw. beim Ausf\u00fcllen der Importpapiere behilflich sein sollen. <span lang=\"de-DE\">Unser Entschluss, die Flying Dog jetzt zu verkaufen, steht fest, obwohl uns noch ein Neuseel\u00e4nder vom Nachbarsteg warnend zuruft: \u201eYou can not sell your dream!\u201d<\/span><span lang=\"en-US\">.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Fast 5 Jahre haben wir nun jeweils den gr\u00f6\u00dften Teil des Jahres auf dem Schiff gelebt und mehr als die halbe Erde umrundet. Ein Blick auf unsere Fotosammlung zeigt uns, welch gro\u00dfartige Dinge wir auf unserer Reise gesehen und erlebt haben. Urspr\u00fcnglich wollten wir noch \u00fcber die Solomon Inseln, Papua Neu-Guinea, durch die Torres Stra\u00dfe nach Indonesien, Singapur und Malaysia fahren. Doch der dortige Schiffsverkauf w\u00e4re wohl schwieriger als in Australien. In der malaysischen Freihandelszone Langkawi warten schon sehr viele Yachten l\u00e4ngere Zeit auf einen K\u00e4ufer. Im Falle des m\u00f6glichen Scheiterns w\u00fcrde die R\u00fcckreise mit der Flying Dog ins Mittelmeer durch das durch Piraten gef\u00e4hrdete Rote Meer f\u00fchren, alternativ \u00fcber lange Distanzen im Indischen Ozean mit vorherrschenden Gegenwinden um das s\u00fcdafrikanische Kap der guten Hoffnung, dann \u00fcber den S\u00fcdatlantik zur Insel St. Helena, Brasilien, Karibik, Bermuda, Azoren und \u00fcber die Stra\u00dfe von Gibraltar von Westen ins Mittelmeer. Beide Alternativen gefallen uns nicht. Vor allem Biggi m\u00f6chte diese Risiken nicht mehr eingehen. Was wir nach unserer Ankunft in Deutschland machen werden, diese Frage bleibt derzeit offen. Zun\u00e4chst planen wir nach erfolgreichem Schiffsverkauf eine gro\u00dfe Rundreise mit dem Wohnmobil durch Australien. Doch zuvor m\u00fcssen wir uns mit den in Australien geltenden Einfuhrbestimmungen f\u00fcr Yachten auseinandersetzen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In Australien sind 5% Zoll und 10% Mehrwertsteuer auf den Schiffswert schon abschlie\u00dfend zu bezahlen, wenn die Yacht erstmalig zum Verkauf angeboten wird. Da der Verkauf zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgt ist, muss der Verk\u00e4ufer einen zugelassenen Gutachter beauftragen und bezahlen, um den Schiffswert verbindlich festzustellen. Unsere Hoffnung auf einen in diesem Verfahren sehr herabgesetzten Schiffswert erf\u00fcllt sich auch nach Verhandlung nur in geringem Ma\u00dfe. Sollte der Verkauf scheitern, w\u00e4ren alle bereits geleisteten Zahlungen verloren und w\u00fcrden nicht r\u00fcckerstattet. Wer sein Schiff nach Australien importiert, muss es danach auch schnellstm\u00f6glich dort verkaufen. Ein sinnvolles Zur\u00fcck gibt es nicht mehr. Zudem sind die mehr als 15 % des Schiffswertes vorzuschie\u00dfen, kein geringer Betrag. Wann sp\u00e4ter der Verkauf gelingen und der hoffentlich angemessene Kaufpreis flie\u00dfen wird, wissen wir jetzt noch nicht. Wir riskieren es dennoch, wenn auch mit gemischten Gef\u00fchlen. Am 17.01. haben wir alles bezahlt und erhalten von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden eine Mail, in der der erfolgte Import des Schiffes best\u00e4tigt wird. Der Broker, der f\u00fcr uns die Importformulare vorbereitet hat, bietet uns auch seine Dienste f\u00fcr den Verkauf des Schiffes an. Er m\u00f6chte daf\u00fcr 7,5 % des Verkaufspreises absch\u00f6pfen. Am 24.02. setzen wir deshalb ohne weitere fremde Hilfe die Flying Dog mit Fotos und Beschreibung in ein australisches Internet-Verkaufsportal. Diverse Sch\u00f6nheitsreparaturen, wie neue Spiegel und Accessoires in den WC-R\u00e4umen, Streicharbeiten, Ersatz einiger Fensterdichtungen und neue Bekleidung eines Steuerrads sind bis dahin bereits von uns erledigt. Wird sich das im erzielbaren Verkaufspreis niederschlagen? Kann das Schiff dadurch schneller verkauft werden? Wir k\u00f6nnen nur optimistisch sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zwischenzeitlich haben wir unsere Klappr\u00e4der aufgebaut und fahren h\u00e4ufig in die n\u00e4chste kleine Ortschaft, nach Burnett Heads. Wir kaufen dort ein und besuchen das \u00f6rtliche Caf\u00e9. Auf der Fahrt und im Ort begegnen uns regelm\u00e4\u00dfig K\u00e4ngurus, die in Gruppen grasfressend die Gegend durchstreifen. Die hier ans\u00e4ssige, graue Art kann \u2013 aufgerichtet \u2013 die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe eines mediterranen Menschen erreichen. An anderen Orten gibt es auch kleinere Arten, wie die Wallabies und die gelbf\u00fc\u00dfigen Felsenk\u00e4ngurus, w\u00e4hrend die roten Riesenk\u00e4ngurus aus Zentralaustralien nur geb\u00fcckt durch einen T\u00fcrrahmen passen. Verkehrssicher sind sie alle nicht und k\u00f6nnen einem blitzschnell vor das Auto springen. In der Regel sind die Tiere friedlich und sehen eher niedlich aus. Kommt man jedoch dem kr\u00e4ftigen Bullen mit dem dicken Hodensack so nahe, dass er sich bedr\u00e4ngt f\u00fchlt, kann er angreifen. K\u00e4ngurus kratzen einem mit ihren Krallen Brust und Leib auf, bis der Blutverlust zum Tode f\u00fchrt. Wir n\u00e4hern uns deshalb nur auf Fotodistanz und die Tiere erkennen unsere friedliche Absicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Weiter mit dem Fahrrad entlang der K\u00fcste erreichen wir Bargara, einen Ferienort mit Str\u00e4nden, Ferienwohnungen, Caf\u00e9s und Restaurants, geeignet f\u00fcr den Lunch. Nochmals einige Kilometer weiter erreichen wir den gro\u00dfen Sandstrand von Mon Repos. Am sp\u00e4ten Abend besuchen wir diesen Ort ein zweites Mal, denn dann kommen dort im Januar die gro\u00dfen Seeschildkr\u00f6ten aus dem Meer, um am Strand eine Vertiefung auszuheben, in die sie ihre Eier ablegen. Zugleich schl\u00fcpfen um diese Zeit bereits junge Schildkr\u00f6ten aus anderen Gelegen und machen sich im Schutze der Nacht auf den Weg ins Meer. Ranger weisen uns den Weg zu den Gelegen. Wir sind von dem Naturschauspiel tief beeindruckt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Marina lernen wir Vanessa und Ian kennen, die dort auf einer gro\u00dfen Motoryacht leben. Gemeinsam mit ihnen machen wir Ausfl\u00fcge unter anderem durch die ausgedehnten Zuckerrohrfelder nach Bundaberg zum Tierpark, Botanischen Garten und zur Rum-Destillerie, in der der Bundaberg Rum hergestellt wird. Obwohl hier produziert, kostet er leider wegen hoher Steuern doppelt so viel, wie Produkte gleicher Qualit\u00e4t in Deutschland. Wir beschr\u00e4nken uns auf eine Flasche. Vanessa reicht uns eine bereits aufgebrochene Krabbe, die sie selbst in einem Krabbenkorb im Fluss gefangen hat. Die Krabbe schmeckt vorz\u00fcglich. Sie helfen uns vielfach und unsere gemeinsamen Unternehmungen machen immer viel Spa\u00df. Wir schlie\u00dfen dauerhaft Freundschaft.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auf dem lebendigen Sonntagsmarkt kaufen wir einige der zur Zeit hier erntereifen Dragon Fruits. Die vitaminreichen tropischen Fr\u00fcchte sehen fantasievoll aus und schmecken etwas s\u00fc\u00dfer als Kiwis. Abends treffen wir uns regelm\u00e4\u00dfig mit anderen Seglern in der Cruisers Cove an der Marina oder gehen mit ihnen im Burnett Heads Hotel w\u00f6chentlich essen zum Preise 2 f\u00fcr 1, allerdings mit reichlich Getr\u00e4nken dann mehr als gedacht. Nach der zweiten Runde Bier kommt erheblich Stimmung auf und wir verstehen dann vielleicht noch 20% der in Australien gesprochenen Sprache, die dem Englischen \u00e4hnelt. Andern Tags f\u00e4ngt Jim, unser Stegnachbar, einen gro\u00dfen Flat Head mit Rute und Wobbler direkt am Schwimmsteg. Er l\u00e4dt uns zum Essen auf sein Schiff ein, wir bringen die Beilagen und genie\u00dfen den Abend. Mit Schlangen muss man in Australien stets rechnen. Ian und Vanessa finden pl\u00f6tzlich eine kleinere an Bord ihres Schiffes. Eine gr\u00f6\u00dfere Python h\u00e4lt zwischen Bauschutt ein Verdauungsschl\u00e4fchen. Wir beobachten auch eine Wasserschlange, die ohne Hast das Hafenbecken durchschwimmt. Der Australier reagiert darauf gelassen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Drei Stunden nach Ver\u00f6ffentlichung der Verkaufsanzeige kommen die ersten Anfragen von Interessenten. Haben wir das Schiff zu preiswert angeboten? Wir werden mit uns zuvor unbekannten australischen Regeln konfrontiert. So m\u00fcssen alle Wanten und Stagen des Riggs, unabh\u00e4ngig von ihrem tats\u00e4chlichen Zustand, nachweislich alle 10 Jahre komplett erneuert werden, sonst wird das Schiff von allen besseren Versicherungen nicht versichert. Es handelt sich um eine Absprache zwischen diesen Versicherungen und der australischen Industrie. Unser Rigg ist 12 Jahre alt. Gesch\u00e4tzte Kosten: 14.000 australische Dollar. Die nach europ\u00e4ischer Norm gefertigte Gasinstallation einschlie\u00dflich Herd und Backofen muss grunds\u00e4tzlich weggeworfen und nach australischer Norm neu hergestellt werden. Kosten laut Handwerker-Angebot: zwischen 4.000 und 5.000 australischen Dollar. Weitere Anforderungen sind dagegen Kleinigkeiten. Einige Interessenten verlangen deshalb einen Nachlass von 20.000 australischen Dollar. Sie versuchen uns mit einer Vielzahl von Anforderungen, Normen und Gesetzen so zu verunsichern, dass wir das Schiff am Ende verschleudern. Unter unseren ausk\u00f6mmlichen Mindestpreis gehen wir jedoch nicht. Schlie\u00dflich sind wir aber froh, mit Mike und Lyn ein sehr sympathisches Ehepaar aus Southport gefunden zu haben, das am 28.03. den von uns aufgesetzten Kaufvertrag unterzeichnet. Gemeinsam mit ihnen wollen wir zu Ostern, ab dem 14.04. die Flying Dog nach Southport \u00fcberf\u00fchren. Dort soll noch eine Gutachter-\u00dcberpr\u00fcfung des Unterwasserschiffes, das hei\u00dft von Rumpf, Kiel und Ruder stattfinden und bei positivem Ausgang das Schiff dem K\u00e4ufer \u00fcbergeben werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Saison, in der die Ostk\u00fcste Australiens von tropischen Zyklonen heimgesucht werden kann, dauert statistisch gesehen von November bis April einschlie\u00dflich. In dieser Saison hat es bisher keine Zyklone an der Ostk\u00fcste gegeben. Nun trifft der Wirbelsturm Debbie einige hundert Kilometer n\u00f6rdlich von Bundaberg auf Land und verursacht dort Verw\u00fcstungen und \u00dcberschwemmungen. Landeinw\u00e4rts dreht er nach S\u00fcden und nimmt erneut Kurs auf die offene See. Dabei soll er am 29.03. direkt \u00fcber Bundaberg hinwegziehen. Vorteilhaft ist lediglich, dass er sich \u00fcber Land etwas abschw\u00e4cht und laut Vorhersage auf ein schweres Sturmtief zur\u00fcck gestuft wird. Uns geht durch den Kopf, dass die Schiffs\u00fcbergabe noch nicht stattgefunden hat. Wir sind besorgt, dass der Sturm die Flying Dog besch\u00e4digen k\u00f6nnte oder sich durch den Starkregen im Burnett River eine so rei\u00dfende Str\u00f6mung aufbaut, dass die Schwimmstege der Marina aus ihren Verankerungen gerissen werden. Letzteres f\u00fchrt in der Regel zum Totalverlust der daran befestigten Schiffe. Auch wenn nur einzelne Schiffe sich losrei\u00dfen, k\u00f6nnen sie mit der Flying Dog kollidieren und sie am Steg h\u00e4ngend versenken. Werden nun all unsere Bem\u00fchungen doch noch zu Nichte gemacht?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wir sichern die Flying Dog mit doppelten Festmacherleinen und zus\u00e4tzlichen Abspannungen, bauen das Sonnenverdeck ab und laschen alle beweglichen Teile auf Deck fest. Dann zieht der Kern des Sturmtiefs durch. Vor dem H\u00f6hepunkt des Sturmes verbunden mit peitschendem Regen ruft die Hafenverwaltung alle Schiffsbesatzungen in einem Schutzraum zusammen. Wir m\u00fcssen die Flying Dog ihrem Schicksal \u00fcberlassen. Auf dem Weg zum Schutzraum versucht der Sturm uns zu Boden zu werfen oder uns vom Steg zu dr\u00e4ngen. Wird die T\u00fcr zum Schutzraum kurz ge\u00f6ffnet, kommen gleich einige Eimer Wasser mit in den Raum, in dem sich die durchn\u00e4ssten Menschen sammeln. Nach zwei Stunden ist der Tiefdruckkern durchgezogen und die Situation verbessert sich langsam. Wir kehren zur Flying Dog zur\u00fcck. Sie hat bravour\u00f6s durchgehalten und keine nennenswerten Besch\u00e4digungen davon getragen. Die Str\u00f6mung im Burnett River hat sehr zugenommen. Es gelingt ihr aber nicht, die Schwimmstege loszurei\u00dfen, deren Befestigungen nach den verheerenden Besch\u00e4digungen durch eine tropische Zyklone vor einigen Jahren verst\u00e4rkt wurden. Wir sind froh, dass f\u00fcr uns alles gut ausgegangen ist. In vielen anderen Landesteilen dauert es noch lange, bis die \u00dcberschwemmungen zur\u00fcck gegangen sind.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Zum 14.04. machen wir die Flying Dog seeklar f\u00fcr die \u00dcberf\u00fchrung nach Southport. Mike und Lyn, die uns begleiten werden, treffen morgens ein und um 11.00 h verlassen wir die Marina, in der unser geliebtes Schiff nun gut 7 Monate gelegen hat.<\/p>\n<h3>Singapur 03.09. &#8211; 05.09.2016<\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Kurz nach Mitternacht treffen wir in Singapur ein. Ein Taxi bringt uns zum vorgebuchten, kleinen Hotel am Rande des Stadtbezirks \u201eLittle India\u201c. Wenige Stunden sp\u00e4ter geht die Sonne auf und wir suchen uns ein chinesisches Fr\u00fchst\u00fccksrestaurant im Jalan Besar District. Das Fr\u00fchst\u00fccksmen\u00fc d\u00fcrfen wir uns aus einem Sortiment kleiner N\u00e4pfe selbst zusammenstellen. Besonders interessant eine w\u00fcrzige, rote Sauce mit Fleischeinlage. Biggi zieht mit ihren Essst\u00e4bchen aus der Sauce eine H\u00fchnerkralle heraus, eine chinesische Spezialit\u00e4t, die man komplett in den Mund steckt, um dort Haut und etwas Muskelfleisch abzul\u00f6sen. Zusammen mit der roten Sauce ist das Gericht sehr pikant. Daneben gibt es gro\u00dfe Krabben und diverse Gem\u00fcse mit schmackhaften Saucen. Getrunken wird schwarzer, stark ges\u00fc\u00dfter Tee.<br \/>\nSo gest\u00e4rkt, erkunden wir Little India mit diversen Tempeln unterschiedlicher Glaubensrichtungen und einem lebendigen Stra\u00dfenbild. Uns beeindruckt die Vielfalt der Bev\u00f6lkerungsgruppen, die hier zusammen leben: Inder, Malaien, Chinesen, Araber, Europ\u00e4er. Nach l\u00e4ngerem Rundgang kehren wir erst einmal in ein indisches Restaurant zum Lunch ein, wohlschmeckend aber scharf. Nirgendwo liegen Papier oder Abf\u00e4lle auf der Stra\u00dfe. Das Wegwerfen von Abf\u00e4llen im \u00f6ffentlichen Raum steht unter hohen Strafen. Auf den Besitz von Drogen steht sogar die Todesstrafe.<br \/>\nSingapur (Sanskrit: &lt;L\u00f6wenstadt&gt;) liegt an der S\u00fcdspitze der Malaiischen Halbinsel. Ein sehr schmaler Meeresarm trennt es von Malaysia. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Insel ist st\u00e4dtisch bebaut. Hier leben ca. 3,0 Mio. Einwohner. Bereits im 14. Jahrhundert lag Singapur im Mittelpunkt der Handelsstra\u00dfe zwischen Arabien, Indien und China. Es wurden Schiffsz\u00f6lle erhoben. Teilweise gab es Piraterie. Singapur liegt nahe des \u00c4quators und besitzt ganzj\u00e4hrig ein feucht-warmes Klima. Fr\u00fchere Mangrovengebiete und S\u00fcmpfe sind heute weitgehend verschwunden. Malariam\u00fccken sind praktisch nicht mehr vorhanden. Mit Ankunft des Engl\u00e4nders Sir Stamford Raffles im Jahre 1819 begann der Wandel zur multikulturellen, wirtschaftlichen und finanzpolitischen Drehscheibe. Sicherheit, Sauberkeit, stabile Regierung und perfektes Funktionieren machen den Stadtstaat zur Schweiz Asiens. Gesch\u00e4ftssinn ist in der Bev\u00f6lkerung vorhanden. Mindestens 130 Banken und ein betriebsamer Hafen erwirtschaften Eink\u00fcnfte. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt um 1870 und der Er\u00f6ffnung des Suezkanals 1869 wurde Singapur der bedeutendste Hafen zwischen Europa und Ostasien. 1965 erlangte Singapur die vollst\u00e4ndige Unabh\u00e4ngigkeit von England.<br \/>\nAm Nachmittag fahren wir mit der modernen und sauberen U-Bahn in den S\u00fcden der Stadt. Eine Fahrkarte am Automaten zu l\u00f6sen erscheint uns einfacher und \u00fcbersichtlicher als die entsprechende Aktion im Verkehrsverbund-Rhein-Ruhr. In den Gardens By The Bay \u00fcberrascht uns ein Ensemble monumentaler, k\u00fcnstlicher B\u00e4ume, an denen andere Pflanzen empor ranken. Ebenso beeindruckt uns anschlie\u00dfend die Bebauung auf den Marina Bay Sands mit exklusivem Shopping Center und dem Arts-Science-Museum. Eine Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke aus Edelstahl in der Form einer Helix schwingt sich \u00fcber die Marina Bay. Offensichtlich freut sich Singapur daran, seine dynamische Entwicklung auch architektonisch zu versinnbildlichen. Die in Deutschland oft gebrauchte Formulierung: \u201eGeht das nicht auch einfacher?\u201c ist hier fremd. Das Geld daf\u00fcr wird bereit gestellt.<br \/>\nTags darauf besichtigen wir Chinatown mit seinen Schmuck-L\u00e4den und Marktst\u00e4nden f\u00fcr Touristenbedarf, Gem\u00fcse und f\u00fcr alles andere, das es auf der Welt gibt. Wir erwerben chinesische Lampions in der Form eines Gl\u00fccksfisches und eines Pferdes. An mehreren Stellen umgibt uns der strenge Geruch der bei Einheimischen beliebten Durian-Frucht. Aus einem Kiosk heraus verkauft ein Bayer den Bewohnern Singapurs frische Salzbrezeln, hier eine exotische Spezialit\u00e4t. Wir entscheiden uns an anderer Stelle f\u00fcr Peking-Ente. Sp\u00e4ter besuchen wir allerdings ein Caf\u00e9-Haus am Ann Siang Hill Park. Caf\u00e9-H\u00e4user gibt es in Singapur selten. Hier sitzen einige Touristen und beg\u00fcterte B\u00fcrger Singapurs, die das f\u00fcr sie fremdl\u00e4ndische Flair genie\u00dfen. Dann geht es weiter zu den Wolkenkratzern des Bankenviertels und entlang der Uferpromenade des Singapore Rivers mit Blick auf den Colonial District am anderen Ufer. Zum Tagesabschluss trinken wir dort zwei orts\u00fcbliche Tiger-Biere. Unser Singapur-Besuch neigt sich damit seinem Ende zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<h3>Neu Kaledonien bis Ankunft Australien 03.08. &#8211; 02.09.2016<\/h3>\n<p>Nun liegen wir seit dem 23.07. wieder an der Mooringtonne vor dem Yachtclub in Port Vila, der Hauptstadt Vanuatus und warten auf gutes Wetter f\u00fcr die \u00dcberfahrt nach Neu Kaledonien. Der Generalkurs daf\u00fcr ist 190 Grad also S\u00fcds\u00fcdwest. Die Winde im Seegebiet zwischen Neu Kaledonien und Vanuatu kommen regelm\u00e4\u00dfig aus S\u00fcdost und brisen h\u00e4ufig auf 5 Beaufort auf, verbunden mit entsprechendem Seegang. Wir wollen den unkomfortablen Kurs hoch am Wind vermeiden und warten auf die Vorhersage mehr \u00f6stlicher Winde f\u00fcr gut 2 Tage, denn bis zum S\u00fcdkap von Grande Terre, der Hauptinsel Neu Kaledoniens sind etwa 290 Seemeilen zur\u00fcck zu legen.<br \/>\nPort Vila werden wir nur schweren Herzens verlassen und denken auch an die sch\u00f6nen Stunden zur\u00fcck, die wir zur Happy Hour beim Seglertreff im Waterfront Restaurant erlebt haben. Am 02.08. dreht der Wind dann auf \u00f6stliche Richtung und wir beginnen am fr\u00fchen Morgen mit dem Ausklarieren. Zoll und Immigration liegen an entgegengesetzten Enden der Stadt und es wird abschlie\u00dfend noch eine \u201eHafengeb\u00fchr\u201c in H\u00f6he von 100 \u20ac je nach Aufenthaltsl\u00e4nge in Vanuatu verlangt. Akzeptiert wird nur Cash, so dass wir noch einmal zur Bank m\u00fcssen. Gegen 13.30 h sind wir endlich wieder am Schiff und k\u00f6nnen nun auslaufen.<br \/>\nAm Ausgang der gro\u00dfen Bucht vor Port Vila erwarten uns 5 Windst\u00e4rken. Der scheinbare Wind f\u00e4llt etwas vorlicher als querab ein und wir kommen gut voran. Dieser Wind begleitet uns einen Tag lang, dann beginnt er abzuflauen und dreht auf Nordost. Die Flying Dog l\u00e4uft jetzt nur noch langsam. Wir m\u00fcssen teilweise die Maschine zuschalten und passieren in der Nacht vom 03. auf den 04.08. die Durchfahrt unmittelbar s\u00fcdlich der Insel Lifou. Die Insel geh\u00f6rt zur Gruppe der Neu Kaledonien vorgelagerten Loyalit\u00e4tsinseln. Ein Einklarieren in Neu Kaledonien ist hier nur mit beschr\u00e4nkter Wirkung m\u00f6glich. Schon nach wenigen Tagen des Aufenthalts m\u00fcssten wir uns bereits beim Zoll in der Hauptstadt Noum\u00e9a auf Grande Terre einfinden, um den Vorgang abzuschlie\u00dfen. Wir wollen deshalb die vor\u00fcbergehend g\u00fcnstigen Wetterbedingungen nutzen, um Neu Kaledoniens S\u00fcdkap zu erreichen und verzichten auf den Besuch der Loyalit\u00e4tsinseln.<br \/>\nZum Schleppfischen lassen wir die 1,2 mm dicke, hochfeste Fischleine von unserer Handhaspel auslaufen. Als K\u00f6der verwenden wir heute einen 18 cm langen L\u00f6ffelblinker aus dickem Edelstahlblech. Nach einiger Zeit ruckt die Fischleine kurz an und wir versuchen die Angel einzuholen, um sie zu \u00fcberpr\u00fcfen. Vergeblich, denn nun gibt es den Biss eines kapitalen Fisches. Der Zug ist so stark, dass die d\u00fcnne Angelschnur in die Hand einschneidet und nach wenigen Sekunden nicht mehr festgehalten werden kann, gesch\u00e4tzte Belastung: 40 kg. Die schwarze, dreieckige R\u00fcckenflosse des Fisches wird an der Wasseroberfl\u00e4che sichtbar. Es ist ein kapitaler Haifisch. Er zwingt uns im Kampf, schnell weitere 5 m Fischleine von der Handhaspel ablaufen zu lassen. Im vor\u00fcbergehend nachlassenden Zug kommt er vom Haken frei und verschwindet in den Tiefen des Meeres. Sp\u00e4ter stellen wir fest, dass der K\u00f6der aus Edelstahl vollkommen verformt und zusammengebissen ist. Uns geht durch den Kopf, was wohl geschehen w\u00e4re, wenn sich die Fischleine beim schnellen Nachlassen um einen Finger gelegt h\u00e4tte. In solchen Situationen sind schon Finger abgeschnitten worden. Auf das erneute Ausbringen der Angel verzichten wir vorerst.<br \/>\nAm Abend des 04.08., mit Beginn der in diesen Breiten kurzen D\u00e4mmerung laufen wir in den Canal de la Havannah \u00f6stlich des S\u00fcdkaps ein. Wir sind froh, die Einfahrt in den Canal noch bei Tageslicht ansteuern zu k\u00f6nnen. Dann wird es dunkel und es beginnt zu regnen, verbunden mit schlechter Sicht. Der Verlauf des gewundenen Canals de la Havannah ist jedoch pr\u00e4zise in den Seekarten dargestellt und ausreichend betonnt, so dass die Durchfahrt bei Nacht m\u00f6glich ist. An einer Engstelle begegnet uns ein kommerzieller Schleppzug. Die Flying Dog und das Schleppfahrzeug tauschen fortlaufend und automatisch Informationen zu ihrer Position, Kurs und Geschwindigkeit \u00fcber das Automatische Schiffsidentifizierungssystem (AIS) aus. Damit ist eine sichere Passage des Schleppzuges in geringem Abstand m\u00f6glich. Gegen 21.00 h laufen wir mit langsamer Fahrt in die vollst\u00e4ndig unbeleuchtete Bay Ir\u00e9 auf der Nordseite der Ile de Quen ein und werfen den Anker. Hier sind wir bei zunehmendem, durchaus k\u00fchlen Regen gesch\u00fctzt vor dem nun aufbrisenden Wind. Am n\u00e4chsten Morgen fallen uns auf der Insel insbesondere die hohen Pinien zwischen den Palmen auf, die m\u00f6glicherweise von den europ\u00e4ischen Siedlern mitgebracht wurden. Die Natur unterscheidet sich von derjenigen in Vanuatu. Zwei N\u00e4chte liegen wir vor Anker in der einsamen, v\u00f6llig unbewohnten Bucht und erholen uns von der insgesamt 307 Seemeilen langen \u00dcberfahrt, dann klart es auf und die Windrichtung ist g\u00fcnstig f\u00fcr die restlichen 25 Seemeilen bis Noum\u00e9a, der Hauptstadt Neu Kaledoniens. Am 06.08. laufen wir in die Marina Port Moselle \/ Noum\u00e9a ein, wo wir am Montag, den 08.08. einklarieren k\u00f6nnen.<br \/>\nNeu Kaledonien ist ein franz\u00f6sisches \u00dcbersee-Departement auf einem langen Weg zur Unabh\u00e4ngigkeit und vollst\u00e4ndigen Selbstverwaltung. Hier leben die Caldoches, die Nachfahren der franz\u00f6sischen Siedler und die Kanaken, die Ureinwohner des Landes. Im Ergebnis einer nicht immer konfliktfreien Entwicklung anerkennen die beiden Bev\u00f6lkerungsgruppen inzwischen die Rechte der jeweils anderen Gruppe. Auf dieser Basis gab es in den letzten 20 Jahren eine erfolgreiche wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Inselstaates. Der Lebensstandard ist h\u00f6her als in Vanuatu. Einkommensquellen sind insbesondere der Tourismus und die Ausbeutung der Bodensch\u00e4tze, vor allem Nickel. Die gro\u00dfe Lagune zwischen dem Au\u00dfenriff und der Hauptinsel Grande Terre wurde 2008 zu einem Weltnaturerbe erkl\u00e4rt. Hier er\u00f6ffnet sich ein Wassersport-Paradies. Demgegen\u00fcber bringt der ausgedehnte Rohstoffabbau erhebliche Umweltprobleme mit sich.<br \/>\nWir genie\u00dfen das franz\u00f6sische Flair des Ortes und besuchen Restaurants in Noum\u00e9a und in den s\u00fcdlichen Nachbarbuchten Baie des Citrons und Anse Vata. Beeindruckend auch das vom italienischen Architekten Renzo Piano entworfene Tjibaou Centre Cultural. Obwohl hier teilweise sichtbar der Teufel im Detail liegt, f\u00fcgt sich das Kulturzentrum mit diversen Ausstellungsr\u00e4umen f\u00fcr die Kunst der Kanak erstklassig in die umgebende Natur ein. Au\u00dferhalb der modernen Bauk\u00f6rper haben verschiedene St\u00e4mme der Kanak einige gro\u00dfe Versammlungsh\u00e4user mit runden Grundrissen errichtet. Schaut man im Inneren dieser H\u00e4user nach oben, in die Dachkonstruktion aus senkrechten Sparren und waagerechten Dachlatten erkennt man Strukturen, die sich an den Fassaden der modernen Bauk\u00f6rper wiederfinden. Das Zentrum respektiert die ausgestellte Kultur der Kanak als gleichberechtigt mit der europ\u00e4ischen, was in der Vergangenheit nicht immer so war.<br \/>\nIn Noum\u00e9a haben wir die M\u00f6glichkeit, einige Ersatzteile f\u00fcr die Flying Dog einzukaufen. Mit den franz\u00f6sischen Waren aus dem Supermarkt l\u00e4sst es sich gut leben und im Hafen finden wir schnell Kontakt zu anderen Seglern. Dennoch ist unser Zeitbudget f\u00fcr Neu Kaledonien nicht sehr \u00fcppig. Ende August wollen wir bereits in Australien ankommen. Unser Blick richtet sich zunehmend auf durchziehende Hochs und Tiefs, um geeignetes Passagewetter zu ermitteln. Doch die Einreise nach Australien bedarf der Vorbereitung. Zun\u00e4chst beantragen wir \u00fcber Internet unsere Einreise-Visa. 5 Tage vor Einreise mit dem Schiff ist die geplante Ankunft per Mail anzumelden. Scharfe Einreise-Kontrollen des Schiffes sind im Gespr\u00e4ch.<br \/>\nAm 20.08. verlassen wir die Marina Port Moselle und verlegen die Flying Dog an eine Mooringtonne vor dem Hafen. Mit Taucherbrille und Schnorchel steigen wir ins Wasser, um den Schiffsrumpf, Kiel und Ruderblatt von Bewuchs zu reinigen. Zwei Eins\u00e4tze von jeweils 1,5 Stunden im 20 Grad warmen Wasser sind notwendig. Immerhin ist jetzt hier Winter. Den Ankerkasten haben wir noch im Hafen gesp\u00fclt. Frische Lebensmittel sehen wir durch und legen sie zum Verzehr auf der \u00dcberfahrt bereit. Was bei Ankunft noch vorhanden ist, w\u00fcrde die Bio-Security in Australien beschlagnahmen. Nach ausf\u00fchrlicher Innenreinigung ist die Flying Dog klar zur Einreise nach Australien.<br \/>\nAm 21.08. hei\u00dft es \u201eMooringtonne los!\u201c und wir nehmen Kurs auf Bundaberg an der australischen Ostk\u00fcste. F\u00fcr die 900 Seemeilen auf offener See veranschlagen wir eine Fahrzeit von 7 \u2013 8 Tagen. Die Fahrt beginnt mit g\u00fcnstigen Winden aus Ost, die uns eine l\u00e4ngere Strecke unter Parasailor erm\u00f6glichen. Nachdem die Windst\u00e4rke auf 5 zunimmt, bergen wir den Parasailor und fahren unter Genua ohne Gro\u00dfsegel noch 6 Knoten. Schlie\u00dflich queren wir einen \u2013 allerdings vorhergesagten \u2013 Tiefdrucktrog mit n\u00f6rdlichen Windrichtungen. In Vorbereitung auf den Durchzug dieses Tiefs haben wir zuvor mit unserem Kurs etwas nach Nord vorgehalten, so dass wir nun vor\u00fcbergehend auf S\u00fcdwest drehen und auf unsere Ideallinie nach Bundaberg zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. Das Man\u00f6ver verl\u00e4uft problemlos und bis dahin sind wir gut vorangekommen. Hinter der Tiefdruckfront laufen wir jedoch in schwache, umlaufende Winde ein. Wir sind erneut gezwungen, f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit Motorsailing zu praktizieren. Am Sonntag, 28.08. legen wir in der Bundaberg Port Marina am Zollsteg an. Mit dem Verlauf der \u00dcberfahrt sind wir letztlich zufrieden. 868 Seemeilen haben wir in 7 Tagen im Kielwasser gelassen.<br \/>\nAm darauffolgenden Tag wird die Flying Dog mehr als 2 Stunden von den australischen Beh\u00f6rden kontrolliert. Insbesondere Termiten im Holzausbau unter Deck werden gesucht \u2013 vergeblich. Wir d\u00fcrfen einreisen und verlegen die Flying Dog in eine Box am Schwimmsteg in der Marina. Schnell bereiten wir sie auf die bevorstehende Liegezeit vor, denn schon am 03.09. setzen wir uns ins Mietauto, um zum Internationalen Flughafen im 400 km entfernten Brisbane zu fahren. Wir planen einen Besuch in Singapur.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Vanuatu 01.06. &#8211; 02.08.2016<\/strong><\/h3>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p>Wie schon erwartet, verschiebt sich unsere Abreise aus Neuseeland nochmals wegen des Durchzugs einer Schlechtwetterfront um mehr als eine weitere Woche. Uns erfasst nun doch eine gewisse Unruhe. Dann sind endlich die besten Wetterbedingungen vorhergesagt, die wir im neuseel\u00e4ndischen Winter finden k\u00f6nnen und wir verlassen am 11.06. Opua um uns auf den gut 1.000 Seemeilen langen Weg in die Tropen zu machen. Wir sehnen uns nach h\u00f6heren Temperaturen. Hinsichtlich unseres Reiseziels sind wir inzwischen etwas flexibler geworden. Neu Kaledonien, Vanuatu oder Fiji, wir halten uns &#8211; je nach Windrichtung &#8211; alles offen. Zun\u00e4chst wollen wir bis zu vier Tage direkt nach Norden steuern, um aus den Zugbahnen der von West nach Ost bei Neuseeland durchziehenden Tiefdruckgebiete heraus zu kommen. Nach halber Strecke hoffen wir auf Passatwinde aus S\u00fcdost bis Ost, so dass wir dann vorteilhaft Nordwest-Kurs fahren k\u00f6nnen. In jedem Fall wollen wir nicht wieder in schweres Wetter geraten, so wie wir es auf der Hinfahrt von Tonga nach Neuseeland im vergangenen Jahr erlebt haben.<\/p>\n<p>Unmittelbar hinter der zuvor durchgezogenen Front laufen wir bei noch schwachen, umlaufenden Winden aus und m\u00fcssen einen guten Tag teils unter Segeln und zeitweise unter Maschine unseren Kurs halten. Mit der Arbeit des Segelmachers sind wir unzufrieden, denn in der ersten Nacht auf See rutschen drei senkrecht eingebaute Segellatten aus den Lattentaschen des Gro\u00dfsegels bis sie aufs Deck sto\u00dfen. Eine Reparatur der Verschl\u00fcsse der Lattentaschen ist uns auf See nicht m\u00f6glich. Wir bauen die betroffenen, bis zu 10 m langen Latten zun\u00e4chst komplett aus und stauen sie unter Deck.<\/p>\n<p>Am zweiten Fahrttag dreht der Wind g\u00fcnstig auf S\u00fcd, nimmt aber schrittweise auf 6 Beaufort \u2013 also Starkwind \u2013 zu. Der Wind bl\u00e4st uns in die richtige Richtung. Die Flying Dog l\u00e4uft mit gut 6 Knoten Geschwindigkeit ohne Gro\u00dfsegel mit einem kleinen Dreieck der Genua. Unter diesen Bedingungen kann unsere Selbststeueranlage gut und zuverl\u00e4ssig Kurs halten. Allerdings baut sich schnell eine raue See auf, die das Leben unter Deck sehr erschwert.. Nach einem halben Jahr an Land m\u00fcssen wir uns an die Bedingungen auf hoher See erst wieder gew\u00f6hnen. Windgenerator und Solarzellen liefern genug Strom f\u00fcr elektrische Selbststeueranlage, Schiffselektronik und Navigations- sowie Kabinenbeleuchtung. Wir legen &#8211; uns zufriedenstellende &#8211; Etmale von rund 145 Seemeilen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im Laufe des dritten Tages erreichen wir den 30. Breitengrad S\u00fcd. Weiterhin 23 \u2013 26 Knoten Wind, jedoch langsam auf S\u00fcd-S\u00fcdost drehend. Unser Plan geht auf und wir drehen auf Nordwest-Kurs ein. Die Temperatur ist bereits von 16\u00b0 C auf 22\u00b0 gestiegen. Wir halten uns \u00fcberwiegend unter Deck auf. Die Flying Dog findet ihren Weg. Wir beschlie\u00dfen, Vanuatu anzusteuern.<\/p>\n<p>Am vierten Tag betr\u00e4gt die Restdistanz nach Aneityum, einer der s\u00fcdlichsten Inseln Vanuatus nur noch 410 Seemeilen. \u00dcber unser Funkger\u00e4t h\u00f6ren wir Funkverkehr der Seenotrettung mit. Eine 20 m lange Rennyacht auf dem Weg nach Fiji verliert zwei Besatzungsmitglieder. Ein Mann wird vom Gro\u00dfbaum am Kopf getroffen und bleibt tot an Deck liegen, ein zweiter Mann geht \u00fcber Bord und kann im Seegang nicht mehr gefunden werden. Die restliche Crew ist nicht mehr in der Lage, das Schiff zu f\u00fchren und wird abgeborgen. Wir fahren weiterhin \u2013 v\u00f6llig ambitionslos &#8211; unter sehr kleiner Genua, lassen uns selten im Cockpit sehen und auf dem Deck gar nicht. Alles ist gut eingestellt und auf unser Schiff k\u00f6nnen wir uns verlassen.<\/p>\n<p>Am sechsten Fahrttag betr\u00e4gt die verbleibende Distanz auf Aneityum nur noch 93 Seemeilen. Wir wollen die Ansteuerung der von Riffen umgebenen Anelghowhat Bay nicht des Nachts vornehmen und versuchen unsere Fahrt zu verlangsamen, was nicht ganz einfach ist. Nachdem wir alle Segel geborgen haben, l\u00e4uft die Flying Dog vor dem Wind allein unter der Fl\u00e4che von Rigg, Rumpf und Aufbauten noch 3,5 bis 4 Knoten. Am Morgen des 18.06. f\u00e4llt der Anker in der Anelghowhat Bay \/ Insel Aneityum \/ Vanuatu nach genau sieben Tagen Fahrzeit. Durchschnittsgeschwindigkeit: knapp 6 Knoten. Da die Zollabfertigung fr\u00fchestens nach dem Wochenende stattfinden kann, haben wir Zeit, erst einmal auszuschlafen. Wir sp\u00fcren die tropische W\u00e4rme mit 29\u00b0 C und feuchter Luft. Unsere Kleidung passen wir dem ge\u00e4nderten Klima an und setzen die gelbe Flagge \u201eQ\u201c unter der Steuerbordsaling, mit der wir bekunden, dass wir die Zollabfertigung anstreben. Ein warmer Regenguss geht nieder und wir springen von unserer Heckplattform ins warme Wasser der Bucht. Haie sind hier selten. Uns ist bewusst, dass wir die besten Segelbedingungen hatten, die man bei einer Passage von Neuseeland in die Tropen zur Winterzeit antreffen kann.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen treffen noch f\u00fcnf weitere Yachten ein, die unter neuseel\u00e4ndischer, englischer, australischer und franz\u00f6sischer Flagge fahren. Wir kommen mit ihren Crews ins Gespr\u00e4ch und besuchen gemeinsam ein Dorffest mit traditionellen T\u00e4nzen und schmackhaftem lokalen Essen. Tags darauf fahren uns die Inselbewohner \u00fcber eine Stunde mit einem Fischerboot zu einer anderen Bucht der Insel, von wo aus wir mit zwei Wanderf\u00fchrern an der K\u00fcste und durch die Berge zur\u00fcckwandern. Die anspruchsvolle Wanderung dauert f\u00fcnf Stunden. In den Bergen ist der schmale, mit rotem Lehm bedeckte Pfad aufgrund der Regenf\u00e4lle teilweise glitschig.<\/p>\n<p>Die Bewohner Vanuatus lernen wir als zur\u00fcckhaltende, freundliche und v\u00f6llig entspannt lebende Menschen kennen. Sie versorgen sich weitgehend selbst, indem sie nach pers\u00f6nlichem Bedarf Wurzelgem\u00fcse, Kokosn\u00fcsse, Papaya, Bananen, Pampelmusen, Mandarinen und viele andere tropische Gew\u00e4chse auf den der Dorfgemeinschaft geh\u00f6renden Anbaufl\u00e4chen ernten. Die Anbaufl\u00e4chen gleichen aus unserer Sicht einem Dschungel. Unserer Bitte, uns Fr\u00fcchte zu verkaufen, k\u00f6nnen sie nicht entsprechen, da die Anbaufl\u00e4chen Gemeinschaftseigentum sind. Sie k\u00f6nnen uns nur etwas schenken, was sie daraufhin auch tun.<\/p>\n<p>Am 27.06. fahren wir weiter zur Ankerbucht Port Resolution auf der Insel Tanna. 49 Seemeilen lassen wir dazu im Kielwasser. Die flach auslaufende Bucht ist anf\u00e4llig gegen Schwell aus Nordost, der den Liegeplatz unertr\u00e4glich machen kann. Wir stecken sicherheitshalber eine Kettenl\u00e4nge von sechsfacher Wassertiefe, der Schwell h\u00e4lt sich jedoch zum Zeitpunkt unserer Anwesenheit in Grenzen. Attraktion ist der acht km entfernt liegende Mount Yasur, ein aktiver Vulkan, dessen Kraterrand begangen werden darf. In der Bucht geht ein Gro\u00dfteil der M\u00e4nner t\u00e4glich auf Kleinfischfang in Auslegerkanus, die als Einb\u00e4ume gefertigt sind. Sie benutzen vorwiegend kleine Netze und stimmen ihre Aktionen aufeinander ab. Der Fang geht auf den Markt in Lenakel, dem Hauptort auf der anderen Inselseite. Wir kaufen einem von ihnen ein halbes Dutzend Fische ab und bereiten sie an Bord zu. Am Ufer sehen wir hei\u00dfe Quellen aus vulkanischer Aktivit\u00e4t und nicht weit von unserem Ankerplatz steigt pl\u00f6tzlich ein gro\u00dfer Schwall Gasblasen zur Wasseroberfl\u00e4che empor. Kann hier alles in die Luft fliegen und wenn ja, wann?<\/p>\n<p>Wir lassen uns am sp\u00e4ten Nachmittag mit einem Gel\u00e4ndefahrzeug \u00fcber einen extrem schlechten Fahrweg zum Mount Yasur fahren. Ein F\u00fchrer bringt uns mit einem anderen Fahrzeug auf halbe Gipfelh\u00f6he, dann geht es zu Fu\u00df weiter bis zum Kraterrand. Hier weht ein starker Wind, der dunklen, scharfkantigen Vulkansand herumwirbelt. Gase steigen empor. Wir laufen den Kraterrand entlang, um den hei\u00dfen Vulkanschlund auf die windabgekehrte Seite zu bekommen. Dort geht es 150 m steil nach unten und wir sehen in die hei\u00dfe, brodelnde Lava. Auf der Au\u00dfenseite des Kraterrands geht die \u00e4u\u00dfere Vulkanwand ebenfalls steil nach unten. Im Krater kommt es zu lautstarken Eruptionen gl\u00fchender Lava, die rund 100 m in die H\u00f6he geschleudert wird. Die Inselbewohner sehen in dem Vulkan ein lebendiges oder sogar g\u00f6ttliches Wesen. Laut unserem F\u00fchrer zeigen die hohen Eruptionen nur, dass sich Yasur \u00fcber unseren Besuch freut. Wir bleiben bis nach Einbruch der Dunkelheit, da das Schauspiel dann noch eindrucksvoller ist. Der R\u00fcckweg mit Taschenlampe am Kraterrand ist leichter als der Hinweg, da die Gefahren nicht mehr sichtbar sind. Am Fu\u00df des Vulkans bietet man uns frische Kokosnussmilch und Fr\u00fcchte an. Dann geht es zur\u00fcck nach Port Resolution. Wir sind \u00fcberw\u00e4ltigt von diesen Erlebnissen.<\/p>\n<p>Am 01.07. segeln wir \u00fcber Nacht direkt nach Port Vila auf der Insel Efate. Wir fahren durchgehend unproblematische Raumschotskurse und ergreifen morgens eine Mooringtonne vor der Hafenfront der Hauptstadt Vanuatus. Ein gro\u00dfes Kreuzfahrtschiff l\u00e4uft kurz vor uns ein und macht am Hauptdock fest. Tourismus, l\u00e4rmender Stra\u00dfenverkehr und hohe Preise empfangen uns. Dennoch genie\u00dfen wir den Unterschied zu den vorgelagerten Inseln. Wir besuchen den gro\u00dfen, offenen Gem\u00fcsemarkt und einen Supermarkt. Am Nachmittag sitzen wir h\u00e4ufig im \u201eCaf\u00e9 du Village\u201c an der Hafenfront und rufen bei einem Milchkaffee unsere Mails ab. Das gef\u00e4llt uns. Bei den Restaurant-Preisen bemerken wir absurd hohe Unterschiede. An den Restaurant-St\u00e4nden auf dem Gem\u00fcsemarkt, die vor allem von normal verdienenden Einheimischen besucht werden, speist man schmackhafte lokale Gerichte f\u00fcr umgerechnet unter 4 Euro. In einem Touristenlokal zahlt man f\u00fcr Spaghetti Bolognese ohne besondere Zutaten 22 Euro, gro\u00dfe Portion 24 Euro. Uns schmecken am besten die zwei Bier zur Happy Hour mit anderen Seglern an der Hafenfront. Wir besuchen das Nationalmuseum in Port Vila. Neben gro\u00dfen Tam-Tams, den aus Baumst\u00e4mmen gefertigten Trommeln, Tanz-Masken und anderen Ausstellungsst\u00fccken zur Kultur Vanuatus werden uns die zum Weltkulturerbe gerechneten Sandzeichnungen sowie diverse Musikinstrumente live vorgef\u00fchrt. Die Zeichnungen werden in einem Zuge, ohne abzusetzen hergestellt und dienten urspr\u00fcnglich der Kommunikation zwischen den Inselbewohnern. Am besten gelingen sie, wenn der Zeichnende dazu ein kleines Lied singt. Wir werden gewarnt, eine Liebesbekundung vor dem Hause einer jungen Frau in den Sand zu zeichnen, da sich daraus Verpflichtungen ergeben k\u00f6nnen. Zum Abschied spielt der Vorf\u00fchrende noch auf einer traditionellen Fl\u00f6te fehlerfrei die deutsche Nationalhymne. Wir sind mehr als begeistert.<\/p>\n<p>Nun sind wir seit Neuseeland schon ein paar Wochen unterwegs, da k\u00f6nnten sich doch neue Reparaturen einstellen! Die Gasfeder in unserem Rod Kicker ist pl\u00f6tzlich platt, der Gro\u00dfbaum wird nicht mehr hoch gedr\u00fcckt. Ersatzteil hier nicht erh\u00e4ltlich. Ein korrodiertes Elektrokabel zum Navigationslicht am Bug k\u00f6nnen wir ersetzen. Ein neues LED-Leuchtmittel f\u00fcr dieses Navigationslicht erhalten wir nicht. Die 30 m lange Leine f\u00fcr den Topnant ist stellenweise durchgescheuert. Die Leine k\u00f6nnen wir ersetzen. Wir hoffen, die fehlenden Ersatzteile sp\u00e4ter in Neu Kaledonien oder Australien zu erhalten. Wir reparieren uns wieder um die Welt.<\/p>\n<p>Am 10.07. f\u00fcllen wir unsere Wassertanks und wollen Vanuatus abgeschiedene Inselwelt n\u00f6rdlich von Port Vila erkunden. Wir gehen zun\u00e4chst in Havannah Harbour\/Efate, Revolieu Bay\/Epi, Aw\u00e9i und Sakao\/Maskelyne Inseln vor Anker. An vielen Ankerpl\u00e4tzen sind wir das einzige Schiff. Einheimische verkaufen uns frische Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse. Wir schenken ihnen Angelhaken und unsere ausgemusterten aber noch ordentlichen Kleidungsst\u00fccke. Wir besuchen die kleinen D\u00f6rfer und wandern in den dschungelartigen Kokosnussplantagen. Ranken und Schlingpflanzen angeln nach unseren F\u00fc\u00dfen. Das Seegebiet ist fischreich. Beim Schleppangeln fangen wir Makrelen und kleine Thunfische. Unser gr\u00f6\u00dfter Fang ist ein rund 9 kg schwerer Blauflossenthun, den wir mit einer Familie auf Aw\u00e9i teilen. Auf hoher See begegnen uns zwei Wale, die jedoch sehr schnell unterwegs sind und sich auf Gegenkurs befinden. Wir k\u00f6nnen sie nicht lange beobachten. Daf\u00fcr sehen wir am Ankerplatz eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Delphinen, die an der Riffkante jagt.<\/p>\n<p>Am 18.07. fahren wir zur Ranon Bay auf der Insel Ambrym. Die gesamte Insel ist ein ausgedehnter, aktiver Vulkan. Die beiden Vulkangipfel sind \u00fcber 1.100 m hoch. Besiedelt sind die n\u00f6rdlichen und westlichen Bereiche der Insel, die am weitesten von den offenen Vulkankratern entfernt liegen. Hier ist das spirituelle Zentrum Vanuatus. Nirgendwo sonst sind die T\u00e4nze mit und ohne Masken authentischer. Auch an Magie wird geglaubt. Des Nachts wird der Rauch \u00fcber den Vulkankratern von gl\u00fchender Lava rot-orange angestrahlt und ist weithin sichtbar, so dass sich der Schiffsverkehr daran orientieren kann. Zun\u00e4chst unternehmen wir kleine Wanderungen durch das Dorf Ranon und entlang der K\u00fcste. Nahe Ranon werden 130 Rinder von einem kleinen Frachtschiff aus Espiritu Santo angeliefert und m\u00fcssen von einer Laderampe ins flache Wasser springen, um an Land zu kommen. Die Bev\u00f6lkerung der umliegenden D\u00f6rfer ist zusammen gelaufen und will das Spektakel beobachten oder auch ein vorbestelltes Rind in Empfang nehmen. Die Rinder sollen haupts\u00e4chlich der Fleischproduktion auf der Insel dienen. Ein Einheimischer bittet uns um eine Leine f\u00fcr sein Rind, denn die ist hier teure Mangelware. Wir stellen ihm eine 10 m lange Leine zuz\u00fcglich einer weichen Kopfschlinge zusammen.<\/p>\n<p>Am folgenden Tag werden wir zusammen mit der Crew eines franz\u00f6sischen Katamarans von einem kleinen Fischerboot abgeholt und zur Ortschaft Olal gebracht. Von dort aus geht es in einem halbst\u00fcndigen Fu\u00dfmarsch in den Regenwald zu einem Versammlungsplatz. Kurz vor Erreichen dieses Platzes wird im Dschungel eine gro\u00dfe Muschel angeblasen. Rund 15 m\u00e4nnliche T\u00e4nzer treten aus dem gr\u00fcnen Dickicht hervor. Sie tragen G\u00fcrtel, in die auf dem R\u00fccken Palmwedel gesteckt sind und die vorn als Befestigung f\u00fcr den Penishalter dienen. Mit urw\u00fcchsigem Gesang und stampfenden Schritten weist uns die Gruppe den Weg zum Platz. Die vorgef\u00fchrten T\u00e4nze und Ges\u00e4nge sind keine Festtagst\u00e4nze, sie beschreiben in Geschichten die alte Kultur Vanuatus, die auf diese Weise weitergegeben wird. Anders als bei Festtagst\u00e4nzen haben hier nur bestimmte M\u00e4nner zu tanzen die Ehre. Die T\u00e4nzer bilden einen Kreis und wenden sich nach innen. Sie st\u00e4rken damit ihre Gemeinschaft. Die Vorf\u00fchrung f\u00fcr ein Publikum ist im Grunde gar nicht vorgesehen. Nach Demonstration zweier Sandzeichnungen werden noch Magie und der Maskentanz (Rom-Dance) gezeigt. Chief Segor, der zuvor auch mitgetanzt hat, pflanzt in den Sand des Versammlungsplatzes einen Palmwedel 20 cm tief ein und stapft die Erde fest. Anschlie\u00dfend spuckt er ausgiebig auf die Pflanzstelle. Kein einzelner Mann aus dem Publikum ist f\u00e4hig, diesen Palmwedel herauszurei\u00dfen. Wir sind tief beeindruckt.<\/p>\n<p>Am 22.07. machen wir uns auf den R\u00fcckweg nach Port Vila. Die Fahrt geht mit 29 Stunden \u00fcber Nacht gegen die vorherrschende Windrichtung. Sie ist eher unbequem. Regenwolken und Schauer ziehen \u00fcber uns hinweg und die Gr\u00f6\u00dfe und Einstellung der Segelfl\u00e4che muss auch nachts h\u00e4ufig ge\u00e4ndert werden. Am 23.07. machen wir wieder an unserer Mooringtonne in Port Vila fest und warten auf gutes Wetter f\u00fcr die \u00dcberfahrt nach Neu Kaledonien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Abfahrt\u00a0 New Zealand 09.04. &#8211; 31.05.2016<\/h3>\n<p>Unser Aufenthalt in Neuseeland geht dem Ende zu. Die Tage sind k\u00fcrzer geworden, Regenfronten ziehen durch und die Temperatur sinkt, insbesondere in der Nacht. Der neuseel\u00e4ndische Winter naht. Zeitweise lassen wir im Schiff einen Heizl\u00fcfter laufen. Bereits seit zwei Wochen liegen wir abfahrbereit in der Marina Opua und warten auf ein geeignetes Wetterfenster f\u00fcr die \u2013 bei gutem Wetter &#8211; achtt\u00e4gige \u00dcberfahrt nach Noumea, der Hauptstadt Neu Kaledoniens. Die Distanz betr\u00e4gt gut 1.000 Seemeilen. Eine Abfahrt war bisher nicht m\u00f6glich, da eine enge Kette von Tiefdruckgebieten \u00fcber die Nordinsel Neuseelands hinwegzog, oft verbunden mit Starkwind aus Nordwest. Wir wollen die n\u00f6tige Geduld an den Tag legen, g\u00fcnstige Winde abwarten und nur \u00fcberschaubare Risiken eingehen.<\/p>\n<p>Wir erinnern uns. Am Abend des 08. April sind wir von unserer Campervan-Tour durch Neuseeland zur Flying Dog zur\u00fcckgekehrt, die unbesch\u00e4digt im Boatsyard der Riversidedrive Marina in Whangarei auf uns wartete. Gro\u00dfsegel und Genua der Flying Dog hatten wir schon vorher zur Reparatur und Durchsicht zum Segelmacher gebracht. Die Arbeiten waren inzwischen fertig gestellt. Auf dem Hardstand durften die Segel jedoch nicht gesetzt werden. Das Schiff musste dazu im Wasser liegen. Die Inspektion der Rettungsinsel war ebenfalls abgeschlossen. Sie war nur noch von uns in ihre Halterung am Heckkorb einzusetzen. Eine neue verzinkte, 10mm dicke Ankerkette, in L\u00e4nge von 70m befand sich bereits im Ankerkasten. Sie soll es uns erm\u00f6glichen, auf reinen Wassertiefen zwischen 12 und gut 15m zu ankern, ohne eine aufw\u00e4ndige Leinenverl\u00e4ngerung ausbringen zu m\u00fcssen. Die Beschichtung des Rumpfes mit einem neuen Antifouling hatten wir an einen Maler vergeben. Sie sollte \u2013 wie vereinbart &#8211; bereits in unserer Abwesenheit ausgef\u00fchrt werden. Als wir zum Schiff zur\u00fcck kamen, war die Arbeit leider noch nicht einmal angefangen. Besonders umfangreich war die notwendige Wartung und Reparatur des Volvo-Schiffsdiesels. Einige Froststopfen waren korrodiert und mussten ausgetauscht werden. Die abdichtende Rumpfdurchf\u00fchrung des Saildrives wurde erneuert, was laut Werksvorschrift alle 8 \u2013 10 Jahre vorbeugend erfolgen soll. Eine aufw\u00e4ndige Arbeit. Die Gummibl\u00f6cke der Kupplung zwischen Saildrive und Motor waren verschlissen. Die Bowdenz\u00fcge und der Motor-Schalthebel im Cockpit einschlie\u00dflich Geh\u00e4use wurden wegen Korrosion ausgetauscht. Au\u00dferdem wurden die normale Maschinenwartung mit Filteraustausch und diverse Kleinarbeiten durchgef\u00fchrt. Nachdem die Flying Dog wieder ins Wasser gesetzt wurde, konnten die Segel gesetzt und sicherheitshalber das Rigg kontrolliert werden. Zwei Oberwanten und ein Unterwant waren besch\u00e4digt und wurden durch einen Rigger erneuert. Das reparierte Gro\u00dfsegel lie\u00df sich nicht mehr einwandfrei in den Mast\u00a0drehen. Die Arbeit war nachzubessern. Insgesamt kam einiges zusammen. Nach Abschluss aller Arbeiten und Entrichtung der Hafengeb\u00fchr f\u00fcr 5 Monate f\u00fchlten wir uns in jeder Hinsicht sehr erleichtert.<\/p>\n<p>Die Flying Dog war nun wieder in gutem Zustand aber wir waren rund zwei Wochen hinter unserem Zeitplan. Am 15.05. verlie\u00dfen wir Whangarei und liefen zwei Ankerbuchten an, bevor wir die Marina in Opua erreichten. Hier warten wir nun \u2013 bisher zwei Wochen &#8211; auf g\u00fcnstiges Wetter f\u00fcr die \u00dcberfahrt. Wir nehmen nach t\u00e4glichem Studium der Wetterkarten an, dass wohl mindestens noch eine weitere Woche bis zur Abfahrt vergehen wird.<\/p>\n<p>Sowohl in Whangarei als auch in Opua nutzen wir Wartezeiten f\u00fcr Wanderungen und Besichtigungen. In Whangarei wandern wir zu den dortigen Wasserf\u00e4llen und besichtigen den Botanischen Garten. Die einst\u00fcndige Walking-Strecke um den Hatea-River nutzen wir h\u00e4ufig und in einschl\u00e4gigen Lokalen \u2013 z.B. im Brauhaus Frings &#8211; kennt man uns. Der Bereich zwischen den Orten Opua, Paihia und Russel ist sehr geschichtstr\u00e4chtig. Hier wurde zwischen den ersten europ\u00e4ischen Siedlern und den Maori-St\u00e4mmen unter F\u00fchrung Englands 1840 ein Vertrag geschlossen, der heute als Geburtsstunde der Nation Neuseeland gesehen wird. Die Maori unter F\u00fchrung ihres legend\u00e4ren Seefahrers Kupe kamen schon viel fr\u00fcher aus Polynesien und besiedelten das bis dahin nicht von Menschen bewohnte, Aotearoa (Land der langen wei\u00dfen Wolke), das heutige Neuseeland ab dem Jahr 925. Aller Grund und Boden war bei den Maori Gemeinschaftseigentum und geh\u00f6rte in dieser Form den Maori. Folglich kommt der \u00fcberwiegende Teil aller Ortsbezeichnungen bis heute aus der Sprache der Maori. 1642 wurden die Inseln vom holl\u00e4ndischen Seefahrer Abel Tasman f\u00fcr die Europ\u00e4er entdeckt. Die Maori, die er antraf, verhielten sich ihm gegen\u00fcber feindselig und streckten ihm die Zungen heraus, so dass er nach kurzer Zeit die Inseln verlie\u00df und weiter segelte. Da er aus der Provinz Seeland stammte, nannte Abel Tasman die Inseln Neuseeland. 1769 traf der Engl\u00e4nder Captain Cook ein und ging bei Russel vor Anker. In seinem Gefolge kamen Siedler und Walf\u00e4nger aus Europa nach Neuseeland. Sie brachten die gesellschaftliche Verfassung des Privateigentums an Grund und Boden mit. Es kam zu Ausschreitungen zwischen Maori und Siedlern, insbesondere \u00fcber illegale Landnahmen. Die Englische Krone entsandte James Busby und William Hobson, um ein Abkommen zwischen den Siedlern und den Maori-St\u00e4mmen herbeizuf\u00fchren, dessen Einhaltung die Englische Krone garantieren wollte. Die Anwendung dieses Vertrages (Treaty) von Waitangi wurde schrittweise auf ganz Neuseeland ausgedehnt. Idealisieren sollte man diesen Vertrag nicht. Es gibt eine englische und eine Fassung in der Sprache der Maori unterschiedlichen Inhalts, zudem wurden diese Inhalte zwischen den Vertragsparteien auch noch unterschiedlich interpretiert. F\u00fcr die Maori kulturell wichtige Gebiete werden vom neuseel\u00e4ndischen Staat als Naturparks gesch\u00fctzt. Sie d\u00fcrfen nicht besiedelt werden. Andere Fl\u00e4chen k\u00f6nnen als Privateigentum \u2013 auch von den Maori \u2013 erworben werden, Verm\u00f6gen vorausgesetzt. Einige Maori haben den sozialen Aufstieg geschafft, die Mehrheit rangiert im unteren Drittel der Einkommensskala. Dennoch ist festzuhalten, dass die Maori volle B\u00fcrgerrechte genie\u00dfen. Es gab nie eine Apartheit, wie vormals in S\u00fcdafrika und keine so offene Unterdr\u00fcckung, wie gegen\u00fcber den Aborigines in Australien. Allerdings haben wir w\u00e4hrend unseres kurzen Aufenthalts in Neuseeland keinen Maori kennen gelernt, der uns seine Ansichten \u00fcber Politik und das Leben pers\u00f6nlich mitgeteilt h\u00e4tte. Im Versammlungshaus auf dem Treaty Ground nehmen wir an einer Kulturveranstaltung der Maori teil, setzen uns in die erste Reihe und sind dann froh, dass die geschwungenen Keulen und Speere nicht unsere K\u00f6pfe treffen.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Nordinsel New Zealand 01.04. &#8211; 08.04.2016<\/h3>\n<p>Am Abend des 31.03. l\u00e4uft die F\u00e4hre in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands ein. Wellington begr\u00fc\u00dft uns mit einer Silhouette aus dichter, st\u00e4dtischer Bebauung und Hochh\u00e4usern. Nun haben wir nur noch eine gute Woche bis zur verabredeten R\u00fcckgabe des Campervans in Auckland. Unm\u00f6glich, in dieser Zeit die komplette Nordinsel zu sehen. Wir m\u00fcssen uns auf wenige wichtige Punkte beschr\u00e4nken. Ein Aufenthalt in Wellington ist deshalb nicht m\u00f6glich. Uns interessiert vor allem der diagonal \u00fcber die Insel verlaufende Vulkang\u00fcrtel mit seinen Seen, hei\u00dfen Quellen und seinem brodelnden Schlamm. So steuern wir schnellst m\u00f6glich die S\u00fcdspitze des Tongariro Nationalparks an. In seiner Mitte befinden sich ca. 2.500 m hohe Vulkankegel, die den Maori heilig sind. Sie schenkten deshalb vor langer Zeit das Gebiet der neuseel\u00e4ndischen Regierung mit der Auflage, darauf einen Nationalpark zu errichten, der nicht besiedelt werden darf. Wir wollen die dortige \u201eAlpine Crossing\u201c begehen. Dieser 20 km lange Wanderweg durch das Hochgebirge \u00fcberwindet &#8211; bezogen auf den schon hoch gelegenen Startpunkt &#8211; weitere 750 H\u00f6henmeter und f\u00fchrt vorbei an erstarrten Lavafl\u00fcssen, einer aktiven Geothermalzone und smaragdgr\u00fcnen sowie blauen Bergseen. Die geplante Wanderung ist herausragend sch\u00f6n aber auch anspruchsvoll. Umso entt\u00e4uschter sind wir, als der Zugang allen Wanderern aufgrund des herrschenden Wetters in den Hochlagen verwehrt wird. Es sind dort aktuell Temperaturen von nur 2 Grad Celsius, Nebel und teilweise Gewitter. Wir beziehen Position in Taurangi, auf der Nordseite des Nationalparks und hoffen auf Besserung. Tags darauf sagt der Wetterbericht f\u00fcr diesen und die folgenden Tage immer noch kein gutes Wetter voraus. Wir m\u00fcssen abreisen.<\/p>\n<p>Es regnet auch an unserem Standplatz in Taurangi. So besuchen wir zun\u00e4chst das nahe Trout Center, ein Aquarium mit angegliedertem Park, das u.a. die Geschichte der Forellenzucht aufzeigt. Braune und Regenbogenforellen wurden einst aus Europa nach Neuseeland importiert und dort erfolgreich ausgesetzt. So leisten sie einen Beitrag zur Nahrungsversorgung und erm\u00f6glichen bis heute das beliebte Fliegenfischen. Anschlie\u00dfend geht es weiter nach Taupo, gelegen am gleichnamigen Vulkan-See. Eine h\u00fcbsche Kleinstadt mit Segelclub und netten Caf\u00e9s, die wir bei inzwischen wieder sonnigem Wetter mehrfach nutzen. Standplatz haben wir am Waikato River gew\u00e4hlt, von wo aus wir eine Wanderung entlang des Flusses zu den imposanten Huka-Wasserf\u00e4llen unternehmen und danach das Taupo-Museum im Ort besuchen. In ihm wird die Geschichte der Besiedlung am Lake durch die Maori und sp\u00e4ter durch die Europ\u00e4er anschaulich dargestellt. Ein solches Museum zeigt auch, dass die Kultur der Maori nicht als minderwertig an den Rand gedr\u00e4ngt sondern als wertvoll erachtet und ausgestellt wird. Ein Signal f\u00fcr das heutige Zusammenleben von Maori und Europ\u00e4ern.<\/p>\n<p>In Waiotapu, unserem n\u00e4chsten Besuchsort, erwarten uns besondere Erlebnisse. Zun\u00e4chst halten wir am Zusammenfluss zweier kleiner Fl\u00fcsse, einer davon hei\u00df einer mit kaltem Wasser. Wir nehmen ein belebendes Bad und k\u00f6nnen die Temperatur je nach Position innerhalb des Zusammenflusses einstellen. Ein Angebot der Natur ohne jeglichen kommerziellen Betrieb. Dann besuchen wir den Waiotapu-Thermalpark. Das Wasser in diversen Becken wird dort durch vulkanische Aktivit\u00e4t erhitzt und schillert in verschiedenen Farben, je nach Zusammensetzung der enthaltenen Mineralien: Schwefel \u2013 gelb, Mangan \u2013 violett, Arsen \u2013 gr\u00fcn. Ein gro\u00dfer grauer Schlamm-Pool brodelt vor sich hin. Die dampfenden Pools faszinieren uns. Unsere Standpl\u00e4tze finden wir an den romantischen Seen Okaro und Okarika, an denen wir auch kleine Wanderungen unternehmen.<\/p>\n<p>Nach Einkauf in Rotorua geht es weiter nach Tauranga. Wir laufen einen Rastplatz am breiten Sandstrand von Papamoa Beach an. Bei starkem, auflandigen Wind ist hier ein Surfer-Paradies. Wir genie\u00dfen das Blau von Wasser und Himmel w\u00e4hrend eines l\u00e4ngeren Strandspaziergangs. Noch am gleichen Tag fahren wir weiter ins Bergbaugebiet Karangahake, ca. 15 km westlich von Waihi. Wir durchwandern einen stillgelegten Goldbergbau mit H\u00e4ngebr\u00fccken, in die Felsh\u00e4nge gehauenen Wegen und teilweise unbeleuchteten Stollen. Wir haben eine Taschenlampe dabei, andere nutzen den Schein der Displays ihrer Mobiltelefone. Einen zur\u00fcck gelassenen Goldklumpen finden wir dennoch nicht. Der Goldbergbau begann hier in gro\u00dfem Ma\u00dfstab ab 1890. Die Ausbeute ging jedoch zur\u00fcck, so dass es zu Stilllegungen kam. Heute wird in Karangahake nur noch an einer Stelle nach Gold gesch\u00fcrft und auch dieser Betrieb steht kurz vor der Schlie\u00dfung. Unseren n\u00e4chsten Standplatz w\u00e4hlen wir in Thames am Firth of Thames. Von dort aus starten wir zu einem Ausflug nach Coromandel. Die K\u00fcstenstra\u00dfe entlang des Hauraki Gulfs ist kurvenreich und eng aber landschaftlich \u00e4u\u00dferst reizvoll. Von den H\u00fcgeln haben wir sehr sch\u00f6ne Ausblicke auf die liebliche K\u00fcstenlandschaft.<\/p>\n<p>Der letzte Teil unserer Reise mit dem Campervan f\u00fchrt uns dann von Thames entlang der Birds Coast am Firth of Thames nach Kaiaua, wo wir noch einmal deftig \u201eFish and Chips\u201c essen und dann weiter nach Auckland. Dort h\u00e4ndigen wir das Fahrzeug ohne Besch\u00e4digungen aus und begeben uns zur Abfahrtstelle der \u00dcberlandbusse. Am Abend des 08.04. sehen wir dann unsere Flying Dog in Whangarei wieder. Sp\u00e4ter &#8211; beim Sortieren der Fotos &#8211; wird uns erst einmal richtig klar, wie viel wir gesehen haben und wie sch\u00f6n es war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>S\u00fcdinsel New Zealand 11.03. &#8211; 31.03.2016<\/h3>\n<p>Heute machen wir das, was wir in unserer Jugend gerne gemacht h\u00e4tten. Wir wollen Neuseeland 4 Wochen lang mit einem Campervan erkunden. Erfahrung mit Campervans haben wir nicht aber wir sind optimistisch. Von Auckland aus buchen wir einen Inlandsflug nach Christchurch auf der S\u00fcdinsel. Hier wollen wir den via Internet ausgesuchten Campervan \u00fcbernehmen und sp\u00e4ter auf der Nordinsel, in Auckland wieder zur\u00fcckgeben. Der bunte Wagen gef\u00e4llt uns und wir nehmen ihn. Noch am gleichen Tag fahren wir s\u00fcdostw\u00e4rts auf die Banks Halbinsel nach Duvauchelle und Akaroa, einem h\u00fcbsch herausgeputzten Badeort mit entspannter Atmosph\u00e4re. Die Stra\u00dfen dorthin sind gut ausgebaut, wenn auch teilweise kurvenreich und wir genie\u00dfen die Landschaft. Allerdings herrscht auf der S\u00fcdinsel ein raueres und k\u00fchleres Klima als auf der Nordinsel. Des Nachts gehen die Temperaturen an manchen Tagen auf 6 \u00b0C zur\u00fcck. Unser Campervan besitzt keine W\u00e4rmed\u00e4mmung stattdessen dickes Bettzeug. Auf unser GPS-Handy haben wir kostenfrei die Programme \u201eCamper-Mate\u201c und \u201eCamping NZ\u201c heruntergeladen. Sie enthalten auch offline benutzbare Stra\u00dfenkarten, in die Camping-Grounds und Holiday-Parks eingezeichnet sind. F\u00fcr uns eine gro\u00dfe Hilfe. Noch vor 10 Jahren machte man mit einem Campervan an beliebigen Stellen halt und verbrachte dort &#8211; falls gew\u00fcnscht &#8211; einige Tage. Heute gibt es mindestens 8 gro\u00dfe Verleihfirmen und die Anzahl der vermieteten Campervans hat sich vervielfacht. Es sollen daher stets zugelassene Standpl\u00e4tze mit entsprechenden Serviceeinrichtungen angefahren werden.<\/p>\n<p>Nach\u00a0einem abschlie\u00dfenden Milchkaffee in Akaroa fahren wir entlang der Ostk\u00fcste und \u00fcbernachten bei den Rakaia Huts am gleichnamigen River. Wir wandern entlang der Flussm\u00fcndung und bereiten uns anschlie\u00dfend eine Mahlzeit in der Gemeinschaftsk\u00fcche zu. Hier lernen wir zwei junge Deutsche kennen, die das Land bereisen und sich als Helfer bei der Ernte von Wei\u00dfkohl und K\u00fcrbis einiges Geld verdienen. Keine leichte Arbeit, dennoch sind sie zufrieden. Sp\u00e4ter und an anderer Stelle werden wir zwei junge M\u00e4dchen treffen, die sich als Erntehelfer bei der Beerenernte verdingt hatten. Die Ernte der \u00fcber Kopf wachsenden Beeren wurde uns als \u201eStr\u00e4flingsarbeit\u201c beschrieben, begleitet von den st\u00e4ndigen Rufen eines Aufsehers: \u201eMit beiden H\u00e4nden! &#8211; Mit beiden H\u00e4nden!\u201c. Wir bewundern, wie unternehmungslustig die jungen Leute sind.<\/p>\n<p>Am\u00a0n\u00e4chsten Tag verlassen wir die Ostk\u00fcste und fahren ins bergige Inland zum Lake Tekapo. Wir beziehen einen Standplatz mit Blick auf den See und den Gebirgszug der S\u00fcdalpen. Hier treffen wir auf ein internationales Publikum, darunter viele Asiaten, die in der Gemeinschaftsk\u00fcche ihre Wok-Gerichte zubereiten. Die Bergkulisse ist imposant und wir erkennen schon jetzt, auf welch kurzen Distanzen sich die Landschaftsbilder auf der S\u00fcdinsel abwechseln. Tags darauf geht es bei herrlichem Sonnenschein weiter durch weitl\u00e4ufige Hochebenen entlang des Lake Pukaki zum Mount Cook Nationalpark. Der Mount Cook ist mit 3.750 m der h\u00f6chste Berg Neuseelands. Wir unternehmen dort eine Wanderung mit beeindruckenden Ausblicken. Weitere Wanderrouten bieten sich an, doch das Wetter schl\u00e4gt um und es kommt Regen auf. Wir k\u00f6nnen hier nicht gutes Wetter abwarten und begreifen, dass unsere Reisepl\u00e4ne viel zu kurz bemessen sind. 4 Wochen f\u00fcr S\u00fcd- und\u00a0Nordinsel sind zu\u00a0wenig,\u00a02 bis 3 Monate im neuseel\u00e4ndischen Hochsommer von Dezember bis<span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span>Februar w\u00e4ren besser. So m\u00fcssen wir im Regenwetter des n\u00e4chsten Tages abfahren und erreichen Wanaka am gleichnamigen Lake. Normalerweise hat der Besucher von hier aus ein herrliches Bergpanorama und kann sich auf den Wiesen am Seeufer entspannen, doch uns bleibt zun\u00e4chst das Regenwetter treu. Die Berge sind alle nebelverhangen. Wir trinken in einem gut besuchten Internet-Caf\u00e9 ein Bier und sind entt\u00e4uscht, als es hier kein Internet gibt. Wie immer bleiben wir an keinem Ort l\u00e4nger als eine Nacht und werfen den Motor unseres 13 Jahre alten Fahrzeugs an, um diesmal nur eine kurze Strecke bis zum Lake Dunstan zur\u00fcckzulegen. Nach dem sich die Nebel verzogen haben, bessert sich das Wetter und es ist uns ein sch\u00f6ner Spaziergang am Seeufer m\u00f6glich. Wir stehen auf einem der einfachen, kosteng\u00fcnstigen und in der Regel landschaftlich besonders sch\u00f6nen DOC-Campingpl\u00e4tze, die nicht privat eingerichtet sondern aus \u00f6ffentlichen Mitteln finanziert sind. WC vorhanden, Dusche nicht.<\/p>\n<p>Tags darauf geht es \u00fcber Gore, dem f\u00fcr uns s\u00fcdlichsten Punkt, nach Lumsden. Auf der Strecke lassen wir das schroffe Bergland erst einmal hinter uns. Die Landschaft wird flacher und \u00f6ffnet sich f\u00fcr Obstanbau, Landwirtschaft und Viehzucht. Am Stra\u00dfenrand kaufen wir \u00c4pfel, Birnen und Nashi in gro\u00dfen T\u00fcten direkt vom Erzeuger. In der Viehzucht experimentieren die Neuseel\u00e4nder mit allem, was Fleisch, Milch oder Wolle abwirft. Wir sehen Schafe, K\u00fche, Rinder, Hirsche und jetzt auch Alpacca aus S\u00fcdamerika, seltener Schweine.<\/p>\n<p>Mit Zwischenstopp in Manapouri fahren wir zum ber\u00fchmten Milford Sound an der Westk\u00fcste. Wir passieren den einspurigen Homer Tunnel. Anschlie\u00dfend f\u00fchrt uns eine gewundene, schmale Stra\u00dfe die 15 km hinab zum Sound. Eine schwierige Strecke. An den Seiten dieser Stra\u00dfe sehen wir schroffe Felsw\u00e4nde, gro\u00dfe Farne und Regenwald. Wir m\u00fcssen durch Wolken hindurch fahren. Es beginnt kalt zu regnen. Schlechte Sicht. F\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen haben wir eine Schiffs-Rundfahrt auf dem Sound gebucht und steuern deshalb den einzigen Camping-Ground, ca. 2 km vor der Anlegestelle an. Es ist inzwischen 17.00 h und die D\u00e4mmerung naht. In der Rezeption teilt man uns mit: \u201eAlles besetzt!\u201c. Wir sollen die ganze Strecke bis hinter den Tunnel zur\u00fcckfahren und dort einen Standplatz suchen. Au\u00dferdem w\u00fcrden die Ranger den kleinen Parkplatz vor der Anlegestelle am Sound kontrollieren und bis 19.00 h ebenfalls jeden Campervan zur\u00fcckschicken. Kurz danach wird die Ampel oben, am einspurigen Tunnel f\u00fcr die Nacht abgeschaltet und dieser unpassierbar. Damit ist uns klar, wir m\u00fcssen die Stellung nur noch 2 Stunden halten, dann kann uns keiner mehr zur\u00fcck schicken. Die Nacht verbringen wir am Ufer des Milford Sounds, in der N\u00e4he der Anlegestelle. Des Nachts sch\u00fcttet es dort wie aus K\u00fcbeln und der Wind r\u00fcttelt am Fahrzeug. Wir erinnern uns an die fr\u00fchere Aussage eines anderen Reisenden, am Milford Sound m\u00fcsse es etwas regnen, damit sich die Wasserf\u00e4lle besser entwickeln. Am fr\u00fchen Morgen umkreist ein Laufvogel mit leicht gekr\u00fcmmtem Schnabel unseren Wagen. Wir halten ihn f\u00fcr einen Kiwi. Auf dem Schiff erwarten uns im Sound starker Regen und 8 Windst\u00e4rken. Ein Gl\u00fcckstag! Wir sehen hunderte von Wasserf\u00e4llen, wovon die kleineren nicht das Wasser des Sounds erreichen, da sie vom Starkwind wieder hoch geblasen werden. Im Windschatten eines Felsens tummelt sich lustig eine Kolonie neuseel\u00e4ndischer Pelzrobben. Nur das umgebende Bergpanorama hat sich in Wolken geh\u00fcllt. Der Milford Sound bei Regen und Starkwind ist uns ein einmaliges, eindrucksvolles Erlebnis.<\/p>\n<p>Unsere n\u00e4chste Etappe ist Queenstown. Dieser Ort ist vollst\u00e4ndig touristisch erfasst. Im Gegensatz zum naturbezogenen und abgeschiedenen Umland gibt es hier Restaurants, Bars und Diskotheken. Viele junge Leute halten sich hier gern ein paar Tage auf. Wir wundern uns \u00fcber die gro\u00dfe Beliebtheit des \u201eFerg-Burgers\u201c, der inzwischen Kultstatus in Queenstown erreicht hat. Um den gro\u00dfen Burger zu ergattern, stehen die Leute 20 m auf die Stra\u00dfe hinaus.<\/p>\n<p>Wir verzichten auf den Genuss des Ferg-Burgers und fahren weiter zur Westk\u00fcste zwischen Haast und Westport.An der rauen Westk\u00fcste erheben sich die Berge vom Meeresspiegel in kurzer Distanz bis auf \u00fcber 3.000 m. Bei den vorherrschenden westlichen Winden f\u00fchrt dies zu h\u00e4ufigem Steigungsregen, einer Voraussetzung f\u00fcr das Entstehen eines undurchdringlichen Regenwalds aber auch von Gletschern auf den Bergr\u00fccken. Zun\u00e4chst wandern wir zum Franz Josef Glacier bis in die N\u00e4he der Gletscherzunge. Aus dem Gletscher entspringt ein rei\u00dfender Fluss, der Eisklumpen bis ins Tal sp\u00fclt. Am Wegesrand sind Steine mit roten und gr\u00fcnen Moosen bedeckt. Wir beobachten einen regen Flugverkehr von Helikoptern und Kleinflugzeugen, die eilige Touristen zum Gletscher bringen. Wir nehmen uns etwas mehr Zeit und genie\u00dfen die Wanderung.Eine Rast machen wir sp\u00e4ter in der Kleinstadt Hokitika. Hier ist das Zentrum der Jadebearbeitung. Der gr\u00fcne Stein wird entlang der Westk\u00fcste im Erdreich gefunden. Wir sehen uns sch\u00f6ne, traditionell im Stil der Maori gearbeitete St\u00fccke in den Ausstellungsr\u00e4umen der Schleifereien an. Der einsetzende Regen dr\u00e4ngt uns zur Weiterfahrt. N\u00e4chste Etappe sind die Pancake Rocks bei Punakaiki. Die Felsen sehen hier wie aufgeschichtete Pfannkuchen aus. Danach halten wir an der M\u00fcndung des Pororari Rivers, wo wir erst einmal unter der ge\u00f6ffneten Heckklappe unseres Campervans den Lunch in der Bordk\u00fcche zubereiten. So gest\u00e4rkt wandern wir entlang des Flusses durch den \u00fcppigen Regenwald. Am Cape Foulwind und bei Carters Beach sehen wir die dortige Kolonie der neuseel\u00e4ndischen Pelzrobben und laufen anschlie\u00dfend entlang des breiten, mit Treibholz besetzten Sandstrandes. Die raue und regenreiche Westk\u00fcste mit ihren vielen M\u00f6glichkeiten halten wir f\u00fcr ein weiteres Highlight unserer Reise.<\/p>\n<p>Wir fahren nun eine etwas l\u00e4ngere Distanz in den Nordwesten der S\u00fcdinsel. Unsere Ziele sind der Abel Tasman Nationalpark und das Cape Farewell. Der Weg nach Totaranui f\u00fchrt \u00fcber einen 12 km langen, splitgedeckten Weg, auf dem entgegenkommende Fahrzeuge zu etwas breiteren Stellen zur\u00fccksetzen m\u00fcssen, um das entgegenkommende Fahrzeug langsam passieren zu lassen. Die kurvige Strecke ist an den Bergh\u00e4ngen ohne Leitplanken angelegt und besitzt erhebliche Steigungen und Gef\u00e4lle. Bergab kommt ein Campervan in einem Bremsman\u00f6ver auf dem Split schnell ins Rutschen. Einmal wird es knapp, doch gl\u00fccklicherweise nichts passiert. Von Totaranui aus wandern wir in einer sch\u00f6nen Tagestour, bei gutem Wetter und mit leichtem Gep\u00e4ck an der K\u00fcste und durch den Bergwald zu einer abgelegenen Bucht mit Sandstand. Die Naturparkverwaltung bietet auch bis zu 5-t\u00e4gige gef\u00fchrte Tracks mit \u00dcbernachtungen in \u2013 von den Wanderern &#8211; mitgef\u00fchrten Zelten an. Dazu haben wir aber weder Lust, Zeit noch Ausr\u00fcstung. Insbesondere bei einsetzender K\u00e4lte und heftigem Regen kann solch eine Tour au\u00dferordentlich anstrengend werden. Uns begegnet eine solche Wandergruppe mit schwerem Gep\u00e4ck. Ihr Anblick best\u00e4tigt uns.<\/p>\n<p>Am Cape Farewell unternehmen wir bei herrlichem Sonnenschein Wanderungen an den Str\u00e4nden und durch die einsamen D\u00fcnen. Wir entdecken die landschaftliche Sch\u00f6nheit dieses Gebietes und finden Knochen vormals gestrandeter Wale. Wir entspannen uns. Doch bald m\u00fcssen wir auch hier Abschied nehmen, und fahren \u00fcber Pelorus Bridge und Havelock zum F\u00e4hrhafen Picton. Die Strecke f\u00fchrt an den malerischen Fjorden des Marlborough Sounds entlang, wo wir mehrfach Rastpl\u00e4tze anlaufen um von dort aus Spazierg\u00e4nge zu unternehmen. Die F\u00e4hre ist schon per Internet gebucht. Wir verzehren noch eine Portion \u201eMussels\u201c sowie \u201eFish and Chips\u201c in Picton und fahren mit unserem Campervan in den gro\u00dfen Laderaum der F\u00e4hre. Die 4-st\u00fcndige \u00dcberfahrt f\u00fchrt uns nach Wellington auf der Nordinsel. Wir erinnern uns gern an unsere eindrucksvolle Zeit auf der S\u00fcdinsel Neuseelands.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Ankunft New Zealand 01.11. &#8211; 05.12.2015<\/h3>\n<div>Am Morgen des 01.11. verlassen wir unseren Ankerplatz vor Pangaimotu und nehmen Kurs auf einen Wegepunkt n\u00f6rdlich New Zealand. Gut 1.000 sm liegen vor uns. Wir veranschlagen eine Fahrtzeit von 8 Tagen. Der Wetterbericht f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage k\u00fcndigt g\u00fcnstige Winde an. Als wir Tongatapu hinter uns lassen, brist der Wind auf 20 \u2013 22 kn auf. Wir laufen auf einem Amwind-Kurs bei s\u00fcd\u00f6stlichen Winden, k\u00f6nnen die Kurslinie jedoch anliegen. Laut Wetterbericht hoffen wir auf eine g\u00fcnstige Winddrehung nach Osten, die sich aber zun\u00e4chst noch nicht einstellt. Wir reffen die Segel. In der kommenden Nacht rei\u00dfen an unserem Rollgro\u00df v\u00f6llig \u00fcberraschend die N\u00e4hte dreier Gurtb\u00e4nder, die das Schothorn des Segels mit einem, auf dem Gro\u00dfbaum laufenden Schlitten verbinden. Das Gro\u00dfsegel ist damit nicht mehr benutzbar, eine Reparatur w\u00e4hrend der Fahrt erscheint uns ausgeschlossen. Wir m\u00fcssen abfallen und setzen &#8211; nur noch unter Genua &#8211; neuen Kurs auf das Minerva Reef ab, das 260 sm s\u00fcdwestlich von Tongatapu liegt. Minerva ist ein Riff ohne Insel, mitten im Ozean. Es sch\u00fctzt vor dem Seegang; der Wind wird nicht gemindert. Nach 1,5 Tagen laufen wir in das Minerva Reef ein und gehen dort vor Anker. Sofort beginnen wir \u2013 im Wind stehend &#8211; mit der Reparatur des Gro\u00dfsegels. Ohne unsere N\u00e4hahle w\u00e4re die umfangreiche Reparatur kaum m\u00f6glich gewesen. Nur mit ihr konnten wir die doppelten Gurtb\u00e4nder, das Segeltuch und zwei UV-Schutzstreifen bei hohem Krafteinsatz durchstechen. Gerade geformte Ersatznadeln f\u00fcr die Ahle sollte man dabei haben, denn nach halber Arbeit bricht uns die Nadel ab. Zwei N\u00e4chte ankern wir im Riff, dann ist die Reparatur abgeschlossen. Das Wetterfenster f\u00fcr die Weiterfahrt nach New Zealand schlie\u00dft sich schon langsam durch den eingetretenen Zeitverlust, dennoch sagt der Wetterbericht vom Vorabend noch einige Tage g\u00fcnstige Winde voraus. Unser Wunsch, jetzt schnell New Zealand zu erreichen, ist gro\u00df und wir starten gleich morgens zur Weiterfahrt. Sp\u00e4ter werden wir uns sagen, dass es wohl besser gewesen w\u00e4re, zus\u00e4tzlich einen aktuellen Bericht ganz kurz vor der Abfahrt abzurufen.<\/div>\n<div>Wir kommen zun\u00e4chst bei m\u00e4\u00dfigen Winden auf unserer Kurslinie gut voran. Am Abend erhalten wir \u2013 wie \u00fcblich \u2013 die neueste Wetterkarte per Satellit. V\u00f6llig neu zeigt sie ein sich bildendes Tiefdruckgebiet, ringf\u00f6rmig umgeben von einem breiten Starkwindg\u00fcrtel und so ausgedehnt, dass wir nicht mehr heraussegeln k\u00f6nnen. Wir sitzen in der Falle. Um hier herauszukommen werden wir den Starkwindg\u00fcrtel durchbrechen m\u00fcssen. Tags darauf verlassen wir das Auge des Tiefs und der Wind nimmt immer mehr zu. Die Flying Dog kann bald nicht mehr von der Selbststeueranlage auf Kurs gehalten werden. Fast schwarze Wolken h\u00e4ngen tief herab bis zur Wasseroberfl\u00e4che. Der Wind weht inzwischen mit 8 Windst\u00e4rken. Das ist Sturm! Schlie\u00dflich bildet sich in der schwarzen Wolkenwand genau auf unserer Kurslinie ein helles Tor, durch das eine aufgerissene Wolkendecke sichtbar ist. Der Anblick ist surreal. Was wird uns erwarten, wenn wir durch dieses Tor fahren? Innerhalb von Minuten verschwindet die warme, feuchte Luft und wir stehen pl\u00f6tzlich mit kurzer, durchn\u00e4sster Hose im kalten Wind. Die Windst\u00e4rke nimmt nicht ab und der Wind kommt weiterhin aus der Richtung in die wir fahren wollen. Am kommenden Tag versuchen wir gegen Wind und Seegang zu kreuzen. Am Tagesende haben wir 15 sm auf New Zealand gut gemacht. Die Distanz zum Ziel betr\u00e4gt aber immer noch 600 sm. Werden wir jemals New Zealand erreichen? Um aus dem Starkwindg\u00fcrtel endlich heraus zu kommen und h\u00f6her an den Wind gehen zu k\u00f6nnen, segeln wir schlie\u00dflich zwei Tage nach West-Nord-West. New Zealand kommen wir damit zwar auch nicht n\u00e4her aber wir verbessern immerhin unsere Position. Dann zieht das Tief schnell nach Osten ab aber es n\u00e4hert sich nun z\u00fcgig das nachfolgende Hoch mit seinem Kern, in dem nur sehr schwacher Wind weht. Wir fahren jetzt 3,5 Tage durchgehend unter Motor bis wir 180 sm vor NZ in die Zone des dort fast immer herrschenden Gegenwindes eintreten d\u00fcrfen. Danach k\u00f6nnen wir zum Abschluss noch einen Tag angenehm segeln und erreichen nach insgesamt 14 Tagen, 1.100 sm im Kielwasser und dem Verbrauch von 260 Litern Diesel den Hafen von Opua \/ New Zealand. Wir haben damit am 15.11. die unerfreulichste \u00dcberfahrt seit unserer Abfahrt aus dem Mittelmeer im Jahre 2012 hinter uns gebracht.<\/div>\n<div>Die Opua Rally, bei der wir uns haben eintragen lassen, organisiert eine Reihe Ausfl\u00fcge, Vortr\u00e4ge und Feste, die uns schnell die anstrengende \u00dcberfahrt vergessen lassen. Wir sehen das Stonehouse, mit dem die fr\u00fchen europ\u00e4ischen Siedler den hier sesshaften Maori ihre Kultur zeigten, nehmen an einer Weinprobe teil und tanzen auf der \u201cPrincess of the South Pacific\u201d-Party, wo alle M\u00e4nner in Frauenkleidern erscheinen sollen. Die f\u00fcr solche F\u00e4lle besser ausgestattete holl\u00e4ndische Flotte, leiht uns die passenden Per\u00fccken.\u00a0 Leider kann die Opua Marina keinen l\u00e4ngerfristigen Liegeplatz f\u00fcr die Flying Dog anbieten.<\/div>\n<div>Am 22.11. fahren wir deshalb weiter in Tagestouren zu den malerischen Ankerbuchten Whangaruru und Urquharts Bay bis wir schlie\u00dflich am 24.11. in der Riversidedrive Marina in Whangarei eintreffen. Dort stellen wir die Flying Dog ins Boatsyard und fahren am 05.12. mit dem \u00dcberlandbus nach Auckland. Im M\u00e4rz 2016 ist eine Rundreise mit dem Campingmobil durch New Zealand geplant.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Tonga 02.09. &#8211; 31.10.2015<\/h3>\n<div>Am Morgen des 02.09. hieven wir den Anker in der gro\u00dfen Hafenbucht von Apia \/ Samoa. Die Strecke nach Tonga betr\u00e4gt 185 sm und wir wollen am Nachmittag des folgenden Tages dort eintreffen. \u00d6stliche Winde von 4 bis 5 Windst\u00e4rken sind vorausgesagt. Wir umrunden Upolu auf seiner Westseite, wo wir zun\u00e4chst im Windschutz der Insel, bei schwachem Wind die Flying Dog durch die Meerenge zwischen den Inseln Upolu und Savai\u00b4i steuern. Am sp\u00e4ten Nachmittag treten wir aus dem Windschatten der Insel heraus und der Wind steigert sich innerhalb kurzer Zeit auf 25 kn. Das ist bereits Starkwind und wir reffen z\u00fcgig die Segel. Die direkte, s\u00fcdw\u00e4rts gerichtete Kurslinie auf Niuatoputapu k\u00f6nnen wir mit einem vollen Amwind-Kurs anliegen. Niuatoputapu ist die n\u00f6rdlichste Insel Tongas, auf der wir einklarieren k\u00f6nnen. Wir vermissen die freundlichen Raumschots-Kurse im Passat-Wind, die uns so leicht bis nach Samoa gebracht haben. Jetzt rast die Flying Dog auf Amwind-Kurs, bei Starkwind unter Selbststeueranlage durch die Nacht. Aufgrund der vorhandenen Meeresstr\u00f6mungen ist der Seegang unregelm\u00e4\u00dfig und h\u00e4ufig steigen Brecher von der Seite ins Cockpit der Flying Dog ein, die zwar problemlos nach achtern ablaufen, dennoch die Crew stets durchn\u00e4sst zur\u00fccklassen. Hat man sich auf die Cockpit-Bank gelegt und ruht sich aus, \u00fcberrollt einen die Welle und man muss das durch Nase und Mund eingedrungene Salzwasser aushusten. Es geht uns nicht gut und wir sind froh, als der Wind gegen 3 Uhr morgens auf die vorhergesagten 18 kn zur\u00fcckgeht. Planm\u00e4\u00dfig kommt am fr\u00fchen Nachmittag des 03.09. Niuatoputapu in Sicht. Im flacheren Wasser, vor der Insel schwimmt eine Walmutter mit ihrem Kalb. Ein sch\u00f6ner Anblick aber nach der anstrengenden \u00dcberfahrt wollen wir nun ankommen und ausruhen. Wir meistern die enge und flache Riffpassage und gehen hinter dem Riff in einer weitr\u00e4umigen Ankerbucht im Nordosten der Insel vor Anker. Hier liegen schon die deutschen Yachten \u201cGreen Duck\u201d, \u201cFriederike\u201d und \u201cAxiom\u201d, die zuvor ebenfalls auf Samoa waren. Die Crews kehren gerade im Beiboot leicht angeheitert von einem Spanferkelessen zur\u00fcck.<\/div>\n<div>Am folgenden Tag kommen die \u00f6rtlichen Beamten des K\u00f6nigreichs Tonga an Bord, um unsere Einreise zu genehmigen. Niuatoputapu ist eine arme Insel, die vom traditionellen Fischfang, vom Yachttourismus, von den Geld\u00fcberweisungen ihrer zeitweilig im Ausland arbeitenden Einwohner und von Zuwendungen des Staates lebt.\u00a0 Ein Tsunami hatte ein Jahr zuvor schwere Sch\u00e4den auf der Insel angerichtet. Im Laufe der Amtsaus\u00fcbung der Beamten servieren wir ihnen wunschgem\u00e4\u00df einige Dosen Bier und geben ihnen nach abgeschlossener Arbeit weitere Dosen mit auf den Weg, um die Inselbewohner mit dem Notwendigsten zu versorgen. Tags darauf nehmen wir zusammen mit den Crews anderer, vor Anker liegender Yachten an einer Inselrundfahrt auf der Ladefl\u00e4che eines Klein-LKW teil. Ein komfortableres Fahrzeug gibt es auf der Insel nicht. Eine Einladung der LKW-Fahrerin zum sonnt\u00e4glichen Kirchgang und zum anschlie\u00dfenden Essen m\u00fcssen wir ausschlagen, denn am Sonntag, den 06.09. wollen wir Niuatopotapu verlassen. G\u00fcnstige Winde mit 3 \u2013 4 Windst\u00e4rken sind vorausgesagt und wir streben diesmal eine entspannte \u00dcberfahrt nach Neiafu in der Inselgruppe Vava\u00b4u an.<\/div>\n<div>Das K\u00f6nigreich Tonga besteht haupts\u00e4chlich aus den in Nord-S\u00fcd-Richtung angeordneten Inselgruppen Vava\u00b4u, Ha\u00b4apai und Tongatapu mit der Hauptstadt Nuku\u00b4alofa. Die kleinere Inselgruppe der Niuas &#8211; ganz im Norden &#8211; ist schwach besiedelt und von geringerer Bedeutung.\u00a0 Tonga ist ein nicht nur konstitutionelles K\u00f6nigreich. Hier regiert der K\u00f6nig noch tats\u00e4chlich das Land. Tonga war nie eine Kolonie. Der derzeitige K\u00f6nig, Tupou VI. wurde im vergangenen Jahr gekr\u00f6nt. Auf ihm ruhen die Hoffnungen des Volkes, denn sein Vorg\u00e4nger hatte einige Unruhe ausgel\u00f6st, da er allzu h\u00e4ufig mit teilweise absurden Projekten in die eigne Tasche gewirtschaftet hatte.<\/div>\n<div>Am 07.09. laufen wir nachmittags in Neiafu, dem Hauptort der Vava\u00b4u\u2013Gruppe ein und gehen an eine der dort vorbereiteten Mooring-Tonnen. Vava\u00b4u ist ein Insel-Labyrinth mit vielen Ankerbuchten, in dem man gesch\u00fctzt segeln kann. Riffe sind vorhanden, bleiben aber noch \u00fcberschaubar.\u00a0 Sunsail und Moorings unterhalten hier Charterst\u00fctzpunkte, wo man f\u00fcr 10.000 \u20ac einen sch\u00f6nen Katamaran f\u00fcr 2 Wochen chartern kann. Der lebendige Ort ist wesentlich st\u00e4rker touristisch erschlossen, jedoch alles noch im vertretbaren Ma\u00dfstab. Hier haben wir gute Einkaufsm\u00f6glichkeiten und fast jeden Tag treffen wir uns zur \u201chappy hour\u201d mit anderen Seglern im Aquarius oder im Mango Club. In den n\u00e4chsten Tagen erkunden wir den Ort und wandern \u00fcber die \u00fcppig begr\u00fcnte Insel. Mit einem Motorboot starten wir zur Walbeobachtung. In Tonga d\u00fcrfen wir sogar mit den Walen schwimmen. Mit Flossen, Brille und Schnorchel springen wir in die offene See, um eine Buckelwalmutter mit ihrem Kalb in ihrem Element zu beobachten. Ein beeindruckendes Schauspiel, das allerdings ein wenig Fitness voraussetzt. Vorsichtig halten wir Abstand von den riesigen Tieren. Andere Wale k\u00f6nnen wir vom Boot aus beobachten. Sie sind jedoch zu schnell unterwegs, so dass wir ihnen im Wasser nicht folgen k\u00f6nnen.<\/div>\n<div>Wir laufen mit der Flying Dog auch andere Ankerpl\u00e4tze in der Vava\u00b4u\u2013Gruppe an. Besonders gef\u00e4llt uns der Ankerplatz vor der Insel Vaka\u00b4Eitu, wo ein \u201cTongadeutscher\u201d f\u00fcr uns und eine weitere Crew ein Essen organisiert. Sein Urgro\u00dfvater war Deutscher. Dieser hatte seinerzeit das Nutzungsrecht an der Insel f\u00fcr 150 Jahre erworben und damit die Lebensgrundlage bis hin zu seinen Urenkeln und ihren Familien gesichert. Heute ist vor der Insel ein beliebter Ankerplatz und der Urenkel \u2013 \u00fcbrigens noch mit deutschem Nachnamen &#8211; kann hier f\u00fcr die Yachten ein Essen anbieten, zu dem er Gitarre spielt und singt, w\u00e4hrend seine \u00e4lteste Tochter im traditionellen Stil tanzt. Ein Teil seiner weiteren Kinder f\u00fchrt uns durch den Dschungel zur anderen Inselseite. Die 4-j\u00e4hrige Tochter bewegt sich barfu\u00df im Dschungel wesentlich schneller als wir und ist uns schon nach kurzer Zeit 50 m voraus.<\/div>\n<div>Unser Weg f\u00fchrt uns am 26.09. nochmals zur\u00fcck nach Neiafu, wo wir an mehreren Veranstaltungen der neuseel\u00e4ndischen \u201cOpua Rally\u201d teilnehmen. Wir haben uns dort als Teilnehmer eingetragen, um vorbereitende Referate zu den typischen Wetterlagen f\u00fcr die sp\u00e4tere Passage nach New Zealand und zu den dortigen Einreisebestimmungen zu h\u00f6ren. Beides sind umfangreiche Themen. Unsere Lebensmittelvorr\u00e4te stocken wir noch einmal\u00a0 auf und machen uns am 03.10 auf den Weg zum Ankerplatz vor der unbewohnten Insel Maninita, dem s\u00fcdlichsten Ankerplatz in der Vava\u00b4u\u2013Gruppe. Wir wollen die Distanz zur Inselgruppe Ha\u00b4apai soweit reduzieren, dass wir sie an einem Tag, ohne Nachtfahrt zur\u00fcck legen k\u00f6nnen. Am Nachmittag f\u00e4llt der Anker vor Maninita. Fr\u00fch morgens des folgenden Tages zieht ein lokales Tiefdruckgebiet mit ergiebigen Regenf\u00e4llen durch, dennoch brechen wir auf und erreichen am Nachmittag des 04.10. bei sch\u00f6nstem Sonnenschein eine von Riffen umgebene Ankerbucht vor der Insel Ha\u00b4ano in der Ha\u00b4apai\u2013Gruppe. Ha\u00b4apai besteht fast ausschlie\u00dflich aus flachen Sandinseln, bewachsen mit Kokospalmen. Viele Inseln sind unbewohnt. Sie sind fast immer von ausgedehnten und verzweigten Korallenriffen umgeben. Solche Riffe befinden sich teilweise auch frei im Meer, unabh\u00e4ngig von sichtbaren Inseln, was die Navigation in diesen Gew\u00e4ssern zus\u00e4tzlich erschwert. Wir sind froh, einen so ruhigen Ankerplatz gefunden zu haben und genie\u00dfen den Sonnenuntergang mit einem Glas Rum in unserem Cockpit.<\/div>\n<div>Am n\u00e4chsten Morgen zeigt sich die Ankerbucht von einer anderen Seite. Der Wind brist auf und \u00e4ndert seine Richtung. Sehr schnell baut sich knapp 2 m hoher Seegang auf, der genau in unsere Ankerbucht hineinl\u00e4uft. Nun liegen die Korallenriffe sehr dicht hinter dem Heck der Flying Dog. Sollte das Ankergeschirr nachgeben, best\u00fcnde kaum noch Reaktionszeit. Schwere Besch\u00e4digungen an Ruderblatt und Schiffsrumpf w\u00e4ren zu erwarten. Wir wollen jetzt schnellstm\u00f6glich diesen Ankerplatz verlassen. Pl\u00f6tzlich verklemmt sich die Kette in der elektrischen Ankerwinsch. Der Kettenabstreifer hat sich gel\u00f6st und ist in den tiefen Ankerkasten gefallen. Unm\u00f6glich, bei den heftigen Schiffsbewegungen eine Reparatur auszuf\u00fchren. Mit ersatzweise dazwischen gesteckten Schraubenschl\u00fcsseln versuchen wir, die Ankerkette in 10 cm-Schritten aufzuholen. Die Flying Dog ruckt wegen des Seegangs immer wieder mit hoher Kraft in das Ankergeschirr ein. Die Arbeit an der Ankerwinsch erfolgt mit den H\u00e4nden in sehr geringem Abstand von Ankerkette und Nuss. Bei einem Fehler oder einem Materialversagen k\u00f6nnen bei solchen Aktionen leicht Finger gequetscht oder abgetrennt werden. Wir sind froh, als wir nach 45 Minuten den Anker im Beschlag haben und den gef\u00e4hrlich gewordenen Ankerplatz verlassen. In kurzer Entfernung laufen wir eine neue Ankerbucht westlich der Insel Foa an, die uns ausreichend Schutz vor dem inzwischen herrschenden Starkwind bietet. Hier reparieren wir im Windschatten der Insel die Ankerwinsch und gehen am weitl\u00e4ufigen, fast menschenleeren Sandstrand spazieren. Der Starkwind bleibt einige Tage und verhindert ein Auslaufen. Lebensmittel und Betriebsstoffe haben wir noch in der Vava\u00b4u-Gruppe ausreichend gebunkert. Unser Wassermacher versorgt uns stets mit ausreichend Trinkwasser. Auf der Flying Dog f\u00fchlen wir uns gesch\u00fctzt und sicher.<\/div>\n<div>Beim ersten Nachlassen des Windes fahren wir am 08.10. immer noch mit kleiner Segelfl\u00e4che weiter nach Pangai auf der Insel Lifuka.\u00a0 Pangai ist der Hauptort der Ha\u00b4apai-Gruppe. Wir melden uns beim Zoll, da die Yachten in Tonga in jeder Inselgruppe neu einklarieren m\u00fcssen, wenn auch im nun einfacheren Verfahren. Bei inzwischen sonnigem Wetter erkunden wir den kleinen, verschlafenen Ort, kaufen einiges an frischen Lebensmitteln und finden sogar ein Internet-Caf\u00e9. In einem Restaurant mit lokaler K\u00fcche essen wir f\u00fcr kleines Geld Fischgerichte, insbesondere den schmackhaften rohen Fisch mit Salat. Eine Spezialit\u00e4t Polynesiens. Am 11.10. besuchen wir mit der Flying Dog die nicht weit entfernte Insel Uoleva, mit ihren langen, unber\u00fchrten Sandst\u00e4nden. Bei einem mehrst\u00fcndigen Landgang erreichen wir nicht deren Ende. Im Inselinneren finden wir eine kaum ausgebuchte Backpacker-Herberge. Eine abgeschiedene, v\u00f6llig naturbezogene Insel.<\/div>\n<div>Das Wetter verschlechtert sich wieder und es ist f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage Starkwind vorausgesagt. Wir verlassen deshalb bereits am 12.10. Uoleva und segeln in die nach mehreren Richtungen sehr gesch\u00fctzte Ankerbucht westlich der Insel Ha\u00b4afeva. Der Wetterbericht trifft zu und wir werden bis zum 18.10. dort eingeweht. Dennoch nutzen wir die Zeit f\u00fcr Spazierg\u00e4nge durch das Inseldorf und an den Str\u00e4nden. Wir lernen den Einheimischen Pita kennen, der uns mit Mangos, Bananen, Zwiebeln und Jamswurzel von seiner Plantage versorgt. Andere Inselbewohner ernten f\u00fcr uns Kokosn\u00fcsse und Papaya. Biggi nimmt eine Einladung zum sonnt\u00e4glichen Kirchgang an. Dorfbewohner fangen &#8211; auf dem Riff stehend &#8211; Fische mit einem Netz. Sie \u00fcbergeben uns einen gerade gefangenen Fisch als Gastgeschenk. Der Fisch wird von ihnen mit einigen schnellen Handbewegungen im Seewasser entschuppt, ausgenommen und an den Seiten 3-fach quer eingeschnitten. Jochen nimmt den Fisch entgegen und bei\u00dft von der Seite in das vom Seewasser gesalzene, zarte Fleisch des frisch gefangenen Fisches. Ein solches Gastgeschenk kann man einfach nicht ablehnen.<\/div>\n<div>Am 19.10. hei\u00dft es \u201cAnker auf!\u201d. Bei gutem Segelwetter fahren wir zur Insel Nomuka Iki, wo wir 3 Tage hinter dem Riff vor Anker liegen. W\u00e4hrend wir dort sind, soll auf Nomuka Iki ein k\u00f6niglicher Yacht Club neu er\u00f6ffnet werden. Dazu hat sich ein Mitglied der K\u00f6nigsfamilie angesagt und wir haben eine Einladung.\u00a0 Solche Einladungen sollte man normalerweise annehmen. Vielleicht wird einem im Verlauf eines interessanten Gespr\u00e4chs von der K\u00f6nigsfamilie etwas angetragen, zum Beispiel das Nutzungsrecht an einer unbewohnten Insel, die wir dann im zeitlichen Rahmen unserer zweiten Lebensh\u00e4lfte urbar machen w\u00fcrden.\u00a0 Wir halten das dann aber doch nicht f\u00fcr wahrscheinlich und starten lieber zur Inselgruppe Tongatapu.<\/div>\n<div>Die kleine Insel Pangaimotu ist der Hauptstadt Nuku\u00b4alofa vorgelagert. Wir werfen dort am 22.10. den Anker vor \u201cBig Mamas Yachtclub\u201d. Mit einem kleinen F\u00e4hrboot setzen wir nach Nuku\u00b4alofa \u00fcber, um einzuklarieren und einzukaufen. Big Mamas Yachtclub besitzt ein malerisches, kleines Restaurant, in dem wir den Sonnenuntergang genie\u00dfen k\u00f6nnen. Gesellschaftlicher H\u00f6hepunkt ist Big Mamas Geburtstagsfeier mit gutem Buffet, hei\u00dfer Musik und wilden T\u00e4nzen. Wir treffen unsere Freunde von der amerikanischen Segelyacht Georgia wieder und die holl\u00e4ndische Flotte, bestehend aus den Schiffen Unwind, Bounty und Tara. Die Holl\u00e4nder sind lustige Leute und immer dabei, wenn es etwas zu feiern gibt. Wir unternehmen mit Ihnen eine Rundfahrt auf der Hauptinsel und besichtigen unter anderem die damaligen Ankerpl\u00e4tze der Entdecker Abel Tasman und James Cook, den K\u00f6nigspalast, die hier ans\u00e4ssigen Flying Dogs, fischende Schweine, die bei Ebbe kleine Fische, Krebse und Muscheln im Schlamm suchen, ein historisches Steintor der Polynesier und eine Tropfsteinh\u00f6hle, in der wir schwimmen k\u00f6nnen. Wir haben eine abwechslungsreiche Zeit.<\/div>\n<div>Inzwischen beobachten wir immer h\u00e4ufiger und genauer das Wetter in einem Bereich bis hinunter nach New Zealand. Wir suchen nach einem Wetterfenster f\u00fcr die 1.100 sm lange \u00dcberfahrt. New Zealand liegt schon in der gem\u00e4\u00dfigten Klimazone und dort ist derzeit fr\u00fches Fr\u00fchjahr. Bei zu zeitiger Abfahrt, k\u00f6nnen wir unterwegs in einen Fr\u00fchjahrssturm geraten. Bei zu sp\u00e4ter Abfahrt w\u00e4chst die Gefahr, in Tonga den Durchzug einer verheerenden tropischen Zyclone zu erleben. Ab dem 01.11. beginnt hier statistisch die Sturmsaison. Der weltweite Klimawandel birgt zus\u00e4tzliche Risiken. Wir ahnen, dass die \u00dcberfahrt nach New Zealand nicht ganz einfach wird. Nach dem Einkauf von Lebensmitteln f\u00fcr 14 Tage und dem Bunkern von 310 Litern Dieselkraftstoff sehen wir am 01.11. einen geeigneten Abfahrtstermin und wollen ihn nutzen. Wir hoffen, die Strecke nach New Zealand in gut 8 Tagen zur\u00fccklegen zu k\u00f6nnen.<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<h3><b>Samoa 09.08. -01.09.2015<\/b><\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>Am Morgen des 09.08. ist die Flying Dog klar zum Auslaufen aus Bora Bora. Viele Gedanken haben wir uns \u00fcber unsere weitere Route gen Westen gemacht. Eine s\u00fcdlich verlaufende Strecke f\u00fchrt \u00fcber Rarotonga (s\u00fcdliche Cookinseln) und Niue direkt nach Tonga. Wir sind verw\u00f6hnt und Rarotonga sowie Niue erscheinen uns touristisch nicht attraktiv genug. Die k\u00fcrzeste Strecke f\u00fchrt \u00fcber das Palmerston-Atoll und Niue. An der Westseite des Palmerston-Atolls kann an Mooring-Tonnen nur m\u00e4\u00dfiger Haltekraft festgemacht werden. Bei bestimmten Windrichtungen ist der Liegeplatz v\u00f6llig ungesch\u00fctzt und muss schnellstens verlassen werden. Auf Palmerston haben alle Einwohner den gleichen Nachnahmen. 1862 traf hier Kapit\u00e4n William Marsters mit seinen drei polynesischen Frauen ein und gr\u00fcndete drei Familien. Er hinterlie\u00df seinen Nachkommen Vorschriften, wie zu heiraten sei. Das Atoll hat heute 50 Einwohner, die alle von \u201cFather\u201d Marsters abstammen. Mit ihnen h\u00e4tten wir uns schon gern einmal unterhalten, dennoch entscheiden wir zugunsten einer weiter n\u00f6rdlichen Segelroute \u00fcber das Suwarrow-Atoll (n\u00f6rdliche Cookinseln) nach Samoa, um von dort aus sp\u00e4ter nach Tonga zu segeln. Das Suwarrow-Atoll ist ein einsam gelegenes Naturschutzgebiet. Es unterbricht die 1.200 sm lange Strecke nach Samoa gut h\u00e4lftig. Der dortige Ankerplatz bietet ebenfalls nicht bei jeder Windrichtung Schutz. Einige vor Anker liegende Schiffe sind hier schon bei Sturm verloren gegangen. Vor Tonga wollen wir aber gern das sehenswerte Samoa anlaufen und entscheiden uns deshalb f\u00fcr die n\u00f6rdliche Segelroute.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Der Ozean empf\u00e4ngt uns in den ersten Tagen mit unbest\u00e4ndigem Wetter, 5 Windst\u00e4rken, unangenehmer Kreuzsee und Regenschauern. Am Abend des vierten Tages l\u00e4sst der Wind nach und es beginnt, durchgehend zu regnen. Wir starten den Schiffsdiesel und begeben uns unter Deck. Von hier aus k\u00f6nnen wir mit unseren \u201celektronischen Augen\u201d AIS und Radar besser sehen als es uns mit blo\u00dfem Auge des Nachts je m\u00f6glich w\u00e4re. Die Flying Dog h\u00e4lt ihren Kurs unter Selbststeueranlage. Seit unserer Abfahrt haben noch kein anderes Schiff gesichtet. Am n\u00e4chsten Morgen kommen die 5 Windst\u00e4rken zur\u00fcck und kurz bevor wir am f\u00fcnften Tag Suwarrow erreichen, empfangen wir eine Wetterkarte, die in den n\u00e4chsten Stunden f\u00fcr Suwarrow Starkwind aus S\u00fcd vorhersagt. Wir geben unseren Plan auf, das Atoll anzulaufen und wettern den Starkwind unter gerefften Segeln auf See ab. Direkter Kurs ist nun Apia auf Samoa. Eine gute Entscheidung, denn nach 6 Stunden l\u00e4sst der Wind nach und es wehen in den weiteren 4 Tagen Passatwinde mit m\u00e4\u00dfiger Brise und Sonnenschein, bis wir Apia erreichen. Wir ankern in der gro\u00dfen und gesch\u00fctzten Hafenbucht nach 1.206 sm und 9 Tagen auf See. Wir berichtigen unsere Uhren von zuvor UTC \u2013 11h auf Ortszeit: UTC + 13h. Die Uhrzeit im engeren Sinne bleibt damit gleich aber die Datumsgrenze wird \u00fcbersprungen. Einen so kurzen Tag hatten wir noch nie.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Neben einigen kleineren Inseln im Westen, die heute von den USA verwaltet werden (American Samoa) besteht Samoa aus der Hauptinsel Upolu mit der Hauptstadt Apia und der Insel Savai\u00b4i. 1899 \u20131914 ist Samoa deutsche Kolonie. Danach wird Samoa von New Zealand verwaltet. 1962 wird Samoa als erster s\u00fcdpazifischer Staat selbst\u00e4ndig und ist heute ein konstitutionelle Monarchie. Das Land wird vom Prime Minister regiert, der vom Parlament gew\u00e4hlt wird. F\u00fcr die 49 Parlamentssitze d\u00fcrfen sich allerdings nur Bewerber aus dem Kreise der Matai zur Wahl stellen. Das Fundament der traditionellen polynesischen Gesellschaft ist auch heute noch die in einem Dorf beheimatete erweiterte Gro\u00dffamilie, die ihren Matai w\u00e4hlen und auch abw\u00e4hlen kann. Er trifft f\u00fcr das Dorf \u00fcbergreifende Entscheidungen und schlichtet Streitigkeiten bis hin zum Verh\u00e4ngen von Strafen. Als reich geachtet wird nicht jemand, der viel hat sondern jemand, der viel abgibt. Die Dorfgemeinschaft unterst\u00fctzt sich gegenseitig und f\u00e4ngt in Not geratene Mitglieder auf. Wir sehen immer noch viele traditionelle samoanische H\u00e4user, die als ein auf St\u00fctzen gesetztes Dach mit einem vom Erdreich angehobenen Fu\u00dfboden gebaut sind. Sie besitzen weder Innen- noch Au\u00dfenw\u00e4nde. Im Bedarfsfall k\u00f6nnen Blenden oder Matten als Wetterschutz angebracht werden. Zunehmend sehen wir aber doch H\u00e4user mit geschlossenen Fassaden und Glaslamellenfenstern, wir vermuten, um den elektronischen Haushaltsger\u00e4ten mehr Witterungsschutz zu bieten.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die samoanische Lebensart empfinden wir als sehr angenehm. Die Menschen sind \u00fcberaus freundlich, hilfsbereit aber auch offen und interessiert. Sie suchen das Gespr\u00e4ch mit G\u00e4sten. Die Einwohner franz\u00f6sisch Polynesiens waren in der Regel weitaus reservierter und es war oft schwer, mit ihnen ins Gespr\u00e4ch zu kommen. In Musik, Tanz und Gesang bieten die Samoaner bestes Entertainment und sind mit gro\u00dfer Begeisterung dabei. Wir besuchen das Cultural Village, in dem Samoa seine G\u00e4ste willkommen hei\u00dft. Zun\u00e4chst wird der traditionelle Erdofen angefacht und mit schmackhaften Speisen beschickt. Spinat\u00e4hnliches Gem\u00fcse wird mit Kokosnuss-Sauce \u00fcbergossen und in Bananenbl\u00e4ttern zu B\u00e4llen zusammengerollt. Kochbananen werden gesch\u00e4lt und auf die hei\u00dfen Steine gelegt. Zum sp\u00e4teren Zeitpunkt werden Fischst\u00fccke in Bl\u00e4tter gewickelt und nachgelegt. Bei gr\u00f6\u00dferen Feiern kann auch ein ganzes Schwein zwischen die hei\u00dfen Steine gelegt und so gegart werden. Der Ofen wird schlie\u00dflich mit den Bl\u00e4ttern des Brotfruchtbaumes abgedeckt, um die W\u00e4rme zu halten. Die Zubereitung der Speisen im Erdofen ist im \u00fcbrigen M\u00e4nnersache. W\u00e4hrend der Garzeit findet die Kava-Zeremonie statt, an deren Ende der Gast in die Dorfgemeinschaft aufgenommen ist. Aus Kava-Wurzeln und Wasser wird ein leicht berauschendes Getr\u00e4nk zubereitet und in einem gro\u00dfen, h\u00f6lzernen Kava-Gef\u00e4\u00df vor einer pr\u00e4chtig geschm\u00fcckten H\u00e4uptlings-Tochter aufgestellt, die sich den G\u00e4sten zuwendet. Aus diesem Gef\u00e4\u00df wird das Getr\u00e4nk mit einer halbierten Kokosnuss-Schale gesch\u00f6pft und nacheinander jedem Gast gereicht. Gelegentlich wird nach dem Genuss des Kava-Getr\u00e4nks \u2013 je nach Verd\u00fcnnung &#8211; \u00fcber taube Lippen und Zungen berichtet. Schlie\u00dflich werden ausgiebig traditionelle T\u00e4nze vorgef\u00fchrt bevor die wohlschmeckende Mahlzeit aus dem Erdofen in Schalen aus geflochtenen Palmenbl\u00e4ttern serviert wird. Ein warmherziger Empfang in Samoa.<\/div>\n<div>An anderer Stelle verfolgen wir die Herstellung eines Tapas aus der Rinde eines Zweiges des Maulbeerbaumes, die durch best\u00e4ndiges w\u00e4ssern, ausstreichen und klopfen verbreitert wird. Ein Tapa wird anschlie\u00dfend getrocknet und mit traditionellen Motiven bemalt.<\/div>\n<div>Eine etwas kommerziellere Tanzshow der polynesischen Feuert\u00e4nzer besuchen wir im Sails-Restaurant an der Hafenfront. Dazu wird ein mehrg\u00e4ngiges Essen aus guter, internationaler K\u00fcche gereicht. Auf einer Inselrundfahrt mit dem Kleinbus &#8211; zusammen mit befreundeten Seglern &#8211; versuchen wir Upolu n\u00e4her kennen zu lernen. Unter anderem fahren wir zu den beeindruckenden Togitogiga und Sopoaga Wasserf\u00e4llen und baden im To Sua Trench, wo der Einstieg \u00fcber eine mehr als 10 m lange Leiter schon etwas Mut erfordert. Wir besichtigen die Villa Vailima, das Wohnhaus des Schriftstellers Robert Louis Stevenson, in dem er seine letzten 5 Lebensjahre bis 1894 verbrachte und das neuneckige \u201cHaus der Andacht\u201d der Bah\u00e1\u00b4i Glaubensgemeinschaft. Wir lernen, dass diese Glaubensgemeinschaft im 19. Jahrhundert im Iran gegr\u00fcndet wurde. Sie ist offen f\u00fcr alle Religionen der Welt und insbesondere f\u00fcr die 9 Weltreligionen, die in ihren H\u00e4usern der Andacht alle einen Ort der Meditation und des Gebets finden sollen. Wir erfahren, dass es ein solches Haus der Andacht auch in Deutschland, in Frankfurt gibt. Wohl ein gut gemeinter Denkansatz.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Samoa anzulaufen, hat sich f\u00fcr uns gelohnt. Die kulturelle Vielfalt und landschaftliche Sch\u00f6nheit \u00fcberzeugen uns. Schweren Herzens verlassen wir Samoa am 02.09. in Richtung Tonga. Winde aus passender Richtung sind f\u00fcr diesen Termin vorhergesagt. Der n\u00f6rdlichste Einklarierungshafen Tongas liegt auf der Insel Niuatoputapu in Distanz von 185 Seemeilen. Wir planen eine Reisedauer von 1,5 Tagen mit einer Nacht auf See.<\/div>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div>\n<h3><b>Gesellschaftsinseln 28.06.-08.08.2015<\/b><\/h3>\n<\/div>\n<div>Nachdem wir noch einige Tage die durchziehenden Schwachwindgebiete abgewartet haben, entschlie\u00dfen wir uns, am 28.06. fr\u00fch morgens den Anker zu hieven und uns auf den Weg nach Papeete auf Tahiti zu machen. Die Strecke zwischen dem Fakarava-Atoll und Papeete betr\u00e4gt 250 sm und wir werden 2 N\u00e4chte auf See verbringen m\u00fcssen. Au\u00dferhalb des Atolls segeln wir langsam bei nur 6 kn Nordost-Wind. Blauer Himmel und Sonne aber immer noch zu wenig Wind, um die l\u00e4ngere Distanz zur Hauptstadt Franz\u00f6sisch Polynesiens z\u00fcgig zur\u00fccklegen zu k\u00f6nnen. Zudem schlagen die Segel h\u00e4ufig bei geringem Wind aber dennoch vorhandenem Seegang. Nach dreist\u00fcndigem Motor-Sailing kommt endlich etwas mehr Wind auf und wir erreichen doch noch am 30.06. Papeete, wo wir &#8211; nach passieren des vorgelagerten Riffs &#8211; an den Schwimmstegen des neuen Stadthafens festmachen. Der Stadthafen grenzt unmittelbar an das Zentrum Papeetes, so dass wir kurze Wege zu Einkaufsm\u00f6glichkeiten, Restaurants, Internet-Caf\u00e9s und den St\u00e4nden der Roulottes haben, aus denen jeden Abend unter freiem Himmel schmackhaftes Essen serviert wird. Wir setzen unsere Klappr\u00e4der an Land, mit denen wir viele Besorgungen und kleine Ausfl\u00fcge komfortabler durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Besonders gef\u00e4llt uns die mit B\u00e4nken, Springbrunnen, Pavillons und Parkanlagen neu angelegte und extrem sauber gehaltene Uferpromenade Papeetes, wo wir uns gerne aufhalten. Die Stadt Papeete hat ca. 135.000 Einwohner, das ist etwa die H\u00e4lfte aller Bewohner Franz\u00f6sisch Polynesiens. Yachten fahren Papeete zwangsl\u00e4ufig an, da sie hier Vorr\u00e4te bunkern, Ersatzteile f\u00fcr die Boote erwerben oder Schiffsreparaturen ausf\u00fchren lassen k\u00f6nnen. Ebenso gute Bedingungen finden sie erst wieder in New Zealand. In die Flying Dog bauen wir einen neuen Gasherd ein. Lager und Dichtungen der K\u00fchlwasserpumpe unseres Schiffsdiesels werden durch einen Service-Betrieb ersetzt. Au\u00dferdem erwerben wir diverses Kleinmaterial beim Schiffsausr\u00fcster.<\/div>\n<div>Der Zeitraum unseres Besuches f\u00e4llt mit dem j\u00e4hrlichen Heiva Festival Tahiti zusammen. Es ist ein Fest zur Ehre der traditionellen polynesischen Kultur, das einst als Akt des gewaltlosen Widerstandes gegen die im 18. Jahrhundert aus Europa kommenden christlichen Missionare und den von ihnen veranlassten kulturellen \u00c4nderungen von den polynesischen W\u00fcrdentr\u00e4gern eingef\u00fchrt wurde. Von allen Gesellschaftsinseln entsandte Gesangs- und Tanzgruppen f\u00fchren ihre Kunst dem Publikum und einer Jury vor. Die Darbietungen erfolgen verteilt \u00fcber ca. 3 Wochen. Anschlie\u00dfend werden die besten Gruppen ausgew\u00e4hlt. Besonders gefallen uns die Tanzgruppen in ihren farbenpr\u00e4chtigen und phantasievollen Kost\u00fcmen, die ihren Ursprung in der Geschichte Polynesiens haben. Die Gruppen bestehen aus durchschnittlich 130 Personen. Ihre wilden T\u00e4nze im Rhythmus der Trommeln erz\u00e4hlen die Geschichte der polynesischen V\u00f6lker. Wir sind stark beeindruckt.<\/div>\n<div>Mit dem Mietwagen befahren wir die K\u00fcstenstra\u00dfe und umrunden Tahiti Nui, den gr\u00f6\u00dferen Inselteil. Wir halten am Cap Venus, wo der gro\u00dfe Entdecker, Captain Cook 1769 im Auftrag der Royal Society den Transit der Venus beobachtete. Er gab der Inselgruppe zu Ehren der Royal Society den Namen Gesellschaftsinseln. Weitere Stationen sind der Wasserfall \u201cCascades Tafa\u00b4arumoi\u201d und die sturmsichere Ankerbucht \u201cPort Phaeton\u201d, bevor wir den Heimweg nach Papeete antreten. Das Inselinnere besteht aus steilen, unzug\u00e4nglichen Bergen und ist nicht einmal durch Wanderwege erschlossen. Teilweise werden dort gef\u00fchrte Abenteuer-Touren angeboten. Wei\u00dfe Sandstr\u00e4nde gibt es auf Tahiti Nui nicht. Alle Gesellschaftsinseln sind im Inneren gebirgig, entstanden aus vulkanischer Aktivit\u00e4t. Sie besitzen jedoch ein vorgelagertes, umlaufendes Saumriff. Zwischen Insel und Riff befindet sich jeweils eine \u2013 in der Regel mit Booten befahrbare &#8211; Lagune.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Nach 12-t\u00e4gigem Aufenthalt verlassen wir am 11.07. Tahiti und fahren weiter zur Insel Moorea, die nur 22 sm entfernt ist. Der Anker f\u00e4llt in der landschaftlich sch\u00f6nen Baie de Opunohu. Wir wandern durch ausgedehnte Ananasfelder zum Aussichtspunkt Belvedere, von dem aus sowohl die Baie de Opunohu als auch die Cooks-Baie zu sehen sind. Am 14.07., dem franz\u00f6sischen Nationalfeiertag, nehmen wir am Badestrand an einem kleinen Kulturtreff teil. Es werden Trommeln und andere traditionelle Instrumente gespielt, Flechtarbeiten aus Palmenzweigen vorgef\u00fchrt, das Binden des Pareo ge\u00fcbt, gesungen und getanzt. Viele junge Leute kommen mit dem Motorrad zur Veranstaltung. Sie interessieren sich f\u00fcr ihre Traditionen sind aber dennoch unverkennbar moderne Menschen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am Nachmittag des 16.07. hieven wir den Anker und die Flying Dog nimmt Kurs auf die Insel Huahine. Wir legen die 80 sm lange Strecke \u00fcber Nacht zur\u00fcck und steuern am Morgen des 17.07. den Ort Fare auf Huahine an. Hinter uns liegt eine anstrengende Fahrt mit bis zu 6 Windst\u00e4rken, zeitweise im Regen. Wir finden den Pass durch das Saumriff und ankern vor dem Ort. Die touristisch weniger erschlossene Insel empf\u00e4ngt uns mit angenehm entspannter Atmosph\u00e4re. Mit unserem Dinghi landen wir am Schwimmsteg des Yachtclubs, dessen Bar wir h\u00e4ufig zur Happy Hour nutzen. Wir treffen die Crews mehrerer deutscher Schiffe wieder, die sich auf \u00e4hnlicher Reiseroute befinden. Auf der Friederike sind wir zu einem Eventessen eingeladen, das auf einem Tischgrill mit offener Gasflamme zubereitet wird. Wir wandern durch den beschaulichen Ort und erwerben einige Arbeiten des \u00f6rtlichen Kunsthandwerks. Am Ufer entlang wandern wir zur n\u00e4chsten Bucht und machen dort Rast auf gro\u00dfen Steinen, von denen wir die F\u00fc\u00dfe ins Meerwasser baumeln lassen. Auf dem Weg entdecken wir einige kleine, individuelle G\u00e4steh\u00e4user. Uns f\u00e4llt auf, dass auf mehreren Grundst\u00fccken Gr\u00e4ber angelegt sind. Die Polynesier haben das Recht, ihre verstorbenen Familienmitglieder auf dem eignen Grundst\u00fcck zu beerdigen, um ihnen auch \u00fcber den Tod hinaus nahe zu sein.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 23.07. verlassen wir Huahine und nehmen Kurs auf Raiatea, wo wir am sp\u00e4ten Nachmittag eintreffen. Die im Revierf\u00fchrer als \u201cgut\u201d ausgewiesenen Ankerpl\u00e4tze vor dem Hauptort Uturoa haben eine Wassertiefe von 28 bis 30 m. Demgegen\u00fcber nimmt an den inneren Riffkanten die Wassertiefe so abrupt auf unter 1,60 m ab, dass sich dort ebenfalls kein geeigneter Ankerplatz finden l\u00e4sst. Wir sind \u00fcberrascht. Die Flying Dog ist zwar zus\u00e4tzlich mit Ankertauen ausger\u00fcstet, mit denen das 50 m lange Kettengeschirr auf 115 m verl\u00e4ngert werden kann, doch war diese Verl\u00e4ngerung noch nicht klar gelegt und die Dunkelheit r\u00fcckte schnell n\u00e4her. In z\u00fcgiger Fahrt durch die Lagune steuern wir einen kleinen Ankerplatz auf der Westseite der Insel, vor der Carenage an, der eine Wassertiefe von 12 m aufweist. Wir erreichen ihn im letzten B\u00fcchsenlicht und sind erst einmal erleichtert.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Raiatea besitzt eine gemeinsame Lagune mit der Nachbarinsel Tahaa. Das Saumriff umschlie\u00dft beide Inseln. Gleich am Morgen des 25.07. fahren wir durch die Lagune nach Tahaa in die tief einschneidende Baie de Hurepiti. Zu beiden Seiten der Bucht steigen Bergh\u00e4nge steil empor. Wir ankern allein auf einer kleinen Fl\u00e4che mit geringerer Wassertiefe in der Mitte der Bucht. Wir genie\u00dfen die Ruhe und die sch\u00f6ne, nat\u00fcrliche Umgebung des Ankerplatzes. Der Landgang f\u00fchrt uns zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf verschiedene angrenzende Buchten. Uns gefallen die farbenfrohen Bl\u00e4tter und Bl\u00fcten der tropischen Pflanzen sowie die \u00fcppige Vegetation.<\/div>\n<div>Am 27.07. holen wir das Ankergeschirr ein und fahren durch die Lagune zum Patio Village. Hier k\u00f6nnen wir eine vom Dorf ausgebrachte Mooring-Tonne ergreifen und dort festmachen. Nach dem notwendigen Einkaufen besichtigen wir das am Dorfrand eingerichtete Festdorf, in dem es Bar, Restaurant und einige Vergn\u00fcgungen f\u00fcr Kinder in traditionell mit Palmenbl\u00e4ttern gedeckten H\u00e4usern gibt. Wir lernen junge Leute aus Patio kennen, die uns am n\u00e4chsten Tag ihr Wohnhaus und die im Besitz ihrer Gro\u00dffamilie befindliche Vanille-Plantage zeigen. Die Insel Tahaa ist bekannt f\u00fcr den Vanille-Anbau. Die zu den Orchideen geh\u00f6rende Vanille wird heute innerhalb von netz\u00fcberspannten Plantagen angepflanzt. Sie rankt an Pflanzger\u00fcsten empor und wird mit Kokosnuss-Schalen ged\u00fcngt. Ihre wei\u00dfen Bl\u00fcten enthalten sowohl den Bl\u00fctenstaub als auch den zu befruchtenden Stempel. Allein kann sich die Pflanze nicht befruchten und darauf spezialisierte Insekten gibt es auf Tahaa nicht. Die Vanille wurde hier einst importiert. So muss die Befruchtung durch Menschenhand erfolgen. Unterhalb der Bl\u00fcten wachsen sp\u00e4ter die gr\u00fcnen Vanille-Schoten, die nach der Ernte 4 Monate getrocknet und fermentiert werden. Wir kennen die Vanille-Schoten nur in dunkelbraun bis schwarz getrockneter Form.<\/div>\n<div>Familie hei\u00dft bei den Polynesiern immer Gro\u00dffamilie. Das Wohnhaus der Familie der jungen Leute besitzt in seinem Inneren kaum Trennw\u00e4nde. Bei Bedarf k\u00f6nnen T\u00fccher zwischen den Doppelbetten aufgeh\u00e4ngt werden. Offensichtlich gibt es kaum Geheimnisse zwischen den Familienmitgliedern, vieles wird gemeinsam besprochen. Abschlie\u00dfend werden wir noch in das von der Familie der jungen Leute betriebene Restaurant zum Essen eingeladen, das wir mit den Fingern zu uns nehmen. F\u00fcr uns v\u00f6llig ungewohnt. Anschlie\u00dfend \u00f6ffnen wir noch gemeinsam einige Kokosn\u00fcsse mit der Hand und erfahren, dass die Insel Tahaa in dieser Disziplin bei dem Heiva Festival auf Tahiti den ersten Preis gemacht hat. Das Angebot, in einem Ausleger-Kanu zu paddeln, lehnen wir dankend ab und machen uns nach einem interessanten und gelungenen Tag auf den Heimweg zur Flying Dog.<\/div>\n<div>Am 29.07. gehen wir noch vor der &#8211; auf dem Saumriff gelegenen- Insel Tau-Tau vor Anker, auf der sich ein Luxus-Hotel befindet. Wir schnorcheln in dem angrenzenden Garten farbiger Korallen im kristallklaren Wasser.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 31.07. steuern wir durch den Pass Pai-Pai auf der Westseite Tahaas und nehmen Kurs auf die Insel Bora Bora, die uns am Nachmittag mit tropischen Regenf\u00e4llen empf\u00e4ngt. Wir ankern westlich der &#8211; in der Lagune gelegenen \u2013 kleinen Insel Toopua. Auch die folgenden Tage bleiben regnerisch. Mit dem im Beiboot aufgefangenen Regenwasser waschen wir unsere W\u00e4sche. Immerhin k\u00f6nnen wir im klaren Wasser der Lagune das Unterwasserschiff s\u00e4ubern und an der Riffkante schnorcheln, wo wir u.a. eine sehr sch\u00f6ne Mur\u00e4ne beobachten. Mit dem Beiboot fahren wir eine l\u00e4ngere Strecke innerhalb der Lagune zum Hauptort Vaitap\u00e9. Wir sind etwas entt\u00e4uscht, da sich die Hauptstra\u00dfe, an der sich der renommierte Ort aufreiht, derzeit in sehr schlechtem Zustand befindet. Je nach Wetter besteht die Wahl zwischen extrem staubig oder schlammig. Auf der Hauptinsel und den Motus im Saumriff wurden viele gehobene Hotels errichtet. Bora Bora wird oft von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Die Insel ist stark touristisch erfasst und das Preisniveau ist ebenfalls gehoben.<\/div>\n<div>Am 04.08. fahren wir in betonntem, jedoch stark verwinkeltem Fahrwasser zur S\u00fcdostecke der Lagune. Die Lagune mit dem Blick auf den inneren Vulkanberg ist das Highlight Bora Boras und hier ist es am sch\u00f6nsten. Das klare Wasser funkelt blau und t\u00fcrkis. Die Motus besitzen breite Sandstr\u00e4nde. Hier genie\u00dft man den Luxus und alle Arten des Wassersports. Am Strand hat ein Einheimischer zwei Tische unter Sonnenschirmen ins Wasser gestellt. Er serviert eisgek\u00fchlte Getr\u00e4nke und bereitet ein Honeymoon-Dinner vor. Man sitzt mit den F\u00fc\u00dfen im flachen Wasser. Dazu tr\u00e4gt der Einheimische ein Kost\u00fcm, aufw\u00e4ndiger und farbenpr\u00e4chtiger als es die Ureinwohner je getragen haben. Die Haare sind &#8211; dazu passend &#8211; lang, schwarz, \u00f6lig, str\u00e4hnig zurecht gemacht. Letztlich ein ganz h\u00fcbscher Kerl. Wir fragen, ob auch wir hier essen k\u00f6nnen. Mehrsprachig erkl\u00e4rt er uns: \u201cSorry, it\u00b4s privat\u201d.<\/div>\n<div>Am 06.08. verlegen wir die Flying Dog zur\u00fcck nach Vaitap\u00e9 und gehen vor dem dortigen Yachtclub an ein Mooring-Tonne. Wir bunkern Diesel und Lebensmittel und klarieren aus. Am 09.08. nehmen wir Abschied von Bora Bora. Unser Ziel ist das 1.200 sm entfernte Samoa. Sofern m\u00f6glich, wollen wir einen Zwischenstopp in dem einsam, auf halber Strecke liegenden Suwarrow-Atoll machen, das zu den Cook-Inseln geh\u00f6rt. F\u00fcr die komplette Fahrt nach Samoa veranschlagen wir 9 \u2013 10 Tage auf See.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<div>\n<h3><b>Tuamotus \/ 16.05.-27.06.2015<\/b><\/h3>\n<\/div>\n<div>Am Vormittag des 16.05. installieren wir noch eine neue Software zur Anzeige der Hoch- und Niedrigwasserzeiten auf unserem Laptop, die wir f\u00fcr die sp\u00e4tere Einfahrt in die Atolle der Tuamotus dringend ben\u00f6tigen. Am fr\u00fchen Nachmittag hieven wir dann den Anker und verlassen die Baie de Taiohae auf Nuku Hiva, nachdem wir uns von allen befreundeten Ankerliegern verabschiedet haben. Bernd von der \u201cFriederike\u201d st\u00f6\u00dft sogar ins Schiffshorn als die Flying Dog aus der Bucht steuert. Unsere sch\u00f6ne Zeit in den Marquesas geht zu Ende.<\/div>\n<div>Vor uns liegen 520 Seemeilen. Unser Ziel ist das Makemo-Atoll in den Tuamotus. F\u00fcr die \u00dcberfahrt veranschlagen wir 4 Tage. Die Navigation in den Tuamotus ist anspruchsvoll. Sie unterscheiden sich wesentlich von den Marquesas, die hoch aufragende Vulkaninseln mit begr\u00fcnten Bergen von durchschnittlich 500 &#8211; 800 m H\u00f6he sind. Die Tuamotus sind dagegen flache Sandinseln mit Palmen und vorgelagerten Korallenriffen, die jeweils ein Atoll umschlie\u00dfen. Die Lagunen in der Mitte der Atolle sind mit Meerwasser gef\u00fcllt, das \u00fcber einzelne P\u00e4sse einflie\u00dft oder flache Korallenriffe bei Hochwasser im Seegang \u00fcbersp\u00fclt. Um ein Atoll anzulaufen, muss man durch einen oft nur 80 m breiten Pass in die Lagune fahren. Dort treten sehr starke Str\u00f6mung von bis zu 8 kn auf. Es ist deshalb notwendig, den Tidenwechsel am Zeitpunkt des Niedrigwassers abzuwarten, um einlaufen zu k\u00f6nnen. Die Inseln und Riffe k\u00f6nnen am Tage erst aus kurzer Distanz erkannt werden. Nachtansteuerungen sind kaum m\u00f6glich. Die Str\u00f6mungen zwischen den Atollen k\u00f6nnen unbemerkt das Schiff seitlich versetzen. Die Zeitpunkte von Hoch- und Niedrigwasser m\u00fcssen genau ermittelt werden. Gelegentlich stimmen die Seekarten nicht oder sind ungenau.<\/div>\n<div>Die Tuamotus sind ebenfalls Vulkaninseln jedoch erdgeschichtlich \u00e4lter. Es bildeten sich Korallenriffe an den Inselr\u00e4ndern, dann wurden die Berge auf der Insel durch Erosion komplett abgetragen. Zur\u00fcck blieben Lagunen in der Mitte von Atollen. Mit Erreichen der Tuamotus werden wir ungef\u00e4hr die halbe Distanz zwischen S\u00fcdamerika und Australien zur\u00fcckgelegt haben.<\/div>\n<div>Der Wetterbericht stimmt und wir treffen nach dem Auslaufen auf guten Wind, der uns Etmale von 150 Seemeilen erm\u00f6glicht. Am dritten Tag erkennen wir, dass eine Ansteuerung des Arikitamiro-Passes im S\u00fcdosten des Atolls nicht mehr am gleichen Tag gelingen wird, wenn wir diese bei Tageslicht und zugleich zum Zeitpunkt eines Niedrigwassers durchf\u00fchren wollen. Wir reffen stark die Segel, um unsere Fahrt zu verlangsamen. Am Morgen des 20.05. um 07.30 h Ortszeit laufen wir dann in den Pass ein. Trotz der vorberechneten Zeit des Stillwassers l\u00e4uft uns im Pass immer noch eine erhebliche Str\u00f6mung von etwa 4,5 Knoten entgegen. Unter Maschine verbleibt uns noch ca. 1 Knoten Fahrt voraus. Nach 20 Minuten haben wir die Lagune erreicht, umfahren einige Korallenk\u00f6pfe und gehen vor dem Ort Pouheva vor Anker. Die Anspannung weicht von uns und wir genie\u00dfen das klare und ruhige Wasser der Lagune.<\/div>\n<div>In den folgenden Tagen schnorcheln wir am nahegelegenen Riff und nehmen an einer im Ort organisierten Kulturveranstaltung mit Gesang, Tanz und Essen teil. Wir lernen die \u00d6sterreicher Claudia und J\u00fcrgen kennen, die hier ebenfalls vor Anker liegen. Gemeinsam fahren wir am 24.05. durch die Lagune des Makemo-Atolls weiter zu einem sehr sch\u00f6nen, naturbezogenen Ankerplatz. Auf dem Weg dort hin m\u00fcssen wir mehrfach nicht kartierten Korallenk\u00f6pfen ausweichen, die abrupt von 20 m Wassertiefe auf 60 cm aufsteigen und ein Schiff in Gefahr bringen k\u00f6nnen. Sp\u00e4ter treffen noch Boote aus den USA, Kanada und Italien ein. Am breiten Sandstrand wird ein Lagerfeuer entfacht und ein gemeinsames Potluck veranstaltet. Jeder bringt etwas zu essen mit und Alle d\u00fcrfen Alles probieren. Erneut stellen wir fest, wieviel verschiedene Menschen und Lebensauffassungen es gibt. Am n\u00e4chsten Tag sammeln wir Cocosn\u00fcsse und \u00f6ffnen sie mit Bordwerkzeug mangels Beil oder Machete. Wir entnehmen Milch und das Fleisch der Nuss. Zwischen den Cocos-Palmen gab es jedoch viele Nonos. Das sind kleine, kaum sichtbare Fliegen, die \u2013 soweit die gute Nachricht \u2013 nicht stechen. Sie bei\u00dfen stattdessen ein St\u00fcck Haut heraus und lecken das Blut auf. Die Bisse entz\u00fcnden sich meist erst sp\u00e4ter. Am Tag nach der Cocosnuss-Ernte merken wir, dass wir etliche Bisse davon getragen haben, die trotz der geringen Gr\u00f6\u00dfe der Fliegen an Juckreiz nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lassen.<\/div>\n<div>Am Nachmittag des 27.05. f\u00e4hrt die Flying Dog durch den nordwestlichen Pass des Makemo-Atolls bei leichtem, mitlaufenden Strom. \u00dcber Nacht steuern wir das Kauehi-Atoll an, wo wir am n\u00e4chsten Morgen &#8211; nach Querung der Lagune &#8211; vor dem Ort Tearavero vor Anker gehen. Wir besichtigen den verschlafenen Ort, in dem es ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr Grundnahrungsmittel gibt. Restaurant oder Bar mit Internetanschluss sind nicht vorhanden. Freundlich sind die Einwohner aber frisch gefangenen Fisch verkauft uns niemand. Einmal die Woche landet ein Flugzeug auf einer Piste und transportiert den Fang der Woche nach Papeete. Da es auch keine B\u00e4ckerei gibt, bringt das Flugzeug frische Baguettes mit, die dann schon nach 2 Stunden ausverkauft sind. Biggi backt an Bord eignes Brot. Die Einwohner nutzen aus unserer Sicht die mit dem st\u00e4ndig wechselnden Besuch internationaler Yachten verbundenen Gewinnchancen nicht. Wahrscheinlich sind sie einfach so zufrieden und wollen nicht, dass sich etwas \u00e4ndert. Wer unzufrieden ist, zieht weg. Wir bleiben einige Tage im Kauehi-Atoll, zumal sich f\u00fcr die Weiterfahrt keine g\u00fcnstigen Wetterbedingungen anbieten.<\/div>\n<div>Am fr\u00fchen Morgen des 03.06. hieven wir den Anker und segeln zum Fakarava-Atoll, wo wir am sp\u00e4ten Nachmittag eintreffen und durch den Nordpass fahren. Der Anker f\u00e4llt vor dem Hauptort Rotoava. Hier liegen nun gleich 20 Yachten vor Anker. Es gibt 2 gro\u00dfe Lebensmittel-L\u00e4den, deren Sortiment in kurzen Abst\u00e4nden durch Versorgungsschiffe aufgestockt wird, ein Restaurant und Internetanschluss an verschiedenen Stellen. Wir bringen unsere Fahrr\u00e4der mit dem Dinghi an Land und benutzen sie mehrere Tage. Insbesondere besuchen wir eine Perlenfarm, die einem ehemals deutschen Architekten und seiner polynesischen Frau geh\u00f6rt. Er erkl\u00e4rt uns die Zucht der schwarzen S\u00fcdseeperlen. In fr\u00fcheren Zeiten mussten etwa 15.000 Austern ge\u00f6ffnet werden, um eine schwarze Perle zu finden. Diese Perlen waren unermesslich wertvoll. Ab 1961 wurden Techniken entwickelt, der schwarz gelippten S\u00fcdseeauster Implantate aus wei\u00dfem Perlmutt einzusetzen, die dann von der lebenden Auster mit einer fast schwarzen Schicht von etwa 1 mm Dicke \u00fcberzogen werden. An der Oberfl\u00e4che der dunklen Perlen treten unterschiedliche Lichtbrechungen auf, die die Perlen beispielsweise bl\u00e4ulich, gr\u00fcnlich oder auberginefarbig erscheinen lassen. Die in Deutschland bekannteren Perlen aus Japan und China sind dagegen wei\u00df. Biggi erwirbt einige sch\u00f6ne St\u00fccke mit S\u00fcdseeperlen. Am Ankerplatz treffen wir auch Johanna, Lutz und Levi wieder. Bei gemeinsamen Restaurantbesuchen und Kaffeetrinken an Bord ergeben sich interessante und anregende Gespr\u00e4che.<\/div>\n<div>Am 10.06. fahren wir durch das betonnte \u00f6stliche Fahrwasser innerhalb der Lagune zum S\u00fcdpass. Wir wollen am fischreichen S\u00fcdpass schnorcheln gehen. Als wir Anker werfen, umkreisen sofort zwei Haie von ca. 2 m L\u00e4nge unser Schiff. Da es schon sp\u00e4ter Nachmittag ist, verschieben wir unseren Schnorchelausflug auf den n\u00e4chsten Tag. Die Haie jagen regul\u00e4r nur in der D\u00e4mmerung und bei Nacht. Tags darauf ist jedoch schlechtes Wetter mit starkem Wind und Regen, das mehrere Tage anh\u00e4lt. Dann k\u00f6nnen wir endlich am S\u00fcdpass schnorcheln und sind beeindruckt von der Anzahl und Artenvielfalt der vorhandenen Fische. Haie ziehen vorbei oder drehen ab, wenn wir beherzt auf sie zu schwimmen. Besonders beeindruckt uns ein etwa 1,5 m langer, blauer Napoleon-Fisch, der fast auf Griffweite an uns herankommt.<\/div>\n<div>Dann verschlechtert sich erneut das Wetter und wir verlegen die Flying Dog innerhalb der Lagune zum Ankerplatz Hirifa, wo wir entsprechend der nun vorherrschenden Windrichtung gesch\u00fctzt und komfortabel liegen. Gemeinsam mit einem belgischen Seglerpaar, das wir am Ankerplatz kennen gelernt haben, lassen wir uns von Lisa, in ihrem Restaurant in hervorragender Qualit\u00e4t mit mehreren G\u00e4ngen bewirten. Aber wer tritt uns beim Essen auf die F\u00fc\u00dfe? Es sind weder Hund noch Katze. Es ist Kaku-Kaku das rotbraune, sehr gepflegte Ferkel (Kaku = braun auf Polynesisch).<\/div>\n<div>In den folgenden Tagen ist mehr als eine Woche lang auf Grund ausgedehnter Schwachwindgebiete kein g\u00fcnstiges Wetter, um nach Papeete auf Tahiti weiter zu segeln. Gefangen im Paradies.Wir treffen die uns schon bekannten deutschen Langfahrtsegler Ilja und Stefan sowie \u2013 neu &#8211; das norwegische Seglerpaar Irene und Svehn, die uns zusammen mit Ilja und Stefan zu einem k\u00f6stlichen Essen und einem Gl\u00e4schen guten Rums auf ihr Schiff einladen.<\/div>\n<div>Erst am 28.06. stellen sich g\u00fcnstige Winde f\u00fcr den 252 Seemeilen langen Weg nach Papeete auf Tahiti, der Hauptstadt franz\u00f6sisch Polynesiens ein. Wir verlassen die Tuamotus, von denen wir nur ganz wenige Atolle besuchen konnten und werden die besonders entspannte Atmosph\u00e4re dieser Landschaft vermissen, die uns den Eindruck eines kleinen Paradieses vermittelt hat.<\/div>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<h3><b>Marquesas \/ 15.04.-16.05.2015<\/b><\/h3>\n<div>Die Weltumsegler d\u00fcrfen an den sch\u00f6nsten Stellen der Welt ihr Schiff reparieren. Nach unserer Ankunft in der landschaftlich beeindruckenden Baie Hanavave auf Fatu Hiva tauschen wir als erstes die defekte Wasserpumpe aus, die das Trinkwasser aus den Tanks f\u00f6rdert. Wir sind froh, ein entsprechendes Ersatzteil an Bord zu haben. Nach einem Tagwerk auf beengtem Raum ist die Arbeit abgeschlossen und alle Wasserh\u00e4hne funktionieren wieder. In der Bucht geht auch Sebastian vor Anker, den wir vor mehr als einem Jahr auf Tobago, in der Karibik kennen gelernt hatten. Er ist derzeit mit zweik\u00f6pfiger Crew unterwegs und hat kurz vor dem Einlaufen einen gro\u00dfen Gelbflossen-Thunfisch gefangen, den er mit seiner Crew allein nicht verspeisen kann. Er schenkt uns 2 kg bereits filetierte Thunfischsteaks, die Biggi k\u00f6stlich, in Form dreier Gerichte zubereitet. Fisch bis zum Abwinken. Inzwischen sind auch Frank und Christine mit ihrer Shangri-La, einer \u00e4lteren Cheo Lee \u2013 Ketsch eingetroffen. Sie m\u00fcssen wegen Maschinenschadens in die Bucht geschleppt werden. Wir treffen uns abends alle zum geselligen Sundowner auf der Flying Dog. Da sich die Baie Hanavave nach Westen \u00f6ffnet, ist \u201cSundowner\u201d w\u00f6rtlich zu nehmen. So langsam leben wir uns ein.<\/div>\n<div>Tags darauf demontieren wir den Gasherd in der Pantry. Die Flammen arbeiten nicht mehr zuverl\u00e4ssig. Wir reinigen die D\u00fcsen, lokalisieren jedoch als Fehlerquelle den Druckminderer an der Gasflasche, der korrodiert ist. Hierf\u00fcr haben wir kein Ersatzteil an Bord. Die Reparatur muss warten. Zum Gl\u00fcck gelingt jedoch die Reparatur des Gaszugs, der die Einhebelschaltung neben der Steuers\u00e4ule im Cockpit mit dem Motor verbindet. Wir h\u00e4tten nur noch eingekuppelt mit Leerlaufdrehzahl fahren, jedoch kein Gas mehr geben k\u00f6nnen, wenn nicht die begabte Maschinistin unter Deck &#8211; jeweils auf Zuruf &#8211; den entsprechenden Gashebel direkt am Motorblock umgelegt h\u00e4tte. Das hat gut funktioniert und den defekten Gaszug vor\u00fcbergehend ersetzt. \u00dcber die gelungene Reparatur, die zugleich der Abschluss der aktuell wichtigsten Arbeiten ist, freuen wir uns dennoch.<\/div>\n<div>Wir nehmen den Eindruck der \u00fcppigen, in vielen Gr\u00fcnt\u00f6nen leuchtenden Vegetation in uns auf. Die Vulkaninsel ist fruchtbar und es regnet ausreichend. Wir lassen das Beiboot zu Wasser und machen einen Spaziergang durch das angrenzende Dorf. Die Polynesier schlagen uns Tauschgesch\u00e4fte vor. F\u00fcr eine Flasche guten Rums aus unseren Best\u00e4nden, alternativ Wein oder Parf\u00fcm bieten sie diverse Fr\u00fcchte an. Wir haben Kugelschreiber, Buntstifte und Schulhefte zum Tauschen dabei, die jedoch allesamt bei den Polynesiern nicht gefragt sind. Zu einem Tauschgesch\u00e4ft kommt es daraufhin nicht. US-Dollar werden auf Fatu Hiva nicht angenommen. Den fest an den Euro gebundenen pazifischen Franc (CFP) als Landesw\u00e4hrung haben wir noch nicht und bekommen ihn auf Fatu Hiva auch nicht, da es hier keine Geldautomaten gibt. Wir tauschen in dem einzigen Laden des Dorfes 15 Euro in CFP und erhalten daf\u00fcr 10 Eier sowie einen kleinen Plastiksack Kartoffeln, R\u00fcckgeld umgerechnet 1 Euro. Weitere Eink\u00e4ufe wollen wir daraufhin sp\u00e4ter, auf einer anderen Insel vornehmen.<\/div>\n<div>An der Anlegestelle am Scheitel der Bucht f\u00e4llt uns auf, dass es die traditionellen Auslegerkanus der Polynesier nicht mehr gibt, allenfalls vereinzelt als modern gestylte Sportger\u00e4te. Die Fischer fahren Aluminium-Boote mit Au\u00dfenborder. Wir kommen mit den freundlichen und gelassenen Einheimischen auf franz\u00f6sisch ins Gespr\u00e4ch und zeigen ihnen einige Fotos aus Deutschland auf unserem I-Pad mini. Ein ca. 7-j\u00e4hriges Kind kommt um die Ecke, holt exakt das gleiche Ger\u00e4t heraus und erkundigt sich nach Spielen. Wir wollten ohnehin gerade einpacken. Die Welt ist heute ein Dorf geworden. Franz\u00f6sisch Polynesien ist ein \u00dcbersee-Departement Frankreichs und geh\u00f6rt somit zu Europa. Der Lebensstandard ist vergleichsweise hoch, die Aluminium-Boote und die H\u00e4user werden subventioniert und wir haben keinen Polynesier getroffen, der an der bestehenden politischen Ordnung etwas \u00e4ndern m\u00f6chte. Unser erster Kontakt ist damit hergestellt.<\/div>\n<div>Zusammen mit Schell und Lisa, einem jungen norwegischen Paar, das hier ebenfalls vor Anker liegt, unternehmen wir eine Wanderung ins Inselinnere. Ziel ist ein Wasserfall. Da die Polynesier jedoch nur ungern Schilder aufstellen, finden wir den Wasserfall nicht. Trotzdem eine sch\u00f6ne Wanderung in die h\u00f6her gelegenen Inselteile mit beeindruckenden Ausblicken. Wir sehen eine Vielzahl bl\u00fchender Pflanzen, darunter auch Orchideen. Andere Menschen trifft man hier kaum. Giftige oder gef\u00e4hrliche Tiere gibt es nicht, wenn man von den M\u00fccken absieht. Ein Paradies. Tags darauf machen wir uns nochmals auf den Weg zum Wasserfall und finden ihn nach zweist\u00fcndiger Wanderung. Im letzten Drittel ger\u00e4t die Wanderung jedoch zu einer f\u00fcr uns schwierigen Kletterpartie, da der Pfad bereits hangabw\u00e4rts gerutscht ist und wir keine Mitglieder des Alpenvereins sind. Der Wasserfall ist 100 m hoch, f\u00fchrt jedoch zum Zeitpunkt unseres Eintreffens wenig Wasser. An seinem Fu\u00df hat sich ein Wasserbecken ausgebildet, in dem wir kleine S\u00fc\u00dfwasserkrebse, Insektenlarven und einen \u2013 uns unbekannten &#8211; schlangenartigen Aal beobachten. Dass auch wir noch in dieses Becken springen, h\u00e4tte sicherlich noch gefehlt aber aus Zeitgr\u00fcnden verzichten wir auf ein Bad. Auf dem R\u00fcckweg ernten wir am Wegesrand wild wachsende Limonen und Pampelmusen.<\/div>\n<div>Zur\u00fcck an Bord hieven wir unser Beiboot auf das Vordeck und wollen am n\u00e4chsten Tag auslaufen. Leider verschlechtert sich nachts das Wetter. Starker tropischer Regen geht nieder und immer wieder schie\u00dfen kurze aber knallharte Fallb\u00f6en durch die trichterf\u00f6rmige Ankerbucht. Die Flying Dog wird von den B\u00f6en durchger\u00fcttelt und das Bimini ist stark belastet. Unser 25 kg schwerer Rocna-Anker hat sich tief eingegraben und h\u00e4lt das Boot auf Position. Auf der Flying Dog geht nichts zu Bruch. Am Scheitel der Bucht w\u00e4lzt sich \u2013 gespeist von den Regenmassen \u2013 ein stark str\u00f6mender Fluss ins Meer, der das Wasser der Bucht braun verf\u00e4rbt. In ihm werden Pflanzenteile und hunderte von Cocos-N\u00fcssen ins Meer gesp\u00fclt, die an der Flying Dog vorbei schwimmen. Aufgrund der starken Str\u00f6mung k\u00f6nnen wir aber leider nichts davon an Bord holen. Wir verschieben unsere Abreise um einen Tag.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 22.04. hei\u00dft es dann \u201cAnker auf!\u201d und wir fahren bei inzwischen trocknem Wetter nach Atuona auf Hiva Oa. Hervorragendes Segelwetter mit 12 \u2013 14 Knoten halbem Wind. Die 47 Seemeilen lange Strecke legen wir in gut 7 Stunden zur\u00fcck. Die Selbststeueranlage bleibt ausgeschaltet. In der Bucht von Atuona steht leider immer etwas Schwell. Wir bringen auf dem engen Ankerplatz zus\u00e4tzlich den hier \u00fcblichen Heckanker aus. Der Ort liegt etwas abseits der Ankerbucht. Wir lassen uns mehrfach per Autostopp mitnehmen. In Atuona k\u00f6nnen wir endlich offiziell einklarieren, holen Geld aus dem Automaten und kaufen Lebensmittel, Dieselkraftstoff und Benzin ein. Uns f\u00e4llt auf, dass Atuona \u2013 wie zuvor auch Fatu Hiva \u2013 ein sehr gepflegter Ort ist. Hier liegt kein M\u00fcll herum. In G\u00e4rten und Vorg\u00e4rten wird ausgiebig das Gras gem\u00e4ht und das Unkraut gej\u00e4tet. An viele Wohnh\u00e4user ist ein Carport angegliedert, unter dem das gepflegte, nie verrostete Fahrzeug steht. Offensichtlich hat sich ein regelrechtes polynesisches Kleinb\u00fcrgertum herausgebildet. Die selbstbestimmte Lebensweise der Polynesier ist anders als diejenige der Kariben, die deutlich schlechter organisiert sind.<\/div>\n<div>Am Hafen werden aus einem gro\u00dfen Kioskwagen heraus Tische aufgestellt und k\u00f6stliche Speisen serviert. Wir essen Poisson cru (rohen Fisch), eine Spezialit\u00e4t der Marquesas. Der frisch gefangene Fisch wird zusammen mit Reis und einer gro\u00dfen Portion gemischten Salat aus Pflanzen der Insel in einer Cocos-Sauce oder mit s\u00fc\u00df-saurer Sauce zubereitet. Extrem lecker. Hier essen auch viele Einheimische, die stets gerne, gut und viel essen. In Verbindung mit der verbreiteten Einstellung: \u201cDick ist schick\u201d haben es die Polynesier inzwischen in die weltweit gebildete Spitzengruppe der dicksten Menschen geschafft. Leider auch mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Hiva Oa ist der ehemalige Wohnort des Malers Paul Gauguin, der sich zwischen 1891 und 1903 von den Motiven und der Kultur der S\u00fcdsee inspirieren lie\u00df. Heute erinnern ein Museum und seine Grabst\u00e4tte an den Ort des Wirkens. Sein Wohnhaus wurde kurz nach seinem Tode auf Betreiben der katholischen Kirche als Hort der Krankheit \u2013 insbesondere der Geschlechtskrankheit \u2013 niedergebrannt.<\/div>\n<div>Mit einem Mietwagen fahren wir nach Lipona auf der Nordost-Seite Hiva Oas. Ein Tagesausflug, der zun\u00e4chst durch das sehenswerte Hochland im Inselinneren mit beeindruckenden Ausblicken f\u00fchrt. Im letzten Drittel wird die Strecke zu einer engen Schotter und Schlagloch-Piste an den Bergh\u00e4ngen, auf der man sehr konzentriert das Lenkrad festhalten muss, das einem sonst aus der Hand geschlagen w\u00fcrde. Wir fahren l\u00e4ngere Zeit allein im ersten Gang. Leitplanken gibt es nicht. Biggi soll ein Video aufnehmen, sitzt aber nur stocksteif auf dem Beifahrersitz. Lipona entsch\u00e4digt f\u00fcr alles. Es handelt sich um eine Kultst\u00e4tte der alten Polynesier, mit bis zu 3 m hohen Steinfiguren, den Tikis, die eine Verbindung zwischen den Lebenden und dem Reich der Vorfahren und G\u00f6tter herstellen sollen. Wir empfinden die authentische Ausstrahlung der alten Anlage. Auf dem Gel\u00e4nde stehen Pampelmusen-B\u00e4ume mit reifen Fr\u00fcchten, die die Polynesier vielleicht aus Angst vor den Tikis nicht geerntet haben. Wir sind behilflich. Auf dem R\u00fcckweg halten wir noch am Zeremonienplatz der alten Polynesier in TaaOa. Hier wurden religi\u00f6se Zeremonien mit Musik, Tanz und teilweise mit Menschenopfern veranstaltet. Wir sind beeindruckt und ernten im Gehen noch einige Limonen und Mangos. Die Kultur der alten Polynesier, die aus Asien kommend, vor rund 2.000 Jahren die Inselwelt der S\u00fcdsee besiedelten, erschlie\u00dft sich uns schwer. Es muss sich jedoch um hervorragende Seefahrer und Navigatoren gehandelt haben. In Atuona kaufen wir von einem einheimischen K\u00fcnstler den Kopf eines von ihm gefertigten, kleinen Steintikis und stellen ihn auf der Flying Dog ins B\u00fccherregal. Er ist sein Geld wert und beginnt sofort mit der Arbeit. Seit seiner Anwesenheit haben sich noch keine weiteren Reparaturen eingestellt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 27.04. verlassen wir Atuona und steuern die vorgelagerte Insel Tahuata an. Nach nur 9 Seemeilen, die wir allein unter Genua zur\u00fccklegen, laufen wir in die Baie Hanamoenoa ein. Die Bucht hat einen sch\u00f6nen Sandstrand, kristallklares Wasser und keinen Schwell. Jeden Morgen schwimmen 3 Mantas mit einer Spannweite von ca. 1,5 m durch die Bucht und umkreisen die Flying Dog. Wir reinigen den Heckanker und die Ankertrosse vom Hafenschlamm Atuonas und vor allem den Schiffsrumpf vom hartn\u00e4ckigen Bewuchs am Wasserpass. Im klaren Wasser der Bucht ist die Arbeit mit Flossen und Schnorchel problemlos ausf\u00fchrbar. Da wir immer noch kein neues K\u00fcchengas erhalten konnten und die letzte Flaschenf\u00fcllung t\u00e4glich verbraucht sein kann, stellen uns Lutz und Johanna vom Schiff \u201cRund 360\u00b0\u201d eine Ersatzgasflasche leihweise zur Verf\u00fcgung. Wir sind froh, mit dem K\u00fcchengas nun nicht mehr so unter Druck zu stehen. Wir erfahren, dass es K\u00fcchengas auf Nuku Hiva geben soll.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 01.05. machen wir uns um 6.00 h morgens auf den 68 Seemeilen langen Weg zur Insel Ua Pou. Nach gutem Start laufen wir am sp\u00e4ten Vormittag in eine Schwachwindzone ein, so dass wir 5 Stunden unter Maschine fahren m\u00fcssen. In dieser Zeit erreichen wir nur eine geringere Geschwindigkeit und sind froh, gegen 18.00 h noch mit dem letzten B\u00fcchsenlicht in die Baie d\u00b4Hakahau einlaufen zu k\u00f6nnen. Die hohe Gebirgslandschaft hinter dem Ort beeindruckt. Der Ort selbst erscheint uns dagegen ausdruckslos. In der Bucht steht starker Schwell. Daraufhin beschlie\u00dfen wir, gleich am n\u00e4chsten Tag weiterzufahren.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 02.05. haben wir bei einem vollen Am-Wind-Kurs mit 16 Knoten Wind eine schnelle \u00dcberfahrt nach Nuku Hiva, Baie Taiohae. F\u00fcr die 27 Seemeilen ben\u00f6tigen wir nur 4 Stunden bis wir in der Baie Taiohae vor Bug und Heckanker liegen. Die Baie ist ein gro\u00dfer Vulkankrater der einseitig zu einem Viertel erodiert ist und von dort aus vom Meerwasser geflutet wurde. Die Bucht bietet guten Schutz. Hier haben wir Internetanschluss, erhalten K\u00fcchengas und einen neuen Druckminderer f\u00fcr die Gasflasche, finden eine W\u00e4scherei und k\u00f6nnen Lebensmittel einkaufen. Taiohae ist mit 2.800 Einwohnern der Hauptort der Inselgruppe der Marquesas. In der Hafenbar treffen wir bekannte Segler wieder und lernen neue kennen. Die gro\u00dfe Bucht ist sogar Anlaufpunkt f\u00fcr Kreuzfahrtschiffe.<\/div>\n<div>Zusammen mit Johanna, Lutz und dem 3-j\u00e4hrigen Levi mieten wir ein Fahrzeug und fahren durch das landschaftlich sch\u00f6ne Taipi-Tal, wo mehrere Kultst\u00e4tten der alten Polynesier mit Zeremonienpl\u00e4tzen, Tikis und Petroglyphen besichtigt werden. Diesmal ernten wir zur Abwechslung Papayas. Auf einer Kulturveranstaltung im Ort wird rhythmisch getrommelt und dazu werden die alten T\u00e4nze der Polynesier vorgef\u00fchrt. Wir sind begeistert. In Nuku Hiva fallen uns besonders h\u00e4ufig die Vertreter des dritten Geschlechts auf. Wenn in einer Familie \u00fcberwiegend Jungen geboren werden erzieht man einen der Jungen wie ein M\u00e4dchen, damit ihm andere Aufgaben zugeordnet werden k\u00f6nnen. In der Pubert\u00e4t fallen einige in die Jungenrolle zur\u00fcck, viele Transvestiten behalten jedoch ihre weibliche Rolle bei, tragen Frauenkleider und machen sich sehr attraktiv zurecht. Sie sind in der polynesischen Kultur v\u00f6llig integriert und werden geachtet.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 16.05. verlassen wir Nuku Hiva und die Marquesas mit Ziel Tuamotus. Diese Inselgruppe ist landschaftlich v\u00f6llig anders und besteht aus flachen, palmenbewachsenen Sandinseln, die sich zu Atollen gruppieren. Die \u00dcberfahrt wird 3 bis 4 Tage dauern.<\/div>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcberfahrt und Ankunft Marquesas \/ 23.03. &#8211; 14.04.2015<\/h3>\n<p>Der 23.03. ist Abfahrtstag, da wir von den ecuadorianischen Beh\u00f6rden nur eine Besuchsgenehmigung in L\u00e4nge von 20 Tagen f\u00fcr die von uns entrichteten Geb\u00fchren erhalten haben. Lebensmittel, Diesel und Benzin sind gebunkert. Unsere europ\u00e4ischen K\u00fcchengasflaschen werden in San Cristobal nicht gef\u00fcllt, wir m\u00fcssen mit dem auskommen, was wir noch haben. Um 11.00 h erscheint unser Agent Bolivar Pesantes mit unseren Ausreisepapieren. Um 12.00 h Ortszeit hei\u00dft es: \u201cAnker auf!\u201d.<\/p>\n<p>Die Entfernung zu den Marquesas betr\u00e4gt in Luftlinie ca. 3.000 sm, das entspricht ungef\u00e4hr der Entfernung von Hamburg nach New York. Die tats\u00e4chlich zur\u00fcckzulegende Strecke wird etwas gr\u00f6\u00dfer sein, da wir uns zun\u00e4chst weiter s\u00fcdlich halten m\u00fcssen, um den Bereich der Passatwinde zu erreichen, die uns dann gleichm\u00e4\u00dfigen Wind mittlerer St\u00e4rke f\u00fcr einen Westkurs bringen sollen. Die Galapagos-Inseln liegen am \u00c4quator, wir erhoffen uns erste Passatwinde auf 4 Grad s\u00fcdlicher Breite, die wir in 3 Tagen erreichen wollen. Der Wetterbericht spricht schon seit einer Woche von ausgedehnten Schwachwindgebieten rings um die Gelapagos-Inseln. Wir m\u00fcssen uns f\u00fcgen. Der Abfahrtszeitpunkt steht fest. Weitere regelm\u00e4\u00dfige Wetterberichte empfangen wir \u00fcber unser Iridium Satelliten-Telefon, das wir mit unserem Laptop verbinden. So k\u00f6nnen von uns auch auf hoher See Mails in limitierter Gr\u00f6\u00dfe gesendet und abgerufen werden, darunter auch die kostenlosen Gribfiles des Wettercomputers in den USA .<\/p>\n<p>27.03.: Wir sind nun bereits 550 sm &#8211; zu 85% unter Maschine \u2013 mit S\u00fcdwest-Kurs gelaufen. Der S\u00fcdost-Passat hat sich noch nicht eingestellt, stattdessen Schwachwind bis bleierne See. Mangels Seegang ist die Fahrt zwar bequem, jedoch kommt zunehmend Unruhe auf, denn von 300 Ltr.Diesel sind inzwischen 150 Ltr. verbraucht und wir wissen nicht, was wir auf der weiteren Strecke noch brauchen werden. Immerhin angeln wir eine gro\u00dfe Stachelmakrele, die sofort ausgenommen und von Biggi schmackhaft zubereitet wird.<\/p>\n<p>28.03.: Wir haben Sichtkontakt zu einer kanadischen Yacht, die ebenfalls zu den Marquesas m\u00f6chte und w\u00fcnschen \u00fcber UKW-Funk einen guten Abend. F\u00fcr den Fall von Problemen wollen wir auf Kanal 16 h\u00f6rbereit bleiben, doch der Kontakt rei\u00dft schnell ab. Die Flying Dog ist deutlich schneller unterwegs.<br \/>\nEndlich: auf 6 Grad s\u00fcdlicher Breite stellt sich erst schwacher, dann zunehmender Passatwind aus S\u00fcdost ein. Wir haben die ausgedehnten Schwachwindgebiete hinter uns gelassen und k\u00f6nnen direkten Kurs Marquesas fahren. Im Passat segeln wir in herrlichem Sonnenschein. Abends der klare Sternenhimmel \u00fcber uns. Nur der Mond ist \u2013 wie immer \u2013 unzuverl\u00e4ssig. Kommt und geht, wann er will. Der Wind ist angenehm warm.<\/p>\n<p>29.03.: Unsere vorletzte K\u00fcchengasflasche h\u00e4tte 3-4 Wochen halten m\u00fcssen. Bereits nach 11 Tagen ist sie aus nicht zu kl\u00e4renden Gr\u00fcnden leer. Wir setzen unsere letzte Flasche ein. Wenn diese wenigstens 3 Wochen h\u00e4lt, werden wir voraussichtlich die Marquesas erreichen, ohne dass die Pantry kalt bleiben muss. Im Passat kommen wir mit Etmalen um die 150 sm gut voran. Eine geringe Str\u00f6mung unterst\u00fctzt unsere Fahrt.<\/p>\n<p>01.04.: Wir sehen Delphine und einen Langleinen-Fischer. Der Reparatur-Teufel f\u00e4hrt mit: Die Trinkwasserpumpe l\u00e4uft, f\u00f6rdert jedoch kein Wasser aus unseren wohlgef\u00fcllten Schiffstanks. Die Wasserh\u00e4hne in der Pantry und den WC-R\u00e4umen bleiben trocken. Wir haben eine Ersatzpumpe an Bord, entscheiden uns jedoch auf Grund des Seegangs und des unzug\u00e4nglichen Einbauortes, die Reparatur erst auf dem Ankerplatz am Ankunftsort vorzunehmen. Bis dahin verbrauchen wir das w\u00e4hrend der Fahrt in ausreichender Menge stets neu gewonnene Trinkwasser aus dem Wassermacher (Seewasser-Entsalzungsanlage), das wir direkt in 5 Ltr.-Flaschen abf\u00fcllen.<br \/>\nDie Passatwinde frischen auf und fallen etwas achterlicher ein. Wir bergen das Gro\u00dfsegel und fahren mit zufriedenstellenden Etmalen nur noch unter Genua.<br \/>\nSeit Galapagos haben wir inzwischen 15 L\u00e4ngengrade nach Westen zur\u00fcckgelegt und stellen deshalb unsere Borduhr um eine Stunde zur\u00fcck. Bis wir die Marquesas erreichen, wird dies noch 2 weitere Male notwendig sein.<\/p>\n<p>04.04.: Nach 12 Tagen haben wir auf der Luftlinie zu den Marquesas die halbe Distanz zur\u00fcckgelegt. Dies zeigt uns, dass wir &#8211; trotz der geringen Etmale der ersten Tage \u2013 f\u00fcr die Gesamtstrecke nicht mehr als 24 Tage brauchen werden, was ein durchschnittlicher Wert vieler Yachten w\u00e4re. Wir feiern das Ereignis mit einem Bananen-Cocktail.<\/p>\n<p>05.04.(Ostersonntag): Biggi hat einen Osterstuten gebacken. Hier auf hoher See eine schmackhafte Besonderheit. In Gedanken sind wir bei den Lieben daheim, mit denen wir jetzt nicht einmal skypen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>09.04.: Die Passatwinde haben uns auch weiterhin Etmale um die 150 sm erm\u00f6glicht. Teilweise konnten wir tags\u00fcber unseren 125 qm gro\u00dfen Parasailor setzen. Leider hat sich inzwischen der Mantel des Spinacker-Falls durchgerieben, mit dem das Segel hochgezogen wird. Der Leinenkern h\u00e4lt noch aber der gestauchte Mantel blockiert an den Mastdurchf\u00fchrungen die Bedienung des Falls. Es gelingt uns, auf See ein Ersatzfall in den Mast einzuziehen, um den Parasailor weiter nutzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>10.04.: Den Parasailor k\u00f6nnen wir des abends gerade noch bergen, bevor Regen und B\u00f6en bis 20 kn (gut 5 Windst\u00e4rken) einfallen. Es scheint \u00fcblich zu werden, dass nachts dunkle Wolken aufziehen, der Wind aufbrist und Segel gerefft werden m\u00fcssen. Die Flying Dog ist nun mit einer Restdistanz von 550 sm auf die Zielgerade eingebogen. Au\u00dfer der kanadischen Yacht und dem Langleinenfischer vom Anfang der Reise haben wir keine weiteren Schiffe mehr gesehen. St\u00e4ndig m\u00fcssen wir fliegende Fische vom Deck aufsammeln, die nachts dort landen und nicht mehr den Weg zur\u00fcck ins Wasser finden.<\/p>\n<p>11.04.: Frisch gefangene Goldmakrele in Wei\u00dfweinsauce.<\/p>\n<p>12.04.: Nach 20 Tagen auf harten Schiffsb\u00e4nken bleibt eine Restentfernung von 260 sm, die wir in 2 weiteren Tagen zur\u00fccklegen wollen. R\u00fcckenschmerzen haben wir nicht, es sind eher Druckstellen. Tags\u00fcber feinstes Segelwetter und nochmals Delphine.<\/p>\n<p>14.04.: Der Wind hat auf den letzten 100 sm vor dem Ziel abgenommen, dennoch n\u00e4hern wir uns unter Parasailor best\u00e4ndig der Insel Fatu Hiva in der Inselgruppe der Marquesas. In prachtvollen Gr\u00fcnt\u00f6nen wird die Vulkaninsel mit ihrer Steilk\u00fcste sichtbar. Gegen 12.00 h Bordzeit laufen wir nach genau 22 Tagen in die atemberaubend sch\u00f6ne Baie Hanavave auf der Nordwest-Seite der Insel ein und gehen dort vor Anker. Sp\u00e4ter errechnen wir die tats\u00e4chlich zur\u00fcckgelegte Distanz mit 3.106 sm und die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 5,9 kn. Die S\u00fcdsee ist erreicht. Wir sind froh, die voraussichtlich l\u00e4ngste Einzelstrecke unserer Weltumseglung im Kielwasser gelassen zu haben. Irgendwie k\u00f6nnen wir es noch gar nicht fassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>Galapagos \/ 20.02.- 23.03.2015<\/b><\/h3>\n<p>Am 20.02. verlassen wir unseren Ankerplatz an der Westseite der Insel Espiritu Santo, um uns auf den 1.000 sm langen Weg zu den Galapagos-Inseln zu machen. Die Flying Dog l\u00e4uft zun\u00e4chst unter Maschine zum S\u00fcdkap der Isla del Rey. Wir sehen eine kleinere Delphinart, die in der Luft Pirouetten dreht und Rochen mit Spannweiten bis zu 1,8 m, die hoch aus dem Wasser springen und dann klatschend wieder aufschlagen. Am S\u00fcdkap erwartet uns dann guter Segelwind von etwas \u00fcber 4 Windst\u00e4rken. Unter vollem Gro\u00df und Genua k\u00f6nnen wir direkten Kurs zu den Galapagos-Inseln steuern. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,5 Knoten kommen wir sehr z\u00fcgig voran. Bevor wir die gro\u00dfe Bucht von Panama hinter uns lassen, kreuzen wir noch die Wege der Gro\u00dfschifffahrt. Dies erfordert auch Nachts unsere volle Aufmerksamkeit. Dann nimmt der Schiffsverkehr ab und schlie\u00dflich haben wir den Pazifik f\u00fcr uns. Nach 2 Tagen laufen wir in ein ausgedehntes Flautengebiet ein. Bleierne See. Wir m\u00fcssen einen vollen Tag unter Maschine fahren. Dann kommt m\u00e4\u00dfiger Wind auf und die Flying Dog setzt ihre Fahrt unter Gro\u00df und Genua fort. Am 24.02. sto\u00dfen wir mit 2 Gl\u00e4sern Rumpunsch auf Biggis Geburtstag an. In den kommenden 2 N\u00e4chten begleiten die Flying Dog erst ein gro\u00dfer schwarzer Vogel und dann 3 gro\u00dfe wei\u00dfe V\u00f6gel, so als wollten sie uns den Weg nach Galapagos weisen. Wir sehen dies als positives Zeichen. In der Nacht vom 25. auf den 26.02. \u00fcberschreiten wir erstmalig auf unserer Weltreise den \u00c4quator. Neptun erh\u00e4lt eine Opfergabe in Form eines Glases Rum, auf dass er uns immer eine m\u00e4\u00dfige Brise aus der richtigen Richtung sende. Am Mittag des 26.02. kommt dann Land in Sicht. Es sind die Inseln Santa Cruz und Santa F\u00e9. Kurze Zeit sp\u00e4ter entdecken wir die ersten Seel\u00f6wen, die sich im Wasser treiben lassen. Am Abend haben wir Puerto Ayora auf Santa Cruz querab. Wir planen, bei Tageslicht anzukommen und gehen mit verminderter Fahrt ein letztes Mal durch die Nacht, um unser noch 40 sm entferntes Ziel, die Insel Isabela, Puerto Villamil anzusteuern, das wir am 27.02. mit Sonnenaufgang erreichen. Um 08.00 h f\u00e4llt der Anker in der durch vorgelagerte Riffe gesch\u00fctzten Ankerbucht des Ortes. Am Kartenplotter lesen wir ab, dass wir 956 sm im Kielwasser gelassen haben. Die Bedingungen waren g\u00fcnstig und wir kommen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ausgeruht an. Dennoch sind wir froh, dass auf der langen Strecke alles so gut geklappt hat und wir bereits nach 6 Tagen und 22 Stunden am Ziel sind, wie wir zun\u00e4chst meinen.<\/p>\n<p>Die gelbe Flagge \u201cQ\u201d ist gesetzt. Dies bedeutet auf Beh\u00f6rdendeutsch: \u201cAn Bord ist alles gesund, wir bitten um freie Verkehrserlaubnis\u201d, mit anderen Worten, wir wollen einklarieren. Die Galapagos-Inseln geh\u00f6ren zum Staat Ecuador. Unser Agent erscheint nicht und auch sonst tut sich nichts. Am Nachmittag kommt es dann zu einem folgenreichen kulturellen Missverst\u00e4ndnis: wir ergreifen die Initiative (!) und gehen mit unseren Papieren ins B\u00fcro des Hafenmeisters, um pflichtgem\u00e4\u00df unsere Ankunft zu melden. Im B\u00fcro laufen daraufhin aufgeregt die uniformierten Beamten zusammen. Der Hafenmeister versteht unser Erscheinen als erhebliche Kritik an seiner Arbeitsweise. Er nimmt das in Panama ausgestellte \u201cZarpe\u201d mit der Eintragung \u201cvon Panama bis Galapagos\u201d zum Anlass, uns seines Hafens zu verweisen. Es h\u00e4tte dort aus seiner Sicht stehen m\u00fcssen \u201cvon Panama zu den Marquesas (franz. Polynesien)\u201d, um bereits im Zarpe klar zu stellen, dass wir nicht bis zum Ende unserer Tage auf Isabela bleiben m\u00f6chten. Am n\u00e4chsten Tag m\u00fcssen wir 82 sm zur Galapagos-Insel San Crist\u00f3bal zur\u00fccksegeln. Am 01.03., morgens um 03.30 h f\u00e4llt der Anker in der Bah\u00eda Naufragio (Wreck Bay), Puerto Baquerizo Moreno, San Crist\u00f3bal. Dort k\u00f6nnen wir nach Wartezeit von 1 1\/2 Tagen einklarieren, das panamaische \u201cZarpe\u201d spielt hier keine Rolle.\u00a0 Eine 8-k\u00f6pfige Kommission untersucht die Flying Dog und pr\u00fcft alle anderen Papiere. Ein Taucher begutachtet das Unterwasserschiff und eine Beamtin versucht Staub im Schiff aufzusaugen, um ihn in einem Analyseger\u00e4t zu \u00fcberpr\u00fcfen. Wir sind auf all dieses vorbereitet und die Beamtin findet zu wenig Staub f\u00fcr eine Analyse. Jochens alte Arbeitshose f\u00e4llt ihr nicht in die H\u00e4nde und allen K\u00fcchenm\u00fcll hatte unser Agent bereits vorsorglich von Bord genommen. Einschlie\u00dflich Agentenhonorar zahlen wir 965 USD und erhalten am Nachmittag des 02.03. die Erlaubnis, 20 Tage auf San Crist\u00f3bal zu bleiben. Andere Ankerbuchten oder andere Inseln d\u00fcrfen wir f\u00fcr diesen Betrag nicht anlaufen, was der \u00fcblichen Praxis entspricht. Die Anspannung f\u00e4llt von uns ab.<\/p>\n<p>Mehrere deutsche Yachten, die wir in Panama trafen, entschieden sich, die Galapagos-Inseln wegen zu vieler Restriktionen und zu hoher Kosten nicht anzulaufen. Dies bedeutet jedoch, den Weg nach franz\u00f6sisch Polynesien in Gesamtl\u00e4nge von 4.000 sm in einem Zuge zur\u00fccklegen zu m\u00fcssen oder eine Route &#8211; weit im S\u00fcden &#8211; \u00fcber die Insel Pitcairn zu w\u00e4hlen. Wir wollen die Distanz bis zur S\u00fcdsee teilen und von den Galapagos-Inseln bis zu den Marquesas nur noch eine Reststrecke von 3.000 sm vor dem Bug haben. Auf den Galapagos-Inseln k\u00f6nnen wir uns auch mit frischen Nahrungsmitteln eindecken und Treibstoffe bunkern. Zudem sind die Galapagos-Inseln etwas Einmaliges und wir glauben nicht, dass wir sp\u00e4ter noch einmal hier her kommen werden.<\/p>\n<p>Puerto Baquerizo Moreno auf San Crist\u00f3bal ist der Hauptverwaltungssitz der Galapagos-Inseln. Hier laufen die gro\u00dfen Versorgungsschiffe ein und es gibt einen Flughafen f\u00fcr etwas gr\u00f6\u00dfere Flugzeuge. In dem 8.000-Einwohner-Ort sind keine gro\u00dfen Hotels aber eine Vielzahl Hostels und Pensionen, diverse Restaurants und kleine Gesch\u00e4fte sowie eine sehr sch\u00f6n angelegte Promenade. Sicher der beste Ort, um sich zu verproviantieren. In der Bucht vor dem Ort ankern alle Yachten und kleine Kreuzfahrtschiffe mit Kapazit\u00e4ten von in der Regel 25 \u2013 70 G\u00e4sten, die auf mehrt\u00e4gigen Fahrten die unbewohnten Inseln des Archipels anlaufen und mit F\u00fchrung die Tierwelt pr\u00e4sentieren. F\u00fcr den Transport an Land verkehren Wassertaxis. Das eigne Beiboot benutzt niemand. Es gibt keinen guten Dinghi-Steg und die Seel\u00f6wen w\u00fcrden sich bis zum Kentern in die Boote legen. Sie belagern Treppen, Wege, Str\u00e4nde, Parkb\u00e4nke und vor allem Boote. Manchmal legen sie sich unter parkende Autos, schlafen und machen auch keinen Platz, wenn viele Menschen um sie herumlaufen. Auf der Heckplattform der Flying Dog liegen sie besonders gern. \u201cWas bist du denn f\u00fcr einer; du wirst doch hier nicht liegen bleiben\u201d betrachten sie als Einladung. Der Kopf geht nach unten, die Augen schlie\u00dfen sich. Sie erkennen die innere Schw\u00e4che des Menschen. Nur wenn man ihnen mit entschiedenem Ton und K\u00f6rpersprache zeigt, dass man es ernst meint, r\u00e4umen sie widerwillig, teilweise unter kr\u00e4ftigem Br\u00fcllen den begehrten Platz. Allerdings spitzen sie die Situation nicht soweit zu, dass ihnen der Skipper den Bootshaken \u00fcberzieht. Dazu sind sie zu schlau.<\/p>\n<p>Wir fahren mit einem Gel\u00e4ndefahrzeug ins Hochland zum Kratersee El Junco. Der See f\u00fcllt sich zur Regenzeit mit Wasser und versorgt die Insel ganzj\u00e4hrig mit Trinkwasser. Fregattv\u00f6gel kommen hier her, um zu trinken und ihr Gefieder von Salz zu reinigen. Im Hochland ist die Luft etwas k\u00fchler und feuchter. San Crist\u00f3bal gliedert sich in 3 Vegetationszonen: auf Meeresh\u00f6he siedeln Mangroven oder salzvertragende Sukkulenten; dar\u00fcber bis 400 m erstreckt sich eine halbw\u00fcstenartige Trockenzone mit Dornenb\u00fcschen und Kakteen; zwischen 400 und 550 m kann Landwirtschaft betrieben werden oder es wachsen endemische Miconien (Blattstrauchgew\u00e4chse). Der Boden ist fruchtbar aber es fehlt an Wasser. Da die Insel in gro\u00dfen Teilen flach ist, dominiert die Trockenzone. Erste europ\u00e4ische Siedler hatten M\u00fche, hier ihr Leben zu fristen. Die Galapagos-Inseln sind kein Tropenparadies.<\/p>\n<p>Wir besuchen die Aufzuchtstation f\u00fcr Landschildkr\u00f6ten, La Galapaguera, nahe Puerto Chino. Die Eier wild lebender Landschildkr\u00f6ten werden eingesammelt, die Fundstelle notiert und die jungen Schildkr\u00f6ten in der Station aufgezogen. Nach fr\u00fchestens 5 Jahren werden die Tiere dann wieder im Bereich der ehemaligen Fundstelle ihrer Eier ausgesetzt. Damit soll verhindert werden, dass importierte Tierarten, beispielsweise Ratten, die Schildkr\u00f6tenbest\u00e4nde dezimieren. Wir sehen Landschildkr\u00f6ten im Alter bis zu 40 Jahren, die gen\u00fcsslich ihr t\u00e4gliches Gr\u00fcnfutter mampfen. Ein beeindruckendes Erlebnis. Die Galapagos-Landschildkr\u00f6ten k\u00f6nnen 150 Jahre alt und 350 kg schwer werden.<\/p>\n<p>Uns wird klar, warum die einkommenden Yachten so genau untersucht werden, es sollen keine neuen Tier- und Pflanzenarten importiert werden, die das nat\u00fcrliche Gleichgewicht auf den Galapagos-Inseln st\u00f6ren k\u00f6nnten. Aber wer untersucht die weit gr\u00f6\u00dferen Versorgungs- und Kreuzfahrtschiffe? Einiges bleibt hier Wunsch und Theorie.<\/p>\n<p>An der S\u00fcdwest-Seite San Crist\u00f3bals unternehmen wir eine Strandwanderung und beobachten die Meerechsen. Sie schwimmen und tauchen im Meer, um Algen zu fressen, die auf den Steinen der Felsk\u00fcste wachsen. Sie kommen immer wieder ans Ufer, um sich \u2013 gut getarnt &#8211; auf sonnenbeschienenen Steinen zu w\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Im Centro de Interpretaci\u00f3n wird auf Schautafeln die Entwicklungsgeschichte der Galapagos-Inseln sehenswert dargestellt. Wesentlicher Bestandteil ist der Hinweis auf den Naturkundler Darwin, der 1835 mit dem Segelschiff Beagle die isoliert im Pazifik liegenden Inseln besuchte und auf Grundlage von Naturbeobachtungen die Evolutionstheorie der Tier- und Pflanzenarten aufstellte. Er stellte beispielhaft fest, dass es urspr\u00fcnglich eine Finkenart schaffte, den weiten Weg von S\u00fcdamerika zu den Galapagos-Inseln zur\u00fcckzulegen. Auf den verschiedenen Inseln bestanden jedoch unterschiedliche Nahrungsgrundlagen, die u.a. zu unterschiedlichen Schnabelformen bei den Finken f\u00fchrten. Beispielsweise gekr\u00fcmmte Schn\u00e4bel f\u00fcr das Knacken von N\u00fcssen und Samen, gerade Schn\u00e4bel f\u00fcr das Erbeuten von Insekten. Verschiedene Inseln hatten deshalb jeweils ihre eigne Finkenart. Diese Arten sind &#8211; laut Darwin &#8211; durch zuf\u00e4llige Variationen im Generationenwechsel, begleitet von anschlie\u00dfender nat\u00fcrlicher Auslese entstanden. Der besser Angepasste hatte die besseren \u00dcberlebens- und Fortpflanzungschancen. Darwin schlie\u00dft daraus auf die\u00a0 Entwicklung aller Tier- und Pflanzenarten und auch des Menschen.<\/p>\n<p>Mit einem Schnellboot lassen wir uns einmal um San Crist\u00f3bal fahren. Das Boot hat 2 Mann Besatzung und ein junges Paar aus Australien f\u00e4hrt ebenfalls mit. Auf der S\u00fcdost-Seite der Insel brandet das Meer an die Steilk\u00fcste. Auf den Felsen sitzen Rotfu\u00dft\u00f6lpel, Fregattv\u00f6gel mit aufgebl\u00e4hten, roten Kehls\u00e4cken, Pelikane, Seeschwalben und M\u00f6wen. Wir laufen in die Bucht Banco Rosso ein, einem kleinen Paradies, an dem sich &#8211; au\u00dfer uns &#8211; kein Mensch aufh\u00e4lt. Im Wasser sehen wir die Schatten einer Gruppe von ca. 20 Haifischen sowie deren gelegentlich \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che ragenden R\u00fcckenflossen. Die Tiere m\u00f6gen durchschnittlich ca. 2 m lang sein und ziehen sich zur\u00fcck, als wir zum Schnorcheln ins Wasser springen. Beim ausgiebigen Schnorcheln entdecken wir gro\u00dfe Wasserschildkr\u00f6ten von ca. 1,40 m L\u00e4nge und diverse Fischarten der Felsenk\u00fcste. Vor dem Nordostkap der Insel werfen wir die Hochseeangeln aus und tats\u00e4chlich fangen wir einen ca. 18 kg schweren Snapper. Nachdem wir auf der Nordseite der Insel nahe an einige hohe, sehr beeindruckende Felsformationen der Steilk\u00fcste sowie an die Insel Le\u00f3n Dormido (Kickers Rock) herangefahren sind, kehren wir wieder nach Baquerizo Moreno zur\u00fcck. Wir lassen den Snapper in einem Hotelrestaurant in Teilen als Sushi, gegrillt und gekocht mit schmackhaften Saucen zubereiten und treffen uns mit Eddy und Reachel, den jungen Australiern zum Dinner. Nach interessanten Gespr\u00e4chen f\u00e4hrt uns ein Wassertaxi zur\u00fcck und wir sp\u00fcren erstmalig, wie m\u00fcde wir nach diesem Tag sind.<\/p>\n<p>Schon lange nichts mehr repariert! Wir lernen die deutschen Weltumsegler Frank und Christine kennen, die mit ihrer Shangri-La ebenfalls in der Bah\u00eda Naufragio vor Anker liegen. Ihr Schiff ist eine gut 30 Jahre alte Cheo Lee aus Hongkong, mit umfangreichen Holzaufbauten und zwei Holzmasten. Sitzt man bei ihnen im Cockpit, empfindet man alte Seefahrer-Romantik. Uns w\u00fcrde das Schiff allerdings handwerklich \u00fcberfordern. Frank hilft uns mit unserem Au\u00dfenborder weiter, der seit einiger Zeit nicht mehr zuverl\u00e4ssig l\u00e4uft. Neuer Benzinfilter, Vergaserreinigung, Z\u00fcndkerzenwechsel und die Entsorgung des kolumbianischen Benzins beseitigen den Defekt. Keine einfache Sache und alle sind erleichtert als die Arbeit schlie\u00dflich erfolgreich abgeschlossen ist. Frank und Christine haben sich schon vor uns auf den Weg zu den Marquesas gemacht. Wir sind sicher, dass wir sie dort wieder treffen werden.<\/p>\n<p>Inzwischen haben wir Benzin, Diesel und Nahrungsmittel gebunkert. Unsere auf 20 Tage bemessene Zeit auf San Crist\u00f3bal neigt sich dem Ende zu. Am 23.03. wollen auch wir uns auf den 3.000 sm langen Weg nach Franz\u00f6sisch Polynesien machen. Wir sch\u00e4tzen eine Fahrzeit von 24 Tagen und hoffen auf best\u00e4ndig m\u00e4\u00dfige Winde. Schlie\u00dflich hei\u00dft der Pazifik auch Stiller Ozean.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><b>Panama Kanal und Las Perlas \/ 30.11.2014 &#8211;\u00a020.02.2015<\/b><\/h3>\n<\/div>\n<div>Am 30.11. setzen wir unsere Reise mit der Flying Dog fort. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und den h\u00e4ufigen Regenf\u00e4llen auf der karibischen Seite des Panamakanals hat sich unter Deck viel Schimmel auf allen Oberfl\u00e4chen gebildet, der wie grauer Staub aussieht. \u00dcber mehrere Tage reinigen wir das Schiff. Schubladen m\u00fcssen geleert, mit Essigwasser ausgewischt und wieder einger\u00e4umt werden. Im Bootsyard der Shelter Bay Marina erh\u00e4lt die Flying Dog einen neuen Unterwasseranstrich, die Wellendichtung an der Schiffsschraube wird ausgetauscht und ein neuer Borddurchbruch f\u00fcr die Ansaug\u00f6ffnung des noch zu liefernden Wassermachers angelegt. Die Maschine wird gewartet. Den au\u00dferdem noch notwendigen Elektriker k\u00f6nnen wir leider in der Shelter Bay auch mit Unterst\u00fctzung der Marina nicht finden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>F\u00fcr die Kanaldurchfahrt engagieren wir einen Agenten, der die Formalit\u00e4ten erledigt. Die Kanalbeh\u00f6rde schickt einen Angestellten, um die Flying Dog zu vermessen sowie Daten zur Fahrtgeschwindigkeit unter Motor, Tankinhalt usw. zu erheben. Wir bezahlen insgesamt 1.200 \u20ac und erhalten einen kurzfristigen Termin f\u00fcr die Kanaldurchfahrt am 22. Dezember. Vom Agenten erhalten wir 4 Festmacherleinen von je 40 m L\u00e4nge und 8 gro\u00dfe Fender. In der Shelter Bay Marina finden wir 3 zus\u00e4tzliche Leinenhandler, die mit uns durch den Kanal gehen wollen, um Erfahrungen f\u00fcr die eigne, sp\u00e4tere Kanaldurchfahrt zu sammeln. Neben dem Skipper m\u00fcssen laut Vorschrift insgesamt 4 Leinenhandler an Bord sein. Wir sorgen f\u00fcr Verpflegung und die R\u00fcckfahrt zur Shelter Bay. Eine Probedurchfahrt haben wir selbst nicht gemacht. Wir lieben \u00dcberraschungen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am Nachmittag des 22.12. beziehen wir Position auf den \u201cFlats\u201d, dem ausgewiesenen Ankerplatz vor Col\u00f3n. Als Leinenhandler zus\u00e4tzlich an Bord sind Robert aus Hamburg sowie Samuel und John aus Norwegen. Gegen 17.00 h kommt der Lotse an Bord. Wir hieven den Anker, der sich nur widerwillig mit der elektrischen Ankerwinsch aufholen l\u00e4sst. Wir sind dankbar f\u00fcr jeden Ketten-Meter, den die Winsch noch holt. Den Anker mit den letzten 2 m Kette zieht schlie\u00dflich Jochen mit Muskelkraft in den Beschlag. Auch deshalb wollten wir schon in der Shelter Bay einen Elektriker bestellen. Wir lassen uns nun neben dem Fahrwasser treiben und ein gro\u00dfes Containerschiff, das vor uns in die Schleusen einfahren soll, f\u00e4hrt an uns vorbei. Wir schlie\u00dfen uns an. Inzwischen wird es dunkel.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Vor der ersten Schleuse erwartet uns ein gro\u00dfer Fahrtenkatamaran von ca. 18 m L\u00e4nge, der ebenfalls in die Schleuse einfahren m\u00f6chte. Entsprechend der Planung der Kanalbeh\u00f6rde, man\u00f6vrieren wir l\u00e4ngsseits an den langsam fahrenden Katamaran heran. Beide Schiffe werden zu einem P\u00e4ckchen verbunden und fahren so in die erste der Gatun-Schleusen ein. Insgesamt m\u00fcssen wir durch 3 solche Schleusen, um den h\u00f6her gelegenen Gutun-See zu erreichen. Jedes Schleusenbecken ist ca. 300 m lang, 35 m breit und besitzt eine Hubh\u00f6he von ca. 10 m. Bei Einfahrt in die Schleusenkammer werfen uns Arbeiter d\u00fcnnere Leinen mit Affenf\u00e4usten zu, an denen wir unsere Kanalleinen befestigen. Die Arbeiter ziehen sie empor und belegen sie auf Pollern an den Schleusenr\u00e4ndern. Da wir im P\u00e4ckchen fahren, \u00fcbernehmen wir 2 Leinen. Der Katamaran \u00fcbernimmt die anderen 2 Leinen auf der gegen\u00fcber liegenden Seite. Die Tore schlie\u00dfen sich und Wasser sprudelt vom Schleusenboden her in die Schleusenkammer. Wir befinden uns in einem brodelnden Kochtopf. Erheblicher Zug kommt auf die Leinen, um die Boote auf der Stelle zu halten. Jetzt m\u00fcssen die Leinen gut befestigt und die Belegklampen am Schiff hoch belastbar sein. Trotz Dunkelheit, die nur durch die Schlagschatten werfenden Lampen an den Schleusenr\u00e4ndern durchbrochen wird, geht alles gut. Unsere Leinenhandler leisten gute Arbeit. Mit steigendem Wasserspiegel m\u00fcssen die Leinen fortlaufend verk\u00fcrzt werden. Im P\u00e4ckchen durchfahren wir auch die beiden verbleibenden Gatun-Schleusen und laufen gegen 21.00 h eine gro\u00dfe Mooring-Tonne auf dem Gatun-See an. Hier machen wir f\u00fcr die Nacht fest, der Lotse wird abgeholt. Biggi bereitet schnell ein gutes Essen zu und bei einigen Bieren verbringen wir mit unseren Leinenhandlern einen geselligen Abend bis 01.00 h nachts auf dem Gatun-See. Robert erz\u00e4hlt \u00fcberwiegend, z.B. wodurch sich der ehrenwerte Hamburger Kaufmann auszeichnet:\u00a0 Er verkauft nicht nur seine Gro\u00dfmutter sondern er liefert sie auch! Die Crew erg\u00e4nzt sich, da Samuel und John nur 2 Worte sprechen. In sp\u00e4ter Nacht sind die Br\u00fcllaffen von den Ufern des Gatun-Sees zu h\u00f6ren. Krokodile n\u00e4hern sich nicht.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am n\u00e4chsten Morgen kommt ein neuer Lotse an Bord und wir fahren ca. 35 sm \u00fcber den Gatun-See, der im \u00fcbrigen das von den Schleusen ben\u00f6tigte Wasser zur Verf\u00fcgung stellt. Wir genie\u00dfen das vorbeiziehende Landschaftsbild und beobachten die Vielzahl der hier lebenden Vogelarten. Nach 6 1\/2 h erreichen wir die Pedro-Miguel-Schleuse, die uns in erster Stufe abw\u00e4rts \u2013 zum Pazifik \u2013 schleust. Ein P\u00e4ckchen bilden wir diesmal nicht sondern liegen in Schleusenmitte mit 4 langen Festmacherleinen, die beim Ablassen des Wassers fortlaufend gefiert werden m\u00fcssen. Nach Passieren des kleinen Miraflores-Sees erreichen wir die beiden restlichen Miraflores-Schleusen, die uns schlie\u00dflich auf das Pazifik-Niveau ablassen. Kurz nachdem sich die letzten, 800 Tonnen schweren Schleusentore ge\u00f6ffnet haben, sehen wir die Puente de Las Americas, die zu den gr\u00f6\u00dften Stahlbr\u00fccken der Welt z\u00e4hlt. \u00dcber sie f\u00fchrt die Pan Americana, eine Stra\u00dfe, die quer durch Nord- und S\u00fcdamerika Alaska mit Feuerland verbindet. Am Abend des 23.12. gehen wir bei Panama-City, am Balboa Yacht Club an eine Mooring-Tonne. Die Leinenhandler verlassen uns und wir bringen die geliehenen Kanalleinen und Fender an Land. Wir freuen uns, dass wir nun den Pazifik erreicht haben, entspannen und lesen in einem Reisef\u00fchrer, dass der Panama-Kanal 1914 unter US-Amerikanischer F\u00fchrung nach 10-j\u00e4hriger Bauzeit fertig gestellt wurde. Von 75.000 eingesetzten Arbeitskr\u00e4ften starben durch Krankheiten und Unf\u00e4lle 25.000. 14.000 Schiffe passieren j\u00e4hrlich den Kanal und sind heute eine gro\u00dfe Einnahmequelle f\u00fcr den Staat Panama. Wenn es den Kanal nicht g\u00e4be \u2013 geht uns durch den Kopf \u2013 m\u00fcssten wir nach riesigem Umweg auch heute noch das ber\u00fcchtigte Kap Horn an der S\u00fcdspitze S\u00fcdamerikas runden. Da folgen wir doch lieber der Barfu\u00df-Route.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Panama-City besitzt eine Skyline aus Hochh\u00e4usern, in den Banken und gro\u00dfe Firmen residieren. In modernen Einkaufs-Malls kann man auf amerikanischem und europ\u00e4ischem Niveau einkaufen. Viele kommen zum Shoppen hier her. Jochen reichen jedoch seine alte Hose und seine Sandalen, die sich bis auf weiteres noch kleben lassen. Mit Harald und Live, unseren neuen Freunden aus Norwegen feiern wir Weihnachten am Balboa Yacht Club und Silvester mit Feuerwerk in der Altstadt von Panama-City, dem Casco Viejo, das zum Weltkulturerbe erkl\u00e4rt wurde. Hier gef\u00e4llt es uns. In einer traditionellen Bar mit ornamentiertem Holzausbau und \u2013tresen trinken wir einige Cuba Libre. Harald erz\u00e4hlt uns die Geschichte seiner bisherigen Reise, die ihn von Norwegen \u00fcber Island, Gr\u00f6nland, Kanada und den USA nach S\u00fcdamerika gef\u00fchrt hat. In Brasilien wurde er am Ankerplatz von Piraten \u00fcberfallen, die ihn mit den H\u00e4nden an den Mast banden, das Schiff nach Bargeld durchsuchten und ihn schlie\u00dflich gefesselt zur\u00fccklie\u00dfen. \u00dcber eine Stunde brauchte er, um die Fesseln durchzubei\u00dfen und sich zu befreien. Gl\u00fccklicherweise hat er sich bei seiner Befreiung keinen Zahn ausgebissen, denn das w\u00e4re &#8211; zumindest in Deutschland &#8211; erst einmal richtig teuer geworden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Inzwischen kommen die Kisten mit dem bestellten Wassermacher (Meerwasser-Entsalzungsanlage) aus Trinidad an. Fedex liefert zuverl\u00e4ssig aus. Wir bauen die Anlage selbst in mehrt\u00e4giger Arbeit auf der Flying Dog ein. Aufgrund der notwendigen Suche nach einer platzsparenden L\u00f6sung wollen wir den Einbau nicht bezahlten Kr\u00e4ften \u00fcberlassen, obwohl die Arbeit auf engstem Raum, im schwankenden Schiff und bei hohen Temperaturen letztlich doch sehr schwei\u00dftreibend war. Inzwischen sind wir stolz auf eine funktionierende Anlage mit einer Kapazit\u00e4t von 50 l pro Stunde, die wir alle 2-3 Tage eine Stunde laufen lassen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ausgebildete Handwerker findet man hier kaum. Als f\u00fcr die Ankerwinsch dringend ben\u00f6tigten Elektriker wird uns ein Selfmade-man vom Hafenmeister empfohlen, der eine St\u00e4rke in der Analyse hat, weniger in der praktischen Arbeit. Wir werfen ihn nach einem Tagwerk hinaus. Er wird ersetzt durch Sergey, einem nur spanisch sprechenden Russen, der eine St\u00e4rke in praktischer T\u00e4tigkeit hat und zugleich ernsthaft auch Guru ist. Er tr\u00e4gt deshalb auch den Namen Guru Om Bah. Die Ankerwinsch wird von buddhistischen Chinesen repariert und funktioniert an und f\u00fcr sich, nur nicht auf der Flying Dog. Om Bah ist sich sicher, dass das Relais ebenfalls kaputt ist. Ein passendes Ersatzteil ist vor Ort nicht verf\u00fcgbar und muss in den USA bestellt werden. Es wird 5 Tage sp\u00e4ter \u00fcber Fedex ausgeliefert. Die Ankerwinsch kann jetzt in Betrieb genommen werden, jedoch mit dem alten Relais, das dann doch nicht kaputt war. Immerhin haben wir nun ein Ersatzrelais an Bord.<\/div>\n<div>Unser Batterie-Ladeger\u00e4t hat ebenfalls seinen Dienst eingestellt und wir bestellen ein neues Ger\u00e4t in den USA. Der dortige Versandhandel l\u00e4sst das Paket entgegen unseren W\u00fcnschen jedoch nicht mit Fedex sondern als Postpaket (USPS Priority Mail) transportieren. Das dauert 2 bis 3 Wochen. Wir wundern uns, dass es auch dann nicht am Balboa Yacht Club eingeht. Schlie\u00dflich gehen wir zur \u00f6rtlichen Post, um nachzufragen. Das Paket liegt dort schon seit 10 Tagen, ohne dass jemand informiert wurde. Es wird eine Steuer in H\u00f6he von 80 US-Dollar verlangt. Wir einigen uns auf eine Direktzahlung von 10 US-Dollar an den Beamten und erhalten das Paket an der Hintert\u00fcr. Nun sind wir auch ausgezogen, um andere Kulturen kennen zu lernen, doch diese und \u00e4hnliche Erlebnisse nerven uns schon. Wir verlieren Geld und Zeit, was unseren geplanten Aufenthalt in den Las Perlas \u2013 Inseln verk\u00fcrzt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Bis zum 05.02. haben wir das Batterie-Ladeger\u00e4t eingebaut und fahren \u2013 2 1\/2 Wochen sp\u00e4ter als geplant &#8211; zur nur 8 sm entfernten Insel Taboga, wo wir f\u00fcr die Nacht vor Anker gehen. Wir genie\u00dfen es, endlich aus der Kanalzone heraus zu kommen und lassen uns die frische Seebrise um die Nase wehen. Die Flying Dog ist ein zuverl\u00e4ssiges, seetaugliches Schiff und nun wieder in ihrem Element. Obwohl Taboga \u00fcber einen h\u00fcbschen Ort verf\u00fcgt und auch auf eine reiche Tradition von den Spaniern, als Piratenversteck, bis zum heutigen Ausflugsziel nahe der Hauptstadt zur\u00fcckblicken kann, bleiben wir hier nur eine Nacht. Am 06.02. legen wir die 42 sm lange Strecke nach Contadora, in den Las Perlas \u2013 Inseln zur\u00fcck. Wir kommen bei gutem Wind z\u00fcgig, auf direktem Kurs voran. Auf dem Weg dorthin fangen wir einen 1 m langen Kingfish und k\u00f6nnen ihn an Bord ziehen. Nach so langer, fischloser Zeit haben wir auf diesen Moment gewartet. Der Bann ist gebrochen. Einfach macht es uns der Kingfish aber nicht und springt vom Cockpitboden auf die B\u00e4nke und wieder zur\u00fcck. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen wir ihn b\u00e4ndigen und mit 4 gezielten Hieben der gro\u00dfen Winschkurbel zur Strecke bringen. Das Cockpit wird anschlie\u00dfend mit Seewasser durchgesp\u00fclt, um das weithin gespritzte Blut zu beseitigen. Nach dem Ausnehmen und Reinigen des Fisches bleiben 8 gro\u00dfe St\u00fccke Fisch, die Biggi auf verschiedene Weise zubereitet. 3 Tage schmackhafter Fisch bis zum Abwinken.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Contadora war unter den Spaniern das kleine Verwaltungszentrum der Inselgruppe. Hier wurden die Perlen sortiert und gez\u00e4hlt, die die Ureinwohner der Inseln den Eroberern abzuliefern hatten. Die Insel besitzt mehrere Sandstr\u00e4nde, an denen in kristallklarem Wasser gebadet werden kann. Beg\u00fcterte Panamaer und Ausl\u00e4nder unterhalten hier einen Zweit- bzw. Altersruhesitz. Es herrscht eine entspannte Atmosph\u00e4re. In der gepflegten Umgebung f\u00fchlt man sich sicher. Wir gehen baden und treffen uns mit anderen Seglern zum Strand-BBQ. Wir lassen uns Zeit und segeln am 14.02. weiter zur Insel Espiritu Santo, auf der Ostseite der weit gr\u00f6\u00dferen Isla del Rey. Espiritu Santo ist unbewohnt und besitzt gro\u00dfe Sandstr\u00e4nde sowie eine Vegetation aus Laubb\u00e4umen und Palmen. Diverse Vogelarten, insbesondere Papageien und Fregattv\u00f6gel halten sich hier auf. In die gesch\u00fctzte Ankerbucht laufen auch die beiden deutschen Yachten Mardos und Avanti mit ihren Besatzungen Peter und Renate sowie Leo und Christiane ein. Wir treffen uns zum Sundowner am Strand und unternehmen eine Dinghi-Tour in einen angrenzenden Fluss auf der Isla del Rey, die ebenfalls weitgehend unbewohnt ist. Nach diesen sch\u00f6nen Erlebnissen empfangen wir den Wetterbericht \u00fcber unser Iridium-Handy, der gute Segelbedingungen auf der 1.000 sm langen Strecke zu den Galapagosinseln verspricht. Schnell entschlie\u00dfen wir uns, am 20.02. den Anker zu hieven und Kurs auf die Galapagosinseln zu nehmen. Die Fahrzeit ist mit 7 \u2013 8 Tagen veranschlagt. Welche Bedingungen wir auf der langen Strecke tats\u00e4chlich antreffen werden, k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht verl\u00e4sslich voraussagen.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Panama &#8211; Karibik \/ 01.07. &#8211; 16.08.2014<\/h3>\n<div>\n<div>Aus der f\u00fcr den 01.07. geplanten Abfahrt von Cartagena nach Panama wird zun\u00e4chst nichts. Laut Wettervorhersage sollen stattdessen sp\u00e4ter, am 03.07. g\u00fcnstige Passatwinde mit 3 \u2013 4 Windst\u00e4rken wehen, die uns angenehm zu den St. Blas \u2013 Inseln vor der K\u00fcste Panamas bringen k\u00f6nnen. In den Tagen zuvor sei der Wind wechselhaft und zu gering. Wir verschieben unsere Abreise auf den 03.07.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Der Club Nautico, vor dem die Flying Dog ankert, h\u00e4lt f\u00fcr uns kurz vor Abfahrt noch einige \u00dcberraschungen bereit. Unsere 3 europ\u00e4ischen Gasflaschen erhalten wir ungef\u00fcllt zur\u00fcck. Der Vertragspartner des Hafens f\u00fcllt nur Flaschen mit amerikanischem Anschlussgewinde. Ein anderes Unternehmen ist angeblich nicht verf\u00fcgbar. Bei den Kuna-Indianern auf den St. Blas \u2013 Inseln wird es keine M\u00f6glichkeit geben, die Gasflaschen f\u00fcllen zu lassen. Wir m\u00fcssen einen Weg finden, sonst wird die Pantry schon in wenigen Tagen kalt bleiben. Schlie\u00dflich leiht uns Hans, der seit l\u00e4ngerem in Cartagena auf einem Katamaran lebt, eine gro\u00dfe, kolumbianische K\u00fcchengasflasche, die wir kurzfristig f\u00fcllen lassen. Von Italienern, die in der N\u00e4he vor Anker liegen, leihen wir uns einen Schlauchadapter, mit dem wir das Fl\u00fcssiggas im Cockpit der Flying Dog in unsere 3 kleineren Gasflaschen umf\u00fcllen. Den Niedergang halten wir dabei geschlossen und achten darauf, dass im Cockpit keine Funken entstehen, die eine Explosion ausl\u00f6sen w\u00fcrden. In diesem Fall k\u00f6nnten wir nur noch \u00fcber Bord springen. Die erreichte F\u00fcllmenge kontrollieren wir mit einer Waage. Nach Abschluss der Arbeiten sind wir erleichtert. Wir haben nun gef\u00fcllte Gasflaschen, die Aktion war jedoch risikoreich.<\/div>\n<div>Vor der Abfahrt winschen wir unser Beiboot auf das Vordeck und m\u00fcssen es dort wenden. Wir schaffen es kaum, das Boot ist offensichtlich schwerer als fr\u00fcher. Unter dem Bootsk\u00f6rper hat sich in den letzten 5 Wochen ein durchgehender, ca. 2 cm dicker Pelz aus kleinen, schwarzen Muscheln gebildet, den wir m\u00fchevoll, im Laufe von 2 Stunden mit einem Spachtel abkratzen m\u00fcssen. Der in so kurzer Zeit entstandene Bewuchs ist au\u00dfergew\u00f6hnlich. Wir erfahren jedoch, dass so etwas in der stark \u00fcberd\u00fcngten Bucht von Cartagena durchaus \u00fcblich ist.<\/div>\n<div>Abschlie\u00dfend nennt der uns vom Club Nautico zugeteilte Agent die Gesamtkosten f\u00fcr die bei einem mehr als 8-t\u00e4gigen Aufenthalt f\u00e4llig werdende Befahrensgenehmigung der kolumbianischen Gew\u00e4sser, die Geb\u00fchren f\u00fcr Ein- und Ausreise sowie seinen eignen Service. Karibisch gelassen dr\u00fccken wir ihm umgerechnet 240 Euro in die Hand. Cartagena war sch\u00f6n und der Abfahrt steht nun nichts mehr im Wege.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am Vormittag des 03.07. hei\u00dft es \u201cAnker auf\u201d und wir machen uns auf den 210 Seemeilen langen Weg nach Porvenir, dem Tor zu den St. Blas \u2013 Inseln. Die Wettervorhersage stimmt leider nicht. Die Flying Dog muss bei 5 Windst\u00e4rken auf einen Am-Wind-Kurs gehen. Am zweiten Fahrttag geht der Wind dann so weit zur\u00fcck, dass wir \u00fcberwiegend unter Maschine fahren m\u00fcssen. Die den St. Blas \u2013 Inseln vorgelagerten Riffe kommen in Sicht. Pl\u00f6tzlich ert\u00f6nt ein pfeifender Alarmton: der Motor ist \u00fcberhitzt. Vergeblich \u00fcberpr\u00fcfen wir die Maschine. Alles in Ordnung. Mit geringer Drehzahl suchen wir schlie\u00dflich unseren Weg durch die ausgedehnten Riffe und laufen die Insel Porvenir an, wo wir zun\u00e4chst vor Anker gehen und einklarieren. Ein Agent muss daf\u00fcr nicht bestellt werden, die Kosten sind so schon erheblich: f\u00fcr Einreise, Befahrensgenehmigung und die Abgabe f\u00fcr den Kongress der Kuna-Indianer werden insgesamt 463 USD verlangt. Wir m\u00fcssen noch einmal zur\u00fcck zum Schiff, um zus\u00e4tzliches Geld zu holen. Danach legen wir Taucherbrille, Schnorchel und Flossen an, um die unter dem Schiffsrumpf angeordneten Ansaug\u00f6ffnungen f\u00fcr K\u00fchlwasser zu pr\u00fcfen. Tats\u00e4chlich haben die Muscheln aus der Bucht von Cartagena diese \u00d6ffnungen teilweise zugesetzt. Wir reinigen sie unter Wasser mit einem Spachtel. Danach ist die \u00dcberhitzungsgefahr des Motors beseitigt.\u00a0 Am folgenden Tag fahren wir weiter zu den Chichime Cays und beginnen nun,\u00a0 unseren Aufenthalt in den St. Blas \u2013 Inseln zu genie\u00dfen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das Wasser ist klar, die Temperatur von gut 30 Grad ist bei m\u00e4\u00dfiger Seebrise gut ertr\u00e4glich. Wir liegen zwischen den kleinen, palmenbestandenen Inseln vor Anker und spazieren \u00fcber die fast unber\u00fchrten Sandstr\u00e4nde. Schon am Ankerplatz sehen wir aus dem Wasser springende Raubfische, einen Adlerrochen und am Meeresgrund einen gro\u00dfen Stachelrochen, dessen Durchmesser wir auf 1,80 m sch\u00e4tzen. Wir installieren unsere H\u00e4ngematte auf dem Vordeck und werden von leichten Schiffsbewegungen geschaukelt. In dieser Ruhe wandern unsere Gedanken auch zur\u00fcck zu den vorangegangenen Reise-Erlebnissen. Die schnelle Folge der zahlreichen Eindr\u00fccke erlaubte uns zuvor kaum die Einordnung und Verarbeitung des Erlebten. Der organisierte Tourismus zeigt sich lediglich in der Form von Backpacker-Reisenden, die g\u00fcnstige Seepassagen auf kleineren Booten von Cartagena nach Panama und umgekehrt buchen. Sie machen auf diesen Fahrten f\u00fcr 3 oder 4 Tage Station in den St. Blas \u2013 Inseln. Treffen sie ein, ist nat\u00fcrlich immer Stimmung. Uns st\u00f6rt das nicht. Wir sehen darin eine willkommene Abwechslung.<\/div>\n<div>Die Kuna-Indianer kommen mit ihren Einb\u00e4umen l\u00e4ngsseits und verkaufen Lobster, Fische und Pulpo (Krake). Da es auf den kleinen Inseln nichts zu kaufen gibt, ern\u00e4hren wir uns \u00fcberwiegend von diesem Angebot. Die Fische nehmen wir aus und entschuppen sie, von den Pulpos entfernen wir die weniger delikaten Saugn\u00e4pfe. Zweimal w\u00f6chentlich kommt ein Gem\u00fcse- und Getr\u00e4nkeboot in die Ankerbucht. Wir bem\u00fchen uns, es nicht zu verpassen. H\u00e4ufig bieten die Kuna auch ihre Handarbeiten an, insbesondere Molas, Armb\u00e4nder und G\u00fcrtel. Die Molas zierten fr\u00fcher die Vor- und R\u00fcckseiten der Blusen der Kuna-Frauen. Um eine Mola herzustellen, wenden die Kuna eine Technik der umgekehrten Applikation an. Die Muster werden dabei mit Scheren aus mehreren \u00fcbereinanderliegenden kontrastierenden Stoffschichten ausgeschnitten und anschlie\u00dfend ges\u00e4umt. Durch diese Herstellungsart hebt sich das leuchtende Muster von der meistens roten oder schwarzen Oberfl\u00e4che ab. Um eine Mola herzustellen, ben\u00f6tigt die Kuna-Frau 40 \u2013 70 Stunden, die sich \u00fcber mehrere Wochen verteilen. Bereits nach 4 Tagen des Aufenthalts haben wir schon 9 Molas gekauft.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die Flying Dog erkundet weiter die St. Blas \u2013 Inseln und l\u00e4uft die Hollandes Cays und die Coco Banderos an, die zu den sch\u00f6nsten Inselgruppen geh\u00f6ren. Hier liegen zeitweise auch Segelyachten aus Deutschland und der Schweiz vor Anker, auf denen junge Familien mit 2-3 Kindern unterwegs sind. Die Schweizer Kinder sind auch zu Gast auf der Flying Dog. Ihr Vater hat eine Schatzkarte der angrenzenden Insel \u201cgefunden\u201d und an den verzeichneten Pl\u00e4tzen sind dann tats\u00e4chlich kleine \u201cSch\u00e4tze\u201d versteckt. Die Kinder haben ihren Spa\u00df. Auch Olivier und Clara aus Frankreich liegen hier vor Anker. Wir besuchen sie auf ihrem Schiff \u201cCelestine\u201d. Bei gutem Essen und einigen Gl\u00e4sern Rotwein tauschen wir unsere Erfahrungen aus.<\/div>\n<div>Die erh\u00f6hte Luftfeuchtigkeit, die insbesondere in der inzwischen angebrochenen Nebensaison auftritt,\u00a0 f\u00fchrt fast jeden Tag zwischen 22.00 h und 05.00 h zu Wetterleuchten oder Gewittern. Viele davon ziehen in ausreichendem Abstand vorbei. Vor Anker in den Coco Banderos beobachten wir morgens um 08.00 h eine blauschwarze Wand am Horizont, die zun\u00e4chst seitlich vorbeizuziehen scheint. Wir glauben noch optimistisch, dass wir verschont bleiben. Nachdem die Wand eine querabliegende Position erreicht hat, dreht pl\u00f6tzlich der Wind um 90 Grad und das Gewitter erreicht etwa 6 Minuten sp\u00e4ter unseren Ankerplatz. 40 Minuten lang wird die Flying Dog von Sturmb\u00f6en mit 8 Windst\u00e4rken verbunden mit starkem tropischen Regen heimgesucht. Die bereits zum Fr\u00fchst\u00fcck eingedeckten Teetassen fliegen vom Tisch. Wir halten das Bimini fest. Jetzt muss der an 50 m Kette ausgebrachte, 25 kg schwere Anker halten, denn dicht hinter unserem Heck beginnen die Riffe. Wir sind froh, als der Wind endlich nachl\u00e4sst und zun\u00e4chst in eine gespenstische Windstille umschl\u00e4gt. Kurze Zeit danach setzen sich wieder leichte Passatwinde durch, der Gewittersturm ist \u00fcberstanden. Noch durchn\u00e4sst setzen wir uns an den Fr\u00fchst\u00fcckstisch. Auf unsere Ausr\u00fcstung k\u00f6nnen wir uns verlassen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Da die Grundnahrungsmittel auf der Flying Dog ausgehen, steuern wir Nargana an. Auf der, nahe dem Festland liegenden Insel haben die Kuna eine gr\u00f6\u00dfere Ansiedelung mit mehreren Hundert Bewohnern errichtet. Hier gibt es auch L\u00e4den f\u00fcr den Grundbedarf im Gegensatz zu den oft nicht durchgehend bewohnten, weiter seew\u00e4rts liegenden Palmeninseln. Die Bewohner des Ortes haben sich entschieden, nicht mehr ausschlie\u00dflich den traditionellen Lebensstil der Kuna zu pflegen. Es gibt elektrischen Strom, TV, alkoholische Getr\u00e4nke, 2 kleine Kuna-Restaurants und zeitweise Internet. Wir bunkern Mehl zum Brotbacken, das aus einer gro\u00dfen Tonne gesch\u00f6pft wird, Milch und einige andere Grundnahrungsmittel sowie ein frisches, schon gerupftes Huhn. Da elektrischer Strom verf\u00fcgbar ist, kann im Laden ein K\u00fchlschrank betrieben werden. Dagegen ist die vom Festland kommende Wasserleitung schon lange Zeit nicht mehr funktionsf\u00e4hig. Die Einwohner Narganas fahren mit Booten und Einb\u00e4umen den benachbarten Rio Diablo hinauf, bis das Wasser flacher wird und schneller flie\u00dft, so dass das salzige Wasser aus der Flussm\u00fcndung nicht mehr eindringen kann. Dort werden Trinkwassertonnen und -Kanister gef\u00fcllt sowie ein Bad im S\u00fc\u00dfwasser genommen, bevor es zur\u00fcck nach Nargana geht. Die dortigen Kuna-Restaurants haben wir weder vorher noch nachher besucht. In unserem Beiboot fahren wir zusammen mit einem F\u00fchrer ebenfalls den Rio Diablo hinauf und besichtigen die Tier- und Pflanzenwelt entlang seiner Ufer. Wir sehen aus dem Flug heraus trinkende Schwalben, am Flussufer stehende Reiher und gro\u00dfe Tauben in den Baumkronen. Krokodile soll es hier angeblich nicht geben. Sp\u00e4ter berichten uns \u00d6sterreichische Langfahrtsegler glaubw\u00fcrdig, dass genau an der Stelle unseres ehemaligen Ankerplatzes vor Nargana ein etwa 4 m langes Krokodil gesichtet wurde. Die Tiere durchschwimmen auf Beutesuche durchaus auch das Salzwasser, um die vorgelagerten Inseln zu erreichen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wir besuchen noch Green-Island, Salardup in den Naguargandup Cays und die Eastern Lemon Cays bevor wir in Porvenir, vor dem Verlassen der St. Blas \u2013 Inseln ausklarieren zur Weiterfahrt nach Portobelo. Portobelo ist Bezirkshauptstadt und liegt auf dem Festland Panamas. Ein Ausklarieren in Porvenir ist dennoch notwendig, um f\u00fcr 17 USD einen teilweise handgeschriebenen Begleitbrief (Zarpe) zu erhalten, der dann am n\u00e4chsten Zielort vorzulegen ist. Wir starten morgens um 7.00 h, legen bis zum Nachmittag um 16.30 h die 55 sm lange Strecke bis Portobelo zur\u00fcck und ankern vor der Stadt. Die in saftiges Gr\u00fcn getauchte, h\u00fcgelige Landschaft umgibt uns. Morgens und Abends h\u00f6ren wir die Br\u00fcllaffen in den W\u00e4ldern. Ein sch\u00f6ner Kontrast zu dem Blau und T\u00fcrkis der St. Blas \u2013 Inseln. In der gro\u00dfen Naturbucht haben die Spanier fr\u00fcher ihr gesamtes Raubgold nach Europa verschifft. Der heute verschlafen wirkende Ort ist deshalb die \u00e4lteste Stadtgr\u00fcndung der Spanier in Mittelamerika. Durch die Eintragung als Weltkulturerbe werden F\u00f6rdermittel erwartet und die Grundst\u00fccksspekulation beginnt, zumal der Ort \u00fcber gute Verkehrsverbindungen nach Col\u00f3n und Panama City verf\u00fcgt. Wir besichtigen die alten spanischen Befestigungsanlagen und das alte Zollhaus, bunkern Wasser aus dem \u00f6ffentlichen Netz am Dinghi-Steg, kaufen ein und gehen mehrfach in den \u00f6rtlichen Restaurants essen. Der st\u00e4ndige Wechsel der Eindr\u00fccke und M\u00f6glichkeiten gef\u00e4llt uns.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Am 11.08. fahren wir 25 sm weiter zur Shelter Bay Marina auf der karibischen Seite des Panama-Kanals. Vor dem Kanal liegen ca. 20 gro\u00dfe Frachtschiffe vor Anker, die auf Durchfahrt warten. Bei der Einfahrt in die Kanalzone melden wir uns pflichtgem\u00e4\u00df \u00fcber Funk bei der Signalstation. Man w\u00fcnscht uns gute Fahrt. In der Shelter Bay finden wir einen sicheren Liegeplatz am Schwimmsteg. Fitness-Raum und Swimmingpool sind inbegriffen. Wir klaren die Flying Dog auf und lassen eine Motorwartung durchf\u00fchren. Im Restaurant der Marina speisen wir auf gehobenem Niveau und dennoch zu vern\u00fcnftigen Preisen. Schnell ergeben sich Kontakte zu Joachim, dem deutschen Ingenieur, der an einem Br\u00fcckenbau \u00fcber den Panamakanal mitwirkt, zu Scott, dem Manager f\u00fcr maritime Projekte und Greg, dem Engine Whisperer. Am 16.08. verlassen wir die Flying Dog und fahren mit dem Taxi nach Panama City.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<h3><strong>Kolumbien \/ 22.05. &#8211; 30.06.2014<\/strong><\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>Am Morgen des 22.05. verl\u00e4sst die Flying Dog ihren Ankerplatz in Santa Cruz de Barahona (Dominikanische Republik) und macht sich auf den 560 Seemeilen langen Weg nach Cartagena de Indias (Kolumbien), quer \u00fcber das karibische Meer. Die Fahrt ist weitaus anstrengender als erwartet. Der zuvor abgerufene Wetterbericht sagt in der Mitte des karibischen Meeres h\u00f6chstens 5 Windst\u00e4rken voraus. Tats\u00e4chlich wechseln sich \u00fcber 2 1\/2 Tage lang diverse Regengebiete ab, die st\u00fcrmische Winde mit Windgeschwindigkeiten bis zu 32 Knoten hervor bringen. Auf Grund drehender Winde ist der hohe Seegang ungeordnet, mit sich \u00fcberlagernden Wellen aus verschiedenen Richtungen. Haupts\u00e4chlich treffen uns Wind und hoher Seegang nicht \u2013 wie erwartet &#8211; raumschots sondern nahezu quer zu unserer Kurslinie. Die Flying Dog holt im Seegang immer wieder weit \u00fcber. Unter Deck k\u00f6nnen wir uns kaum halten und insbesondere kein Essen zubereiten. Durch regelm\u00e4\u00dfig seitlich ins Cockpit einsteigendes Seewasser sind wir von der G\u00fcrtellinie an abw\u00e4rts st\u00e4ndig nass. Wegen der hohen Luft- und Wassertemperaturen ist das nicht dramatisch aber auch nicht sch\u00f6n. Die in den Backskisten gef\u00fcllt gelagerten 20-Liter-Kanister mit Reservekraftstoff schieben auf Grund der Schiffsbewegungen die dort angrenzend gelagerten schweren Festmacher- und Ankerleinen beiseite und schlagen st\u00e4ndig von unten an die Deckel der Backskisten. Wir bef\u00fcrchten, dass ihre Verschl\u00fcsse besch\u00e4digt werden und wollen die Backskisten vom Cockpit aus \u00f6ffnen, um den Inhalt neu zu ordnen. Inzwischen ist es dunkel geworden. Die Flying Dog tr\u00e4gt als Segelfl\u00e4che nur noch die mehr als dreifach gereffte Genua. Das Gro\u00dfsegel ist bereits komplett geborgen. Der Skipper greift gerade nach dem Schloss der Backskiste als eine besonders hohe See die Flying Dog seitlich trifft. Er wird \u00fcber den mittleren Cockpit-Tisch gehoben und schl\u00e4gt mit Wucht der L\u00e4nge nach auf die Cockpit-Bank an der gegen\u00fcberliegenden Schiffsseite. Das Knacken eines harten Materials ist h\u00f6rbar. Die Flying Dog l\u00e4uft mit hoher Geschwindigkeit unter Selbststeueranlage durch die Nacht und ihr Skipper bricht sich ein oder zwei Rippen? Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass die Cockpit-Bank zus\u00e4tzliche Haarrisse aufweist und der Skipper mit einer Rippenprellung davon gekommen ist, der problemlos mit einer etwas flacheren Atemtechnik begegnet werden kann. Im letzten Drittel der Fahrt n\u00e4hern wir uns immer mehr der s\u00fcdamerikanischen K\u00fcste. Der Wind dreht st\u00e4rker raumschots und nimmt ab. Der letzte Segeltag ist erholsam und schlie\u00dflich hebt sich &#8211; zu unserer Freude &#8211; die Skyline Cartagenas aus dem Dunst heraus. Nach nur 4 Tagen erreichen wir Cartagena \/ Kolumbien. Wir ankern vor dem Club Nautico mit Blick auf die Neustadt Bocagrande und die Altstadt.<\/div>\n<div>Die Sicherheitslage an der Nordk\u00fcste Kolumbiens hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Am Ankerplatz patrouillieren nachts Boote der Armada (Flotte) mit Blaulicht oder auch ohne jegliche Beleuchtung. Am Steg im Club Nautico machen wir mit unserem Beiboot fest, ohne es mit dem Drahtseil sichern zu m\u00fcssen. Den Weg vom Club Nautico zur Altstadt k\u00f6nnen wir auch am sp\u00e4ten Abend gehen. Die im 16. Jahrhundert von den Spaniern errichtete Stadt ist touristisch stark erschlossen und strahlt eine gehobene und gepflegte Atmosph\u00e4re aus. Gesprochen wird Spanisch, selten Englisch. L\u00e4den, Bars und Restaurants haben oft europ\u00e4ischen Standard. Die Altstadt mit ihren H\u00e4usern, die nach alter spanischer Bauweise einen Balkon im Obergeschoss besitzen, ist durchgehend gut erhalten. Viele Geb\u00e4ude werden derzeit noch restauriert. Scherzhaft: Die Drogenbarone machen hier keine Gesch\u00e4fte sondern Urlaub. Auch wir f\u00fchlen uns wohl und w\u00e4hlen Cartagena zum Ausgangspunkt der Erkundung anderer Orte Kolumbiens.<\/div>\n<div>Santa Marta erreichen wir nach 4-st\u00fcndiger Busfahrt und steigen dort im Hostel \u201cBrisa Loca\u201d in der Innenstadt ab. Wir besichtigen die Stadt, die auch historische Geb\u00e4ude besitzt, jedoch im Vergleich mit Cartagena deutlich \u00e4rmer erscheint. Wir genie\u00dfen den Aufenthalt auf dem Dach unseres Hostels, in dem bevorzugt junge Backpacker absteigen. Hier tobt das Leben rund um die Uhr. Zudem beginnt die Fu\u00dfball-WM und Kolumbien gewinnt sein erstes Spiel.<\/div>\n<div>Ein Gel\u00e4ndewagen bringt uns ins Bergland nach Minca. Ein ortskundiger F\u00fchrer wandert mit uns durch den Regenwald einschlie\u00dflich erfrischendem Bad am Wasserfall. Pflanzen- und Tierwelt beeindrucken uns. Vor allem leben hier die farbenfrohen Tukane. Ein zweiter F\u00fchrer zeigt uns sein Bambushaus, eine \u00f6kologisch bewirtschaftete Caf\u00e9-Farm sowie Details der Cacao-Verarbeitung. Von \u00fcber 80 Arten des Bambus wird nur eine Art \u2013 die h\u00e4rteste &#8211; f\u00fcr den Hausbau verwandt. Die Ausfachungen werden mit dickeren, waagerecht gespannten, Metalldr\u00e4hten, daran befestigten Metallgewebematten und Putz hergestellt. Auf Grund des immer warmen Klimas sind die W\u00e4nde luftig, offen konzipiert. Um das Haus herum wird alle 2 Monate eine f\u00fcr Tiere \u00fcbel riechende Lauge verteilt, die Schlangen fernh\u00e4lt. Die Stromversorgung erfolgt mit Solarzellen. Nach Genuss einer Tasse Coca-Tee holt uns der Gel\u00e4ndewagen wieder ab und wir verlassen angeregt Minca.<\/div>\n<div>Die Flying Dog liegt so vor Anker, wie zur\u00fcckgelassen. Die Schwei\u00dfarbeiten am Mast des Windgenerators, der auf der st\u00fcrmischen Hinfahrt besch\u00e4digt wurde, sind inzwischen abgeschlossen. Wir bunkern Proviant und Wasser und warten f\u00fcr die Abfahrt auf g\u00fcnstige Winde, die uns zu den St.Blas\u2013Inseln nach Panama bringen sollen.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dor.org\/Dominikanische Republik \/ 24.04 - 21.05.2014\"><strong>Dominikanische Republik \/ 24.04 &#8211; 21.05.2014<\/strong><\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div>Am Vormittag des 24.04. erreichen wir nach zweit\u00e4giger Fahrt plangem\u00e4\u00df die 10 m \u2013 Tiefenlinie vor dem neu errichteten Hafen \u201cMarina Cap Cana\u201d auf der Ostseite der Dominikanischen Republik. Die aufgrund stark variierender Meerestiefen, verbunden mit Str\u00f6mungen und ruppigem Seegang als schwierig bekannte Mona Passage zwischen Puerto Rico und Hispaniola liegt hinter uns. Der Wind flaut ab und wir bekommen den mit Bojenpaaren gekennzeichneten schmalen Einfahrtskanal in die Marina in Sicht. Zu beiden Seiten des Kanals beginnen sofort die Korallenriffe, die jedem Schiff zum Verh\u00e4ngnis werden k\u00f6nnen. Der Dockmaster kommt uns mit einem Boot entgegen und f\u00fchrt uns zu unserem &#8211; bereits per Mail vorbestellten &#8211; Liegenplatz. Wir sind froh, diese Etappe gemeistert zu haben.<\/div>\n<div>Die Marina Cap Cana wurde im Rahmen einer weit gr\u00f6\u00dferen Anlage mit sehr exklusiven Appartements und H\u00e4usern \u2013 nach US-amerikanischer Denkweise &#8211; im Stile Venedigs errichtet. Weitere Hafenbecken sind noch in Bau. Wollen wir vom Liegeplatz zum Hafenb\u00fcro, werden wir mit einem Elektrofahrzeug abgeholt. Strandm\u00f6blierung, Swimming-Pool: alles ist gepflegt und steht im Weiteren unentgeltlich zur Verf\u00fcgung. Mit Ausnahme des Personals sehen wir allerdings kaum Leute. Am 26.04. erhalten wir Besuch aus Deutschland. Kathrin und Lars landen auf dem Flughafen Punta Cana, der mit dem Mietwagen in ca. 15 min erreicht werden kann. Am 27.04. erhalten wir unser Despacho und fahren mit unseren G\u00e4sten weiter zur Insel Saona, am S\u00fcdost-Kap der Dominikanischen Republik.<\/div>\n<div>Das Despacho wird jeweils von der Armada (Flotte) der Dominikanischen Republik ausgestellt und enth\u00e4lt den Abfahrts- und n\u00e4chsten Zielort der Flying Dog sowie Angaben zu Schiff und Besatzung. F\u00fcr alle folgenden Etappen wird stets ein anschlie\u00dfendes Despacho ausgestellt, das jeweils am n\u00e4chsten Zielort vorzulegen ist.<\/div>\n<div>Wir ankern kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf der Nordseite der Insel Saona, wo wir allerdings wegen des sp\u00e4ter einfallenden Schwells eine etwas unruhige Nacht verbringen. Gleich am n\u00e4chsten Morgen fahren wir deshalb weiter zur Westseite Saonas, wo wir einen wesentlich ruhigeren Ankerplatz vor den dortigen Str\u00e4nden finden. Wir bleiben dort 2 N\u00e4chte und wandern entlang des Strandes. Vegetation und Vogelschreie vermitteln uns das Gef\u00fchl einer Wanderung im unber\u00fchrten tropischen Regenwald. Dennoch ist Saona t\u00e4glich das Ziel von mindestens 30 Ausflugskatamaranen und Motorbooten, die f\u00fcr Touristen Badeausfl\u00fcge im Pauschalpreis mit Essen und Getr\u00e4nken anbieten. Die Dominikaner sind jedem gegen\u00fcber \u00fcberaus gastfreundlich. Nachdem wir uns am Strand an einen Tisch setzen, nur um auszuruhen, werden uns sofort frische Fr\u00fcchte, umfangreiche Speisen und Getr\u00e4nke serviert.<\/div>\n<div>Danach fahren wir nach Bayahibe. Dort bummeln wir durch den Ort, kaufen etwas ein und besuchen ein Restaurant. Am sp\u00e4ten Nachmittag kehren die Ausflugsboote von Saona zur\u00fcck und wir beobachten, wie die Ausfl\u00fcgler an jeder freien Stelle im Hafen anlanden. Das quirlige Treiben ist sehenswert.<\/div>\n<div>Als n\u00e4chstes laufen wir in den Rio Dulce ein, um bei der Stadt Romana zu ankern. Der Ankerplatz wirkt jedoch nicht einladend und ruhig, so dass wir dort nicht vor Anker gehen. Wir drehen ab und fahren weiter zur Westseite der vorgelagerten Insel Catalina, wo wir gesch\u00fctzter, vor wei\u00dfem Sandstrand liegen. Auch hier bleiben wir 2 N\u00e4chte, nutzen die Liegen am Strand und gehen bei den Klippen schnorcheln, wo wir eine ganze Reihe tropischer Fischarten sehen.<\/div>\n<div>Weiter geht es in die Boca Chica, zur Marina Zar Par. Dort herrscht Hochbetrieb am &#8211; durch ein Riff gesch\u00fctzten \u2013 Badestrand. Die Einheimischen d\u00fcrfen den 1.Mai auf einen Montag verlegen und nutzen ein verl\u00e4ngertes Wochenende. An vielen Stellen spielt extrem laute Musik. Wir nutzen einen weiteren Tag, um mit dem Taxi in die Hauptstadt, nach Santo Domingo zu fahren, wo wir einige \u2013 in der Zeit um 1500 errichtete &#8211; Bauten besichtigen und die Atmosph\u00e4re der historischen Stadt in uns aufnehmen. Hispaniola wurde 1492 durch Cristobal Col\u00f3n (Christoph Kolumbus) entdeckt und f\u00fcr Spanien in Besitz genommen. Die seit dem 1. Jahrhundert\u00a0 n.Chr. auf Hispaniola lebenden 300.000 bis 1. Mio. Tainos, die eine hohe Kultur entwickelt hatten, wurden schrittweise versklavt. Durch den langj\u00e4hrigen Aufstand der Tainos unter F\u00fchrung ihres Kaziken (H\u00e4uptlings) Enriquillo konnten sie schlie\u00dflich Ihre Befreiung erreichen. Dies kam jedoch nur noch den letzten, verbliebenen ca. 500 Tainos zu Gute.<\/div>\n<div>Am 05.05. verlassen uns Kathrin und Lars und fliegen vom Flughafen bei Santo Domingo zur\u00fcck nach Deutschland. Wir bleiben noch 2 weitere Tage in der Marina Zar Par und fahren dann weiter westw\u00e4rts zum Ferienort Las Salinas und sp\u00e4ter zur Provinzhauptstadt Santa Cruz den Barahona, wo wir jeweils gesch\u00fctzte Ankerbuchten vorfinden und uns einige Zeit aufhalten. In Barahona lernen wir den Einhandsegler David aus Texas kennen, mit dem wir uns mehrfach zum Sundowner treffen. Inzwischen ist es fast schon Ende Mai. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Regenf\u00e4lle nehmen langsam aber stetig zu. Am Nachmittag bilden sich immer h\u00e4ufiger Gewitter mit Starkwindb\u00f6en. Wir sp\u00fcren, dass dies auch die Energie ist, aus der sich die Hurrikans speisen. Ende Juni beginnt hier die Hurrikan-Saison. Am 20.05. klarieren wir in Barahona aus und machen uns am 21.05. auf den Weg, quer \u00fcber die Karibische See nach Cartagena \/ Kolumbien. Die Strecke betr\u00e4gt knapp 600 sm und soll in 5 bis 7 Tagen zur\u00fcck gelegt werden. Wir erhoffen uns angenehme Raumschots-Kurse.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dor.org\/British Virgin Islands \/ 06.04. - 23.04.2014\"><strong>British Virgin Islands \/ 06.04. &#8211; 23.04.2014<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Nachdem wir am 06.04., morgens um 03.00 h von St. Martin gestartet sind, umfahren wir nachmittags gegen 16.30 h die Virgin Gorda vorgelagerten Riffe, drehen hinter der Privatinsel Necker \u2013 Island ein und gehen gegen 17.00 h im North Sound vor Anker. Unterwegs fiel der Wind zwar weitgehend achterlich ein aber dank seiner ausreichenden St\u00e4rke erreichte die Flying Dog noch deutlich vor dem Abend Virgin Gorda. Hier wollen wir zun\u00e4chst einmal ausschlafen, schwimmen und erst am n\u00e4chsten Tag in die gro\u00dfe Bucht vor Spanish Town auf Virgin Gorda weiterfahren, um dort einzuklarieren. Am Ankerplatz gibt es Fallwinde von den umgebenden H\u00fcgeln, so dass uns der Entschluss zur Weiterfahrt leicht f\u00e4llt.<\/div>\n<div>In der Bucht vor Spanish Town liegt \u2013 gesch\u00fctzt durch ein vorgelagertes Riff \u2013 der Virgin Gorda Yacht Harbour. Wir ankern vor dem Hafen und fahren mit dem Dinghi hinein. Nach dem Einklarieren setzen wir uns in die Hafenbar, wo es auch einen Internetanschluss gibt. Hier treffen wir noch einmal die Langfahrtsegler Angelika und Bernd, Klaus und Juana sowie Herbert und Angelika wieder, die ebenfalls von St. Martin aus eingetroffen sind. Die ersten beiden verabschieden sich bald, da sie nach Norden weitersegeln m\u00f6chten. Wir werden sie nun bis auf weiteres nicht wiedersehen.<\/div>\n<div>Von Spanish Town aus besuchen wir auf dem Landweg den K\u00fcstenabschnitt \u201cThe Baths\u201d. Hier gibt es rund geschliffene Granitfelsen in fantasieanregenden Formen. Am Wasser bilden sie Becken, in denen sich kleinere Fische vor Raubfischen sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Wir schnorcheln und beobachten die farbenfrohen Rifffische. Die gro\u00dfen Steine bilden auch H\u00f6hlen, die wir \u2013 teilweise nur sehr geb\u00fcckt \u2013 durchwandern.<\/div>\n<div>Die British Virgin Islands erleben wir als gesch\u00fctztes Revier mit vielen einzelnen Inseln, H\u00e4fen und Ankerbuchten in kurzen Entfernungen. Die vorhandenen Riffe sind recht genau in den Seekarten eingezeichnet und lassen sich mit einiger Vorsicht umfahren. Es herrscht eine freundliche und gelassene Stimmung. Vieles wirkt auch leicht gehoben, einschlie\u00dflich der Preise. Kriminalit\u00e4t gibt es kaum. Dies zieht viele Eigner- und Charteryachten an, deren Kurslinien sich h\u00e4ufig kreuzen. Die Vorfahrtsregeln m\u00fcssen beherrscht werden. F\u00fcr Segelyachten: \u201cBackbordbug vor Steuerbordbug\u201d und erg\u00e4nzend \u201cLee vor Luv\u201d, was der Landratte nat\u00fcrlich nichts sagt. Die Flying Dog freut sich \u00fcber die \u00e4hnlich bezeichneten Dog Islands, bestehend aus den Inseln Great Dog, West Dog, George Dog und den Seal Dogs.<\/div>\n<div>Wir verbringen einige Tage in der naturbelassenen Lee Bay auf Great Camanoe, wo es allerdings au\u00dfer schwimmen und schnorcheln wenig Abwechslung gibt. Wir haben noch einige Wartungsarbeiten auf der Flying Dog zu verrichten. Dann fahren wir weiter zur malerischen Cane Garden Bay auf Tortola, wo es wieder Einkaufsm\u00f6glichkeiten, Bars und Restaurants gibt. In die Bucht kommen auch viele Motoryachten aus den benachbarten US \u2013 Virgin Islands. Da sie nur wenig Tiefgang haben, liegen sie oft mit Bug und Heckanker kurz vor dem Strand. In Sopers Hole auf Tortola, unserer n\u00e4chsten Station, genie\u00dfen wir die gediegene Atmosph\u00e4re mit gepflegten H\u00e4usern und Bars, die zum Cocktail einladen. Abseits der Hafenfront besichtigen wir ein Werftgel\u00e4nde, eher einen Schiffsfriedhof, auf dem<\/div>\n<div>Wracks ausgeschlachtet werden. Welche Schicksale stecken wohl hinter den abgewrackten Schiffen? Eine kleine Segelyacht aus Stahl mag einem Weltumsegler geh\u00f6rt haben, der schlie\u00dflich nicht mehr gen\u00fcgend Geld hatte, um sein Schiff seeklar zu halten oder krank wurde und es aufgeben musste.<\/div>\n<div>Auf der Insel Jost van Dyke, die nach einem holl\u00e4ndisch st\u00e4mmigen Seer\u00e4uber benannt ist, laufen wir in die Great Bay ein. Wir wandern zur benachbarten White Bay und besuchen die legend\u00e4re Foxy\u00b4s Strandbar. Hier treffen wir noch einmal Herbert und Angelika, die anschlie\u00dfend nach Europa zur\u00fcckkehren wollen. Nach einigem Wein und zwei reichhaltigen Rumpunsch erreichen wir mit M\u00fche die vor Anker liegende Flying Dog und fallen in unsere Kojen.<\/div>\n<div>Am 22.04. hieven wir vormittags den Anker in der Great Bay. \u00dcber Internet haben wir ab dem 24.04. einen Liegeplatz in der neuen Marina Cap Cana an der Ostk\u00fcste der Dominikanischen Rep vorbestellt. Wir erwarten Besuch am 26.04. von Kathrin und Lars. F\u00fcr die Fahrzeit sind 2 Tage veranschlagt, da wir an den K\u00fcsten der US-Virgin Islands und Puerto Ricos vorbei fahren m\u00fcssen. Wir besitzen keine g\u00fcltigen Visa f\u00fcr die USA. Beim Einreisen mit dem Schiff reicht das vereinfachte ESTA-Verfahren nicht aus.<\/div>\n<div>F\u00fcr die 210 sm lange Reise ist nur m\u00e4\u00dfiger Wind vorausgesagt. Hinsichtlich der Ansteuerung der Marina Cap Cana haben wir gemischte Gef\u00fchle. Auflandiger Wind ist zu erwarten bei nur 3 m tiefem Fahrwasser vor der Hafenmole; keine gen\u00fcgende Detaillierung der dem Hafen vorgelagerten Korallenriffe auf der Seekarte, da der Hafen erst 2013 in ersten Teilen in Betrieb genommen wurde. Schlie\u00dflich sind Thomas und Sabine mit der Br\u00f6sel hier bei der Ansteuerung aufgelaufen und haben ihr Schiff erheblich besch\u00e4digt. Wir erhalten per Mail vom Marina-Office einen Vermesserplan des sehr schmalen Fahrwassers zur Hafeneinfahrt und wollen hier vormittags \u2013 ohne Gegenlichtblendung \u2013 einlaufen. Wir sind gewarnt und wollen den nahe am Airport liegenden Hafen mit \u00e4u\u00dferster Vorsicht ansteuern.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dor.org\/St. Barth bis St. Martin \/ 17.03. - 05.04.2014\"><strong>St. Barth bis St. Martin \/ 17.03. &#8211; 05.04.2014<\/strong><\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div>Mit dem ersten Sonnenlicht verl\u00e4sst die Flying Dog am 17.03. ihren Ankerplatz in der Cocoa Bay \/ Barbuda und sucht sich ihren Weg durch den Riffg\u00fcrtel ins tiefere Wasser. Wir wollen die 72 sm lange Strecke zur Westseite St. Barths bis zum Sonnenuntergang zur\u00fccklegen. Ein ambitioniertes Ziel, denn der Wind weht mit 4 Windst\u00e4rken ebenfalls Richtung St. Barth, so dass fast ein Vorwind-Kurs gesegelt werden muss. Auf diesen Kursen, bei denen der Wind direkt von achtern einf\u00e4llt, kann man &#8211; bei \u00fcblicher Segelfl\u00e4che &#8211; weniger Vortrieb erzielen und segelt deshalb etwas langsamer. Am Nachmittag heben sich die Umrisse St. Barths aus dem Dunst heraus, die Insel bleibt jedoch verh\u00fcllt und kommt nur langsam n\u00e4her. Geduld ist gefragt. Um 18.50 h erreicht die Flying Dog die Reede vor Corossol, dicht neben der Einfahrt zum Port de Gustavia. Die Sonne ist bereits untergegangen. Im letzten, kurzen D\u00e4mmerlicht f\u00e4llt der 25 kg schwere Anker und gr\u00e4bt sich sofort im sandigen Meeresgrund ein. Nur wenige Minuten sp\u00e4ter ist es stockdunkel und wir schalten das wei\u00dfe Ankerlicht ein.<\/div>\n<div>St. Barth\u00e9lemy, das heutzutage nur noch St. Barth genannt wird, ist ein franz\u00f6sisches \u00dcberseedepartement und in vieler Hinsicht der vollkommene Gegensatz zu dem im Kielwasser verbliebenen Barbuda. Reiche und Sch\u00f6ne geben sich hier ein Stelldichein oder besitzen auf der Insel Luxusimmobilien. Wir gewinnen den Eindruck, dass 20% der stilvollen H\u00e4user Gustavias allein schon von den Immobilienmaklern genutzt werden. Eine Vielzahl gro\u00dfer Motor- und Segelyachten liegt im Hafen Gustavia oder vor dem Hafen auf Reede. In Gustavia beherbergen die Stra\u00dfen an der Hafenfront Boutiquen, die die neueste Mode aus Paris und Luxusbedarf aller Art, Taschen, Antiquit\u00e4ten, teure Uhren und Schmuck anbieten. Mit unseren Uhren sind wir ganz zufrieden. Biggi holt sich Anregungen. Wir besuchen regelm\u00e4\u00dfig die Hafencaf\u00e9s und genie\u00dfen auf unsere Art das Leben.<\/div>\n<div>Am Ankerplatz treffen wir die Langfahrtsegler Petra und Tom von der Santos wieder, die wir schon auf Trinidad kennen gelernt haben. Sie sind \u00fcber Brasilien und Guyana in die Karibik gekommen, wollen &#8211; wie wir \u2013 weiter nach Saint Martin aber dann direkt \u00fcber die Azoren zur\u00fcck nach Europa. Die Gespr\u00e4che sind interessant und die Stunden vergehen wie im Fluge.<\/div>\n<div>Am 22.03. fahren wir weiter nach Saint Martin. Die Marigot Bay auf der Westseite der Insel ist 28 sm entfernt. Bei moderaten Windbedingungen gelingt die \u00dcberfahrt problemlos. Die Insel ist einvernehmlich aufgeteilt in den franz\u00f6sischen Nordteil Saint Martin und den holl\u00e4ndischen S\u00fcdteil Sint Maarten. Grenzkontrollen zwischen den beiden Inselteilen gibt es nicht. In beiden Teilen kann zollfrei eingekauft werden. Im S\u00fcdteil bezahlt man mit US-Dollar, im Nordteil mit Euro. Wir kaufen f\u00fcr die Flying Dog einige Ersatzteile auf Vorrat und einen neuen Inverter, den wir gleich einbauen, denn der alte hat schon vor einiger Zeit seinen Dienst eingestellt. Wir fahren mit dem Bus nach Philipsburg, in den S\u00fcdteil der Insel, der h\u00e4ufig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird. Zeitweise haben hier bis zu 6 dieser Schiffe gleichzeitig festgemacht. Viele Passagiere nutzen die zollfreien Einkaufsm\u00f6glichkeiten in Philipsburg. Der Ort besitzt \u2013 wie auf allen Karibikinseln \u00fcblich \u2013 keine eigne alte Kultur. Die sogenannte \u201cOld Street\u201d ist eine Walt-Disney-Kulisse. Wir gehen typisch holl\u00e4ndisch essen, n\u00e4mlich chinesisch. Es schmeckt uns ausgezeichnet, denn so etwas haben wir schon lange nicht mehr gegessen.<\/div>\n<div>Pervers aber sehenswert ist der ebenfalls im holl\u00e4ndischen Inselteil gelegene Kerosene Beach, den wir zusammen mit den uns bekannten Langfahrtseglern Petra und Tom sowie Hubert und Farida besuchen. Der v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllte Strand liegt exakt in der Einflugschneise des internationalen Flughafens. In der Strandbar h\u00e4ngt der Flugplan aus. In Verbindung mit einem Carib-Bier kommt Volksfeststimmung auf.<\/div>\n<div>Dicht an unserem Ankerplatz in der Marigot Bay, liegt die Ruine des Fort Louis, das im 17. Jahrhundert zum Schutz vor den st\u00e4ndig einfallenden Freibeutern errichtet wurde. Wir besichtigen die verbliebenen Mauerreste und genie\u00dfen den Ausblick auf die Marigot Bay und den Ort. Inzwischen sind auch Bernd und Angelika von der Friederike und Klaus und Juana von der Boumerang II in der Marigot Bay eingetroffen. Wir werden zum Sundowner eingeladen oder laden selbst ein. Das gesellige Leben gef\u00e4llt uns.<\/div>\n<div>Nachdem wir noch diverse Lebensmittel gebunkert haben, nehmen wir am 05.04.\u00a0 Abschied von Petra und Tom, die einige Zeit sp\u00e4ter von hier aus nach Europa zur\u00fccksegeln wollen. Am 06.04. hieven wir um 03.00 h morgens den Anker und nehmen Kurs auf die 80 sm entfernt liegenden Britisch Virgin Islands (BVI).<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dor.org\/Guadeloupe - Barbuda \/ 15.02. - 16.03.2014\"><strong>Guadeloupe &#8211; Barbuda \/ 15.02. &#8211; 16.03.2014<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Am 15.02. trifft die Flying Dog in Pointe-\u00e1-Pitre auf Guadeloupe ein und geht neben dem Fahrwasser, vor der Hafeneinfahrt zur Marina Bas du Fort vor Anker. Der Ankerplatz liegt vor Seegang und starkem Wind recht gesch\u00fctzt. Mit dem Dinghi k\u00f6nnen wir jederzeit in den Hafen fahren, um einzukaufen, Wasser zu nehmen, ins Internet-Caf\u00e9 zu gehen und die Stadt Pointe-\u00e1-Pitre zu besuchen. Dicht hinter dem Heck der Flying Dog fahren die gro\u00dfen Kreuzfahrtschiffe in den Stadthafen und Frachtschiffe steuern den Handelshafen an. Direkt neben uns liegt ein sehr kleines, schlecht gepflegtes Stahlschiff, auf dem sich ein Einheimischer die Miete f\u00fcr eine Wohnung an Land spart. Wir lernen Jan und Margret kennen, die mit ihrem 2-Master in der N\u00e4he vor Anker liegen. Sie haben ihr \u00e4lteres Schiff g\u00fcnstig erworben, wohnen auf dem Schiff und sind dabei, es in geplant 5-j\u00e4hriger Arbeit auszubauen. Jan kennt jemanden, der das Schaltgest\u00e4nge unseres Au\u00dfenborders wieder zusammenschwei\u00dft, das k\u00fcrzlich gebrochen war. Gemeinsam bauen wir eine unserer Schotwinschen auseinander, reinigen und fetten sie. Jan zitiert dabei mehrfach: \u201cSind wir \u00f6lig, sind wir erst richtig fr\u00f6hlich!\u201d Danach ist die Winsch deutlich leichtg\u00e4ngiger, so dass das Dichtholen der Segel nun mit weniger Kraftaufwand m\u00f6glich ist. Biggi ist gl\u00fccklich. Die restlichen 5 Winschen werden von uns ohne Unterst\u00fctzung im Laufe der folgenden Tage bearbeitet.<\/div>\n<div>Wir kaufen eine neue Abwasserpumpe f\u00fcr die Dusche, da die vorhandene Pumpe inzwischen nicht mehr funktioniert. Wie auf Schiffen \u00fcblich, ist der schwei\u00dftreibende Austausch in einem kleinen, schlecht zug\u00e4nglichen Loch vorzunehmen. Schlie\u00dflich geht noch unser Inverter auf St\u00f6rung, der aus 12V-Batteriestrom bis zu 300 Watt Wechselstrom von 220V erzeugt. Auch er l\u00e4sst sich nicht mehr reparieren. Ein Ersatzteil ist in Pointe-\u00e1-Pitre nicht am Lager. Wir wollen deshalb einen neuen Inverter sp\u00e4ter in Sint Maarten kaufen. Die vielen Kleinreparaturen nerven uns nun doch schon etwas.<\/div>\n<div>Jan ist Sportangler, hat schon diverse Fische mit 6,5 kg Gewicht gefangen und begutachtet die auf der Flying Dog vorhandene Angelausr\u00fcstung einschlie\u00dflich des selbst gebauten aber noch nie benutzten Gaffhakens. Er stellt fest, dass diese zweckm\u00e4\u00dfig ist und ein Angeln in jeder Situation erm\u00f6glicht. Damit ist klar: es liegt nicht an der Ausr\u00fcstung. Wir erhalten einige Tipps. Der Tag wird kommen, an dem wir ebenso schlau sein werden, wie die Fische.<\/div>\n<div>Am 24.02. hat Biggi Geburtstag und wir unternehmen einen ganzt\u00e4gigen Bootsausflug in die mangrovenbewachsenen Flachwassergebiete und zur malerischen Palmeninsel Ile-\u00e1-Caret. Hier gibt es ein Barbecue mit viel Rotwein und Rumpunsch, zum Abschluss K\u00e4se mit Baguette und gebratene Banane. Wir baden, schnorcheln und spazieren am Sandstrand. Die ansonsten aus Franzosen bestehende Ausflugsgruppe ist unterhaltsam und aufgeschlossen. Englisch wird allerdings nicht gesprochen. Jochen kann \u201cun peu de francais\u201d und \u00fcbersetzt das meiste. Wir stellen fest: die Franzosen verstehen zu leben. Abends sind wir zur\u00fcck auf der Flying Dog. Jan und Margret besuchen uns. Es ist warm. Wir sitzen bei Rotwein und belegten Baguettes im Cockpit, umgeben von einem unendlich gro\u00dfen Swimming-Pool und erz\u00e4hlen von unseren Erfahrungen, unseren Pl\u00e4nen und von gro\u00dfen Fischen, die tiefe Bissspuren auf den K\u00f6dern hinterlassen. Sch\u00f6ner kann ein Geburtstag nicht sein.<\/div>\n<div>Biggis Bluttest ist inzwischen ausgewertet und ergibt keine Verschlechterung. Wir k\u00f6nnen an unseren Reisepl\u00e4nen festhalten und sind froh dar\u00fcber. In Pointe-\u00e1-Pitre beobachten wir noch die n\u00e4chtlichen Karnevalsumz\u00fcge, bei denen phantasievoll verkleidete Gruppen mit Trommeln und Rasseln schnellen Schrittes durch die Stra\u00dfen marschieren. Leider k\u00f6nnen wir mit unserem kleinen Kamera-Blitz die Szenerie nicht komplett ausleuchten.<\/div>\n<div>Am 06.03. ist die Flying Dog dann seeklar vorbereitet, das Dinghi sicher auf dem Vordeck vert\u00e4ut. Wir wollen nur noch Trinkwasser bunkern und dann Pointe-\u00e1-Pitre verlassen, die S\u00fcdspitze Guadeloupes runden und auf der Westseite die Ankerbucht bei Malendur erreichen. Doch so leicht kommen wir noch nicht davon. Als wir die Maschine zur Unterst\u00fctzung des Ankerman\u00f6vers starten wollen, passiert erst einmal gar nichts. Die Demontage des Armaturenbretts erbringt keinen Befund, also Dinghi wieder zu Wasser lassen und einen Mechaniker von Volvo herbeiholen, dem Hersteller unserer Dieselmaschine. Gl\u00fccklicherweise hat dieser Zeit und kommt sofort zur Flying Dog. Diagnose: Motor in Ordnung, die Starterbatterie hat sich verabschiedet und muss erneuert werden. Am sp\u00e4ten Nachmittag bringen wir eine neue Starterbatterie an Bord, die wir bis in den sp\u00e4ten Abend einbauen, denn wegen des engen Batteriekastens m\u00fcssen vorhandene Verbraucherbatterien erst einmal demontiert und nach dem Einsetzen der neuen Starterbatterie wieder montiert werden. Danach startet die Maschine einwandfrei. Letztlich sind wir froh, dass sich dies alles in Pointe-\u00e1-Pitre ereignete. An vielen anderen Orten w\u00e4ren Beratung und Ersatzteile nicht verf\u00fcgbar gewesen.<\/div>\n<div>Am 07.03. segeln wir mit eint\u00e4giger Versp\u00e4tung ab und erreichen am Abend die Bucht von Malendur, wo wir nur einmal vor Anker \u00fcbernachten wollen. Nach der langen Liegezeit vor Pointe-\u00e1-Pitre tut uns der frische Seewind gut. An Rumpf und Ankerkette hat sich w\u00e4hrend der Liegezeit bereits ein gr\u00fcner Bart gebildet.<\/div>\n<div>Am 08.03. segeln wir die kurze Distanz nach Deshaies im Nordwesten Guadeloupes. Dort gehen wir vor Anker und klarieren aus. Wir treffen John wieder, den wir auf Martinique kennen gelernt haben. Er reist als Einhandsegler inzwischen zusammen mit zwei weiteren englischen Schiffen. Am Abend treffen wir uns mit 6 Personen im Cockpit der Flying Dog zum Sundowner. Jeder bringt etwas mit. Wir genie\u00dfen das unkomplizierte Zusammensein.<\/div>\n<div>Am fr\u00fchen Morgen des 09.03. nehmen wir Kurs auf Antigua, wo wir uns f\u00fcr den Nachmittag per Mail mit Angelika und Bernd von der \u201cFriederike\u201d verabredet haben, die wir schon aus Trinidad kennen. Wir laufen gegen 15.30 h in die Falmouth Bay ein, klaren die Flying Dog auf und ziehen uns um, denn um 16.30 h wollen wir gemeinsam mit Angelika und Bernd mit dem Taxi zur Shirley Heights Party fahren. Die Party findet auf den gleichnamigen H\u00fcgeln mit guter Aussicht auf English Harbour und Falmouth Bay statt. Steeldrums werden gespielt, es wird ein Barbecue veranstaltet und wir beobachten den Sonnenuntergang. Sp\u00e4ter wird bei Live-Music getanzt. Ein sch\u00f6ner Abend in der entspannten Atmosph\u00e4re Antiguas.<\/div>\n<div>Angelika und Bernd reisen am n\u00e4chsten Vormittag ab. Wir besuchen auf Antigua noch Jolly Harbour mit einem Bustrip zur Hauptstadt St. John\u00b4s und gehen f\u00fcr eine Nacht in der Deep Bay vor Anker. Alles Orte mit wunderbar klarem, t\u00fcrkisfarbenen Wasser. Hier kann man gut entspannen, jedoch immer auch auf Einrichtungen und Komfort einer gut organisierten Insel zur\u00fcckgreifen.<\/div>\n<div>Am 14.03. fahren wir von der Deep Bay im Nordwesten Antiguas nach Barbuda. Am Nachmittag f\u00e4llt der Anker in der Cocoa Bay, im S\u00fcden der Insel. Die flache Koralleninsel Barbuda geh\u00f6rt zum Staat Antigua. Die Einwohner lehnen jedoch gr\u00f6\u00dfere Hotels, Fast Food und jede Art von touristischem Rummel ab. Abgesehen von wenigen Luxus-Herbergen, gibt es kaum Tourismus. Das Meer um die Insel ist flach und mit Korallenriffen durchsetzt, die Kreuzfahrtschiffe fernhalten und selbst die Ansteuerung mit einer Segelyacht erschweren. Bei der Nahansteuerung halten wir st\u00e4ndig Ausschau nach nicht kartierten Korallenk\u00f6pfen. Wir liegen in der Cocoa Bay vor einem herrlichen, breiten Sandstrand. Davor absolut klares Meerwasser in allen Farbt\u00f6nen. Meeresschildkr\u00f6ten umschwimmen die Flying Dog. Sonst gibt es dort rein gar nichts. In einer Lagune nistet eine Kolonie Fregattv\u00f6gel. Wir gehen am Sandstrand spazieren. Am n\u00e4chsten Tag, versuchen wir zu Fu\u00df den Hauptort Codrington Village zu erreichen, um auszuklarieren. Nach 2-st\u00fcndigem Marsch in schon am Vormittag brennender Sonne haben wir Gl\u00fcck und ein den Schotterweg entlangfahrender Gel\u00e4ndewagen nimmt uns mit. Tags darauf kommt Schwell auf und die Brandung donnert auf den Strand. Jetzt ist es unm\u00f6glich, mit dem Beiboot den Strand anzulaufen und einen Landungssteg gibt es nicht. Mit dem Robinson-Paradies haben wir doch einige Probleme. Im Morgengrauen des 17.03. hieven wir den Anker und nehmen Kurs auf die Insel St. Barth\u00e9l\u00e9my (heute abgek\u00fcrzt: St. Barth).<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Martinique - Les Saintes \/ 26.01. - 14.02.2014\"><strong>Martinique &#8211; Les Saintes \/ 26.01. &#8211; 14.02.2014<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Am 26.01. versuchen wir morgens den Anker in der Rodney Bay \/ St. Lucia zu hieven um Kurs auf Martinique zu nehmen. 50 m Kette sind ausgebracht. Leider versagt unsere elektrische Ankerwinsch ihren Dienst und bewegt sich nicht. Die Ursache l\u00e4sst sich nicht ermitteln, so dass eine schnelle Reparatur nicht m\u00f6glich ist.\u00a0 Unsere Abfahrtspl\u00e4ne wollen wir dennoch nicht aufgeben und holen die Kette mit Hilfe der Handbedienung an der Ankerwinsch auf. Mit einem l\u00e4ngeren Hebel kann die Kette jeweils in 10 cm\u2013Schritten aufgeholt werden. Diese Arbeit wird vom Skip ausgef\u00fchrt, der sich sein Fr\u00fchst\u00fcck noch verdienen muss. Nach gut 30 min k\u00f6nnen wir schlie\u00dflich auf Kurs gehen.<\/div>\n<div>Auf der \u00dcberfahrt nach Martinique wehen g\u00fcnstige Winde und wir erreichen am Nachmittag die Grande Anse d\u00b4Arlet auf Martinique, wo wir an einer Mooring-Tonne festmachen k\u00f6nnen. Ein erneutes Ankerman\u00f6ver &#8211; mit den vorbeschriebenen Konsequenzen &#8211; bleibt uns erspart. Die Grande Anse ist ein beschaulicher Ferienort mit angenehmer Atmosph\u00e4re. Wir schwimmen, schnorcheln und bummeln entlang der Strandpromenade und zur benachbarten Bucht. Hier treffen wir Thomas und Sabine wieder, die wir zu Weihnachten in der Prickley Bay auf Grenada kennen gelernt hatten. Sie liegen mit ihrem Schiff \u201cBr\u00f6sel\u201d hier vor Anker. Zusammen mit Gerti, ihrem Besuch aus Deutschland, und John, einem englischen Langfahrtsegler verabreden wir uns mehrfach zum Sundowner jeweils in einem der Strandcaf\u00e9s. John formuliert mit feinem, britischen Humor den von da an stets beliebten Trinkspruch: Prosty, Prosty, beans on toasty and d\u00b4ont forget the holy ghosty!<\/div>\n<div>Zusammen mit Thomas und John gelingt die Reparatur der Ankerwinsch. Nach Demontage einiger Wandbekleidungen in der Bugkaj\u00fcte k\u00f6nnen wir eine Kabelverbindung erneuern, die durch Korrosion besch\u00e4digt war. Die Ankerwinsch funktioniert nun wieder und wir verlassen die dem Schwell ausgesetzte Mooring-Tonne, um uns in der Grande Anse d`Arlet einen gesch\u00fctzteren Ankerplatz zu suchen.<\/div>\n<div>Am 03.02. fahren wir weiter nach St. Pierre auf der Nordwestseite Martiniques, um dort unsere Vorr\u00e4te aufzustocken und auszuklarieren. In der Rumbrennerei Depaz erg\u00e4nzen wir zudem unsere Best\u00e4nde an wei\u00dfem und braunen Rum. Die Br\u00f6sel l\u00e4uft ebenfalls St. Pierre an und die Tradition des Sundowners kann fortgesetzt werden.<\/div>\n<div>Am 07.02. hieven wir \u2013 nunmehr problemlos &#8211; den Anker und nehmen Kurs auf Roseau, der Hauptstadt Dominicas. In der D\u00fcse, zwischen den Inseln weht der Wind mit 5, in h\u00e4ufigen B\u00f6en mit 6 Windst\u00e4rken. Die Flying Dog l\u00e4uft auf einem vollen Am-Wind-Kurs. Mehrfach findet die steile See ihren Weg in den hinteren Teil des Cockpits, wo der Ruderg\u00e4nger das Schiff auf Kurs h\u00e4lt. Nach 6 1\/2 Stunden harter Arbeit, erreichen wir Roseau und machen an einer der dort ausgebrachten Mooring-Tonnen fest. Hier liegen wir ruhig und gesch\u00fctzt. Schnell ist die Anstrengung der \u00dcberfahrt vergessen und die Kleidung getrocknet.<\/div>\n<div>Zusammen mit den ebenfalls eingetroffenen Thomas und Sabine besichtigen wir am n\u00e4chsten Tag die Stadt mit ihrem Botanischen Garten und beobachten den Stra\u00dfenkarneval. Zur\u00fcck auf unseren vor Anker liegenden Schiffen erleben wir, dass die Veranstalter offensichtlich jedes Ma\u00df verlieren und die gesamte Bucht &#8211; bis zum fr\u00fchen Morgen &#8211; so mit Musik beschallen, dass die B\u00e4sse die Schiffsr\u00fcmpfe in Vibration versetzen. Wir sind erstaunt, welch gigantische Lautsprecheranlagen hier eingesetzt werden k\u00f6nnen, wenn es darauf ankommt.<\/div>\n<div>Gleich am Vormittag des 09.02. verlassen wir Roseau und fahren weiter in die Prince Ruppert Bay bei Portsmouth, im Nordwesten Dominicas. Dass es sich dabei nur um eine \u00fcberschaubare Distanz handelt, kommt uns entgegen. Wir gehen dort am Nachmittag vor Anker, springen ins Wasser und ziehen uns um, denn am fr\u00fchen Abend beginnt in der Prince Ruppert Bay das traditionelle Barbecue f\u00fcr alle Ankerlieger mit anschlie\u00dfendem Tanz. In der Karibik ist eben immer Party. Thomas und Sabine fahren gleich am n\u00e4chsten Morgen weiter, da sie schon Anfang M\u00e4rz in der Dominikanischen Republik Besuch erwarten. Damit trennen sich die Wege der Flying Dog und der Br\u00f6sel. Wir verabschieden uns und k\u00f6nnen auf eine erlebnisreiche und unbeschwerte Zeit der gemeinsamen Reise zur\u00fcckblicken.<\/div>\n<div>Am 12.02. verlassen auch wir die Prince Ruppert Bay und setzen den Kurs auf die Inselgruppe der Les Saintes ab. Nach angenehmer Fahrt gehen wir vor dem Hauptort der Inselgruppe vor Anker. Zun\u00e4chst klarieren wir ein, bummeln durch den Ort, skypen in einem Internetcaf\u00e9, kaufen ein und gehen essen in einem Restaurant mit reichlich bepflanztem Innenhof. Die Inselgruppe geh\u00f6rt zu Frankreich, deshalb gibt es wieder frische Baguettes und preiswerten Rotwein. Wir schlafen viel, nach all den Partys. Dann brist der Wind am Ankerplatz immer weiter auf. St\u00e4ndig wehen uns 4 \u2013 5 Windst\u00e4rken um die Stirn. Hinzu kommt, dass Biggis n\u00e4chste Blutuntersuchung ansteht, die wir in Pointe-\u00e1-Pitre auf Guadeloupe durchf\u00fchren lassen wollen. Dies bringt immer etwas Ungewissheit mit sich. Am Morgen des 15.02. hei\u00dft es \u201cAnker auf!\u201d in den Les Saintes und die Flying Dog nimmt Kurs auf Guadeloupe.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#St. Vincent bis St. Lucia\"><strong>St. Vincent bis St. Lucia \/ 11.01. &#8211; 25.01.2014<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Am 11.01. l\u00f6sen wir uns von der Mooring-Tonne in Clifton Harbour auf Union Island und fahren nach Bequia. Die Insel geh\u00f6rt zur Inselgruppe der Grenadinen und zum Staat St. Vincent. Da sich die Wetterlage mit starkem Nordost-Passat von 5 \u2013 6 Windst\u00e4rken immer noch nicht ge\u00e4ndert hat, m\u00fcssen wir uns die ca. 35 sm bis Bequia wieder hoch am Wind mit gereffter Segelfl\u00e4che vorank\u00e4mpfen. Mehrfach finden die K\u00e4mme unmittelbar am Schiff brechender Seen ihren Weg ins Cockpit. Um 17.30 h liegt die Admirality Bay von Bequia ca. 2 sm querab. Sicherheit geht vor Sportsgeist, so dass wir uns auf Grund der gegen 18.00 h zu erwartenden Dunkelheit weitere Kreuzschl\u00e4ge sparen und unter Maschine die Bucht direkt ansteuern. Noch bei Tageslicht f\u00e4llt der Anker der Flying Dog an geeigneter Stelle in der Admirality Bay. Verteilt in der ausgedehnten Bucht liegen mindestens 80 Yachten und warten auf ein passendes Wetter-Fenster zur Weiterfahrt. Es herrscht eine gelassene Urlaubsstimmung. Am Scheitel der Bucht reihen sich interessant dekorierte Restaurants und Bars. Abends h\u00f6ren wir die Musik noch am Ankerplatz. Das ist die Karibik so, wie sie sein m\u00f6chte. Ein flaches Katamaran-Boot mit gro\u00dfen, aufgesetzten Tanks kommt am Ankerplatz l\u00e4ngsseits und f\u00fcllt die Frischwassertanks der Flying Dog. Wir bleiben 4 Tage. Am letzten Tag passen wir nicht auf und klarieren gegen 16.30 h aus. Sofort werden wir \u2013 da nach 16.00 h &#8211; mit einer deftigen Overtime-Geb\u00fchr belegt.<\/div>\n<div>Am 15.01. lichten wir gleich morgens den Anker und segeln entlang der Westk\u00fcste der Hauptinsel St. Vincent nordw\u00e4rts bis zur weitl\u00e4ufigen Ankerbucht Chateaubelair im Nordwesten der Insel. Hier wollen wir einmal \u00fcbernachten, um die Strecke nach St. Lucia zu teilen. Chateaubelair empf\u00e4ngt uns an seiner Nordostseite mit einer traumhaften, sonnenbeschienenen Kulisse aus Palmen und anderen tropischen Gew\u00e4chsen. Wir ankern zun\u00e4chst als einzige Yacht im ruhigen Wasser in Ufern\u00e4he. Vor Sonnenuntergang gesellen sich noch zwei weitere Yachten hinzu. Der Ankerplatz hat sich einen Hauch urspr\u00fcnglicher Karibik bewahrt. Von der Heckplattform der Flying Dog springen wir ins Wasser und fallen am Ende eines gelungenen Segeltages zufrieden in unsere Kojen.<\/div>\n<div>Am 16.01. setzen wir unsere Fahrt mit Kurs St. Lucia fort. Unser Ziel ist Vieux Fort, am S\u00fcdost-Kap der Insel. Vieux Fort liegt in unmittelbarer N\u00e4he des Flughafens, wo sich am 23.01. Besuch aus Deutschland angesagt hat. Dort kann auch auf St. Lucia einklariert werden. Auf Grund des immer noch wehenden Nordost-Passats k\u00f6nnen wir den Kurs jedoch nicht ganz anliegen und haben den Landfall 4 sm weiter westlich, bei Laborie, einem gr\u00f6\u00dferen Fischerdorf an der S\u00fcdk\u00fcste. Da die Zeit nicht dr\u00e4ngt, entschlie\u00dfen wir uns, Laborie anzulaufen. Die Ansteuerung der Ankerbucht ist verwinkelt und f\u00fchrt durch flaches Wasser. Wir ankern gemeinsam mit 4 weiteren Yachten in einem daf\u00fcr vorgesehenen, kleineren Bereich vor dem Ort. Sehr dicht hinter unserem Heck beginnt das weniger als 2 m tiefe Riff, auf dem die Brandung steht. Sollte die Flying Dog dort auflaufen, w\u00fcrde sie stark besch\u00e4digt werden und die Reise w\u00e4re voraussichtlich beendet. Wir blicken nach vorn auf die malerische Wasserfront des Ortes und vertrauen unserem Ankergeschirr, das uns \u00fcber Nacht unnachgiebig am Ankerplatz festh\u00e4lt. Unruhig ist der Ankerplatz dennoch, da Schwell in die Bucht einl\u00e4uft.<\/div>\n<div>Am n\u00e4chsten Morgen verlassen wir Laborie, um in K\u00fcstenn\u00e4he die kurze Distanz von 4 sm nach Vieux Fort zur\u00fcckzulegen, wo wir bereits am sp\u00e4ten Vormittag des 17.01. in einer Bucht, dem Fischerhafen gegen\u00fcber vor Anker gehen. Die Bucht ist laut Hafenhandbuch f\u00fcr das Ankern ausgewiesen. Drei weitere Yachten liegen dort schon vor Anker. Im Ort klarieren wir ein, kaufen Lebensmittel, lassen all unsere Gasflaschen f\u00fcllen und rufen unsere Mails ab. Leider erhalten wir auch eine Mail von Rosemarie und J\u00fcrgen, die ihren Besuch auf Grund einer \u00fcberraschend notwendigen Zahnoperation vorerst absagen m\u00fcssen. An sich liegen wir hier, etwas abseits der Fahrtrouten der meisten Yachten in ruhigem Wasser sicher vor Anker und planen f\u00fcr den folgenden Tag, an naheliegenden Korallenbl\u00f6cken zu schnorcheln, bevor wir unsere Reise fortsetzen.<\/div>\n<div>In der Nacht treffen Fallb\u00f6en lautstark die vor Anker liegenden Schiffe, gegen 1 h nachts h\u00f6ren wir unklare Rufe von einer weniger als 100 m entfernt liegenden Yacht. Wir gehen ins Cockpit und leuchten mit einer weitreichenden Taschenlampe auf das benachbarte Schiff. Im Lichtkegel ist kurze Zeit ein Schwimmer mit Schwimmflossen erkennbar, der schnell von der benachbarten Yacht zum Ufer schwimmt. Inzwischen schaltet sich die Crew der \u201cOdessa\u201d, einer in etwas gr\u00f6\u00dferer Entfernung ebenfalls vor Anker gegangenen Motor-Yacht von 60 m L\u00e4nge ein, die \u00fcber einen sehr gro\u00dfen Scheinwerfer, ein ca. 7 m langes, stark motorisiertes Beiboot und eine gut ausgebildete Crew verf\u00fcgt. Vom Beiboot der Odessa wird schlie\u00dflich der in Wasser treibende, bleiche, leblose K\u00f6rper der Kapit\u00e4ns der benachbarten Yacht mit einem Ruck aus dem Wasser gezogen. Ma\u00dfnahmen der Wiederbelebung werden noch auf dem Beiboot eingeleitet, bleiben jedoch erfolglos.<\/div>\n<div>Am n\u00e4chsten Tag wird klar, dass es sich um einen Raub\u00fcberfall von drei M\u00e4nnern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren handelte, die den Skipper niederschlugen und ins Wasser warfen. Seine Frau wurde ebenfalls verletzt. Die T\u00e4ter werden kurze Zeit sp\u00e4ter gefasst.<\/div>\n<div>Wir bleiben noch eine Nacht bis zum 19.01. und fahren dann nach Soufriere auf St. Lucia, wo wir uns wieder sicher f\u00fchlen und mit dem Besuch des dortigen Vulkans, des Diamant-Wasserfalls und des Botanischen Gartens ablenken. Am 21.01. besuchen wir die malerische Marigot-Bay und am 23.01. die Rodney Bay auf St. Lucia, wo wir jeweils ankern. Es ist sch\u00f6n, gemeinsam zu fr\u00fchst\u00fccken. Am 26.01. verlassen wir St. Lucia und nehmen Kurs auf Martinique.<\/div>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#R\u00fcckkehr nach Trinidad, Grenada und Union Island\"><strong>R\u00fcckkehr nach Trinindad, Grenada und Union Island \/ 16.09.2013 &#8211; 10.01.2014<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Nach dreimonatigem Deutschlandaufenthalt flogen wir am 16.09. wieder \u00fcber Tobago nach Trinidad. Die in Chaguaramas im Boatsyard aufgebockte Flying Dog wartete dort auf uns. Sie war eingestaubt aber unbesch\u00e4digt und auch nicht ausgeraubt worden. Geplant war, z\u00fcgig das Antifouling aufzubringen und die Flying Dog seeklar zu machen, um Mitte Oktober die Reise \u00fcber Venezuela, die ABC-Inseln, Kolumbien und Panama bis zum Panama-Kanal fortzusetzen, wo wir Anfang Februar 2014 eintreffen wollten. In Erinnerung blieben uns die vielen Einladungen und Treffen mit Freunden und Bekannten in Deutschland.<\/div>\n<div>Nachdem wir die notwendigen Arbeiten an der Flying Dog gerade begonnen hatten, sollte es anders kommen. Biggi wurde nach Deutschland zur\u00fcck gerufen, um weitere spezial\u00e4rztliche Untersuchungen durchf\u00fchren zu lassen, die auf Trinidad nicht sinnvoll ausf\u00fchrbar waren. So buchten wir nochmals R\u00fcckfl\u00fcge und flogen am 07.10. nach Deutschland. Erfreulicher Befund: wir k\u00f6nnen unsere Reise fortsetzen. Allerdings m\u00fcssen mehrfach pro Jahr Routinekontrollen eingeplant werden, die jedoch auch im Ausland ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Am 25.11. ging es wieder nach Trinidad.<\/div>\n<div>Zur\u00fcck in Trinidad f\u00fchrten wir die restlichen Arbeiten nun schnellstm\u00f6glich aus und die Flying Dog konnte am 05.12. in Chaguaramas zu Wasser gelassen werden. Sie war nun insgesamt ein halbes Jahr im Boatsyard. Nach weiteren 7 Tagen am Jetty l\u00e4uft die Flying Dog am 12.12. sp\u00e4t nachmittags im guten, seet\u00fcchtigen Zustand mit Ziel Prickly Bay auf Grenada aus. Die \u00dcberfahrt von Trinidad nach Grenada ist rau. Es wehen in der Nacht starke Passatwinde aus Ost von 5 bis 6 Windst\u00e4rken. Der Wind f\u00e4llt etwas vorlicher als querab ein. W\u00e4hrend wir seinerzeit auf der durchaus z\u00fcgigen Hinfahrt nach Trinidad 14 Stunden ben\u00f6tigten, n\u00e4hern wir uns nun Grenada unerwartet schon in 11 Stunden. Des Nachts \u00fcberholen wir sogar einen nur wenig gerefft fahrenden Zweimaster in geringer Entfernung. Unser Plan, im Morgengrauen den immer stark belegten Ankerplatz in der Prickly Bay anzulaufen, geht nicht auf. Der Mond war inzwischen untergangen und die Morgend\u00e4mmerung beginnt in diesen Breiten erst kurz vor 6. Es ist stockfinster. Keinesfalls wollen wir mit unserer zahlenm\u00e4\u00dfig geringen Crew nachts in das voll besetzte Ankerfeld einlaufen. Wir reffen unsere Segelfl\u00e4che auf geringste Ausma\u00dfe und verlangsamen unsere Fahrt auf maximal 3 Knoten. Im Morgengrauen f\u00e4llt der Anker an g\u00fcnstiger Stelle in Prickly Bay. Ersch\u00f6pft holen wir erst einmal den vers\u00e4umten Schlaf nach.<\/div>\n<div>Unsere Fahrtroute haben wir der Situation angepasst. Wir wollen zun\u00e4chst ein weiteres Jahr in der Karibik bleiben und den Bogen der kleinen Antillen nochmals nach Norden befahren. Ein wenig kennen wir uns hier schon aus und k\u00f6nnen die sch\u00f6nsten H\u00e4fen und Ankerbuchten ausw\u00e4hlen. Diesmal soll unsere Route \u00fcber den fr\u00fcheren n\u00f6rdlichen Wendepunkt, Antigua hinausgehen. Wir planen auch St. Marten, die Virgin Islands und Hispaniola anzulaufen. Von dort aus k\u00f6nnte es Ende Mai in mehrt\u00e4giger Fahrt quer \u00fcber die karibische See nach Kolumbien und weiter nach Panama gehen. Diese L\u00e4nder liegen bereits au\u00dferhalb der Hurrican-Zone und ein Befahren w\u00e4re auch im Sommer 2014 noch m\u00f6glich. Die ge\u00e4nderte Fahrtroute ber\u00fccksichtigt zudem die schlechte Sicherheitslage in Venezuela, wo zunehmend Yachten ausgeraubt, von Piraten \u00fcberfallen und Besatzungsmitglieder erschossen werden. Vor allem wollen wir aber doch mehr offen lassen und von allzu ambitionierten Pl\u00e4nen absehen. Wichtiger ist uns jetzt, zu entspannen und das Leben zu genie\u00dfen.<\/div>\n<div>Dennoch stellen wir fest, dass bei einer Langfahrt nicht allein das reine Segeln bedeutsam ist. Vielmehr r\u00fcckt in den Vordergrund, die Flying Dog stets seeklar und in gutem Zustand zu halten und dar\u00fcber hinaus st\u00e4ndig weiter zu optimieren. Insbesondere durch die st\u00e4ndigen Schiffsbewegungen, die feuchte, salzhaltige Luft und die starke UV-Strahlung leiden viele Materialien. Erfahrene Langfahrtsegler berichten, dass sie t\u00e4glich 2-4 Stunden am Schiff arbeiten, sofern nicht besondere Einzelaktionen anstehen. Es gilt: \u201cIt\u00b4s a pleasure to create a treasure\u201d.<\/div>\n<div>In Prickly Bay f\u00fchren wir deshalb an der Flying Dog noch einige Sch\u00f6nheitsoperationen durch. Auf den achterlichen B\u00e4nken erh\u00e4lt das Teakdeck eine neue Verfugung und eines der Steuerr\u00e4der wird mit einem aus 3 mm dicker, schwarzer Leine gefertigten 3-Strang-Hahnenkamm bekleidet. Unseres Erachtens verleihen solche seem\u00e4nnischen Arbeiten der Flying Dog ihren eignen Charakter.<\/div>\n<div>Weihnachten feiern wir zusammen mit Sabine und Thomas, die wir am Ankerplatz kennen lernen. Sie wollen ebenfalls die kleinen Antillen in n\u00f6rdlicher Richtung befahren aber dann weiter in die USA reisen, um mit ihrem Schiff \u00fcber die gro\u00dfen Seen und durch das nordamerikanische Inland wieder die Karibik zu erreichen. Gewiss eine au\u00dfergew\u00f6hnlich interessante Reiseroute. Auch Silvester feiern wir noch mit Sekt und Champagner Cocktail in Prickly Bay, dann verl\u00e4sst die Flying Dog am 05.01. ihren Ankerplatz und nimmt Kurs auf die noch zum Staat Grenada geh\u00f6rende Insel Carriacou. Wir passieren zun\u00e4chst die Westk\u00fcste Grenadas bei m\u00e4\u00dfiger Brise. Als wir die Windabdeckung der Insel Grenada verlassen, weht der Passat wieder mit 5 bis 6 Beaufort und dreht auf Nordost. Die Flying Dog k\u00e4mpft sich hoch am Wind gegen die bis zu 3 m hohe Atlantikwelle voran. Ohnehin eine feuchte Angelegenheit, sp\u00e4ter regnet es auch noch. Am Abend sind die 35 Seemeilen zur\u00fcckgelegt und der Anker f\u00e4llt in der Tyrrel Bay auf Carriacou. Hier finden wir Schutz vor dem Atlantik-Seegang, der unerm\u00fcdliche Passat weht jedoch mit nur leicht verminderter Kraft auch in der Bucht. Unser Windgenerator f\u00fchlt sich bei 6 Windst\u00e4rken erst richtig wohl und liefert ann\u00e4hernd seine Nennleistung von 400 W, so dass die Schiffsbatterien bald gef\u00fcllt sind. Schlecht nur, dass der zum Generator geh\u00f6rende Controller, der insbesondere bei einer definierten H\u00f6chstspannung die Batterien vor \u00dcberladung sch\u00fctzt, kurz zuvor auf St\u00f6rung geht. Der Generator liefert jetzt ungeregelt immer weiter Ladestrom und l\u00e4sst sich nicht abstellen. Die Zerst\u00f6rung der teuren Schiffsbatterien ist absehbar. Roter Alarm. Wir sind zu einem manuellen Controlling gezwungen, schalten die getrennt geregelten Solarzellen ab und verbrennen den zu viel anfallenden Strom durch sinnloses anschalten aller m\u00f6glichen Verbraucher. Neben dem K\u00fchlschrank schalten wir alle Leuchten, das Radioger\u00e4t und die gesamte Navigationselektronik an. Da der starke Passat auch nachts weht, ist der Systemzustand durchgehend zu kontrollieren. Gott sei Dank sendet uns der Ger\u00e4tehersteller dann per Mail eine Anleitung zur erneuten Initialisierung des Controllers, so dass wir das Ger\u00e4t wieder in Gang setzen k\u00f6nnen. Eine gro\u00dfe Erleichterung, denn man will ja nicht immer Musik h\u00f6ren.<\/div>\n<div>Am 09.01. segeln wir nur 15 sm weiter nach Union Island. Da der Wind mit 5 Beaufort aus Nordost kommt, m\u00fcssen wir mit gerefften Segeln hoch am Wind fahren und kreuzen. Bei Sonnenschein ein sch\u00f6ner Segeltag. Union Island geh\u00f6rt als s\u00fcdlichste Insel schon zum Staat \u201cSt. Vincent und die Grenadinen\u201d und in Clifton Harbour k\u00f6nnen wir einklarieren. Wir wollen Ankern doch die Anbieter der Mooring-Tonnen fangen uns mit ihren kleinen Booten schon vor dem Hafen ab. Sie reden solange auf uns ein, bis wir schlie\u00dflich an einer Mooring-Tonne festmachen. Eigentlich ein sch\u00f6ner Platz, direkt an der Kante des vorgelagerten Riffs. Wir beobachten die Kite-Surfer auf dem Riffdach. Pl\u00f6tzlich erscheint noch eine einheimische Yacht, die sich einen unscheinbaren, in unmittelbarer N\u00e4he der Flying Dog treibenden Kunststoffkanister greift und daran festmacht. Auf unseren Zuruf wird die Festmacher-Leine gerade so weit verl\u00e4ngert, dass sie ca. 10 cm unter unserem Ruderblatt hindurch pendelt. Wegen des herrschenden Passatwindes steht die Leine unter starker Spannung und k\u00f6nnte durchaus das Ruderblatt der Flying Dog besch\u00e4digen. Mit Unterst\u00fctzung der Mooring-Betreiber l\u00e4sst sich die andere Yacht nicht vertreiben. Die Besatzung verl\u00e4sst das Schiff und geht an Land. Uns str\u00e4uben sich die Nackenhaare. Sp\u00e4ter legt die Dunkelheit ihren Mantel \u00fcber das Chaos und wir zwingen uns zu mehr Gelassenheit. Insgesamt bleiben wir 2 N\u00e4chte auf Union Island. Am 11.01. werden wir nach Bequia weitersegeln.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Trinidad und Tobago\"><strong>Trinidad und Tobago \/ 25.05. &#8211; 17.06.2013<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Am Samstag, 25.05. um 00.30 h lichtet die Flying Dog den Anker in Prickley Bay \/ Grenada mit Ziel Trinidad. Der Abfahrtszeitpunkt, kurz nach Mitternacht wird auf Grund der zur\u00fcckzulegenden Distanz von 85 sm gew\u00e4hlt. Wir erwarten eine Fahrzeit von 16 Stunden, so dass die Ankunft auf Trinidad gegen 16.30 h &#8211; also 2 Stunden vor Beginn der Dunkelheit \u2013 m\u00f6glich ist. Der Wetterbericht stimmt, die Fahrt ist angenehm und bei Vollmond haben wir auch w\u00e4hrend der verbleibenden Nachtstunden einen guten Rundumblick.<\/div>\n<div>Auf den letzten 8 sm vor Trinidad verringert sich die Wassertiefe und die Meeresstr\u00f6mung beschleunigt sich im flacheren Wasser. Der Seegang wird steil und oft brechen die Wellen in unmittelbarer N\u00e4he der Flying Dog. Bei unserem Halbwindkurs bef\u00fcrchten wir, dass sich in K\u00fcrze ein langm\u00e4hniger Brecher unmittelbar an unserer Bordwand aufrichten und ins Cockpit einsteigen wird. Wir leinen uns an. Da wir aber mit unserer Kurslinie gut vorgehalten haben, k\u00f6nnen wir nun auf direktem Zielkurs etwas abfallen. Der leichte Raumschotskurs bringt uns etwas aus der Druckzone der Wellen. So kommen wir mit Spritzwasser und \u00fcberkommender Gischt davon. Bereits nach 14 Stunden erreichen wir Trinidads K\u00fcste und laufen bei starkem Stromversatz in die schmale Meerenge Boca de Monos ein. Hier erwischt uns zum Abschluss ein prasselnder Tropenregen mit ca. 20 m Sichtweite. Wir drehen bei und warten etwas ab, bevor wir in der Scotland Bay vor Anker gehen.<\/div>\n<div>Die Scotland Bay ist eine schmale und tief einschneidende Bucht, die auf dem Landweg kaum zu erreichen ist. An ihren Ufern beginnt der Regenwald. Pelikane und Fregattv\u00f6gel machen Jagd auf kleine Fische. Die Ger\u00e4uschkulisse des tropischen Regenwaldes umgibt uns. Mit Spray sch\u00fctzen wir uns gegen die Moskitos, von denen einige Arten auf Trinidad das Denguefieber \u00fcbertragen k\u00f6nnen. Ein idealer Ort, um 2 N\u00e4chte bis zum Montag abzuwarten, denn in der Karibik gilt die Regel: \u201cKomme nie am Wochenende an!\u201d. Wer am Wochenende einreist, muss bei den Beh\u00f6rden einen \u00dcberstundenzuschlag von 40 US-Dollar zahlen. Am 27.05. fahren wir &#8211; entlang der K\u00fcste &#8211; weiter nach Chaguaramas und klarieren dort ein.<\/div>\n<div>Die Langfahrtsegler genie\u00dfen das Privileg, an den sch\u00f6nsten Stellen der Welt ihr Schiff reparieren zu d\u00fcrfen. In Chaguaramas liegen arbeitsreiche Wochen vor uns. Nach Preis-Leistungsvergleich entscheiden wir uns f\u00fcr PEAKE\u00b4s Boatsyard, um die Flying Dog auf einem Landliegeplatz abzustellen. Von Ende Juni bis Mitte September haben wir einen l\u00e4ngeren Deutschlandaufenthalt geplant. Bevor das Schiff aus dem Wasser gehoben wird, reinigen wir Schiffsrumpf und Segel mit S\u00fc\u00dfwasser. Die Rollgenua wird nach dem Trocknen abgeschlagen, der K\u00fchlwasserkreislauf des Au\u00dfenborders wird mit S\u00fc\u00dfwasser gesp\u00fclt. Rettungsinsel und \u2013Ringe, zweiter Spibaum und alle losen Leinen werden ebenfalls abgeschlagen und sicher verstaut. Das Schiff wird sturmsicher auf die l\u00e4ngere Lagerzeit an Land vorbereitet. Bei aller Arbeit nehmen wir jedoch auch unsere gesellschaftlichen Verpflichtungen wahr und besuchen regelm\u00e4\u00dfig den Stammtisch aller in Chaguaramas liegenden deutschen Yachten sowie einige Grillfeste.<\/div>\n<div>Am 03.06. wird die Flying Dog aus dem Wasser gehoben, das Unterwasserschiff mit dem Hochdruck-Wasserstrahl gereinigt und das Schiff am vorgesehenen Landliegeplatz aufgebockt. Wir bewohnen nun das aufgebockte Schiff, das st\u00e4rker windgesch\u00fctzt auf dem Boatsyard steht. Die Hitze schl\u00e4gt hier voll durch, unter Deck sind bis zu 35 Grad, die auch nachts nur leicht abnehmen. Die Regenf\u00e4lle nehmen insgesamt zu, es herrscht extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Die Moskitos f\u00fchlen sich wohl.<\/div>\n<div>Das Deck der Flying Dog wird mit gro\u00dfen Planen gesch\u00fctzt, Bimini und Sprayhood abgebaut. Unter Deck installieren wir ein Gebl\u00e4se, das nach dem Verlassen des Schiffes bei geschlossenen Luken, regelm\u00e4\u00dfig Luft durch eine L\u00fcftungshaube ansaugt und am anderen Ende des Schiffes durch 2 L\u00fcftungsgitter entweichen l\u00e4sst. So soll verhindert werden, dass sich auf Grund hoher Luftfeuchtigkeit im Schiffsinneren Schimmel bildet. Schlie\u00dflich schleifen wir das alte Antifouling am Unterwasserschiff, reinigen die geschliffene Oberfl\u00e4che mit Aceton und bringen 2 neue Beschichtungen eines Primers auf Rumpf, Kiel und Ruderblatt auf. Das neue Antifouling soll &#8211; gem\u00e4\u00df Herstellervorschrift &#8211; erst nach unserer R\u00fcckkehr im September, kurz vor dem Zu-Wasser-lassen von uns aufgetragen werden. Einen lokalen Anbieter beauftragen wir, Rumpf und Cockpit mit pflegendem Wachs zu \u00fcberziehen, das im September wegpoliert werden soll. So gesch\u00fctzt verlassen wir am 13.06. guten Gewissens die Flying Dog und buchen einen preisg\u00fcnstigen Inlandsflug zur Nachbarinsel Tobago.<\/div>\n<div>Auf Tobago verbringen wir 4 N\u00e4chte in einem G\u00e4stehaus im karibischen Stil, das von Dale gef\u00fchrt wird. Das luftig offene Geb\u00e4ude gef\u00e4llt uns. Unsere Fr\u00fchst\u00fcckskr\u00fcmel brauchen wir allerdings nicht zu beseitigen. Darum k\u00fcmmern sich die gro\u00dfen Ameisen, die problemlos ein Mehrfaches ihres K\u00f6rpergewichtes wegtragen k\u00f6nnen. F\u00fcr die gesamte Zeit haben wir einen Mietwagen gebucht, um die Insel zu erkunden. Wir besuchen mehrere romantische Buchten und die eindrucksvollen Argyle-Wasserf\u00e4lle, bei denen wir sogar ein erfrischendes Bad im Regenwald nehmen k\u00f6nnen. An den breiten Str\u00e4nden im Umkreis des Pigeon Points beobachten wir ein Volksfest mit Drachenboot-Rennen und besuchen am Abend ein Steeldrums-Konzert. Wir lernen Sebastian und Fatima kennen, zwei junge, deutsche Weltumsegler, deren Schiff derzeit in der Store Bay \/ Tobago liegt. Bei einigen Bieren tauschen wir unsere Erfahrungen aus. In n\u00e4chtlicher Dunkelheit laufen wir an einem der Turtle-Beaches entlang, in der Hoffnung, dass sich eine der gro\u00dfen Lederr\u00fccken-Schildkr\u00f6ten aus dem Wasser schiebt, um hoch am Strand ein Loch zur Eiablage zu graben. Wir sind jedoch nicht sehr geduldig. Die Schildkr\u00f6ten haben keine festen Zeiten und dass sie sich w\u00e4hrend unserer halbst\u00fcndigen Anwesenheit zeigen, ist eine zu optimistische Annahme.<\/div>\n<div>Nach unseren erlebnisreichen Tagen auf Tobago steigen wir am 17.06. in das Flugzeug nach Frankfurt, besuchen Familie in Kahl am Main, buchen einen Mietwagen und sind am 19.06. des Abends in M\u00fclheim. Wir \u00f6ffnen eine Dose mit Wei\u00dfw\u00fcrsten, die uns ein Freund schon vor unserer Abreise im November 2012 geschenkt hatte. Dazu wird s\u00fc\u00dfer Senf, Krautsalat und eine Scheibe K\u00f6rnerbrot mit Butter serviert. Es l\u00e4sst sich kaum beschreiben, wie gut das nach all der kreolischen K\u00fcche geschmeckt hat.<\/div>\n<div>Mitte September werden wir zur Flying Dog zur\u00fcckkehren und zun\u00e4chst alle notwendigen Arbeiten ausf\u00fchren. Danach soll es entlang der K\u00fcste Venezuelas Richtung Kolumbien und Panama gehen.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Carriacou und Grenada\"><strong>Carriacou und Grenada \/ 28.04. &#8211; 24.05.2013<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Bereits am Nachmittag des 27.04. trifft die Flying Dog nach nur 2,5-st\u00fcndiger Fahrt auf Carriacou ein und geht vor dem Hauptort Hillsborough vor Anker. Schnell wird das Dinghi zu Wasser gelassen und der Au\u00dfenborder montiert. Wir erkunden den Ort und erg\u00e4nzen unsere Lebensmittel. Frischen Fisch kaufen wir beim Boatsvendor. Hillsborough besitzt keine besonderen Attraktionen, zudem zieht regnerisches Wetter auf. Wir verrichten einige Arbeiten am Schiff und sortieren unsere Fotos.<\/div>\n<div>Am 29.04. fahren wir die kurze Strecke weiter zur Tyrell Bay \/ Carriacou. Hier liegt eine ganze Reihe von Yachten vor Anker oder an Mooring-Tonnen. Auch die Flying Dog geht hier vor Anker.\u00a0 Am Strand gibt es eine Handvoll Restaurants. Wir gehen essen. Mit dem Beiboot besuchen wir den benachbarten Mangrovensumpf und unternehmen Wanderungen entlang der K\u00fcste und zum Paradise Beach, dem sch\u00f6nsten Strand Carriacous. In einer Strandbar kommen wir mit einem Einheimischen ins Gespr\u00e4ch. Er erl\u00e4utert uns, dass er \u2013 so wie viele seiner Bekannten \u2013 periodisch in England arbeiten, jedoch auch regelm\u00e4\u00dfig l\u00e4ngere Aufenthalte auf Carriacou haben und sich hier von dem im Ausland verdienten Geld H\u00e4user mit gro\u00dfem Selbsthilfeanteil bauen. Ausl\u00e4nder seien als Touristen willkommen oder k\u00f6nnen sich auf Carriacou oder Grenada ansiedeln, jedoch allenfalls ein kleines Gewerbe betreiben. Gro\u00dfe Gewerbe oder Hotels sollen m\u00f6glichst in einheimischer Hand bleiben. So m\u00f6chte Grenada seinen eignen Entwicklungsweg gehen und seine Unabh\u00e4ngigkeit bewahren. Wir w\u00fcnschen ihm viel Erfolg.<\/div>\n<div>Am 03.05. hei\u00dft es \u201cAnker auf\u201d in Tyrell Bay \/ Carriacou und wir gehen weiter auf S\u00fcdkurs mit Ziel Grenada. Ein sch\u00f6ner Segeltag unter Vollzeug bei halbem Wind von 4 \u2013 4,5 Windst\u00e4rken liegt vor uns. Der Anker f\u00e4llt am sp\u00e4ten Nachmittag vor der Hauptstadt St. George`s. Wir besichtigen die lebendige Hafenstadt, die sich mit einigen gut restaurierten Geb\u00e4uden aus englischer Kolonialzeit schm\u00fccken kann. Auf anderen karibischen Inseln haben auf Grund von Br\u00e4nden, Hurricans oder Erdbeben in der Regel kaum historische Geb\u00e4ude \u00fcberlebt, die etwas Atmosph\u00e4re spenden k\u00f6nnten. In St. George\u00b4s sp\u00fcren wir auch erstmalig, dass sich das Preisniveau von Waren und Dienstleistungen gegen\u00fcber den n\u00f6rdlicheren karibischen Inseln zu normalisieren beginnt.\u00a0 Lebensmittel k\u00f6nnen wir gut und preiswert einkaufen und es gibt sogar eine Auswahl an Schiffsbedarf. In unserer Pantry tauschen wir die alte, inzwischen tropfende Armatur gegen eine neue aus. In unser Beiboot bauen wir einen Zusatztank f\u00fcr den Au\u00dfenborder ein, der nicht nur das bequeme \u00dcbersetzen zwischen Ankerplatz und Land sondern auch etwas weitere Touren erm\u00f6glicht. Die Stadt gef\u00e4llt uns. Wir trinken einen Milchkaffee im Hafenrestaurant, direkt am Wasser, besuchen das alte Fort und nutzen den Gem\u00fcse- sowie den Fischmarkt. Sehenswert auch St. George\u00b4s s\u00fcdlich angrenzender, breiter Sandstrand: die Grande Anse. Mit einem Mietwagen erkunden wir die Insel, nehmen ein Bad in der Duquesne Bay und beobachten die traditionelle Fischerei der Einheimischen. Im Norden der Insel, bei Sauteurs besichtigen wir die hohe Klippe, von der sich die letzten 40 Kariben-Indianer st\u00fcrzten, um sich der Versklavung und Ausrottung durch die franz\u00f6sischen Siedler zu entziehen. An diesem Ort stehen heute eine katholische Kirche und eine Gedenktafel, auf der den Indianern eine Mitschuld an den Ereignissen zugeschrieben wird. Sie h\u00e4tten zwei \u201cFehler\u201d (Originaltext) gemacht: erstens h\u00e4tten sie den Franzosen erlaubt, auf der Insel zu siedeln; zweitens w\u00e4ren sie nach n\u00e4herer Kenntnis der Folgen kriegerisch geworden, anstatt sich zu unterwerfen.<\/div>\n<div>Am 17.05. verlegen wir unseren Standort auf Grenadas S\u00fcdseite und gehen in der Prickley Bay vor Anker. Hier wird der Vergaser unseres Benzingenerators gereinigt. Wir wandern zur Nachbarbucht \u201cTrue Blue\u201d, die \u00fcber ein sehr sch\u00f6nes, mit Sonnensegeln \u00fcberdecktes Restaurant verf\u00fcgt, in dem eine absolut entspannte Stimmung herrscht. Ausgehend von Prickley Bay besuchen wir noch die Rivers Rhum \u2013 Brennerei, das Belmont Estate, in dem der Kakao f\u00fcr Schokoladenproduktion angebaut wird und eine Nutmeg (Muskat) \u2013 Fabrik, in der die Schalen der Muskatn\u00fcsse entfernt sowie die N\u00fcsse nach Qualit\u00e4ten sortiert, in S\u00e4cke verpackt und weltweit exportiert werden. Grenada erzeugt wohl ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte des Weltbedarfs an Muskatn\u00fcssen. Bemerkenswert auch der urw\u00fcchsige Geschmack, des bei Rivers auf Basis einer nat\u00fcrlichen Fermentierung in historischen Produktionsverfahren hergestellten Rums. Dieser Geschmack unterscheidet sich wesentlich vom Geschmack des bei Depaz auf Martinique hergestellten Rums, der \u2013 wohl auf Wunsch des franz\u00f6sischen Marktes &#8211; mehr in Richtung eines milden Cognacs weiterentwickelt wurde. Wir erwerben f\u00fcr das Schiff eine Flasche in der 69-prozentigen Qualit\u00e4t, falls Operationen anstehen.<\/div>\n<div>Prickley Bay ist die ideale Ausgangsbasis f\u00fcr die Weiterfahrt nach Trinidad. Bis zum 24.05. bleiben wir noch dort und warten g\u00fcnstiges Wetter f\u00fcr die l\u00e4ngere \u00dcberfahrt ab. In der Nacht zum 25.05. hieven wir den Anker und machen uns auf den Weg.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#St. Vincent und die Grenadinen\"><strong>St. Vincent und die Grenadinen \/ 14.04. &#8211; 27.04.2013<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Ihre letzte Nacht auf St. Lucia liegt die Flying Dog in der tief ins Inland einschneidenden Marigot Bay. In der Dunkelheit umgeben uns die Ger\u00e4usche des tropischen Waldes, das st\u00e4ndige Zirpen der Zikaden und die Rufe der V\u00f6gel und anderer Waldtiere. Eine solche Ger\u00e4uschkulisse gibt es drau\u00dfen, auf See nicht.\u00a0 Am 13.04. um 8.00 h gleitet die Flying Dog aus der Bucht und nimmt Kurs s\u00fcdw\u00e4rts entlang St. Lucias\u00a0 Westk\u00fcste, vorbei an den beiden, wie Spitzkegel aussehenden Bergen, den Pitons, die aufgrund ihrer charakteristischen Form ein Wahrzeichen St. Lucias wurden.<\/div>\n<div>45 sm liegen vor dem Bug der Flying Dog und vor der Westk\u00fcste St. Lucias sind die Windbedingungen aufgrund der hohen Berge sehr wechselhaft. Flauten in windabgedeckten Bereichen wechseln sich mit kr\u00e4ftigen Fallb\u00f6en ab. Wir richten unsere Segelfl\u00e4che auf die Starkwindbereiche ein, in denen der Wind, geleitet durch Bergt\u00e4ler, verst\u00e4rkt auf See hinausschie\u00dft. F\u00fcr die Bereiche mit Windabdeckung ist die gereffte Segelfl\u00e4che dann wieder zu klein, so dass die Flying Dog dort nur langsam segelt. Das reduziert unsere Durchschnittsgeschwindigkeit, die wir mit 5 kn veranschlagen, was zu einer gesch\u00e4tzten Fahrtdauer bis zum Ziel von 9 Stunden f\u00fchrt. Nachdem wir das S\u00fcdwestkap St. Lucias hinter uns gelassen haben, werden die Segelbedingungen gleichm\u00e4\u00dfiger. Es weht mit 5 Windst\u00e4rken aus Ost, so dass wir mit gerefften Segeln und einer Fahrtgeschwindigkeit von 6 kn den Kurs nach St. Vincent ohne weitere Segelman\u00f6ver anliegen k\u00f6nnen.<\/div>\n<div>Gegen 16.30 h erreicht die Flying Dog die Cumberland Bay auf St. Vincent. Die kleine, von bewaldeten H\u00fcgeln und einem mit Palmen bewachsenen Strand umgebene Bucht bietet guten Schutz vor Seegang und Schwell. In Buchtmitte ist die Wassertiefe zu gro\u00df und damit zum Ankern ungeeignet. Wir ankern dicht am Strand und bringen mit Unterst\u00fctzung der dort ans\u00e4ssigen Dorfbewohner eine ca. 50 m lange Heckleine zu den Palmen aus. Einheimische kommen mit kleinen Booten l\u00e4ngsseits, rufen uns zu: \u201cWelcome in Cumberland!\u201d und strecken uns die H\u00e4nde entgegen. Wir kaufen Papayas, Bananen und Tomaten. Zum Dinner besuchen wir das einfache Strandrestaurant, das uns reichliche Mahlzeiten mit Chicken und Pork vom Grill, Gem\u00fcse und Bier serviert. Wir sind die einzigen G\u00e4ste. Cumberland Bay ist st\u00e4rker naturbelassen und hat dadurch ein eignes Flair. Die Bucht wird von einer intakten Dorfgemeinschaft bewirtschaftet. Generell ist der Norden der Insel St. Vincent naturbelassen und wilder als entsprechende Bereiche auf anderen karibischen Inseln. Hier haben Wanderungen durch den tropischen Regenwald und auf den Vulkan noch abenteuerlichen Charakter.<\/div>\n<div>Da wir auf einen Vulkan und durch den tropischen Regenwald bereits auf anderen karibischen Inseln gewandert sind, verzichten wir auf weitere abenteuerliche Touren und steuern Bequia, die erste aus der Inselgruppe der Grenadinen an, deren gr\u00f6\u00dfter Teil zum Staat St. Vincent geh\u00f6rt. Ein kleinerer Teil, im S\u00fcden, geh\u00f6rt zu Grenada. Am Nachmittag des 15.04. laufen wir in die Admirals Bay \/ Bequia ein, wo wir insgesamt 4 Tage vor Anker liegen. Die Bucht ist heute Anlaufpunkt vieler Yachten als Tor zu den Grenadinen. Der Ort Port Elizabeth am Scheitel der Admirals Bay erlaubt eine gute Versorgung der Yachten mit Proviant, dennoch strahlt er karibische Gelassenheit aus. Eine Reihe von stilvollen Bars und Restaurants auf europ\u00e4ischem Standard haben sich an der Uferpromenade angesiedelt. In fr\u00fcheren Zeiten war Port Elizabeth ein Standort der Walfischf\u00e4nger. Bei der Einrichtung einer der Bars wurden Walfischknochen auf Barhockern und an der Theke verwandt. Wir kaufen Fisch vom Boat Vendor und essen an Bord, gehen aber h\u00e4ufig auf ein Bier in die angrenzenden Bars.<\/div>\n<div>Mit einem Zwischenstopp in der gesch\u00e4ftigen Charlestown Bay auf Canouan laufen wir am 21.04. in die Saline Bay auf der Insel Mayreau ein und gehen dort vor Anker. Die Entfernungen zwischen Bequia, Canouan, Mayreau und den weiteren Grenadinen sind sehr gering, es gibt hier jedoch ausgedehnte Riffe, die die Navigation erschweren. W\u00e4hrend der Fahrtetappen Canouan bis Mayreau wird das Wetter sehr unbest\u00e4ndig, mit h\u00e4ufigen tropischen Regenf\u00e4llen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit setzt ein Teil unseres Brotes Schimmel an und muss zur Freude der M\u00f6wen au\u00dfenbords gegeben werden. Zum Fr\u00fchst\u00fcck ist M\u00fcsli angesagt. Andere Bordabf\u00e4lle entsorgen wir an Land. Allgemein erkennen wir jedoch das auf den kleinen karibischen Inseln herrschende Problem der Abfallentsorgung. Der Abfall wird ungeordnet gesammelt und bei geeigneter Wetterlage, ohne weitere Vorkehrungen verbrannt.<\/div>\n<div>Mayreau erm\u00f6glicht uns den Besuch des Inseldorfes und der benachbarten Salt Whistle Bay sowie die Wanderung entlang seiner naturbelassenen Ostk\u00fcste, die sich den Passatwinden zuwendet, so dass dort viel fantasieanregendes Strandgut angesp\u00fclt wird. Wir finden Muscheln, Lobsterschalen, abgestorbene Korallen und viele Gegenst\u00e4nde, bei denen sich vor allem der Skipper fragt: \u201cKannst Du das nicht gebrauchen?\u201c<\/div>\n<div>Das Wetter bessert sich und wir fahren zwischen den Riffen, \u00fcber die Nordansteuerung zu den nahegelegenen Tobago Cays, wo wir s\u00fcdlich der kleinen, unbewohnten Insel Baradal auf 5 m Wassertiefe vor Anker gehen. Hier ankern wir im Schutz des Horse Shoe Reef, auf dem sich der Seegang bricht. Hinter dem Riff liegt man ruhig und ohne gro\u00dfen Schwell, obwohl sich zwischen diesem Ankerplatz und Afrika nur offene See befindet. Der Wind wird allerdings durch das Riff nicht gebremst, der Passatwind weht mit seinen \u00fcblichen 5 Beaufort. Unser Windgenerator produziert hier gut Strom. Wir setzen mit dem Dinghi nach Baradal \u00fcber, um dort einen Spaziergang zu machen. Von oben beeindrucken besonders die Farben des Wassers am Riff in den T\u00f6nen blau, gr\u00fcn und t\u00fcrkis. Pl\u00f6tzlich raschelt es im Unterholz und mehrere gro\u00dfe Leguane von ca. 80 cm L\u00e4nge erscheinen zum Fototermin. Vom Beiboot aus durchfahren wir den, mit Bojen gekennzeichneten, Schildkr\u00f6ten-Beobachtungsbereich. Hier leben gro\u00dfe Meeresschildkr\u00f6ten von etwa 75 cm Durchmesser. Auf kurze Distanz von 5 m k\u00f6nnen wir uns den Tieren n\u00e4hern. Ein Foto ist jedoch nicht m\u00f6glich, da sie in der N\u00e4he von Beibooten nur einmal nach Luft schnappen und schnellstens wieder abtauchen. Wahrscheinlich werden die Tiere gelegentlich von den motorisierten Beibooten \u00fcbergemangelt. Abends werden wir vom Bootstaxi abgeholt und zum Lobster-Barbecue an den Strand gebracht. Der Mond erhellt die Bucht. Gro\u00dfe Lobster und diverse Beilagen, gew\u00fcrzt in milder kreolischer Sch\u00e4rfe munden uns vorz\u00fcglich. Nachdem uns das Wassertaxi am sp\u00e4ten Abend wieder an der Flying Dog abgesetzt hat, g\u00f6nnen wir uns noch einen Rum aus der Bordbar und genie\u00dfen die Nacht f\u00fcr eine weitere Stunde. Dann beginnt wieder der tropische Regen und es sch\u00fcttet wie aus K\u00fcbeln. Wir schlie\u00dfen die Luken und freuen uns \u00fcber den bis zum sp\u00e4ten Abend noch trockenen und erlebnisreichen Tag.<\/div>\n<div>Am 26.04. verlassen wir die Tobago Cays und fahren nach Union Island, der s\u00fcdlichsten, noch zu St. Vincent geh\u00f6renden, gro\u00dfen Grenadinen-Inseln. Hier kaufen wir ein, lassen uns vom Boat Vendor Red Snappers anliefern, besichtigen den Ort Clinton und klarieren beim Zoll aus. Sehenswert die ins vorgelagerte Riff gesetzte Riff-Bar, die nur mit dem Dinghi erreicht werden kann. Am Nachmittag des 27.04. hei\u00dft es \u201cAnker auf\u201d und die Flying Dog nimmt Kurs auf Carriacou, der ersten zu Grenada geh\u00f6renden Insel.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Guadeloupe_Antigua_usw\"><strong>Guadeloupe, Antigua und S\u00fcdkurs bis St. Lucia \/ 29.02.-13.04.2013<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Kommend von Dominica setzt die Flying Dog zun\u00e4chst ihren Weg nach Norden im Bogen der kleinen Antillen \u00fcber die Inseln Les Saintes und Guadeloupe bis nach Antigua fort.\u00a0 Antigua ist der n\u00f6rdliche Kulminationspunkt unserer Reise durch die karibische Inselwelt. Danach gehen wir wieder auf S\u00fcdkurs \u00fcber Dominica und Martinique nach St. Lucia.<\/div>\n<div>Besuch aus Deutschland hatte sich angesagt. Zun\u00e4chst besuchten uns Kathrin und Lars f\u00fcr 10 Tage und sofort anschlie\u00dfend J\u00fcrgen f\u00fcr 18 Tage. F\u00fcr die Crew der Flying Dog und ihre Besucher ergaben sich erlebnisreiche Wochen.<\/div>\n<div>Vor der Ile de Gosier wurde der Bordgrill au\u00dfen am Heckkorb der Flying Dog montiert und ein z\u00fcnftiges Barbecue an Bord veranstaltet. Ausgehend von der Marina Rivi\u00e9re de Sens mieteten wir ein Fahrzeug, um zum Vulkan Soufri\u00e9re auf Guadeloupe zu fahren, den wir anschlie\u00dfend in mehrst\u00fcndiger Wanderung bis zum Gipfel auf \u00fcber 1.400 m H\u00f6he bestiegen. Beeindruckend der Ausblick, die Vegetation und der Blick in den Schlund an der Vulkanspitze, aus dem schweflige D\u00e4mpfe aufstiegen. Anschlie\u00dfend Besuch im Caf\u00e9-Museum nahe der Inselhauptstadt Basse Terre. Dort wurden die Vorr\u00e4te auf der Flying Dog mit feinstem Caf\u00e9 aus Guadeloupe aufgestockt. Im Bereich der Ilet \u00e0 Goyaves, an der Westk\u00fcste Guadeloupes befindet sich der Cousteau-Unterwasser-Nationalpark. Hier konnten wir beim Schnorcheln diverse tropische Fischarten zwischen Korallen beobachten. In der romantischen Ankerbucht der Les Saintes hatten wir schon zuvor erlebt, dass Delphine regelm\u00e4\u00dfig zu bestimmten Zeiten am Vormittag und am fr\u00fchen Abend zwischen den an Mooringtonnen festgemachten Schiffen schwammen und mit den Menschen spielten. Sie zogen stets eine gro\u00dfe Traube von Schwimmern, Schnorchlern und Kleinbooten hinter sich her. Durch Abtauchen signalisierten sie den Schnorchlern, ebenfalls abzutauchen. In mehreren Buchten n\u00e4herten sich auch mehrfach Meeresschildkr\u00f6ten von ca. 80cm Durchmesser der Flying Dog, schnappten dreimal nach Luft und tauchten wieder f\u00fcr mehrere Minuten ab. W\u00e4hrend der Fahrt waren h\u00e4ufig fliegende Fische zu beobachten, die den Weg der Flying Dog auf unregelm\u00e4\u00dfigen Flugbahnen kreuzten um schlie\u00dflich wieder ins Meer zur\u00fcck zu fallen. Dann der H\u00f6hepunkt: Wale. Im offenen Atlantikwasser zwischen den Inseln erschien in ca. 250 m Entfernung eine kleine Gruppe, bestehend aus zwei erwachsenen Tieren und einem Jungtier. Wir konnten deutlich die sich aufw\u00f6lbenden Buckel, die bei der Atmung entstehenden Font\u00e4nen und die schwarzen Flunken sehen. Uns wurde anhand dieser Beobachtungen klar, dass wir unseren Lebensraum mit einer Vielzahl von Tieren teilen, die zum Teil \u00e4ltere Rechte besitzen als wir. Am Abend entnahmen wir dann dem Reichtum der Meere eine Stachelmakrele, die wir mit Genuss verspeisten. Dies sei gestattet. Im \u00dcbrigen fangen wir sehr selten Fische, da diese offensichtlich intelligenter sind als wir. Ansonsten gibt es auf den Les Saintes eine Reihe guter Restaurants mit feiner, franz\u00f6sischer K\u00fcche, die wir mehrfach aufsuchen.<\/div>\n<div>Antigua erreichen wir bei 5 Windst\u00e4rken aus Ost-Nordost auf einem vollen Am-Wind-Kurs. An die St\u00e4rke der Passatwinde haben wir uns inzwischen gew\u00f6hnt und fahren mit entsprechend gerefften Segeln. Antigua ist ein Treffpunkt der Megayacht-Szene. Dies f\u00fchrt leider auch zu einem erh\u00f6htem Preisniveau bei allen Dienstleistungen und Ausr\u00fcstungsg\u00fctern. Generell ist das Leben in der Karibik nicht billig. Man freut sich gelegentlich, wenn etwas nur soviel kostet, wie in Deutschland. Ansonsten ist es auf Antigua nur sch\u00f6n. Wir laufen zun\u00e4chst English Harbour an, wo wir vor Nelson\u00b4s Dockyard vor Anker gehen. Admiral Nelson baute seinerzeit die vorhandene Naturbucht zu einem gro\u00dfen Versorgungsst\u00fctzpunkt mit Werftgel\u00e4nde f\u00fcr die englische Flotte aus. Die Flotte konnte so direkt in der Karibik gewartet werden und musste dazu nicht nach England zur\u00fcckkehren, ein gro\u00dfer strategischer Vorteil. Auch die Flying Dog muss auf Antigua repariert werden. Die beiden Verbrauchsbatterien geben ihren Geist auf und nehmen kaum mehr Ladung an. Sie m\u00fcssen ausgetauscht werden. Zugleich r\u00fcsten wir die Batteriekapazit\u00e4t von 260 Amp\u00e8restunden auf 420 Ah auf. Wir wechseln auch den Batterietyp auf AGM-Batterien, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Ein teurer Spa\u00df, zumal auf Antigua. Immerhin ist alles sofort verf\u00fcgbar und wir vermeiden Risiken durch St\u00f6rung der Navigationselektronik.<\/div>\n<div>Antigua besitzt weitl\u00e4ufige, vorgelagerte Riffe und 365 Ankerbuchten mit wei\u00dfem Sandstrand. Die ausgedehnten Flachwasserbereiche in den Buchten mit Sandgrund reflektieren das Sonnenlicht so, dass die Farbe des Wassers hell-t\u00fcrkis erscheint, ein seltsames Gef\u00fchl beim Baden.\u00a0 Wir laufen 5-Islands-Bay, Deep Bay und Jolly Harbour an, bis es in Nachtfahrt zur\u00fcck nach Guadeloupe geht. Vor dem erneuten Erreichen der Les Saintes erwischt uns tropischer Regen. Es sch\u00fcttet wie aus K\u00fcbeln. Sicht gleich Null, Windb\u00f6en und stark drehender Wind aber dank Kompass und wassergesch\u00fctzter Navigationselektronik k\u00f6nnen wir die Fahrt gefahrlos fortsetzen.<\/div>\n<div>J\u00fcrgen hat einen Gabel-R\u00fcckflug am 05.04. von Fort-de-France, der Hauptstadt Martiniques. F\u00fcr die letzten Tage haben wir uns einen Fahrplan f\u00fcr den weiteren Weg nach S\u00fcden zurecht gelegt. Dieser f\u00fchrt uns \u00fcber Prince-Ruppert-Bay \/ Portsmouth (Dominica), Roseau (Dominica), St. Pierre (Martinique) nach Fort-de-France. Der Wind hat inzwischen auf Ost-S\u00fcdost gedreht, so dass die Flying Dog wieder an den Wind gehen muss. Echter halber Wind oder gar Raumschots-Kurse sind uns nicht verg\u00f6nnt. Aber solange wir die Kurse anliegen k\u00f6nnen, sind die Bedingungen f\u00fcr uns akzeptabel.<\/div>\n<div>Herausragend unser zweit\u00e4giger Aufenthalt in der Prince-Ruppert-Bay mit abendlichem Barbecue am Strand und mehrst\u00fcndiger Wanderung durch den tropischen Wald auf einem Segment des Nationalen Wanderwegs an der Nordwestspitze Dominicas. Schwei\u00dftreibend der Aufstieg bei feuchthei\u00dfer Luft im Regenwald. Beeindruckend die \u00fcppige tropische Vegetation. Abschlie\u00dfend unternahm J\u00fcrgen noch eine Bootsfahrt auf dem mit tropischen Pflanzen \u00fcberwachsenen Indian River.<\/div>\n<div>Rechtzeitig, um noch eine ausgiebige Stadtbesichtigung durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, erreichten wir Fort-de-France. Besichtigung des Museums Schoelcher und kreolisches Essen auf der Empore der Halle des Gem\u00fcsemarktes. Der franz\u00f6sische Politiker Schoelcher hatte sich seinerzeit f\u00fcr die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt und wird deshalb in der franz\u00f6sischen Karibik verehrt. Schlie\u00dflich verl\u00e4sst uns J\u00fcrgen schweren Herzens.<\/div>\n<div>Am Ankerplatz vor Fort-de-France lernen wir anschlie\u00dfend die Langfahrtsegler Farida und Hubert sowie den franz\u00f6sischen Segler Yves kennen und tauschen unsere Erfahrungen bei einem Bier aus. Danach verlassen wir Fort-de-France und fahren mit Zwischenstopp in der Grande Anse d\u00b4Arlet (Martinique) weiter s\u00fcdw\u00e4rts zur Marina Rodney Bay nach St. Lucia. Hier bunkern wir Wasser, Treibstoff, Gas und Proviant. Wir bleiben 2 N\u00e4chte. Nach weiterer \u00dcbernachtung in der romantischen Marigot Bay an der Westk\u00fcste St. Lucias stecken wir am 13.04. Kurs auf St. Vincent und die Grenadinen ab.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Dominica\"><strong>Dominica \/ 19.02. &#8211; 27.02.2013<\/strong><\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div>Am Morgen des 19.02. verlassen wir den Ankerplatz vor St. Pierre \/ Martinique und setzen Segel mit Kurs Dominica. Laut Wetterbericht sind 5 Windst\u00e4rken aus Ost-Nordost vorhergesagt. Tats\u00e4chlich treffen wir jedoch nach Passieren des Nordkaps Martiniques durchgehend 6, in B\u00f6en 7 Windst\u00e4rken an. Das ist Starkwind, in B\u00f6en st\u00fcrmischer Wind verbunden mit entsprechend hohem Atlantikseegang, gegen den sich die Flying Dog mit stark gereffter Segelfl\u00e4che vorank\u00e4mpft. Der volle Amwind-Kurs erfordert den Einsatz von Gro\u00dfsegel und Genua. Wir sind froh, als wir am Nachmittag die Seegangsabdeckung an Dominicas Westk\u00fcste erreichen. Starke Fallb\u00f6en treffen die Flying Dog auch hier noch. Nach einer weiteren Stunde laufen wir in die Bucht der Inselhauptstadt Roseau ein und machen an einer dort ausgelegten Mooring-Tonne fest. Hier sind wir gesch\u00fctzt vor st\u00fcrmischen Winden und hohem Seegang. Den noch verbleibenden Wind ben\u00f6tigen wir f\u00fcr unseren Windgenerator.<\/div>\n<div>Nahe bei unserem Liegeplatz befindet sich der Anleger f\u00fcr die alles \u00fcberragenden Kreuzfahrtschiffe. Schon nach kurzer Zeit legen die Schiffe wieder ab und machen Platz f\u00fcr das n\u00e4chste Kreuzfahrtschiff. J\u00e4hrlich besuchen wesentlich mehr Kreuzfahrt-Touristen die Insel als diese \u00fcberhaupt Einwohner hat, mit positiven und negativen Auswirkungen. Dennoch profiliert sich die Insel berechtigt in Richtung \u00d6ko-Tourismus. Hohe Hotelbauten d\u00fcrfen hier nicht errichtet werden. Die bergige Insel ist zu gro\u00dfen Teilen mit Regenwald bedeckt. Wanderwege zu den Natursch\u00f6nheiten sind angelegt. Es k\u00f6nnen auch mehrt\u00e4gige, gef\u00fchrte Touren gebucht werden. Dominicas Wappentier ist der hier lebende und auch in der Nationalflagge dargestellte Imperial Parrot. In den unzug\u00e4nglichen Regenw\u00e4ldern Dominicas konnten sich noch letzte St\u00e4mme der Kariben-Indianer vor der Ausrottung retten. Sie leben heute in einem Reservat im Nordosten der Insel, flechten \u00fcberwiegend K\u00f6rbe, f\u00fchren ihre Kultur und T\u00e4nze den Touristen vor und verkaufen Souvenirs. Auf allen anderen Inseln der kleinen Antillen gibt es keine Kariben-Indianer mehr.<\/div>\n<div>Am folgenden Tag machen wir einen Rundgang durch Roseau, besichtigen den botanischen Garten mit seinen imposanten Bartfeigen und dem als Mahnmal belassenen Schulbus, der w\u00e4hrend eines Hurricans durch einen umst\u00fcrzenden Baobab-Baum vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt wurde. Au\u00dferdem kaufen wir auf dem \u00f6rtlichen Markt und im Supermarkt vor allem frisches Gem\u00fcse, Fr\u00fcchte, Brot und Fleisch ein. Zum Lunch besuchen wir ein Restaurant mit kreolischer K\u00fcche, in dem gut gew\u00fcrzte Speisen serviert werden. F\u00fcr den n\u00e4chsten Tag mieten wir uns einen Gel\u00e4ndewagen, um die Berge im Inland anzufahren und anschlie\u00dfend zu wandern.<\/div>\n<div>Wir wandern zu den Trafalgar-Falls, dem Middleham-Fall und zum Freshwater-Lake im Regenwald. Schon bei den Trafalgar-Falls beeindruckt die \u00fcppige Vegetation und Natursch\u00f6nheit. Wir pfl\u00fccken wild wachsende Bananen. \u00dcberw\u00e4ltigend ist das Naturerlebnis im Regenwald. Hier ist nat\u00fcrlich die leichte Regenjacke erforderlich. Am Wegesrand wachsen farbenpr\u00e4chtige Heliconien. Um den Weg begehbar zu halten, sind in Schrittabst\u00e4nden kleine Baumst\u00e4mme quergelegt, die sich jedoch wegen des h\u00e4ufigen Regens schnell mit Moos bedecken und glatt werden. Dazwischen Morast.\u00a0 Der Weg folgt den steilen Bergh\u00e4ngen. Besonders im starken Gef\u00e4lle ist die Tour anspruchsvoll. Pl\u00f6tzlich taucht der Freshwater-Lake aus dem Regendunst auf. Wir beenden die Wanderung in einer Versorgungsh\u00fctte mit einem hei\u00dfen Michkaffee und einem wohlverdienten St\u00fcck Kuchen.<\/div>\n<div>Am 23.02. verlassen wir Roseau und fahren entlang der Westk\u00fcste Dominicas nach Portsmouth. Der Anker f\u00e4llt in der sehr gesch\u00fctzt liegenden Prince Rupert Bay, direkt vor dem Ort. Die Siedlung besteht zwar nur aus einer \u00fcberschaubaren Anzahl von Bauten, teils sehr einfacher Machart aber es werden Touren mit dem Ruderboot auf dem Indian-River angeboten. Der Fluss f\u00fchrt sehenswert durch Mangroven und tropischen Feuchtwald, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Am Kulminationspunkt der Flussroute wird an einer Dschungel-Bar angelegt, wo wir einen mit Rum und Eisw\u00fcrfeln gemischten Punsch zu uns nehmen, der hier unter dem Namen \u201cDynamit\u201d angeboten wird. Tolle Stimmung.<\/div>\n<div>Schlie\u00dflich besuchen wir noch das alte englische Fort Shirley oberhalb der Prince Rupert Bay, das einstmals ein bedeutender Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt war und heute einen sch\u00f6nen Ausblick auf die Bay bietet. Abends nehmen wir an einem Barbecue mit anschlie\u00dfendem Tanz am Strand teil, dass f\u00fcr alle vor Anker liegenden Schiffe organisiert wird. Da trifft es sich gut, dass Biggi an diesem Tag zu ihrem gr\u00f6\u00dften Bedauern Geburtstag hat. Die erlebnisreichen Tage auf Dominica gehen damit ihrem Ende zu und wir fahren als N\u00e4chstes zu den Iles les Saintes, die zur Inselgruppe Guadeloupes geh\u00f6ren.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Martinique\"><strong>Martinique \/ 01.02. &#8211; 18.02.2013<\/strong><\/a><\/h3>\n<div>Am 01.02. verl\u00e4sst die\u00a0 Flying Dog den Hafen Rodney Bay auf St. Lucia und nimmt bei 4 \u2013 5 Windst\u00e4rken aus Ost-Nordost Kurs auf Martinique. Um gegen die Atlantikwelle keinen Kurs hoch am Wind fahren zu m\u00fcssen, setzen wir den Kurs auf Kap Salomon, dem Westkap Martiniques ab und w\u00e4hlen nicht die an sich k\u00fcrzere Kurslinie zum Cul de Sac an der S\u00fcdspitze der Insel. Am sp\u00e4ten Nachmittag machen wir an einer der neu ausgelegten, kostenlosen Mooring-Tonnen in der Grande Anse d\u00b4Arlet fest. Das Einklarieren in dem franz\u00f6sischen \u00dcbersee-Departement erfolgt denkbar einfach. Eine Gastst\u00e4tte stellt einen Computer zur Verf\u00fcgung, in den man selbst die Daten des Schiffes und der Crew eingibt. Nach dem Drucken der Eingaben stempelt der Wirt den Beleg ab. So gef\u00e4llt es uns. In der Bucht empfinden wir eine angenehm entspannte Atmosph\u00e4re. Wir wandern zur angrenzenden Petite Anse d\u00b4Arlet, besuchen die vorhandenen Restaurants und Bars, schwimmen im erfrischenden Wasser der Bucht.<\/div>\n<div>Am 07.02. verringert sich der stetige Passatwind auf 4 Beaufort und wir fahren in geringem Abstand entlang der S\u00fcdk\u00fcste Martiniques nach Port du Marin in den Cul de Sac. Im Schutze der Insel ist der Seegang geringer, so dass die notwendigen Kurse hoch am Wind nun problemlos gefahren werden k\u00f6nnen. Die Flying Dog erreicht ohne gro\u00dfe Anstrengung auf der 28 sm langen Strecke am Nachmittag Port du Marin, wo wir einen Liegeplatz zun\u00e4chst f\u00fcr 7 Tage reserviert haben. Das Paket mit dem Windgenerator hat zu diesem Zeitpunkt schon komplett und unbesch\u00e4digt Martinique erreicht, liegt jedoch noch beim Zoll. Adressiert an eine Yacht in Transit wird kein Zoll erhoben, jedoch eine Transitgeb\u00fchr. Einschlie\u00dflich des Honorars f\u00fcr einen, durch den Spediteur eingeschalteten, Agenten ergibt sich letztlich ein Aufschlag von 10% auf den Warenwert einschlie\u00dflich Transportkosten. Da uns zuvor die europ\u00e4ische Mehrwertsteuer nicht berechnet wurde und wir zudem einen Messerabatt von 10% erhielten, freuen wir uns \u00fcber das kaufm\u00e4nnische Ergebnis. Den Generator in der Karibik zu kaufen, h\u00e4tte ca. 300 \u20ac mehr gekostet und das von uns gew\u00e4hlte neue Modell des Silentwind h\u00e4tte ebenfalls erst in Europa bestellt werden m\u00fcssen.<\/div>\n<div>Wir bauen den Generator zusammen und ein in Port du Marin verf\u00fcgbarer Elektriker zieht die Kabel und schlie\u00dft uns das Ger\u00e4t einschlie\u00dflich der mitgelieferten elektronischen Steuerung betriebsf\u00e4hig an. Den kleinen Edelstahlmast im Bereich unseres vorhandenen Heckb\u00fcgels haben wir schon zuvor, auf St. Lucia montieren lassen. Nun verf\u00fcgt die Flying Dog neben den Solarzellen \u00fcber eine weitere Stromquelle, die uns w\u00e4hrend der Fahrt unter Segeln und in Ankerbuchten ohne Komforteinbu\u00dfen unabh\u00e4ngig von fossilen Brennstoffen macht. Die 3 neuentwickelten Fl\u00fcgel des Generators geben tats\u00e4chlich nur noch ein fl\u00fcsterndes Ger\u00e4usch ab, das wir angesichts der Vorteile gerne hinnehmen. Wir feiern den gelungenen Abschluss des Projektes in Port du Marin mit einem Cocktail in einer nahe gelegenen Bar.<\/div>\n<div>Unseren Aufenthalt in Port du Marin verl\u00e4ngern wir wegen des Karnevals um 2 Tage, au\u00dferdem unternehmen wir Fahrradausfl\u00fcge in die Umgebung, z.B. zum benachbarten Ort St. Anne. Der hiesige Karneval steht stark unter afrikanischem Einfluss. Rhythmische Musik mit viel Trommeln erklingt. Die Karnevalsprinzessin kommt als schwarzer Schmetterling in einer Bananenplantage daher. Der europ\u00e4isch st\u00e4mmige Bev\u00f6lkerungsteil steht eher am Stra\u00dfenrand. Wir genie\u00dfen nach Abschluss des Karnevals, am letzten Abend in Port du Marin den Auftritt einer Life-Band auf der luftigen Terrasse des Hafencaf\u00e9s<\/div>\n<div>Am 16.02. verlassen wir Port du Marin und fahren mit kurzem Zwischenstopp in einer Ankerbucht nach St. Pierre im Nordwesten Martiniques. Die Inselhauptstadt Fort de France lassen wir an Steuerbord liegen. Dort wollen wir sp\u00e4ter, nach dem Besuch von Dominica, Guadeloupe und Antigua, auf unserer R\u00fcckfahrt nach S\u00fcden vor Anker gehen. St. Pierre, die einstige Inselhauptstadt wurde 1902 durch einen Vulkanausbruch vollst\u00e4ndig vernichtet. Wenige erhaltene Grundmauern k\u00fcnden noch von altem Glanz. Wir besichtigen den Ort und eine nahe gelegene Rum-Brennerei, in der das angrenzend angebaute Zuckerrohr verarbeitet wird. Das Auspressen erfolgt \u00fcberwiegend noch mit alten Dampfmaschinen, die wiederum mit dem bereits ausgepressten Stroh befeuert werden.<\/div>\n<div>Am 19.02. hei\u00dft es \u201cAnker auf\u201d in der Bucht von St. Pierre und es geht weiter zur n\u00e4chstgelegenen Insel im Bogen der kleinen Antillen, nach Dominica.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#St. Lucia\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>St. Lucia \/ 13.01.-31.01.2013<\/strong><\/span><\/a><\/h3>\n<div>Am Nachmittag des 12.01. verl\u00e4sst die Flying Dog ihren Ankerplatz vor Barbados und f\u00e4hrt bei m\u00e4\u00dfigen Winden aus Ost-Nordost unter ungerefftem Gro\u00dfsegel und Genua \u00fcber Nacht zum Nordkap der Insel St. Lucia, nimmt anschlie\u00dfend Kurs auf Rodney Bay auf der Westseite der Insel. Die unter der Steuerbord-Saling gesetzte Gastlandflagge wird ausgetauscht. Am Nachmittag des 13.01. l\u00e4uft die Flying Dog in die Marina Rodney Bay ein. Wir freuen uns \u00fcber die entspannte \u00dcberfahrt, auf der ein voller Amwind-Kurs mit wenig Segelman\u00f6vern anliegen konnte. Des Nachts zogen zwei hell beleuchtete Kreuzfahrtschiffe auf parallelen Kursen an der Flying Dog vorbei, die ebenfalls von Barbados kamen.<\/div>\n<div><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0Barbados geh\u00f6rt St. Lucia dem\u00a0Commonwealth\u00a0an. Der Tourismus ist eine der gr\u00f6\u00dften Einkunftsquellen. Die 170.000\u00a0Einwohner sprechen englisch als Amtssprache. Gezahlt wird mit Eastcaribean Dollar (EC-Dollar) oder mit US-Dollar. Die USA beeinflussen stark den Lebensstil auf der Insel. Viele der einlaufenden Yachten tragen die englische oder US-amerikanische Flagge. Namensgeber der Rodney Bay ist der britische Admiral Rodney, der im Jahre\u00a01782\u00a0die franz\u00f6sische Flotte bei\u00a0Guadeloupevernichtend schlug.<\/span><\/div>\n<div>Wir w\u00e4hlten die Marina statt des Ankerplatzes, da wir nach unserer langen Liegezeit in der Ankerbucht vor Barbados dringend Frischwasser bunkern m\u00fcssen. Au\u00dferdem empfinden wir die M\u00f6glichkeit des direkten Landgangs als angenehme Abwechslung. So k\u00f6nnen wir spontan die an die Schwimmpontons angrenzenden Restaurants und Bars besuchen. Der Zugang zur Marina wird bewacht, w\u00e4hrend am nahe gelegenen Ankerplatz gelegentlich von Diebst\u00e4hlen berichtet wird. Beliebt ist es dort, nachts das anh\u00e4ngende Beiboot abzuschneiden. F\u00fcr uns wichtig ist auch der permanente Internet-Anschluss im Hafen. Vor allem wollten wir jedoch die Vielfalt der um das Hafengel\u00e4nde angesiedelten Handwerksbetriebe nutzen, um auf der Flying Dog zus\u00e4tzlich einen Windgenerator zu installieren. Schon auf der Atlantik-Passage hatten wir festgestellt, dass \u2013 zumal bei zeitweise bew\u00f6lktem Himmel \u2013 die Solarzellen allein nicht ausreichten, um den Strombedarf von Selbststeueranlage, K\u00fchlschrank, Navigationsbeleuchtung und Navigationsger\u00e4ten zu decken. Der dann t\u00e4glich notwendige zweist\u00fcndige Einsatz des Benzin-Generators nervte uns, so dass wir jetzt einen Windgenerator nachr\u00fcsten wollen.<\/div>\n<div>Wartet man in Deutschland auch schon manches Mal auf Handwerker, so gibt es nichts, was nicht noch steigerungsf\u00e4hig w\u00e4re. Schlie\u00dflich hatte der f\u00fcr Edelstahlarbeiten empfohlene \u201cChinaman\u201d, ein chinesischer Zuwanderer, den kleinen Edelstahlmast am schon vorhandenen Heckb\u00fcgel doch noch angebracht. Den von uns gew\u00e4hlten, besonders leise arbeitenden Windgenerator \u2013 Produkt: Silentwind &#8211; haben wir von Deutschland aus mehrwertsteuerfrei und mit Messerabatt nach Martinique, unserem n\u00e4chsten Reiseziel, senden lassen. Dort vereinbaren wir mit dem Hafenb\u00fcro die Annahme des Pakets. Die gesamte Kommunikation kann von uns per Mail gef\u00fchrt werden. Wir hoffen nun, dass wir die Lieferung nach unserer Ankunft in Martinique gut und als \u201cYacht in Transit\u201d zollfrei in Empfang nehmen\u00a0 werden.<\/div>\n<div>Inzwischen werden in Rodney Bay noch Rumpf, Deck, Edelstahlteile und Unterwasserschiff der Flying Dog von Kleingewerbetreibenden poliert, die ihre Dienstleistungen in der Marina anbieten. Wir verbringen die Zeit in Rodney Bay auf angenehme Weise. Wir besuchen den immer freitags stattfindenden \u201cJump Up\u201d, ein Stra\u00dfenfest im benachbarten Gros Islet. Nach einigen Rumpunsch kommt dort richtig Stimmung auf. H\u00e4hnchen und Steaks gibt es vom Grill. Wir werden am Schiff mit frischen Fr\u00fcchten beliefert und essen h\u00e4ufig Mango, Papaya, Orangen, Soursop und F\u00fcnf-Finger-Frucht, wobei letztere vor\u00fcbergehend die Kehle bis zur Heiserkeit \u00e4tzt. Sehr gesund ist auch die reife Papaya, die neben dem wohlschmeckenden Fruchtfleisch vitaminreiche Kerne besitzt. Diese Kerne k\u00f6nnen laut Literatur bedenkenlos verzehrt werden, wenn man \u00fcber einen gesunden Darm verf\u00fcgt. Um unsere Fahrt nicht zu gef\u00e4hrden, entfernen wir die Kerne. Mit unseren Klappr\u00e4dern unternehmen wir Ausfl\u00fcge zu angrenzenden Badebuchten, die abgeschieden sind und kaum von Touristen aufgesucht werden. Mit dem Mietwagen fahren wir \u00fcber die Insel und besuchen die Inselhauptstadt Castries, diverse Fischerd\u00f6rfer, die Marigot Bay und den Ort Soufri\u00e8re. Die Stra\u00dfe f\u00fchrt in steilen Serpentinen \u00fcber die \u00fcppig bewachsenen Berge. Riesige Farne wuchern \u00fcber die Stra\u00dfenr\u00e4nder. Castries ist eine sehr lebhafte Stadt mit dichtem Verkehr aber ohne sehenswerte Architektur. Die Stadt wurde in der Vergangenheit einmal durch einen Gro\u00dfbrand vernichtet. Die Fischerd\u00f6rfer sind malerisch, hier laufen die Uhren langsamer. Soufri\u00e8re hat seinen Zenit \u00fcberschritten. Noch vorhanden ist dort die historische Holzhausarchitektur aber das notwendige Geld f\u00fcr Farbe und die Unterhaltung der Bauten fehlt offensichtlich. Himmlisch dagegen die Marigot Bay mit guten Restaurants und einer vollkommen entspannten, karibischen Atmosph\u00e4re.<\/div>\n<div>Franz und Dominik von der Yacht \u201cSonntag\u201d, die wir seinerzeit in El Jadida, Marokko kennengelernt hatten, liegen zuf\u00e4llig in der Ankerbucht Rodney Bay und besuchen uns. Wir tauschen unsere Erfahrungen \u00fcber die Atlantik-\u00dcberquerung aus und erhalten Tipps f\u00fcr den sp\u00e4ter von uns geplanten Besuch der Grenadinen. Die Welt ist heute klein geworden.<\/div>\n<div>Am 01.02. verabschieden wir uns von St. Lucia und nehmen Kurs auf Martinique.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Barbados\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Barbados \/ 30.12.2012 &#8211; 12.01.2013<\/strong><\/span><\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div><strong>30.12.2012<\/strong><\/div>\n<div>Am 29.12. fiel der Anker in Carlisle Bay, vor Bridgetown.\u00a0 Wir ankern sehr nahe der Einfahrt des Carenage, eines aus einer Flussm\u00fcndung entstandenen kleinen Fjordes, der direkt ins Stadtzentrum f\u00fchrt. Dort \u00fcberspannen ihn mehrere kleinere Br\u00fccken, die der Inselhauptstadt ihren Namen gegeben haben. Bei Landgang fuhren wir mit dem Beiboot auf dem Carenage bis ins Stadtzentrum, wo ein sicherer Liegeplatz f\u00fcr das Beiboot gefunden werden konnte.<\/div>\n<div>Auf der Insel, die ein selbst\u00e4ndiger Staat und fr\u00fches Mitglied des Commonwealth ist, leben 250.000 Einwohner. \u00dcberwiegend sind es Nachkommen der afrikanischen Bev\u00f6lkerung, die vor langer Zeit von den Kolonialherren als Sklaven zur Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen ins Land geholt wurden. Die kleine Republik ist heute gut, nach englischem Vorbild gef\u00fchrt und die Bev\u00f6lkerung hat, verglichen mit den anderen Staaten der kleinen Antillen, das h\u00f6chste pro Kopf Einkommen. Die Kriminalit\u00e4t ist gering. Amtssprache ist Englisch. Die Insel lebt heute vom Tourismus durch Kreuzfahrtschiffe und Hotels sowie vom Rum, der aus den verbliebenen Zuckerrohrplantagen durch Weiterverarbeitung gewonnen wird. Andere Einkunftsquellen, z.B. im EDV-Bereich, sollen erschlossen werden.<\/div>\n<div>Schon am Ankerplatz empfinden wir die ausgelassene Stimmung der Karibik, die jedoch teilweise stark touristisch gepr\u00e4gt ist. Gro\u00dfe Katamarane mit eingebauter Bar fahren jeweils rund 25 Urlauber zu entlegenen Badestellen. Bei lauter Musik wird getrunken und getanzt. Weitere Angebote sind das Piratenschiff, Jetski oder sich, sitzend auf einer langen, aufblasbaren Banane mit hoher Geschwindigkeit ziehen zu lassen.<\/div>\n<div><strong>31.12.2012<\/strong><\/div>\n<div>Silvester feiern wir mit einigen Cocktails im Bridge House, wovon die aufgenommenen Fotos leider durch eine Computerpanne verloren gegangen sind. Wir blicken zur\u00fcck auf das vergangene Jahr und den Verlauf der Reise mit der Flying Dog. Nach Ausr\u00fcstung und Ausbau der Flying Dog in Kroatien starteten wir erst Ende August zu unserer Weltumseglung und nun sind wir schon in der Karibik. Schiff und Crew unversehrt. F\u00fcr den guten bisherigen Verlauf der Reise sind wir dankbar.\u00a0 Wir schmieden unsere weiteren Fahrtpl\u00e4ne. Bei den Hotels am Strand wird Feuerwerk gez\u00fcndet, von in der Carlisle Bay ankernden Schiffen werden Raketen abgeschossen.<\/div>\n<div><strong>01.01. \u2013 11.01.2013<\/strong><\/div>\n<div>\u00a0Auf Barbados herrscht tropisches Klima. Nachts k\u00fchlt es sich jedoch auf angenehme 27 \u2013 28 \u00b0C ab. Die Regenzeit dauert hier bis Januar, so dass immer wieder kurze, allerdings warme Regenschauer mit aufbriesendem Wind niedergehen, bevor die Sonne wieder mit voller Kraft scheint. Abends sitzen wir im Cockpit, essen und trinken Rum aus Barbados. Ein erfrischender Sprung ins Wasser ist jederzeit m\u00f6glich.<\/div>\n<div>Tags\u00fcber besichtigen wir Bridgetown, kaufen ein und besuchen Internet-Caf\u00e9s. Hervorzuheben sind die breiten Sandstr\u00e4nde an Carlisle Bay, an denen wir entlang spazieren oder uns auf Liegen niederlassen. Mit unseren hier kennen gelernten Freunden Patrick und Caroline unternehmen wir eine Inselrundfahrt und besichtigen die luxuri\u00f6sen Villen und romantischen Badebuchten an Westk\u00fcste, das windige Nordkap und die rauhere, weniger erschlossene Ostk\u00fcste.<\/div>\n<div><strong>12.01.2013<\/strong><\/div>\n<div>Am Nachmittag wird der Anker geborgen und beim Zoll ausklariert. Die weitere Reise wird die Flying Dog \u00fcber Nacht nach St. Lucia, Rodney Bay f\u00fchren.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#von Gran Canaria nach Barbados\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Gran Canaria bis Barbados \/ 07.12. &#8211; 29.12.2012<\/strong><\/span><\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div>07.12.2012<\/div>\n<div>Nachdem bis mittags noch die letzten Wartungsarbeiten durchgef\u00fchrt wurden, f\u00fcllen wir die Wassertanks mit 360 l Trinkwasser zzgl. 40 l in Kanistern und den Kraftstofftank mit 210 l Diesel ebenfalls zzgl. 40 l. Au\u00dferdem bunkern wir 80 l Benzin, insbesondere f\u00fcr den Betrieb des Stromgenerators und &#8211; nach Ankunft &#8211; f\u00fcr den Au\u00dfenbordmotor unseres Beibootes. Wir erhoffen uns Etmale, das sind die in 24 h zur\u00fcckgelegten Strecken, von 140 sm. Den Stromverbrauch der Flying Dog wollen wir durch die Solarzellen und den t\u00e4glich einst\u00fcndigen Betrieb des Generators decken. Vor allem aber hoffen wir auf moderate und gleichm\u00e4\u00dfige Windbedingungen in der Passatzone, die ein entspanntes Segeln ohne st\u00e4ndige Segelman\u00f6ver erm\u00f6glichen, die insbesondere nachts unerfreulich sein k\u00f6nnen. Die Flying Dog ist mit Roll-Gro\u00dfsegel, Roll-Genua und einem speziellen Vorwindsegel, dem Parasailor ausger\u00fcstet. Da wir auf der bisher zur\u00fcckgelegten Strecke bis zu den Kanarischen Inseln wenig f\u00fcr den Parasailor geeignete Raumschotskurse fahren konnten, ist der Einsatz des Parasailors noch nicht ausreichend einge\u00fcbt und das Material noch nicht getestet. In den erwarteten Passatwinden soll das Segel nun oft eingesetzt werden.<\/div>\n<div>Die Segelroute nach Barbados ist mit 2.700 sm eine der k\u00fcrzesten mit dem Ziel Karibik und orientiert sich an den vorherrschenden Windrichtungen und Str\u00f6mungen im Nordatlantik. Der Zeitpunkt der Abfahrt garantiert eine Passage au\u00dferhalb der Hurrican-Saison. Die seit den ersten \u00dcberfahrten \u00fcberlieferten Segelanweisungen empfehlen, nicht direkten Kurs auf Barbados abzusetzen sondern zun\u00e4chst etwas weiter s\u00fcdlich zu fahren, um schnell die sichere Passatzone, s\u00fcdlich 20\u00b0N zu erreichen und sich von den wechselhaften Windbedingungen weiter n\u00f6rdlich zu entfernen. Die Flying Dog wird diese Vorgaben einhalten.<\/div>\n<div>Jede \u00dcberfahrt ist dennoch anders und welche Wetterbedingungen wir tats\u00e4chlich vorfinden werden, wissen wir nicht. Eine gewisse innere Unruhe vor dem Aufbruch ist sp\u00fcrbar. Mit unseren Freunden Monika und Matthias haben wir vereinbart, regelm\u00e4\u00dfig unsere Position per Satelliten-Handy durchzugeben und dann die Wettervorhersage f\u00fcr die kommende Fahrtstrecke zu erhalten. Die Kommunikation l\u00e4uft \u00fcber Kurznachrichten in Textform, vergleichbar SMS. \u00dcber Monika, die Segelmacherin ist (<a href=\"mailto:info@marlspieker.de\"><span style=\"color: #0066cc;\">info@marlspieker.de<\/span><\/a>), hatten wir schon einige Ausr\u00fcstung f\u00fcr die Flying Dog zu vern\u00fcnftigen Preisen bezogen.<\/div>\n<div>Um 17.00 h UTC l\u00e4uft die Flying Dog aus dem Hafen Pasito Blanco auf der S\u00fcdseite Gran Canarias aus. F\u00fcr die \u00dcberfahrt werden von einer Fahrtenyacht in der Regel 21 Tage ben\u00f6tigt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>08.12. \u2013 11.12.2012<\/div>\n<div>In den ersten Tagen wehen schwache Winde aus Nordost, so dass wir unsere geplanten Etmale nicht erreichen k\u00f6nnen. Der stark seitlich aus Nordost einfallende Wind erm\u00f6glicht es jedoch, komfortabel unter Gro\u00df und Genua die vorgesehenen Kurse zu fahren. Die letzten Fischerboote und der k\u00fcstennahe Schiffsverkehr bleiben bald in unserem Kielwasser. Zwar l\u00e4uft die Flying Dog nun etwas langsamer als geplant aber f\u00fcr den Fahrtbeginn sind die herrschenden Windst\u00e4rken im Grunde genau richtig. Wir gew\u00f6hnen uns an die hohe Atlantikwelle und lernen es, einen geregelten Bordalltag aufzubauen. Vor allem regelm\u00e4\u00dfiges und gutes Essen sind notwendig, worum sich Biggi neben den Segelman\u00f6vern in bewundernswerter Weise k\u00fcmmert. Gedanken an gro\u00dfe Wassertiefen und zunehmende Entfernung vom Land verschwinden. Im Cockpit sitzen wir hoch und trocken. Zeitweise begleiten uns Delphine. Wir f\u00fchlen uns sicher und geborgen auf der Flying Dog. Einzig die noch vor uns liegende Distanz bis zu unserem Ziel von 2.250 sm entmutigt uns etwas.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>12.12. \u2013 18.12.2012<\/div>\n<div>Wir n\u00e4hern uns immer mehr der Passatzone. Der Wind briest auf, dreht weiter auf Ost und erreicht St\u00e4rke 5. Wir stellen fest, dass derartige Windst\u00e4rken f\u00fcr die Flying Dog kein Problem sind, wenn sie \u2013 wie hier &#8211; raumschots bis achterlich einfallen. Der an Bord sp\u00fcrbare, relative Wind ist dann geringer als 5 Beaufort, da der Fahrtwind abgezogen werden muss. Das kann allerdings auch \u00fcber die St\u00e4rke des wahren Windes hinwegt\u00e4uschen. Aufgrund des nun weiter achterlich einfallenden Windes muss unsere Segelf\u00fchrung aus Gro\u00dfsegel und Genua ge\u00e4ndert werden. Die Genua ger\u00e4t unter diesen Bedingungen in die Abdeckung des Gro\u00df, f\u00e4llt ein und \u00f6ffnet sich erneut mit einem gro\u00dfen Knall. Auf die Dauer eine zu hohe Materialbelastung. Wir versuchen, den 125 m\u00b2 gro\u00dfen Parasailor zu setzen, da der Produkthersteller eine Verwendung bis 5 Windst\u00e4rken vorgibt. Wir mussten erfahren, dass er bei solchen Windst\u00e4rken allerdings auch keinen Bedienfehler verzeiht. Lee- und Luvschot des Segels waren nicht fest genug auf die Spi-Winschen gelegt und l\u00f6sten sich. Der Parasailor flog nach vorn hoch auf, die Schoten hingen nur noch hinter ihren Umlenkbl\u00f6cken und schlugen mit hohem Druck. Sie mussten wieder geb\u00e4ndigt werden. Ein scharfer Schotschlag auf den Oberarm, ein an einer Umlenkrolle geklemmter Daumen, 15 Minuten harter Kampf \u2013 alles Dinge, die kein Geld kosten &#8211; dann kann das Segel wieder unbesch\u00e4digt in seinen Bergeschlauch gezogen werden. Die Grenzen einer 2-k\u00f6pfigen Crew sind aufgezeigt. F\u00fcr das erneute Setzen des Parasailors wollen wir moderatere Windbedingungen abwarten.<\/div>\n<div>Inzwischen erkennen wir, dass die Flying Dog bei 5 Windst\u00e4rken recht schnell allein unter unserer gro\u00dfen Genua l\u00e4uft. Es sind fast schon Vorwindkurse m\u00f6glich, zus\u00e4tzlich kann das Segel auch ausgebaumt werden. Bei sich weiter verst\u00e4rkendem Wind l\u00e4sst sich das Segel leicht aus dem Cockpit heraus reffen. Allein unter Genua l\u00e4uft die Flying Dog nun eine Geschwindigkeit von 6-7 kn. Damit sind wir zufrieden, denn es \u00fcbertrifft unser geplantes Etmal. Am 18.12. haben wir die halbe Strecke bis Barbados zur\u00fcck gelegt. Es verbleiben nur noch 1.350 sm. Dank der umsichtigen Provianteink\u00e4ufe stehen immer noch frisches Obst und Gem\u00fcse zum Verzehr bereit. An Bord kann auch bei dem nun erh\u00f6hten Seegang weiterhin gekocht werden. Nachts k\u00f6nnen wir in gr\u00f6\u00dferen Abschnitten schlafen, Schiffe begegnen uns nicht. Es ist deutlich w\u00e4rmer geworden. Die N\u00e4chte vor der afrikanischen Atlantikk\u00fcste, in denen es oft kalt und feucht war, vermissen wir nicht. Es ist jetzt warm und feucht. Der Skipper schl\u00e4ft nur noch im Cockpit. Bereits nach wenigen Stunden sind dann die auf den Holzb\u00e4nken verteilten Polster trocken geschlafen. \u00dcber der Flying Dog der klare Sternenhimmel bis hinunter zur Horizontlinie. Teilweise zweifeln wir, ob wir dort einen tief stehenden Stern oder das Hecklicht eines Schiffes sehen. Unsere elektronischen Ger\u00e4te zeigen jedoch, dass es sich um einen Stern handelt. Von nun ab begleiten uns fliegende Fische, die immer wieder einzeln oder in kleinen Gruppen aus dem Wasser schie\u00dfen und rund 50 m dicht \u00fcber den Wellen entlang fliegen, bis sie &#8211; oft etwas ungeschickt &#8211; wieder eintauchen. Etliche fliegen auf das Deck der Flying Dog und verenden dort. Sie m\u00fcssen dann beim n\u00e4chsten Segelman\u00f6ver \u00fcber Bord geworfen werden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>19.12. \u2013 27.12.2012<\/div>\n<div>Weihnachten feiern wir stilvoll auf der Flying Dog. Biggi hat einen Kuchen in Form eines Tannenbaums gebacken, au\u00dferdem wurden \u00c4pfel und N\u00fcsse serviert. Wir denken an Familie und Freunde.<\/div>\n<div>Der Passatwind nimmt ab. Wir setzen erfolgreich den Parasailor, der es uns zun\u00e4chst erm\u00f6glicht, eine Schiffsgeschwindigkeit von 5,5 kn zu halten. Dennoch gelingt es dem Parasailor noch zweimal, der Crew einige Adrenalinst\u00f6\u00dfe zu vermitteln. Nachdem das Segel Tag und Nacht durchgehend gut stand, hat sich am 20.12. die Luvschot im Bereich des Spi-Baums durchgerieben und bricht mit lautem Knall. Das Segel flattert im Wind. Skipper legt das Sicherungsgeschirr an und hastet entlang der Sicherungsleinen auf das Vordeck, um das Segel zu bergen. Da auf den Parasailor nicht verzichtet werden kann, wird die Schot entsprechend gek\u00fcrzt und der Spi-Baum gedreht. Wir hoffen, die Scheuerstelle damit beseitigen zu k\u00f6nnen. Am 23.12. bricht die Luvschot jedoch erneut, diesmal nachts. Bei Nacht und Atlantikseegang muss das Segel erneut geborgen werden. Nach solchen Notbergungen sind wir uns nicht mehr sicher, ob sich das Segel unvert\u00f6rnd im Bergeschlauch befindet. Wir ordnen deshalb das Segel unter Deck. Dabei rutscht der Skipper im Seegang aus und schl\u00e4gt mit der H\u00fcfte gegen diverse Holzausbauten. Schlie\u00dflich befestigen wir einen gro\u00dfen Metallsch\u00e4kel mit einem kurzen Stropp am Spi-Baum und lassen die Luvschot durch den Sch\u00e4kel laufen. Am 27.12. l\u00f6st sich der Stropp am Spi-Baum und der Sch\u00e4kel l\u00e4uft auf der Luvschot hinunter zum Cockpit, wo er in Griffh\u00f6he h\u00e4ngen bleibt. Danach wird nur noch mit ausgebaumter Genua gefahren obwohl uns der Parasailor einige gute Etmale eingebracht hat. Der Spi-Baumbeschlag muss grunds\u00e4tzlich \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>27.12. \u2013 29.12.2012<\/div>\n<div>\u00a0Zieldistanz noch 250 sm. Wir m\u00f6chten jetzt schnellstm\u00f6glich ankommen. Die frischen Lebensmittel sind fast ausgegangen, die Cockpit-B\u00e4nke hart geworden. Abends h\u00f6ren wir \u00fcber die Lautsprecher im Cockpit Musik von unseren CD\u00b4s. In der Dunkelheit und mit dem Rauschen des Seegangs im Hintergrund ein Erlebnis besonderer Intensit\u00e4t. \u00dcber Satelliten-Telefon bedanken wir uns nochmals bei Matthias und Monika f\u00fcr die viele M\u00fche, die sie sich mit der \u00dcbermittlung der Wettervorhersagen gemacht haben. In der Nacht vom 28. auf den 29.12.2012 kommen die Lichter der Ostk\u00fcste Barbados in Sicht. Wir m\u00fcssen nur noch das Nordkap runden und an der Westk\u00fcste s\u00fcdlich bis Bridgetown fahren. Nach so langer Zeit auf See l\u00f6st der Landfall am Ende zwiesp\u00e4ltige Gef\u00fchle aus. Wir werden uns wieder umgew\u00f6hnen m\u00fcssen. An Land herrscht eher die Stille w\u00e4hrend auf See immer alles in Bewegung ist. Jetzt blo\u00df nicht einschlafen und so kurz vor dem Landfall noch auf ein Riff laufen. Die M\u00fchen der letzten Wochen w\u00e4ren in Sekunden vernichtet.<\/div>\n<div>Am 29.12. erreicht die Flying Dog nach 21 Tagen und 14 Stunden sicher Bridgetown auf Barbados und geht nach dem Einklarieren in der Carlisle Bay vor Anker. Die 2.704 sm lange \u00dcberfahrt ist vollendet.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#auf Gran Canaria\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Gran Canaria \/ 27.11.-07.12.2012<\/span><\/a><\/h3>\n<p>Vom 11.11-26.11.12 waren wir auf Besuch in Deutschland. Familie und Freunde treffen, Arztbesuch, b\u00fcrokratische Erfordernisse -soweit m\u00f6glich- erf\u00fcllen. Ein sehr gedr\u00e4ngtes Programm. Besonders reizvoll: die Architektenkammer gibt an, dass die Lebensarbeitszeit eines Architekten immer bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres geht, auch dann, wenn er nicht mehr berufst\u00e4tig ist, schon Rente bezieht und sich auf einer Weltumseglung befindet. Daraus folgt, dass er bis dahin noch j\u00e4hrlich an einem ganzt\u00e4gigen Seminar zur Fortbildung als Architekt teilnehmen muss, um seinen berufsrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Andernfalls werden ernsthaft Bu\u00dfgeld und Klage angedroht. Ausnahmsweise konnte hier eine Fristverl\u00e4ngerung bis zum n\u00e4chsten Deutschlandbesuch erwirkt werden. Wir denken an die b\u00fcrokratischen Erfordernisse in Nordafrika zur\u00fcck, die immerhin noch \u00fcberwindbar waren, wenn man sein Bestes gegeben hatte.<br \/>\nDie Flying Dog erwartete uns unversehrt am 27.11. in Pasito Blanco, auf der S\u00fcdseite Gran Canarias. Allerdings erwartete uns auch anhaltender Starkwind aus n\u00f6rdlicher bis nord\u00f6stlicher Richtung mit entsprechendem Seegang aus Nord. Der Wind heulte in der Takelage. Unseren Plan, zur n\u00f6rdlich gelegenen Inselhauptstadt, Las Palmas zu segeln, um dort eine Motorwartung vornehmen zu lassen und bestimmte Ausr\u00fcstungsteile zu besorgen, gaben wir auf Grund der Wetterlage auf. Stattdessen fuhren wir mit dem Mietwagen zu Stadtbesichtigung und Einkauf nach Las Palmas und besichtigten auch Puerto Rico, einen Ort auf der S\u00fcdseite. Meloneras, Maspalomas und Playa des Ingl\u00e9s konnten wir zu Fu\u00df erreichen. F\u00fcr die Motorwartung kam der Volvo-Service nach Pasito Blanco.<br \/>\nGran Canaria hat mit seinem bergigen Inland, seinen Buchten und seinen Sandstr\u00e4nden viele Natursch\u00f6nheiten aufzuweisen. Das Klima ist mit winterlichen H\u00f6chsttemperaturen von 25 Grad im Schatten angenehm und erholsam. Sehenswert insbesondere die hohen D\u00fcnen von Maspalomas. Die Anlagen sind in gutem Zustand, privates Wachpersonal sorgt allerorts f\u00fcr Sicherheit. Die Insel ist jedoch komplett touristisch erfasst, teilweise \u00fcberlaufen. Besonders die Orte auf der S\u00fcdseite bestehen fast komplett aus Hotels, Appartements, Restaurants und den zugeh\u00f6rigen Einkaufszentren mit starker Ausrichtung auf Touristenbedarf. Als verw\u00f6hnte Weltreisende suchen wir eigentlich etwas anderes. Vielleicht standen hier fr\u00fcher einige Fischerh\u00e4user, die sp\u00e4ter komplett abgebrochen wurden, um touristischen Anlagen Raum zu geben. Pasito Blanco mit seinem Sportboothafen ist dagegen sehr ruhig. Ein R\u00fcckzugsbereich f\u00fcr Beg\u00fcterte, die die &#8222;splendid Isolation&#8220; suchen. Bis auf das Restaurant im Yachtclub und einen Laden f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf gibt es hier nun allerdings nichts. Angrenzend das gro\u00dfe Golfgel\u00e4nde. Die Flying Dog liegt hier jedoch sehr sicher.<br \/>\nBei der Motorwartung gab es Probleme. Wohl wegen der schlechten Qualit\u00e4t des Dieselkraftstoffs in Nordafrika hatten sich Bakterien im Tank angesiedelt, die sich vom Dieselkraftstoff ern\u00e4hren. Die Bakterien produzieren einen Schlamm, der sich auf dem Tankboden absetzt, jedoch bei Seegang aufgewirbelt werden kann. Er verstopft dann die Treibstoffzufuhr und die Maschine bleibt stehen, wenn man sie vielleicht am n\u00f6tigsten braucht. Der Tankinhalt musste entsorgt und der Tank gereinigt werden.<br \/>\nDas Wetter hat sich nun ge\u00e4ndert. F\u00fcr die n\u00e4chsten 7 Tage sagt der Wetterbericht moderate Windst\u00e4rken und passende Windrichtungen voraus, die uns schnell und sicher in die Karibik bringen werden. Wir beabsichtigen, am 07.12. zu starten. Unser Ziel ist Barbados. Weihnachten werden wir wohl noch auf See sein aber Neujahr hoffen wir in jedem Fall auf Barbados zu verbringen. Unseren n\u00e4chsten Bericht werden wir aus der Karibik senden, da wir w\u00e4hrend der \u00dcberfahrt keine Internet-Verbindung aufbauen k\u00f6nnen.<br \/>\nInsgesamt schon ein spannendes Gef\u00fchl. Die M\u00f6glichkeit umzudrehen und die Passage abzubrechen besteht wegen der vorherrschenden Windrichtung nicht. Ein Schutzhafen kann auch nicht mehr angelaufen werden. Die Wettervorhersage reicht nicht \u00fcber 3 Wochen. Die Hurrican-Saison ist jedoch vor\u00fcber und wir vertrauen auf konstante Passatwinde und unser braves Schiff. Was wird uns erwarten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Gran Canaria\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Von Lanzarote nach Gran Canaria \/ 06.11. &#8211; 11.11.2012<\/strong><\/span><\/a><\/h3>\n<p>06.11.2012<\/p>\n<p>Unseren Abschied von Arrecife begingen wir zusammen mit Stefan, den wir am Ankerplatz kennen gelernt hatten. Er hatte allein mit einem 27-Fu\u00df Schiff das Mittelmeer befahren und schlie\u00dflich den Weg bis zu den Kanarischen Inseln zur\u00fcckgelegt. Insgesamt war er \u00fcber 2 Jahre unterwegs und will nun sein Schiff verkaufen, um sich nach vielen Erlebnissen wieder in Deutschland sesshaft zu machen. Die Langfahrt auf einem 27-Fu\u00df Schiff ist eine gro\u00dfe aber auch kr\u00e4ftezehrende Leistung. Bei einer Paella Marisca und diversen Tapas tauschen wir unsere Erfahrungen aus.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter zur Marina Rubicon, an der S\u00fcdspitze von Lanzarote. F\u00fcr die Flying Dog nur ein Katzensprung. Nach der Zeit am Ankerplatz genie\u00dfen wir den Luxus der Marina mit Swimming Pool, schicken Caf\u00e9s und Restaurants. In der Marina befinden sich auch eine Reihe von Yachten, die am 25.11. an der ARC \u2013 Regatta teilnehmen wollen. Die Regatta f\u00fchrt von Las Palmas auf Gran Canaria nach St. Lucia in der Karibik. Es nehmen in jedem Jahr ca. 250 Yachten teil, die schon jetzt den Hafen von Las Palmas und weitere H\u00e4fen und Ankerpl\u00e4tze in der Umgebung f\u00fcllen. Hier sind allenfalls noch vorbestellte Liegepl\u00e4tze erh\u00e4ltlich. Wir entscheiden uns, unseren ohnehin geplanten kurzen Deutschlandaufenthalt vorzuziehen und die Zeit bis zur Abfahrt der ARC-Flotte in Deutschland zu verbringen. Kurzerhand buchen wir \u00fcber Internet zwei Fl\u00fcge und reservieren ab dem 11.11. f\u00fcr gut 2 Wochen einen Liegeplatz f\u00fcr die Flying Dog in der Marina Pasito Blanco auf der S\u00fcdseite Gran Canarias.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">08.11. \u2013 10.11.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die Flying Dog f\u00e4hrt nun nach Fahrplan, um bis zum 10.11. abends in Pasito Blanco einzutreffen. Die erste Tagesetappe f\u00fchrt nach Puerto Rosario, der Inselhauptstadt Fuerteventuras, die f\u00fcr Yachten nur einen Ankerplatz anbietet. Wir beobachten die ein- und auslaufenden F\u00e4hren und Kreuzfahrtschiffe. Des Morgens setzen wir unsere Fahrt fort.\u00a0 Die zweite Etappe f\u00fchrt uns an die S\u00fcdspitze Fuerteventuras, nach Morro Jable, das wir am 09.11. abends erreichen. Die Kurse stecken wir bei den herrschenden moderaten Windbedingungen sehr dicht unter Land ab und genie\u00dfen den Anblick der vorbeiziehenden Sandstr\u00e4nde und Landschaften. Wir erkennen den Ort wieder, an dem wir vor 12 Jahren das Ger\u00e4tetauchen erlernten. Der helle Sand wurde einst aus den W\u00fcsten Afrikas zu den Kanarischen Inseln her\u00fcbergeweht.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die dritte, letzte und l\u00e4ngste Etappe f\u00fchrt \u00fcber 70 sm von Fuerteventura nach Gran Canaria. Wir brechen im Morgengrauen auf, um diese Distanz bis zum Abend zur\u00fccklegen zu k\u00f6nnen. Der Wetterbericht sagt Starkwind 5 \u2013 6 aus Nord voraus. Dies ist halber Wind, der in etwa rechtwinklig zur notwendigen Kurslinie des Schiffes einf\u00e4llt. Unserem Zeitplan entsprechend laufen wir mit gerefften Segeln aus. Nachdem die Flying Dog den Windschatten Fuerteventuras verlassen hat, wird sie von starkem Wind und hohem, brechenden Seegang erfasst und durchger\u00fcttelt. Ein hartes St\u00fcck Arbeit liegt bis zum Erreichen Gran Canarias vor uns. Wir erreichen jedoch sehr hohe Schiffsgeschwindigkeiten von 8 \u2013 10 kn \u00fcber Grund. Nach einigen Stunden haben wir uns an den hohen Seegang gew\u00f6hnt und freuen uns an der Geschwindigkeit, die uns unserem Ziel schnell n\u00e4her bringt. Langsam wird Gran Canaria am Horizont sichtbar. Dann steigt unerwartet ein besonders hoher Brecher mit Druck von der Seite ins Cockpit ein und d\u00e4mpft unseren Optimismus. Kleidung durchn\u00e4sst, in den Schuhen steht das Wasser, wir schnappen nach Luft. Die Flying Dog bleibt jedoch unbeeindruckt und mit hoher Geschwindigkeit auf Kurs, so dass wir am fr\u00fchen Abend \u2013 wie geplant \u2013 in Pasito Blanco eintreffen und noch Zeit haben, im Yachtclub essen zu gehen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">11.11.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">An n\u00e4chsten Morgen klaren wir die Flying Dog auf, f\u00fcr unsere Abreise mit dem Flugzeug am Nachmittag. Mit dem Taxi fahren wir zun\u00e4chst nach Maspalomas, drucken die Bordkarten aus und setzen uns in ein Caf\u00e9 an der Strandpromenade. Bei geringem Wind glitzert die See im Gegenlicht und zeigt sich zum Abschied von ihrer besten Seite. Am 27.11.2012 werden wir zu unserem braven Schiff zur\u00fcckkehren.<\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Lanzarote\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Von Agadir nach Lanzarote \/ 25.10.-05.11.2012<\/span><\/a><\/h3>\n<div style=\"text-align: justify;\">25. \u2013 27.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Wir f\u00fcllen die Diesel- und Wassertanks der Flying Dog auf und klarieren in Agadir bei Zoll und Grenzpolizei aus. Die Beamten erhalten von uns diesmal keine Pr\u00e4sente, daraufhin warten wir 3 Stunden auf die Ausreisestempel in unseren P\u00e4ssen. Ungeduld wird uns jedoch zunehmend fremd. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg nach Lanzarote, der nord\u00f6stlichsten der kanarischen Inseln. Die Distanz betr\u00e4gt bei direktem Kurs 210 sm. Wir m\u00fcssen jedoch kreuzen, da statt der hier normalerweise herrschenden Nordostwinde die Wetterlage einen moderaten S\u00fcdwestwind vorgibt. Wir machen uns dennoch auf den Weg, denn die Windrichtung soll \u00fcber mehrere Tage gleich bleiben, der Wind jedoch erheblich aufbriesen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Bis zum Abend des 26.10. k\u00f6nnen wir noch einen Kurs entlang der afrikanischen Atlantikk\u00fcste nach S\u00fcden fahren, dann schalten wir die Maschine hinzu und nehmen direkten Kurs auf Lanzarote. Am 27.10. dreht der Wind dann auf Nordwest und wir k\u00f6nnen bei 4 Windst\u00e4rken mit erfreulichen 7 &#8211; 8 kn Schiffsgeschwindigkeit direkt auf die Inselhauptstadt Arrecife zuhalten. Nach 2 1\/2 Tagen geht die Flying Dog gegen 23.00 h am Nordostende des Puerto de Naos vor Anker. Arrecife bietet keine Liegepl\u00e4tze an der Pier oder an einem Schwimmsteg sondern nur mehrere Ankerpl\u00e4tze. Wir genie\u00dfen das ruhige Wasser unseres Ankerplatzes, \u00f6ffnen eine Flasche Champagner, essen K\u00e4se, Oliven und Kn\u00e4ckebrot und blicken zur\u00fcck auf unsere Erlebnisse. Allein im Atlantik haben wir 688 sm im Kielwasser gelassen, seit Reisebeginn in Kroatien insgesamt 2.670 sm.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">28.10. \u2013 05.11.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Morgen wollen wir unser Beiboot klar machen, um Arrecife zu besuchen. Dann der Tiefschlag \u2013 unsere Ratte nimmt noch sp\u00e4te Rache. In unser neues Beiboot hatte sie vor ihrem Ableben noch ein kleines aber wirkungsvolles Loch gebissen, das wir nun erst einmal flicken m\u00fcssen. Laut Anwendungsbeschreibung war nach dreimaliger Beschichtung und Andr\u00fccken eine Trocknungszeit von 24 Stunden einzuhalten. Wir konnten also erst einen Tag sp\u00e4ter von Bord gehen und waren richtig sauer.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">In den folgenden Tagen erkundeten wir Arrecife, kaufen ein, gehen orts\u00fcbliche Tapas essen, mieten ein Auto und besichtigen das Inselinnere. Des Nachts bot sich uns vom Ankerplatz der Anblick des Castillo de San Jos\u00e9 und u.a. der Einfahrt der AIDA in ein benachbartes Hafenbecken. Es wird jetzt immer w\u00e4rmer; wir k\u00f6nnen vom Boot ins Wasser springen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Lanzarote ist vulkanischen Ursprungs. Es dominiert das schwarze Lavagestein. Die Insel profiliert sich als Insel der K\u00fcnstler. Wir besuchen Werke des 1992 verstorbenen, einflussreichen K\u00fcnstlers und Architekten C\u00e9sar Manrique, der die auf Lanzarote vorhandenen Materialien und Naturformen zum Ausgangspunkt seiner Gestaltungen machte. Beeindruckend der Ausbau der Los Jameos del Aqua, das luxuri\u00f6se Privathaus Manriques sowie die Anlage des Jardin de Cactus. Im Lavagestein bilden sich h\u00e4ufig unterirdische Hohlr\u00e4ume deren Gesteinsd\u00e4cher oft einbrechen und Einblicke in Grotten gew\u00e4hren. Unter den \u00fcberkragenden Felsvorspr\u00fcngen baute Manrique Sitzecken, Bars oder ein gro\u00dfes Auditorium mit guter Akustik ein. Der Jardin de Cactus bietet Raum f\u00fcr eine gro\u00dfe Kakteensammlung in Form eines Amphitheaters. In der Umgebung des Jardin befinden sich kommerziell genutzte Kakteenfelder. Auf den Pflanzen werden bestimmte L\u00e4use gez\u00fcchtet, die sp\u00e4ter abgek\u00e4mmt werden. Aus ihnen wird nat\u00fcrlicher, roter Farbstoff gewonnen. Lanzarote wird uns mit ihrem schwarzen Lavagestein und ihrem eigenwilligem Charakter in Erinnerung bleiben.<\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Bilder\" href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Agadir\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Von Rabat nach Agadir \/ 16.10.-24.10.2012<\/span><\/a><\/h3>\n<div style=\"text-align: justify;\">Am 16.10. verl\u00e4sst die Flying Dog die Marina Bouregreg von Rabat. Zuvor wurden &#8211; wie immer \u2013 die landestypischen Abmeldeprozeduren bei Polizei und Zoll einschlie\u00dflich des erneuten Einsatzes des Drogenhundes abgewickelt. Unser Ziel ist El Jadida, ein gr\u00f6\u00dferer Fischerhafen. Eine Marina, wie in Rabat, gibt es in erreichbarer Entfernung nicht. Casablanca wollten wir nicht anlaufen, da es als weniger sehenswerte Gro\u00dfstadt beschrieben wird. Die Wind- und Segelbedingungen auf der 98 sm langen Strecke sind unterschiedlich. Mal muss gekreuzt werden, mal kann der Kurs auf das Ziel anliegen, mal muss unter Maschine gefahren werden. Insgesamt herrschen aber moderate Bedingungen mit 3, in Teilabschnitten bis maximal 4,5 Windst\u00e4rken. Die Fahrtstrecke erfordert eine Nachtfahrt.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">17.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\u00a0In der Nacht vom 16. auf den 17.10. konnten wir den Kurs unter Segeln im Abstand von etwa 5 sm parallel zur afrikanischen K\u00fcste anliegen. Pl\u00f6tzlich schreckte uns ein Ger\u00e4usch im Kielbereich der Flying Dog auf. Fischer hatten ein Treibnetz unbeleuchtet und quer zur Fahrtrichtung ausgelegt, das auf voller L\u00e4nge von Auftriebsk\u00f6rpern unmittelbar an der Wasseroberfl\u00e4che gehalten wurde. Die an der Oberkante des Netzes waagerecht angebrachte Leine, auf die die Auftriebsk\u00f6rper aufgef\u00e4delt waren, wurde unter dem Kiel durchgezogen, verfing sich jedoch im Ruderblatt. Die Flying Dog wurde vom Fischernetz aufgestoppt und hing fest. Jetzt war schnell zu handeln. Wir bargen die Segel, um den Druck auf das Ruderblatt zu vermindern und versuchten die obere Leine des Fischernetzes mit unserem langen Teleskop-Bootshaken nach unten zu dr\u00fccken. Da inzwischen trotz moderater Bedingungen der Atlantik-Seegang gegen unser Heck schlug, konnten wir uns auf diese Weise nicht aus dem Netz befreien. Schlie\u00dflich gelang es uns, das Netz empor zu ziehen und uns mit unseren japanischen K\u00fcchenmessern freizuschneiden. Das Ruderblatt scheint nach Sichtkontrolle und nach Gef\u00fchl bei sp\u00e4terer Bedienung unbesch\u00e4digt.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Wir setzten danach unsere Fahrt nach El Jadida fort, wo wir mittags am 17.10. leider exakt zum Zeitpunkt des Niedrigwassers einliefen. Viele marokkanische H\u00e4fen am Atlantik versanden und es gibt wenig Geld f\u00fcr das Ausbaggern der Hafeneinfahrten und der Becken. Der Tidenhub betr\u00e4gt in diesem Seegebiet etwa 2,6 m und wir mussten mit 0,0 m Wassertiefe unter dem Kiel bei einem Berufsschiff l\u00e4ngsseits gehen. Die Liegebedingungen im Hafen waren f\u00fcr die Flying Dog nicht ideal. Keine Versorgung mit Wasser und Strom. Dann Leinen los und neu anlegen, weil das Berufsschiff auslaufen will. Abwicklung der B\u00fcrokratie auf landestypische Weise mit Zigaretten, Geld und T-Shirts.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">18. \u2013 19.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Hafentage in El Jadida, da sich das Wetter im Hinblick auf unsere weitere Fahrtrichtung verschlechtert hatte. Es st\u00fcrmte und regnete einen ganzen Tag durchgehend ansonsten herrschten die falsche Windrichtung und \u2013St\u00e4rke. Wir mussten g\u00fcnstigere Bedingungen abwarten. Wir nutzten die Zeit zu Eink\u00e4ufen auf den M\u00e4rkten El Jadidas und besichtigten das portugiesische Fort. Im Vergleich zu Rabat und zu dem sp\u00e4teren Agadir ist der Lebensstandard der Einwohner El Jadidas eher geringer und der Lebensstil weniger europ\u00e4isch. In einem Internet-Caf\u00e9 pr\u00fcfen wir unseren Mail-Account, davor windet sich ein Bettler am Boden.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Mit der deutschen Segelyacht \u201cSonntag\u201d liegt die Flying Dog im P\u00e4ckchen. Mit der Crew, Franz und Dominik tauschen wir Erfahrungen aus. Da Biggi gerade keine Zeit hat, den Skipper im Bootsmannsstuhl in den Mast hochzuwinschen, hilft uns Dominik, die Oberwanten nachzuspannen. Die N\u00e4chte in El Jadida werden mit etwa 17 Grad richtig k\u00fchl, wir w\u00fcnschen uns die Tropen herbei.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">20.10. \u2013 24.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Ab dem 20.10. verbessert sich die Wetterlage und die Flying Dog verl\u00e4sst El Jadida. Nach 2 Tagen und 2 N\u00e4chten und etwa 210 zur\u00fcckgelegten sm erreichen wir Agadir, unseren letzten Hafen in Marokko nach Fahrt bei moderaten Windbedingungen. Auf die zuvor noch geplante Zwischenstation in Essaouira verzichten wir, da auch dort nur ein Liegeplatz im Fischerhafen m\u00f6glich ist und wir dringend unsere Wassertanks auff\u00fcllen m\u00fcssen. Der Ort Essaouira w\u00e4re sicher sehenswert gewesen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Agadir besitzt eine Marina nach europ\u00e4ischem Ma\u00dfstab mit allen Versorgungsm\u00f6glichkeiten. Im Umkreis der Marina wurden zudem luxuri\u00f6se Appartementh\u00e4user errichtet. Entlang des breiten Sandstrands wurde eine sehr sch\u00f6ne Strandpromenade angelegt an die moderne Hotels angrenzen. Die Preise erreichen allerdings ebenfalls fast europ\u00e4isches Niveau. Gro\u00dfe Teile des Stadtgebiets wurden 1960 durch ein Erdbeben vernichtet. Eine Trag\u00f6die aber auch eine Chance f\u00fcr die darauf folgende Entwicklung. In der heute au\u00dferhalb auf einem Berg liegenden Kasbah wurden etwa 400 H\u00e4user komplett in Schutt gelegt. Die Umfassungsmauer der Kasbah wurde teilweise restauriert. Die Ansiedlung wurde aufgegeben. In Hafenn\u00e4he gingen wir wunderbar Fisch essen im traditionellen, marokkanischen Stil. Gro\u00dfe Gambas, gegrillter Fisch, lecker bis zum letzten Bissen. Danach einen traditionellen Tee mit frischer Minze, zubereitet am Tisch. Wir waren sehr zufrieden. Dass es anschlie\u00dfend \u00fcber den Preis des Essens zur Auseinandersetzung mit dem Wirt kam, steht auf einem anderen Blatt. Nach Nachverhandlung aus unserer Sicht immer noch zu teuer.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Der Wunsch nach mehr W\u00e4rme wurde uns erf\u00fcllt. Jetzt herrschen selbst nach Sonnenuntergang noch 29 Grad Celsius. Und nun treffen wir sie, die \u201crichtigen\u201d Weltumsegler, die einen ganz eignen Lebensstil auf ihrem Schiff entwickelt haben. Aus ihrem Schiff ert\u00f6nt eine nicht enden wollende, tranceerzeugende orientalische Musik mit viel Kling und Klong, die mentale Balance herstellen soll. Abends beobachten wir vollkommen fremdartige Essgewohnheiten. In der rechten Hand h\u00e4lt man einen kleinen Dolch, mit dem man sich von einem St\u00fcck Fleisch abschneidet. Der Bissen wird sofort mit dem Daumen auf der Klinge festgehalten und zum Mund gef\u00fchrt. Aber sehr freundlich und ausgeglichen, diese Leute. Alles irgendwie faszinierend.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Wir wollen dann morgen, am 25.10.2012 zu den Kanarischen Inseln aufbrechen und erhoffen uns f\u00fcr die 220 sm bis Lanzarote fair winds.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">PS.: Aufgrund mehrfacher Nachfrage best\u00e4tigen wir hiermit den definitiven Tod unserer Ratte. Bereits in Beni-Saf, Algerien haben wir sie tot bei den Bratpfannen aufgefunden und entsorgt. Eine Kamera war gerade nicht zur Hand.<\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Bilder\" href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Rabat\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Von Melilla nach Rabat \/ 05.10. &#8211; 15.10.2012<\/strong><\/span><\/a><\/h3>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die Flying Dog verl\u00e4sst Melilla \u2013 wie geplant &#8211; am 05.10.2012 und nimmt nach Rundung des nahe gelegenen Cabo Viejo direkten Kurs auf Ceuta am Ostausgang der Stra\u00dfe von Gibraltar. Die Distanz nach Ceuta, der zweiten spanischen Enklave an der afrikanischen K\u00fcste, betr\u00e4gt 125 sm. Nach all den Schwierigkeiten, die uns Wind und Wetter vor der K\u00fcste Algeriens bereitet hatten, werden wir nun mit einem sch\u00f6nen Segeltag belohnt. Wir fahren einen vollen Amwindkurs bei durchschnittlich 3 Windst\u00e4rken. Die Flying Dog tr\u00e4gt unter diesen Bedingungen eine Segelfl\u00e4che von 93 m\u00b2 und erreicht eine Geschwindigkeit \u00fcber Grund von \u00fcber 6 kn. Leider flaut der Wind nach Einbruch der Dunkelheit ab und erreicht am n\u00e4chsten Morgen nur noch f\u00fcr kurze Zeit seine alte St\u00e4rke. Den Rest der Strecke legen wir unter Maschine zur\u00fcck und laufen am 06.10.2012, abends in Ceuta ein.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">L\u00e4ngere Zeit unter Maschine zu fahren empfinden wir stets als unangenehm aber immerhin brauchen wir nicht gegen Starkwind aufzukreuzen und der Stromverbrauch macht uns bei Maschinenfahrt keine Sorgen.\u00a0 Au\u00dfer der vorgeschriebenen Navigationsbeleuchtung des Schiffes laufen auf der Flying Dog des Nachts insbesondere die elektrische Selbststeueranlage, 2 St\u00fcck GPS-Kartenplotter, Radarger\u00e4t, AIS-Sender und \u2013Empf\u00e4nger sowie das UKW-Funkger\u00e4t. Die Tragweiten der roten und gr\u00fcnen Positionslaternen sinken bei Dunst oder leichtem Nebel erheblich. In gleichem Ma\u00dfe sinken die M\u00f6glichkeiten der optischen Wahrnehmung anderer Schiffe durch das menschliche Auge. Insbesondere hier helfen die vorgenannten Ger\u00e4te weiter. Die beiden GPS-Kartenplotter stellen fortlaufend Position, Kurs und Geschwindigkeit \u00fcber Grund der Flying Dog in einer elektronischen Seekarte auf einem Bildschirm dar. Dieser Bildschirm l\u00e4sst sich wahlweise aufteilen, so dass gleichzeitig das Radarbild angezeigt werden kann. Ebenfalls in die elektronische Seekarte werden andere, mit AIS-Sendern ausger\u00fcstete Schiffe mit ihrer Position, Kurs und Geschwindigkeit in Form kleiner Dreiecke eingeblendet. Als weitere Informationen sind Schiffsname, Schiffstyp und \u2013Gr\u00f6\u00dfe sowie Funkzeichen gesondert abrufbar. International sind alle Schiffe mit einer Verdr\u00e4ngung von \u00fcber 300 to ausr\u00fcstungspflichtig. Andere Schiffe, wie auch die Flying Dog, k\u00f6nnen sich im Interesse der Sicherheit freiwillig mit dem automatischen Schiffsidentifizierungssystem (AIS) ausr\u00fcsten. Zus\u00e4tzlich zum Kartenplotter werden auf der Flying Dog allein die AIS-Daten nochmals auf einem gesonderten Bildschirm \u00fcbersichtlich dargestellt. Da im AIS auch das Funkzeichen der Flying Dog \u00fcbertragen wird, ist immer auch das UKW-Sprechfunkger\u00e4t angeschaltet, um stets h\u00f6rbereit zu sein. Die beigef\u00fcgten Fotos zeigen die Situation am Osteingang der Stra\u00dfe von Gibraltar vor Ceuta. Es herrscht reger Schiffsverkehr. Vor der afrikanischen K\u00fcste sind selbst die mittelgro\u00dfen Fischtrawler nicht mit AIS-Sendern ausger\u00fcstet und k\u00f6nnen nur als Radar-Echo erkannt werden. H\u00e4ufig wird man in diesen Gew\u00e4ssern auch namentlich durch Boote der Grenzpolizei \u00fcber Funk angerufen, die Details \u00fcber das Schiff, Abfahrts- und Zielort erfragen. Durch ihre elektronische Ausr\u00fcstung ist die Flying Dog auch bei Nacht oder schwierigen Sichtverh\u00e4ltnissen ein sehr sicheres Schiff.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">06.10.-08.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die spanische Enklave Ceuta ist eine sehr lebhafte und gesch\u00e4ftige Stadt. Aufgrund des nur 15 sm entfernten Spaniens kommen viele Spanier mit ihren Yachten zum Einkaufen nach Ceuta. Uns fielen diverse fantasievoll gestaltete H\u00e4user auf, wie beispielsweise das Drachenhaus im Stadtzentrum.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">09.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">In der Stra\u00dfe von Gibraltar herrschen teils starke Str\u00f6mungen, wechselweise in \u00f6stlicher oder westlicher Richtung. Um eine g\u00fcnstige Str\u00f6mungsrichtung zu nutzen, laufen wir am 09.10. um 03.00 h morgens aus. Ziel ist die marokkanische Stadt Tanger am Westausgang der Stra\u00dfe von Gibraltar. Die kurze Distanz von 30 sm wird bei moderaten Wetterbedingungen problemlos zur\u00fcck gelegt. Die Flying Dog l\u00e4uft schon am Mittag des 09.10.2012 in Tanger ein. Nach den seit unserer Abfahrt von Kroatien zur\u00fcck gelegten 1.920 sm stehen wir nun an der Schwelle zum Atlantik. Wir sind gl\u00fccklich, dass wir diese Strecke unverletzt und ohne Besch\u00e4digung der Flying Dog geschafft haben.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Der Hafen entspricht nicht unseren Erwartungen. Die Bauarbeiten f\u00fcr den neuen Yachthafen werden wohl noch Jahre andauern. Die vorhandenen Anlegestege waren mit Dauerliegern absolut \u00fcberf\u00fcllt. Wir fanden dort keinen Liegeplatz. Zust\u00e4ndiges Haferpersonal verwies uns auf den Fischerhafen, der jedoch selbst \u00fcberf\u00fcllt war. Im Hafenbecken schwammen viel \u00d6l und Plastik. Starke Ger\u00fcche und L\u00e4rm von den Fischhallen. Schlie\u00dflich dr\u00e4ngten wir uns im Handelshafen zwischen eine F\u00e4hre und eine Landungsbr\u00fccke. In Tanger besteht bereits ein Tidenhub von \u00fcber 1,0 m. Die Pier war hoch aber wir konnten unser Schiff \u00fcber einen gro\u00dfen, von der Pier als Fender f\u00fcr Gro\u00dfschiffe herabh\u00e4ngenden Reifen verlassen. Steigungsh\u00f6hen je nach Gezeit ca. 2 x 1,0 m. Sp\u00e4ter kam noch eine englische Yacht au\u00dfen l\u00e4ngsseits, deren Besatzung, ein \u00e4lteres Ehepaar das Land \u00fcber den Reifen nicht mehr erreichen konnte. Gut, dass wir noch jung sind.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">In Tanger besichtigten wir die Kasba mit ihren teilweise von Europ\u00e4ern bewohnten H\u00e4usern, die Medina mit ihrem Menschengewimmel und den vielen kleinen Gesch\u00e4ften und die gro\u00dfz\u00fcgig angelegte Neustadt. In der Medina waren wir \u00fcberrascht, wie sich hinter einer recht kleinen Eingangst\u00fcr \u00fcber mehrere Etagen gro\u00dfe und hohe Verkaufsr\u00e4ume &#8211; beispielsweise eines Teppichh\u00e4ndlers &#8211; er\u00f6ffneten. Der H\u00e4ndler zeigte uns durchaus sch\u00f6ne Teppiche, ein Kauf kam jedoch nicht in Frage. An anderer Stelle wurde der Kauf marokkanischer Gew\u00fcrze und einer auf marokkanischem Argan-\u00d6l basierenden Creme unausweichlich. Der Tag hatte bereits viel Kraft gekostet, so dass sich Biggi von den H\u00e4ndlern schlie\u00dflich rundquatschen lie\u00df.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">11.10. \u2013 15.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Nachdem wir gegen Mittag endlich unsere vor zwei Tagen hinterlegten und nun zur Einreise abgestempelten P\u00e4sse von der Grenzpolizei zur\u00fcck bekamen, konnten wir mit Ziel Rabat auslaufen, wo wir am 12.10.2012 gegen 17.00 h eintrafen. Die Wetterbedingungen im Atlantik sind in der Regel nicht so wechselhaft wie am Mittelmeer. Abgesehen davon, dass uns die Str\u00f6mung zeitweise wieder in die Stra\u00dfe von Gibraltar zur\u00fcck ziehen wollte, waren die Segelbedingungen angenehm und problemlos. Da auf der Hafeneinfahrt des Bou Regreg selbst bei moderaten Bedingungen Brandung steht, holte uns ein Boot des Hafenmeisters vor der Hafeneinfahrt ab und geleitete die Flying Dog durch die Flachwasserbereiche flussaufw\u00e4rts bis zur Marina Bouregreg zwischen den an den Fluss angrenzenden St\u00e4dten Rabat und Sal\u00e9. Bis 18.30 h waren alle Formalit\u00e4ten, einschlie\u00dflich des Einsatzes eines Drogenhundes abgewickelt und wir lagen sicher vert\u00e4ut im Marinabecken, das europ\u00e4ischen Ma\u00dfst\u00e4ben entsprach.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Zum Besuch Rabats setzen wir jeweils mit kleinen Ruderbooten \u00fcber, die auch den Einheimischen als F\u00e4hre dienen. Bewundernswert waren die Eingangst\u00fcren der arabischen H\u00e4user in der blau-wei\u00df gestalteten Kasba. In der Medina machten wir kleine Eink\u00e4ufe aber zum Einkauf von Lebensmitteln konnten wir uns auf Grund der Fliegen nicht entschlie\u00dfen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Tag besichtigten wir das Mausoleum K\u00f6nig Mohammed V, das im Bereich der unvollendeten Moschee aus dem 12. Jhd. mit dem Hassan-Turm und der sp\u00e4ter errichteten gro\u00dfen Moschee<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">angeordnet ist. Die handwerkliche Qualit\u00e4t und auch der Erhaltungszustand der Steinmetzarbeiten und der Mosaike im Mausoleum ist atemberaubend. Ohne \u00dcbertreibung kann der Verfasser sagen, dass er so etwas \u00fcberhaupt noch nicht gesehen hat.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Rabat hat uns gut gefallen und wir w\u00e4ren gern noch l\u00e4nger geblieben.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Bilder\" href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Tunesien\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Von Tunesien nach Melilla \/ 21.09.-04.10.2012<\/span><\/strong><\/a><\/h3>\n<div style=\"text-align: justify;\">21.09.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Da die Reparatur der Handfernbedienung f\u00fcr die Ankerwinsch l\u00e4nger dauerte als erwartet, verlie\u00df die Flying Dog den tunesischen Hafen Tabarca erst am 21.09.2012. Dies war ein Tag sp\u00e4ter als geplant. Wir nutzten den zus\u00e4tzlichen Tag, um noch einmal am breiten Sandstrand von Tabarca baden zu gehen. Wassertanks waren aufgef\u00fcllt und Proviant gebunkert. Nach kurzer Zeit schw\u00e4chte sich der Wind so weit ab, dass wir mit Ausnahme jeweils kurzer Strecken unter Segel, durchgehend unter Maschine fahren mussten.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">24.09.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die See vor der afrikanischen K\u00fcste kennt kein Mittelma\u00df. Nach langer Fahrt unter Maschine befand sich die Flying Dog in ihrer Fahrt nach Westen auf H\u00f6he Algier. In der Nacht vom 23. auf den 24.09. drehte der Wind dann auf West, also gegenan und nahm innerhalb von 15 Minuten auf bis zu 7 Windst\u00e4rken zu.\u00a0 Der Wind baute sehr schnell einen entsprechenden Seegang mit 3 \u2013 4 m hohen Wellen auf, so dass wir nach Westen kaum weitere H\u00f6he gewinnen konnten. Am Morgen des 24.09. liefen wir in die gro\u00dfe Bucht von Algier ein und gingen ersch\u00f6pft vor Anker, um bessere Bedingungen abzuwarten.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Algerien besitzt restriktive Einreisebestimmungen. Reisende m\u00fcssen vor der Abreise ein Visum beantragen. Die \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden k\u00f6nnen die Anwesenheit von Schiffen in einer Bucht oder einem Hafen f\u00fcr begrenzte Zeit gestatten. Schiff oder Hafengel\u00e4nde d\u00fcrfen dann jedoch nicht verlassen werden. Wir besa\u00dfen keine Visa und und hatten auch nicht geplant, Algerien zu besuchen. Nach Kontrolle und dem Ausf\u00fcllen einiger Formulare in Anwesenheit der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden, die mit einem Boot l\u00e4ngseits gekommen waren, durften wir in der Bucht von Algier bleiben. Die Beh\u00f6rden verhielten sich ansonsten korrekt und versahen ihren Dienst ohne Schmiergeld. Wir genossen die Skyline Algiers vom Ankerplatz aus. Am Nachmittag des 24.09. fegten immer noch B\u00f6en von 6 \u2013 7 Windst\u00e4rken selbst durch die Ankerbucht. Wir bauten unser Sonnendach (Bimini) ab, um eine Besch\u00e4digung zu vermeiden. Am Ankerplatz in B\u00f6en noch Seegang mit bis zu 0,75 m H\u00f6he und Schaumkronen. Nichts im Vergleich zu den Bedingungen, die gleichzeitig au\u00dferhalb der Bucht herrschten. Wir waren dankbar.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">25.09.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Der Wind ist abgeflaut. Die Flying Dog verl\u00e4sst Algier unter Maschine. Dann stellen sich doch noch gute Segelbedingungen mit 3 \u2013 4 Windst\u00e4rken bei einem Amwindkurs ein. Ab 18.00 h dann wieder auf West drehender Wind von 6 Windst\u00e4rken, der sich innerhalb von 10 Minuten aufbaut. Wir laufen den kleinen algerischen Fischerhafen Tipasa an. Als einzige Segelyacht liegen wir eingekeilt zwischen Fischerbooten. Einzelne Sardinen liegen nach kurzer Zeit schon auf Deck der Flying Dog. Zusammen mit der an Bord kommenden Grenzpolizei f\u00fcllen wir diverse Formulare aus. Das Schiff d\u00fcrfen wir zun\u00e4chst nicht verlassen, wir haben deshalb auch kein algerisches Geld. Auf der Pier stehen zwischen den dort liegenden Netzen 25 \u2013 30 Menschen, die mit Interesse jede unserer Bewegungen beobachten. Wir begeben uns unter Deck. Ein Mitglied des Sicherheitsdienstes bringt uns noch am sp\u00e4ten Abend eine warme Mahlzeit aus gebratenen Sardinen, Tomaten und Wei\u00dfbrot.\u00a0 Dem Jungen, der uns beim Anlegen geholfen hat und der Sicherheitsmann geben wir einige Fischausr\u00fcstung, 10 m Leine und einen Pizzaschneider. Sachen, die wir \u00fcbrig hatten.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">26.09.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Morgen brachte man uns noch Milchkaffee und Croissants auf einem Silbertablett. Das alles kostete uns nichts. Au\u00dferdem fand sich der Zoll ein, der das Schiff durchsuchte aber uns anschlie\u00dfend eine \u201cDeclaration\u201d ausstellte, mit der wir uns in Tipasa frei bewegen konnten. Auf der Pier fanden sich ein sehr gut deutsch sprechender Algerier und sein Cousin ein. Der Algerier hatte l\u00e4ngere Zeit in Hamburg gelebt und betonte, dass man in Deutschland sehr viel f\u00fcr ihn getan und alles bezahlt hat. Er wollte nun etwas davon zur\u00fcck geben und begleitete uns zur Bank und zu den gut erhaltenen Ruinen einer alten r\u00f6mischen Stadt, die heute zum Weltkulturerbe geh\u00f6rt. Am Nachmittag verlie\u00df die Flying Dog Tipasa um ihren Westkurs fortzusetzen. Wir hatten zwar die Erfahrung einer ausufernden B\u00fcrokratie gemacht aber auch viele hilfsbereite und freundliche Menschen erlebt.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Bei inzwischen geringer Windst\u00e4rke war zun\u00e4chst wieder Maschinenfahrt angesagt. Sp\u00e4ter stellten sich jedoch 5 Windst\u00e4rken raumschots, also aus der richtigen Richtung ein, den wir l\u00e4ngere Zeit nutzen konnten.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">28.09.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Der Ostwind der vergangenen Tage hatte uns eine gr\u00f6\u00dfere Strecke entlang der afrikanischen K\u00fcste voran gebracht. Die Flying Dog hatte die algerische Stadt Oran bereits passiert als der Wind des morgens erneut abflaute und einige Zeit unter Maschine gefahren werden musste. Inzwischen hatten wir weitere 40 l Dieselkraftstoff aus Reservekanistern in den Tank umgef\u00fcllt, der aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz leer war, so dass nun wieder eine fast halbe Tankf\u00fcllung zur Verf\u00fcgung stand. Bis Melilla h\u00e4tte nun auf direktem Kurs in einer Entfernung von ca. 75 sm erreicht werden k\u00f6nnen. Am Vormittag kam jedoch erneut Westwind auf, der innerhalb von 10 Minuten auf 7 \u2013 8 Windst\u00e4rken zunahm.\u00a0 Melilla schon in Reichweite und nun diese Bedingungen. Wir mussten abdrehen und den Kurs auf den gr\u00f6\u00dferen, algerischen Fischerhafen Beni-Saf absetzen, der 20 sm entfernt lag aber noch bei Tageslicht erreicht werden konnte. Beni-Saf liegt eingebettet in die eindrucksvolle algerische Steilk\u00fcste. Durchn\u00e4sst von \u00fcbergekommenen Seegang liefen wir in den Hafen ein. Nach sofortiger Abwicklung der B\u00fcrokratie bereiteten wir uns einen hei\u00dfen Tee mit Minzgeschmack zu, der in Nordafrika \u00fcblich ist.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">29.09.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Hafentag in Beni-Saf. Warten auf besseres Wetter. Mangels \u201cDeclaration\u201d d\u00fcrfen wir den Hafen nur in Begleitung eines Polizeibeamten in Zivil verlassen. Wir machen Eink\u00e4ufe und besuchen ein Caf\u00e9. Der an die Bergh\u00e4nge geschmiegte Ort macht einen eher \u00e4rmlichen Eindruck ohne besondere Sehensw\u00fcrdigkeiten.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">30.09.2012<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wind ist nun wieder abgeflaut. Die Flying Dog verl\u00e4sst Beni-Saf. Nach erneut l\u00e4ngerer Fahrt unter Maschine erreichen wir Melilla am 01.10.2012, morgens. Die lange Strecke entlang der afrikanischen K\u00fcste haben wir doch als \u201chartes Brot\u201d mit teilweise schnell wechselnden Windbedingungen empfunden, die auch nicht genau vorher gesagt werden k\u00f6nnen. Das gew\u00fcnschte Mittelma\u00df der Segelbedingungen haben wir selten gefunden. Es empfiehlt sich, Visa f\u00fcr Algerien dabei zu haben. Die B\u00fcrokratie ist restriktiv aber das Land ist sehenswert.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">01.10. \u2013 04.10.2012<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Aufenthalt in Melilla, der spanischen Enklave auf afrikanischem Boden, umgeben von marokkanischem Staatsgebiet. Auf den fr\u00fcheren Ansiedlungen der Ph\u00f6nizier und der R\u00f6mer erstellten und erweiterten die Spanier Stadt und Fort seit dem 15. Jahrhundert. Der Status der Stadt wurde um 1850 in Vertr\u00e4gen mit Marokko abgesichert. Ein St\u00fcck Europa in Afrika. Bemerkenswert das restaurierte Fort, das jedoch vergleichbar einem Museum hergerichtet wurde. Es fehlen beispielsweise Restaurants, die Besucher anziehen k\u00f6nnten. Der ganze Bereich wirkt eigent\u00fcmlich menschenleer.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Im Stadtzentrum fallen die vom Jugendstil inspirierten Hauser und die gro\u00dfen Parks, die Vielzahl der Spielpl\u00e4tze und die repr\u00e4sentativen Brunnen und st\u00e4dtischen Pl\u00e4tze auf. Die Stadt tut viel f\u00fcr Ihre Einwohner. \u00dcberbordender Luxus verglichen mit Beni-Saf in Algerien. Die Flying Dog liegt sicher im Hafen der Stadt. Hier k\u00f6nnen wir uns ausruhen, die Stadt besichtigen und uns neu mit Proviant ausstatten. Auf H\u00f6he der Saling war der UV-Schutzstreifen der Genua eingerissen und musste von uns gen\u00e4ht werden. All dies konnten wir im Hafen von Melilla erledigen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Voraussichtlich wird die Flying Dog am 05.10.2012 auslaufen und Kurs auf die Meerenge von Gibraltar nehmen. Es wird herbstlich im Mittelmeer und der Atlantik ruft.<\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Bilder\" href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Tunesien_Hafen\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">H\u00e4fen in Tunesien \/ 04.09. &#8211; 20.09.2012<\/span><\/strong><\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 04.09.2012, nachmittags liefen wir in den Hafen von Monastir ein. Sofort nach dem Einlaufen kamen die Vertreter von Polizei und Zoll zum Schiff, um das Einklarieren durchzuf\u00fchren. Die dazu notwendigen Formulare waren dann in den B\u00fcros der Grenzpolizei und des Zolls im Hafen auszuf\u00fcllen. Auf die herrschenden Sitten mussten wir uns einstellen. Der Zollbeamte kam nicht an\u00a0 Bord, um zollpflichtige Waren zu finden sondern um festzustellen, ob bestimmte Produkte doppelt vorhanden waren. Von zwei Paketen Kaffee erhielt er eines. Damit gab sich anschlie\u00dfend der Polizeibeamte nicht zufrieden. Tunesische Dinar hatten wir nicht an Bord. Er nahm auch Euro. Der Vorgang des Einklarierens kann sehr einfach sein, sich aber auch \u00fcber viele Stunden hinziehen. Nachdem wir nun 7 Tage und 4 Stunden auf See waren und zus\u00e4tzlich dann noch ein weiterer Polizeibeamter, geringeren Dienstgrades alte Signalraketen f\u00fcr eine Hochzeit und ein Bettler am Schiff 2 Dinar f\u00fcr Couscous haben wollten, waren wir deutlich genervt. Das zu vertretbaren Preisen in einem Hafenrestaurant servierte Abendessen standen wir wegen M\u00fcdigkeit kaum noch durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Monastir blieben wir 4 Tage. Wir lernten die Sch\u00f6nheiten und die Annehmlichkeiten des Hafens und der Stadt kennen und nutzten sie. Diverse Restaurants und Internet-Caf\u00e9s im Hafen. Unsere Gasflaschen, von denen wir 3 St\u00fcck an Bord haben, wurden gef\u00fcllt, Frischwasser und Strom am Liegeplatz, Fett und Motor\u00f6l im Yachtservice, ein kleiner Supermarkt und vor allem, wir hatten unsere Ruhe. Bezahlt wird nur am Anfang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt steht im Schatten des Ribat, einer Festung mit hohen und dicken Mauern, in die sich die Einwohner im 8. Jahrhundert n. Chr. gegen Angriffe der Christen zur\u00fcckziehen konnten. In Friedenszeiten diente der Ort dem Studium des Korans und der Vorbereitung auf den n\u00e4chsten heiligen Krieg. In der Stadt viele kleine Gesch\u00e4fte, teilweise als Basar \u00fcberdacht, Menschengewimmel. Beeindruckend der \u00fcberdachte Fisch- und Gem\u00fcsemarkt, in dem die H\u00e4ndler lautstark ihre Waren anpreisen. Pr\u00e4chtig das Mausoleum der Familie Bourguiba, des ersten Staatspr\u00e4sidenten Tunesiens nach der Unabh\u00e4ngigkeit von Frankreich im Jahre 1960.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 08.09.2012 lief die Flying Dog aus Monastir aus und erreichte bei moderaten Winden aus S\u00fcdost noch am Abend des gleichen Tages den kleinen Fischerhafen Beni Khiar. Der versandete Hafen besitzt nur geringe Wassertiefen zwischen 2,8 und 2,0 m, so dass die Flying Dog dort nur eingeschr\u00e4nkt man\u00f6vrieren konnte. Schlie\u00dflich gingen wir bei einem f\u00fcr Touristen nachgebauten Piratenschiff l\u00e4ngsseits. Biggi bereitete ein schmackhaftes Abendessen mit Bratkartoffeln und Fleisch zu, dessen Geruch sich im Hafen ausbreitete. Beim Abr\u00e4umen des Geschirrs ein Schock. Eine Ratte hatte sich durch das Seitenfenster oberhalb der Pantry fallen lassen und sa\u00df nun in der Bratpfanne bei den Speiseresten. Danach hatten wir eine Ratte auf dem Schiff und Beni Khiar eine Ratte weniger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 09.09.2012 verlie\u00dfen wir morgens zu dritt Beni Khiar, das ansonsten wenig Sehenswertes zu bieten hatte und liefen am Vormittag des 10.09.2012 in Sidi Bou Said, nahe Tunis ein. Beim Fr\u00fchst\u00fcck lockten wir mit Fleischbrocken eine Katze an Bord. Bei n\u00e4herem Hinsehen erkannten wir jedoch, dass dieser Katze ein Vorderbein fehlte. Wir erwarteten nicht mehr, dass diese Katze die Ratte fangen w\u00fcrde. Eine Ratte an Bord ist nicht nur unhygienisch, es besteht auch die Gefahr, dass Kabel und andere Leitungen angenagt werden. Dies kann zum Ausfall wichtiger Ger\u00e4te f\u00fchren, die beispielsweise der Navigation dienen. Der Hafenmeister von Sidi Bou Said vermittelte einen Spezialisten, der diverse Fallen aufstellte sogar eine gro\u00dfe K\u00e4figfalle \u2013 vergeblich!\u00a0 Oft wurden die Fallen sogar leergefressen. Rattengift wurde weggeschleppt aber nicht gefressen. Die Ratte ist uns stets einen Schritt voraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kleine Altstadt von Sidi Bou Said ist nur durch einen schwei\u00dftreibenden Aufstieg auf den angrenzenden Berg zu erreichen. In dem \u00d6rtchen sind alle T\u00fcren und Fensterl\u00e4den &#8211; so wie in Griechenland -blau gestrichen. Die H\u00e4user wei\u00df gek\u00e4lkt. Die Altstadt von Sidi Bou Said stellt sich als K\u00fcnstlerdorf dar. \u00dcberall wird Kunsthandwerk an Touristen verkauft. Abends essen wir in einem traditionellen Restaurant eine Fleischplatte vom Holzkohlengrill nach Art der Beduinen. Schmackhaft aber kaum zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Sidi Bou Said aus besichtigen wir die Ruinen des nahe gelegenen Karthago, einer antiken Weltstadt, die von den R\u00f6mern vernichtet wurde. Imposant allein die Gr\u00f6\u00dfe der damaligen Anlage und das kulturelle Niveau. Im antiken Karthago lebten bis zu 400.000 Menschen. Au\u00dferdem besuchen wir von Sidi Bou Said aus die Hauptstadt Tunis mit ihrer pr\u00e4chtigen, neuen Hauptstra\u00dfe, die als Allee gebaut ist und uns in ihrer Ausstrahlung an Barcelona erinnert. \u00dcberw\u00e4ltigend die Medina, in der sich Menschenmassen durch die kleinen, weitgehend \u00fcberdachten, teilweise dunklen Gassen zw\u00e4ngen, in denen sich die Gesch\u00e4fte aneinander reihen. Wir fanden nichts, das wir h\u00e4tten kaufen wollen. Wir setzen uns dort in ein Caf\u00e9 aber warum sollten wir einen Burnus kaufen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 15.09.2012 verl\u00e4sst die Flying Dog den Hafen von Sidi Bou Said leider immer noch mit dreik\u00f6pfiger Crew und trifft am 18.09. in Tabarca ein. Dies ist der letzte tunesische Hafen vor der Abfahrt zum westlichen Ausgang des Mittelmeeres. Die versp\u00e4tete Ankunft in Tabarca ist dem anfangs herrschenden Nordwestwind in St\u00e4rke 5 \u2013 6 geschuldet. Nachdem wir w\u00e4hrend eines ganzen Tages nur 22 sm aufkreuzen konnten, gingen wir hinter dem Cap Farina gegen Nordwest gesch\u00fctzt vor Anker und verbrachten dort zwei N\u00e4chte, bevor die Windbedingungen sich verbesserten und Tabarca problemlos angesteuert werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Tabarca, einem gesch\u00e4ftigen Ort mit angrenzenden breiten Sandstr\u00e4nden,\u00a0 konnte unser Proviant erg\u00e4nzt, die Wassertanks aufgef\u00fcllt und eine kleinere Reparatur an der Fernbedienung der Ankerwinsch durchgef\u00fchrt werden. Lohnend auch ein Besuch im Caf\u00e9 Anderlus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer Spezialist kam zur Rattenbek\u00e4mpfung an Bord, brachte gro\u00dfe Rattenfallen, neues Gift, K\u00e4se und Fisch mit. Am n\u00e4chsten Morgen hatte die Ratte ein vergiftetes St\u00fcck Fisch zu sich genommen. Nach Meinung des Spezialisten kann die Ratte jetzt nur noch tot sein. Sie zu finden w\u00e4re nicht schwer: immer dem Geruch nach. Welchen Schaden die Ratte insgesamt angerichtet hat, wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, mindestens wurden in zwei Reisetaschen und eine Unterhose gro\u00dfe L\u00f6cher genagt. Dazu jede Menge Arbeit, \u00dcberlegungen und blank liegende Nerven.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 20.09.2012 wird die Flying Dog aus Tabarca mit Westkurs auslaufen. Die n\u00e4chste Station wird die spanische Enclave Melilla, die wir in ca. 6 Fahrttagen erreichen wollen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Bilder\" href=\"http:\/\/flying-dog.org\/#Kroatien_nach_Tunesien\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00dcberfahrt von Kroatien nach Tunesien \/ 28.08. &#8211; 04.09.2012<\/span><\/strong><\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben es geschafft! Wir sind in 7 Tagen und 4 Stunden nonstop von Kroatien nach Monastir in Tunesien gesegelt. Der Wind hat es mit uns nicht immer gut gemeint. In Cavtat, unserem Ausgangshafen, hatten wir zun\u00e4chst 5 Tage Flaute, am 6. Tag Sturm. Danach setzte ein moderater Wind von 3 Windst\u00e4rken aus der richtigen Richtung ein. Nach einigem Aufwand des Ausklariens ging es endlich los. In den ersten 2 Tagen entsprach der Wind der Vorhersage und brachte uns schnell zum Kap von Otranto, am s\u00fcdlichen Stiefelabsatz Italiens. Danach wechselten in kurzen Abst\u00e4nden unterschiedliche Windrichtungen, -St\u00e4rken, Flauten, n\u00e4chtliche Gewitter und Starkwind, gegen den wir aufkreuzen mussten. Dies zwang uns, eine Nacht lang den Schutzhafen Pozzola an der S\u00fcdk\u00fcste Siziliens aufzusuchen. Jetzt genie\u00dfen wir die Ruhe und erkunden Monastir.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Reisemobil nach Coober Pedy 31.05. &#8211; 02.06.2017 Nun m\u00fcssen wir l\u00e4ngere Distanzen zur\u00fccklegen. Von Port Augusta bis Coober Pedy sind es 540 km. Der Ortsname leitet sich aus der Aboriginal-Sprache ab: \u201eKupa Piti\u201c hei\u00dft \u201ewei\u00dfer Mann im Loch\u201c. Der kleine Bergbauort mit seinen 3.500 Einwohnern ist damit richtig beschrieben. 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